The Diabolical – Das Böse ist zeitlos

Die meisten Geisterfilme nutzen denselben Unterbau: Nach einem schockierenden Auftakt geht es gemächlich weiter, um nach und nach für Spannungsmomente zu sorgen, die sich zu einem Finale gipfeln. Regisseur Alistar Legrand geht in seinem Debütfilm The Diabolical – Das Böse ist zeitlos anders vor und legt von Anfang an ein hohes Erzähltempo an den Tag. Hauptsache, die Geschichte mit Ali Larter (Final Destination) bleibt möglichst lange unvorhersehbar. Seit 2016 ist der Titel auch auf deutsch verfügbar, blieb als Direct-to-DVD-Film allerdings weitgehend unbekannt.

   

Die junge Mutter Madison (Ali Larter) hat gleich zwei Probleme an der Backe. Zum einen ist da eines ihrer beiden Kinder, Sohn Jacob (Max Rose), das besonders aggressiv ist. Zum anderen aber lebt die Familie in einem von Geistern heimgesuchten Haus. Immer wieder blitzt es hell auf und entstellte Wesen zeigen sich in dem Anwesen. Hinzu kommt, dass Jacob das Haus auch nur unter Schmerzen verlassen kann. Als wäre das nicht genug, ist Madison mit der Miete im Rückstand und regelmäßig steht ein Schuldeneintreiber vor der Türe. Sie entschließt sich, einen mit Parapsychologie beschäftigten Freund zu konsultieren, um ihr Leben wieder in andere Bahnen zu lenken …

Entgegen aller Konventionen

Originaltitel The Diabolical
Jahr 2015
Land USA
Genre Horror, Science-Fiction
Regie Alistar Legrand
Cast Madison: Ali Larter
Nikolai: Arjun Gupta
Jacob: Max Rose
Hailey: Chloe Perrin
Laufzeit 86 Minuten
FSK

Das Grundszenario von The Diabolical ist so öde, als stamme es direkt aus der Konserve für klassischen Haunted House-Grusel. Die Beschreibung des Films löst sicherlich bei keinem einen Aha-Effekt hervor, immerhin klingt sie nach typischer Videothekenware, die Anfang der 2000er überall vorzufinden war. Dass der Film dennoch aus dem gängigen Schema ausbricht, ist der Regie von Alistar Legrand zu verdanken, der offenbar selbst genügend Geisterfilme aus der Konserve gesehen hat, um mit möglichst vielen Konventionen zu brechen. Das wichtigste Merkmal: Der Spuk schleicht sie nicht auf leisen Sohlen heran. Er ist bereits da und in vollem Gange! Das bedeutet auch, dass wir von bedeutungsschwangerem Bodenknarzen und sich selbst zuschlagenden Türen verschont werden. Denn die Geisterdarstellungen haben es in sich und kommen erschreckend offensiv daher.

Gute Ideen werden schwach ausgearbeitet und unhomogen erzählt

In Sachen Geistergrusel ist lange Zeit gar nicht klar, wohin die Geschichte möchte. Während die Darstellung eines Hauptgeistes eher auf einen Anker in der Vergangenheit schließen lässt und eine Verbindung zu einer geschlossenen Anstalt herstellt, nimmt die Handlung in der zweiten Hälfte sogar Science-Fiction-Elemente mit auf. Die Special Effects der geisterhaften Erscheinungen können sich dabei sehen lassen und lassen darauf schließen, dass hier jemand sein Handwerk versteht. Da ist es umso ärgerlicher, dass die vielen guten Ideen nicht das große Ganze ausmachen. Das Drehbuch lässt nämlich einige Fragen offen, bei denen der Eindruck entsteht, dass dies nicht einmal unbedingt die Intention war. Dadurch sind einige Zusammenhänge lose aneinander gereiht, was Zuschauern nicht entgehen wird, die sich nicht mit oberflächlichen Antworten zufrieden geben wollen. Insbesondere da der Film auch einen wissenschaftlichen Ansatz verfolgt, wirkt sich das negativ auf den Gesamteindruck aus.

Fazit

The Diabolical bringt viele frische Ansätze mit, um die dicke Staubschicht im Haunted House-Horror zumindest von einer ersten Staubschicht freizupusten. Um den völligen Glanz zum Vorschein zu bringen, fehlt es allerdings an durchgängig hohem Niveau und auch spannenden Charakteren. Viele Zuschauer wird es vermutlich einfach erfreuen, mal wieder die aus Final Destination und Heroes bekannte Ali Larter im Mittelpunkt zu sehen. Sonderlich spannend ist ihre Figur Madison jedoch nicht und stellt sie auch vor keinerlei schauspielerische Herausforderung. Das Skript darf ohne Frage als ambitioniert bezeichnet werden, aber das Auge für die Details fehlt. Und so bleibt ein Debütfilm, dem man eben deutlich anmerkt, dass er genau das auch ist.

© Splendid Film/WVG

Ayres

Ayres ist seit 2002 im Community Management tätig, seit einer Weile sogar beruflich. Er ist ein richtiger Horror- & Mystery-Junkie, liebt gute Point’n’Click-Adventures und ist Fighting Games nie abgeneigt. Besonders spannend findet er Psychologie, deshalb werden in seinem Wohnzimmer regelmäßig "Die Werwölfe von Düsterwald"-Abende veranstaltet. Sein teuerstes Hobby ist das Sammeln von Steelbooks. In seinem Besitz befinden sich mehr als 100 Blu-Ray Steelbooks aus aller Welt.

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