Synchronic

Lesezeit: 3 Minuten

Das Regie-Duo Justin Benson und Aaron Moorhead hat unter Genre-Fans längst einen Ruf für seine Low Budget-Produktionen auf hohem Niveau erlangt. Auf Resolution, Spring und The Endless folgt mit Synchronic der nächste Streich. Ein halluzigener Drogentrip, im wahrsten Sinne des Wortes. Mittels Designerdroge sind in diesem Streifen Sprünge in parallele Dimensionen möglich. Klingt verrückt, ist in diesem Zukunftsszenario aber an der Tagesordnung. Mit der gewohnten Portion Mystery, einem höheren Budget als zuvor (kein Wunder: Universal Pictures ist der Vertriebspartner) sowie Avengers-Star Anthony Mackie in der Hauptrolle legte Synchronic seinen Start auf den Fantasy Filmfest White Nights 2020 hin.

 

Bei ihrer täglichen Arbeit als Sanitäter werden Steve (Anthony Mackie) und Dennis (Jamie Dornan, Fifty Shades of Grey) mit vielen Todesfällen konfrontiert. Doch neuerdings häufen sich auch die eigenartigsten Wunden. Eines haben alle Opfer gemeinsam: Sie haben mit der Designerdrogen “Synchronic” experimentiert. An dieser Droge ist auch Dennis’ Tochter interessiert, die plötzlich verschwindet. Steve geht der Sache auf den Grund und beschafft sich selbst den berüchtigten Stoff, um herauszufinden, was es wirklich mit “Synchronic” auf sich hat. Die Folge ist unglaublich: Wortwörtlich erlebt er durch die Trips völlig neue Welten …

Mehr fürs Herz als für den Kopf

Originaltitel Synchronic
Jahr 2019
Land USA
Genre Science-Fiction, Drama
Regie Justin Benson, Aaron Moorhead
Cast Dennis: Jamie Dornan
Steve: Anthony Mackie
Brianna: Ally Ioannides
Tara: Katie Aselton
Laufzeit 96 Minuten

Was auf den ersten Blick aussieht wie ein Buddy-Drama, nimmt spätestens mit dem ersten Drogen-Experiment Steves eine überraschende Wendung: Synchronic entpuppt sich als Zeit-Weltsprung-Paradoxon. Ganz entfernt mit Jumper vergleichbar, wenn auch die Schwerpunkte ganz unterschiedlich ausfallen. Zu den positiven Punkten zählt der Protagonist Steve. Denn krankheitsbedingt kann er eine Menge Mut aufbringen, um etwas zu retten, was ihm selbst verwehrt blieb. Synchronic lässt es sich nicht nehmen, seine Hauptfigur so menschlich wie nur möglich darzustellen. Selbst wenn Kumpel Dennis nicht zu sehen ist, erleben wir Steve als Haustierbesitzer von einer sehr nahbaren Seite. Dadurch fällt es umso leichter, einen Bezug zu ihm aufzubauen.

Fallhöhe: Sieben Minuten

Damit die Dramatik entsprechend aufgebaut wird und die Zuschauer auch um den sympathisch charakterisierten Steve bangen können, ergibt sich drehbuchbedingt ein Strick, der um denjenigen gelegt wird, der “Synchronic” konsumiert: Nur sieben Minuten hält ein Trip an und nur solange bleibt Zeit, um wieder den Weg zurück aus der jeweiligen Welt zu finden. Allzu genau sollte darüber nicht nachgedacht werden, denn wenn die Handlung eines nicht ist, dann sonderlich plausibel. Da sowieso kein wissenschaftlicher Ansatz erkennbar ist, fällt das nicht weiter ins Gewicht, macht Synchronic aber auch zu keiner Erstwahl von Fans komplexer Zeitreise-Geschichten.

Mehr SciFi-Drama als Mystery

Auch in The Endless befassten sich die beiden Regisseure bereits mit einem Zeitreise-Experiment. Das wird in Synchronic auf die Spitze getrieben, allerdings ohne einen entsprechenden Mystery-Nebel um sich herum zu inszenieren. Das Rätsel als solches fällt minimal und glattgebügelt aus, sodass Mystery-Fans sich eher mit den Schauwerten begnügen müssen, als sonderlich miträtseln zu können. Insgesamt dreht das Drehbuch zu keinem Punkt so richtig auf und bleibt lange Zeit äußerst zurückhaltend. Erst in den letzten 30 Minuten wird eine Art emotionaler Showdown eingeleitet, doch der sitzt dafür immerhin. An der Stelle muss sich der Film auch die Kritik gefallen lassen, dass gerade das Ende kitschiger daherkommt, als man es tatsächlich erwartet.

Fazit

Einmal mehr steckt das Regie-Duo Benson-Moorhead viel Passion in ein Filmprojekt. Trotzdem ist Synchronic weit von der Inspiriation eines Spring und der Wucht von The Endless entfernt, um in einer ähnlich Sphäre mitzuschwimmen. Was nicht bedeuten soll, dass die Kreativität zu kurz kommt. Die Zeitreisen bringen viel Abwechslung in die Handlung und dank Kamera-Experte Aaron Moorhead auch starke Bildkompositionen, die vollkommen vergessen lassen, dass wir es hierbei noch immer mit einem Independent-Streifen zu tun haben.

© Universal Pictures

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Ayres

Ayres ist seit 2002 im Community Management tätig, seit einer Weile sogar beruflich. Er ist ein richtiger Horror- & Mystery-Junkie, liebt gute Point’n’Click-Adventures und ist Fighting Games nie abgeneigt. Besonders spannend findet er Psychologie, deshalb werden in seinem Wohnzimmer regelmäßig "Die Werwölfe von Düsterwald"-Abende veranstaltet. Sein teuerstes Hobby ist das Sammeln von Steelbooks. In seinem Besitz befinden sich mehr als 100 Blu-Ray Steelbooks aus aller Welt.

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