Butterfly Effect 2

Lesezeit: 4 Minuten

Wie bei erfolgreichen Filmen nicht unüblich, dauert es nicht lange, bis das Sequel folgt. So auch bei Butterfly Effect. Regisseur John R. Leonetti (Annabelle) wurde für die Regie verpflichtet und Michael D. Weiss (Ich werde immer wissen, was du letzten Sommer getan hast) lieferte das Drehbuch für Butterfly Effect 2. Trotz des großen Namens endete der zweite Teil schließlich als Direct-to-DVD-Film in den Videotheken. Genaue Gründe dafür sind nicht bekannt, man kann sie sich jedoch anhand der Qualität des Films einfach zusammenreimen.

Für Nick (Eric Lively, American Pie) läuft alles rund. Seine Karriere in einem Start-Up-Unternehmen befindet sich auf ihrem vorläufigen Höhepunkt und es winken Aufstiegschancen. Zudem lässt seine Freundin Julie (Erica Durance, Smallville) ihr Kunststipendium in New York der Liebe wegen sausen. Mit dem befreundeten Pärchen Trevor (Dustin Milligan, Slither) und Amanda (Gina Holden, Final Destination 3) winkt ein Trip an einen See, der tödliche Folgen hat. Bei einem Unfall mit einem LKW kommen alle bis auf Nick ums Leben. In der folgenden Trauerphase hält er an vielen Erinnerungen fest und bemerkt ein Jahr später seine Fähigkeit, beim Anblick der Fotos zurück zum Tag der Aufnahme zu springen. Somit ist klar, dass er das Leben seiner Liebsten retten wird. Nicht ohne Konsequenzen…

Alte Probleme gelöst, neue Sorgen mitgebracht

Originaltitel The Butterfly Effect 2
Jahr 2006
Land USA
Genre Thriller
Regisseur John R. Leonetti
Cast Nick: Eric Lively
Julie: Erica Durance
Trevor: Dustin Milligan
Amanda: Gina Holden
Grace: Lindsay Maxwell
Malcolm: JR Bourne
Dr. Greenfield: Malcolm Stewart
Laufzeit 89 Minuten
FSK

Butterfly Effect 2 kopiert die Erfolgsformel seines Vorgängers: Ein Mann springt beliebig in die Vergangenheit zurück, um dort Veränderungen vorzunehmen, die das bestmögliche Ergebnis für die Zukunft herbeiführen sollen. Natürlich nicht ohne Nachwirkungen und so verändert sich das Leben aller Beteiligten bei jedem Sprung zurück in die Vergangenheit. Was bei einem Film funktioniert, muss auch zu einem wiederholbaren Erfolg führen, so scheinbar die Devise. Butterfly Effect 2 beginnt ganz im Stile von Final Destination mit einem Unfall, was zunächst den Eindruck erweckt, als müsse der Protagonist immer wieder zurück, um Details zu verändern, die den Unfall nicht geschehen lassen. Doch schnell entfernt sich das Drehbuch von dieser Idee und lässt Nick wieder in der Gegenwart ankommen. Es dauert nicht lange, bis Julie wieder lebt. Doch dafür kriselt es auf einmal in Nicks Job und sein Konkurrent Dave (David Lewis, Deck The Halls) sticht ihn aus.

Wahre Nöte?

Hier gibt sich auch das größte Problem des Drehbuchs zu erkennen: Die Fallhöhe des ersten Teils ist nicht gegeben. Dieser hat immerhin einen emotional aufgeladenen Plot mit schwerem Nebenthema. In Butterfly Effect 2 bestimmen Spielereien die Handlung. Obwohl Nick Julie und seine Freunde zurück hat, ergibt sich immer wieder ein neues Problem. Meistens entsteht dieses in Nicks Berufsleben, was dem Zuschauer herzlich egal sein kann. Weder ist Nick ein großer Sympathieträger, noch steht der Zuschauer ihm emotional so nahe, dass jede Veränderung mitfühlen, geschweige denn mitfiebern lässt. Insofern ist bereits hier fraglich, ob es nicht völlig ausreicht, dass Julie, Amanda und Trevor wieder am Leben sind. Dagegen wirken alle anderen Sprünge wie Luxusprobleme. Am Ende wird an jedem Problem solange herumgeschraubt, bis aus dem Soll-Zustand der Ist-Zustand hervorgeht.

Er war stets bemüht

Gleichzeitig ist dies aber auch eine Spielerei, die Butterfly Effect mit seinem dramatischen Plot nicht zulassen konnte. So kann Nick eine Affäre mit der Tochter seines Chefs manipulieren und mal hat Julie einen anderen. Die Handlung mäandert genüsslich vor sich hin und immer, wenn Nick einen Zeitsprung wagt, kommt irgendeine Überraschung dabei heraus. Die Parallelen zum ersten Teil sind marginal. Nick erfährt von seiner Mutter, dass sein Vater dieselbe Fähigkeit besaß und dass er von dieser schließlich in den Selbstmord getrieben wurde. Außerdem stößt Nick bei der Recherche auf einen Zeitungsartikel mit Jason Treborn, den Vater der Protagonisten aus dem ersten Teil.  Das hölzerne Schauspiel trägt wenig dazu bei, dass der belanglose Plot glaubhafter wird und auch die schauspielerischen Qualitäten bleiben weit hinter jenen des Casts von Butterfly Effect zurück. Somit ergibt sich ein Zusammenspiel aus halbgarer Darstellung und halbgarem Drehbuch, was Butterfly Effect 2 das Stigma eines Mikrowellenessens verleiht.

Die schnell hinterher geschobene Videothekenfortsetzung bringt kaum gute Gründe mit, sich näher mit ihr zu befassen. Insbesondere, wenn man die Motive der Figuren des ersten und zweiten Teils gegenüberstellt, sollte sich Butterfly Effect 2 in die Ecke stellen und schämen. Natürlich würde jeder Mensch die Möglichkeit des Zeitsprungs nutzen, wenn sie ihm gegeben würde. Dafür ist keine besondere Dramatik notwendig. Doch ebenso banal erzählt sich der zweite Teil. Nicks Work-Live-Balance könnte den Zuschauer nicht weniger tangieren. Dafür wird die Handlung schlüssig zu Ende geführt, wenngleich das nicht mehr viel retten kann, da der Rest wenig überzeugt.

© Warner

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Ayres

Ayres ist seit 2002 im Community Management tätig, seit einer Weile sogar beruflich. Er ist ein richtiger Horror- & Mystery-Junkie, liebt gute Point’n’Click-Adventures und ist Fighting Games nie abgeneigt. Besonders spannend findet er Psychologie, deshalb werden in seinem Wohnzimmer regelmäßig "Die Werwölfe von Düsterwald"-Abende veranstaltet. Sein teuerstes Hobby ist das Sammeln von Steelbooks. In seinem Besitz befinden sich mehr als 100 Blu-Ray Steelbooks aus aller Welt.

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