Yakuza 6: The Song of Life
Seit mehr als einem Jahrzehnt verfolgen wir die Geschichte von Kazuma Kiryu, dem “Dragon of Dojima” und Ziehvater von Haruka Sawamura, der Tochter seiner großen Liebe. Bereits 2016 in Japan erschienen, kommen nun auch westliche Fans seit dem 17. April 2018 in den Genuss des finalen Teils der Reihe, der die Geschichte um Kiryu abschließt. Yakuza 6: The Song of Life, das wieder exklusiv auf PlayStation 4 erschienen ist, entführt uns in die harte Welt der Yakuza, in der sich Kiryu auf die Suche nach Antworten macht.
Nach den Ereignissen von Yakuza 5 begibt sich Kiryu für drei Jahre ins Gefängnis. Er könnte zwar auch ohne Gefängnisstrafe aus der Sache heraus kommen, möchte aber mit seiner Zeit als Yakuza wirklich abschließen. Als er jedoch entlassen wird, erfährt er, dass sich Haruka bereits vor einiger Zeit aus Okinawa entfernt hat und es seitdem keine Spur mehr von ihr gibt. Er begibt sich auf die Suche nach ihr und muss mit Erschrecken feststellen, dass seine Ziehtochter in Kamurocho einen schweren Unfall hatte und mittlerweile einen noch nicht einmal einjährigen Sohn hat. Währenddessen brodelt in Kamurocho ein Konflikt zwischen den Yakuza und den Triaden …
Der Beginn einer Suche
Kiryu nimmt den kleinen Jungen namens Haruto zu sich, damit er während Haruka im Koma liegt, nicht ins Waisenhaus muss. Nun möchte Kiryu wissen, was mit Haruka passiert ist und wer der Vater ihres Sohnes ist. Seine Reise führt ihn durch das bekannte Kamurocho und das verschlafene Städtchen Onomichi, das jedoch ein mysteriöses Geheimnis verbirgt. Zwei Orte klingen zwar wenig, aber dafür sind diese umso schöner ausgestaltet und fühlen sich mit ihren unzähligen Möglichkeiten und gefüllten Straßen lebendig an. Es gilt einige wichtige Fragen zu klären, da Harukas Unfall womöglich gar kein Unfall war, sondern jemand sie absichtlich angefahren hat. Die Suche nach Antworten verstrickt sich jedoch in eine viel größere Angelegenheit, bei der die chinesische Saio-Triade und der japanische Tojo-Clan eine entscheidende Rolle spielen.
Babysitten ist nicht leicht!
Originaltitel | Ryu ga Gotoku 6: Inochi no Uta |
Jahr | 2016 (J), 2018 (D) |
Plattform | PlayStation 4 |
Genre | SEGA |
Entwickler | SEGA |
Publisher | Action-Adventure |
Spieler | 1 – 2 |
USK |
Eine untypische Aufgabe erwartet den Spieler im Laufe der Handlung. Denn wenn Kiryu verzweifelt nach Milch für Haruto sucht, quängelt dieser immer wieder und muss dann beruhigt werden. Dies geschieht z.B. damit, dass man ihn hoch- und runterhebt. Aber Vorsicht ist geboten, denn zunächst ist es nicht einfach, zu erraten, was der Kleine nun möchte. Wer jetzt befürchtet, dass sich die Yakuza-Reihe in einen soften Vater-Simulator verwandelt hat, der kann aufatmen. Nur selten hat Kiryu Haruto dabei, ansonsten lässt er ihn vernünftigerweise öfter bei anderen Charakteren. Diese neuen Charaktere gestaltet sich interessant und vielschichtig. Da wäre z.B. die hilfsbereite Barbesitzerin Kiyomi, deren Geschichte deutlich komplexer ist, als man zunächst vermutet. Zudem trifft Kiryu auf eine kleine Yakuza-Familie, den Hirose-Clan. Dort knüpft er nach einigen Schwierigkeiten mit den Jungs wahre Freundschaften.
Kiryu in seinem Element
Natürlich gibt Kiryu noch immer genug Typen eins auf die Mütze. Zwar sind selbst die Bosskämpfe sehr einfach, weshalb man für eine größere Herausforderung am besten gleich den höheren Schwierigkeitsgrad wählen sollte, aber sie machen durchaus Spaß. Wenn sich Rowdys mit Kiryu anlegen wollen, geht der Bildschirm flüssig in das brutale Gefecht über. Gekämpft wird mit verschiedenen Kombos, bei denen auch gerne Gegenstände gegen den Gegner genutzt werden dürfen. Mit dem Heat-Modus umgibt Kiryu nicht nur eine schicke blaue Aura, sondern er wird auch besonders stark. Mit den Erfahrungspunkten, die man unter anderem beim Kämpfen oder beim Essen bekommt, können die Statuswerte verbessert und neue Techniken erlernt werden. Neben den interessanten Kämpfen gibt es noch den Clan-Creator, bei denen mehr strategische Kämpfe geboten werden, die man mit verschiedenen Leuten, die man in den Clan aufgenommen hat, ausführen kann.
Wunderschöne Welt mit realistischen Charakteren
Womit Yakuza 6 ebenso auf ganzer Linie überzeugt, ist die Grafik. Die Charaktere wirken realistisch und haben eine ganze Palette an Gesichtsausdrücken zu bieten. Ebenso werden die Charaktere glaubhaft präsentiert, sodass die großartige Grafik nicht über fehlende Charatertiefe hinwegtäuschen soll. Auch die Umgebung ist wundervoll anzusehen und mit Leben gefüllt, sodass man in Kamurocho verschiedenen Tätigkeiten nachgehen kann. Das geht vom Baseball zum Chatten mit hübschen Damen, genauso kann man aber Stunden in den Sega-Hallen verbringen, womit man quasi „Spiele im Spiel“ hat. Das sind jedoch nur wenige der Möglichkeiten, die geboten werden. Abseits dessen gibt es zahlreiche Nebenmissionen, die allesamt vertont sind und zum Teil ulkig, zum Teil traurig und zum Teil einfach nur unterhaltsam sind. Zudem kann man für Ordnung sorgen, da Trouble-Missionen zeigen, wo sich gerade z.B. ein Betrunkener oder ein Dieb aufhält. Die Grafik sorgt auch dafür, dass man bei dem vielen leckeren Essen, das Kiryu zu sich nehmen kann, selbst hungrig wird. Erneut bietet Yakuza 6 zur gelungenen japanischen Sprachausgabe lediglich englische Untertitel, weshalb gute Englischkenntnisse ein Muss sind. Wer neu zu der Yakuza-Reihe gestoßen ist oder einfach nur sein Gedächtnis noch einmal auffrischen will, kann sich die Story-Zusammenfassungen der vorigen Teile im Menü durchlesen.
Auf Yakuza 6 bin ich eigentlich nur durch positive Berichte aufmerksam geworden. Zuvor hatte ich nur am Rande etwas von der Reihe gehört, doch nun war ich sehr interessiert. Nachdem ich die Hauptgeschichte beendet habe, muss ich sagen, dass meine Erwartungen mehr als übertroffen wurden. Selten fesselt mich ein Game so sehr an die Konsole wie es Yakuza 6 getan hat. Die Geschichte hat mich von Anfang an mitgerissen und ist bis zum Ende spannend, hat mich aber an manchen Stellen auch Tränen gekostet. Obwohl das nun meine erste Erfahrung mit der Spielereihe gewesen ist, haben mich auch die Charaktere und deren Beziehungen zueinander bewegt. Insbesondere die Vater-Tochter-Beziehung zwischen Kiryu und Haruka ist schön dargestellt und der kleine Haruto bringt einen gewissen Niedlichkeitsfaktor zwischen die durchaus brutalen Gefechte. Kiryu ist sowieso einfach nur ein verdammt cooler Hauptcharakter. Wer Harutos Vater ist, ist in meinen Augen aber recht einfach zu erraten, da
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Cooles Review!
Wie lange sitzt man denn insgesamt an dem Titel? Liebäugle auch noch damit, will aber nicht allzu viele Stunden investieren.
Also für die Hauptgeschichte mit einigen Nebenmissionen habe ich 26 Stunden gebraucht. Also etwa 20-30 Stunden darf man hier schon investieren, aber für die Hauptgeschichte und das Erkunden der Welt braucht man wirklich keine ellenlange Spielzeit.