Ori and the Will of the Wisps

Wer kennt nicht das märchenhafte Metroidvania-Jump’n’Run Ori and the Blind Forest? Die Erzählung rund um den kleinen Geist Ori, der versucht seine Welt vor der bösen Eule Kuro zu retten, hat bei Spielern vor allem positive Resonanz hervorgerufen. Da war es nur eine Frage der Zeit, bis ein zweiter Teil von dem Entwickler Moon Studios und Publisher Xbox Game Studio auf den Markt gebracht werden würde. Im zweiten Teil, Ori and the Will of the Wisps, stürzt sich Ori erneut ins Abenteuer. Erschienen ist das Spiel im März 2020 für Microsoft Windows und Xbox One und seit September 2020 ist es auch für die Nintendo Switch erhältlich.

 

Bei Ori and the Will of the Wisps erlebt der Spieler die Geschichte des Geistes Ori mit. Es wird nahtlos an den ersten Teil angeschlossen und beginnt mit der Geburt und der Aufzucht von Kuros Kind Ku. Kuro war die scheinbar böse Eule und Hauptantagonist des ersten Teiles. Ihr Kind Ku wächst bei Ori und seiner Familie behütet auf, doch irgendwann bemerkt die kleine Eule, dass sie nicht fliegen kann, weil ihr rechter Flügel eine Fehlbildung hat. Um Ku zu helfen, schenkt Ori ihr Kuros letzte Feder und beide erleben gemeinsam Kus ersten Flug. Dabei werden sie jedoch übermütig und fliegen in ganz unbekanntes Gebiet; weit weg von Zuhause. Sie werden von einem heftigen Sturm überrascht, stürzen ab und fallen voneinander getrennt zur Erde. Nun muss Ori versuchen, Ku wiederzufinden, damit beide zurück in ihre Heimat Nibel fliegen können.

Eine wunderschöne Geschichte

Originaltitel Ori and the Will of the Wisps
Jahr 2020
Land PC, Xbox One, Xbox Series, Nintendo Switch
Genre Metroidvania
Entwickler Moon Studios
Publisher Xbox Game Studios
Spieler 1
USK
Veröffentlichung: 17. September 2020

Wie schon im ersten Teil des Spiels stellt die große Stärke von Ori and the Will of the Wisps die Geschichte dar. Wer den vorherigen Teil kennt, erfährt nun, wie es mit Ori und seinen Freunden weitergeht und für alle anderen erschließt sich das alles auch ohne diese Vorkenntnisse. Die Geschichte nimmt einen großen Raum ein und immer wieder wird das Gameplay durch längere animierte Sequenzen unterbrochen, die die Handlung weitererzählen. Nachdem sich Ori auf die Suche nach Ku macht, erfährt der Spieler auch viel über die unbekannte Welt Niwen. Ori trifft auf die verschiedensten Wesen und hört nach und nach, was es mit Niwen auf sich hat, denn auch hier ist nicht alles so schön, wie es scheint. Aus diesem Grund ist Ori and the Will of the Wisps wie sein Vorgänger kein reines Gute-Laune-Spiel, denn es gibt viele traurige Stellen und der Spielende muss sich mit den Themen Tod und Zerfall beschäftigen. Wer also Ori auf seinem Abenteuer begleiten will, sollte in der Lage sein, sich auf solche Themen einzulassen. Erzählt wird vor allem rein visuell. In vielen Sequenzen erzählen Animationen die Handlung und nur wenige Dialoge erklären Hintergrundinformationen.

Es gibt vieles entdecken

Um im Spielgeschehen voran zu kommen, muss der Spieler verschiedene Aufgaben lösen. Dabei bleibt es ihm selbst überlassen, welche Quest er zuerst löst. Durch die verschiedenen Quests werden bestimmte Fähigkeiten eingesammelt. Diese können Kampf-Updates wie etwa das Bogenschießen oder Bewegungs-Updates wie der Doppelsprung, sein. Wie es bei einem Metroidvania so üblich ist, kann sich Ori, sofern er die benötigten Fähigkeiten besitzt, in der Welt von Niwen unbegrenzt bewegen, Funken einsammeln und damit seine Fähigkeiten verbessern. Eine Prozentanzeige auf den Karten des jeweiligen Gebiets macht, deutlich wie viel schon entdeckt wurde. Die Geschichte läuft dabei immer nebenher und wenn sich der Spieler an einer bestimmten Stelle auf der Karte befindet, die durch eine Quest markiert wird, wird ein Ereignis, das die Handlung voran bringt, freigeschaltet. Beispielsweise warten in jedem neuen Teil von Niwen ein neuer Bosskämpfer, den Ori besiegen muss, um Ku wiederzufinden.

Die Freiheit hat aber auch ihre Probleme

Neben der großen Bewegungsfreiheit, die Ori and the Will of the Wisps bietet, wird der Spieler allerdings teilweise ziemlich allein gelassen. Bestimmte Gegner können nicht besiegt werden, wenn eine Fähigkeit fehlt, doch das ist oftmals nicht klar und aus diesem Grund wird das Weiterkommen erschwert. Damit steigt der Frustfaktor. Ebenso erscheint die Steuerung des Spiels um einiges komplizierter als beim ersten Teil. Das wird vor allem deutlich, wenn der Spieler zwischen verschiedenen Fähigkeiten wechseln will. Am Anfang gibt es nur drei Plätze und demnach können nur drei Knöpfe belegt werden. Möchte der Spieler nun eine vierte Fähigkeit nutzen, muss er eine weglassen oder mitten im Kampf die Fähigkeit wechseln. Auch die Möglichkeit, dass Ori an den Wänden klebt, ist beim Springen manchmal hinderlich, da Ori nicht flüssig springt, sondern oft unterbricht. Auch müssen zu Beginn des Spiels viele Wege doppelt gelaufen werden, da es keine Abkürzungen gibt und sich somit vieles wiederholt. Ein letzter Unterschied zum Vorgänger ist, dass die Kampfsequenzen deutlich mehr an der Zahl geworden sind. Ori muss jetzt aktiv kämpfen, verschiedene Endgegner besiegen und nicht nur vor ihnen flüchten, wie es bei Ori and the Blind Forest der Fall ist. Übrigens haben sich die Fähigkeiten zwischen Ori and the Blind Forest und Ori and the Will of the Wisps kaum verändert. Als neue Fähigkeit ist noch ein Hammer hinzugekommen, aber sonst bleibt es bei den bekannten Fähigkeiten, die der Spieler schon kennt.

Fazit

Ori and the Will of the Wisps hat mir bisher ein paar schöne Spielstunden beschert und ich bin mir sicher, dass es noch viele weitere werden, denn ich habe noch viel zu entdecken. Zwar war die Steuerung zu Beginn gewöhnungsbedürftig und teilweise brauche ich lange, um einen bestimmten Weg zu gehen. Das ist manchmal deprimierend, aber dafür ist das Erfolgserlebnis, wenn man ein Ziel geschafft hat, umso größer. Die Geschichte ist ein sehr großer Pluspunkt. Ich empfinde sie runder als im ersten Teil und zusammen ergeben beide Teile für mich ein abgeschlossenes Ganzes. Für Spielende, die Spiel mit tiefgründiger Story haben wollen, ist Ori and the Will of the Wisps genau das Richtige.

© Xbox Game Studios


Im Handel erhältlich:

Ivy

Wenn Ivy nicht gerade ihre Zeit in der Hochschule verbringt, wo sie lernt sich im Informationsdschungel zurecht zu finden, verbringt sie ihre Zeit mit dem Horten von Büchern. Innerlich weiß sie, dass ihr in nächster Zeit der Platz für all ihre Neuerwerbungen ausgehen wird – trotzdem kann sie es nicht lassen, neue Funde mitzubringen. Sonst sind auch keine Mangas oder Comics vor ihr sicher, da doch alles irgendwo noch einen Platz finden wird. Sonst hat sie eine große Schwäche für gute und besondere Geschichten, Eulen und Schildkröten in jeder Form und Merchandise von "Gintama". Wenn sie mal keine Bücher kauft und liest, schreibt sie selbst.

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