Sweet Girl

Was, wenn es ein Medikament gäbe, das einen todkranken geliebten Menschen retten würde? Und was, wenn genau dieses Wundermittel nur wegen Profitgier und Korruption nicht auf den Markt käme? In Brian Andrew Mendozas Action-Thriller Sweet Girl ergeht es einem Mann namens Ray genau so und er verliert einen geliebten Menschen durch die Gier eines Pharmakonzern. Gemeinsam mit dem letzten Teil seiner Familie, Teenie-Tochter Rachel, macht er sich auf zu einer actionreichen und emotional geladenen Reise, in der er selbst für seine Form von Gerechtigkeit sorgt und gleichzeitig vor dem Gesetz flieht. Der Film mit Jason Momoa und Isabela Merced in den Hauptrollen erschien am 20. August 2021 auf Netflix.

 

Ray Cooper (Jason Momoa, Aquaman) ist verzweifelt: Seine Frau Amanda (Adria Arjona, Pacific Rim: Uprising) hat Krebs. Doch unverhofft hört er von einem neuen Medikament, das ihr das Leben retten kann. Aber nur wenige Tage bevor die Behandlung beginnen sollte, wird diese abgeblasen, denn der verantwortliche Konzern BioPrime schmiert die Produktion, um das Medikament nicht auf dem Markt zuzulassen. Verärgert ruft Ray in einer Live-Debatte zwischen BioPrime-Chef Simon Keeley (Justin Bartha, The Good Fight) und der Kongressabgeordneten Diana Morgan (Amy Brenneman, Private Practice) an, um ihm eines mitzuteilen: Wenn Keeley das Medikament nicht auf den Markt lässt und Amanda stirbt, dann wird Ray ihn aus Rache töten. Ernst nimmt diese Drohung niemand und kurz darauf stirbt Amanda tatsächlich, sodass Ray mit der gemeinsamen Tochter Rachel (Isabela Merced, Plötzlich Familie) zurückbleibt. Sechs Monate später lebt Ray mit Rachel alleine und kämpft mit den übrigen Arztrechnungen seiner Frau, als ihn ein Journalist anruft. Er habe Beweise, um die Korruption von BioPrime an die Öffentlichkeit zu bringen. Kurzerhand treffen sie sich, doch ein Killer lässt nicht lange auf sich warten und greift an. Eine Tat, die in Ray endgültig den Durst nach Rache weckt …

Generischer Ausgangspunkt

Originaltitel Sweet Girl
Jahr 2021
Land USA
Genre Action, Thriller
Regie Brian Andrew Mendoza
Cast Ray Cooper: Jason Momoa
Rachel Cooper: Isabela Merced
Amo Santos: Manuel Garcia-Rulfo
Diana Morgan: Amy Brenneman
Amanda Cooper: Adria Arjona
Simon Keeley: Justin Bartha
Vinod Shah: Raza Jaffrey
Sarah Meeker: Lex Scott Davis
Laufzeit 110 Minuten
FSK
Auf Netflix verfügbar

Sweet Girl folgt einem Plot, der Fans actionreicher Thriller wohl bekannt vorkommen wird. Im Mittelpunkt steht ein Protagonist, dem der gewaltsame Tod eines geliebten Familienmitgliedes (meist die Ehefrau und/oder die Kinder, aber auch Tieren wie etwa einem Hund in John Wick kann diese Rolle zufallen, auch wenn dieser dort nur stellvertretend für die verstorbene Ehefrau steht) als Katalysator für einen blutigen Rachefeldzug dient. Dieser Aufhänger eignet sich schlicht sehr gut, um Empathie bei den Zuschauer*innen zu wecken. Denn für einen trauernden Menschen, der sich an skrupellosen Mächten rächt, kann man durchaus leichter Verständnis aufbringen als für jemanden, der sich nur zum Spaß prügelt. Hierbei fällt die Rolle des Bösen auf einen Pharmakonzern, wobei Korruption und Geldgier natürlich ebenfalls thematisiert werden. Besonders originell ist das nicht, doch das muss es auch nicht unbedingt sein. Die Handlung wird durchtränkt von actionreichen Kämpfen mit Bodyguards und Killern, gerne dabei mit Messern, Pistolen oder auch einer Plastiktüte (hervorragend geeignet, um dem Gegner die Luft abzuschneiden) als Waffen. Allerdings ist der Film keine 110-minütige Adrenalin-Steigerung, denn nach dem ersten Toten muss Ray mit Rachel fliehen. Auf der Flucht geht es dann vor allem darum, nicht aufzufallen und möglichst schnell außer Landes zu kommen. Einige Momente sind jedoch so ruhig, dass sie fast schon öde wirken und aus dem Geschehen reißen.

Rührende Momente und ein überraschender Twist

Während der Film also grundsätzlich eher generisch ausfällt, bietet er neben brachialen Action-Sequenzen aber eben auch eine rührende Beziehung zwischen Vater und Tochter, die nur noch einander haben. Denn Ray zieht nicht als einsamer Wolf auf Rachefeldzug und muss alleine vor dem Gesetz fliehen, sondern reist mit seinem Kind. Untermauert wird die Bindung mit der Einleitungssequenz, in der Ray und Amanda zusammen mit der damals noch kleinen Rachel gezeigt werden. Bilder einer glücklichen Familie, die so nach Amandas Tod nicht mehr zustande kommen, sodass Vater und Tochter umso mehr zusammenwachsen. Spannend sind dabei auch die Parallelen, die zwischen Ray und Rachel gezogen werden und sich mit der einleitenden Frage beschäftigen, wann Eltern aufhören und Kinder als eigenständige Personen anfangen. Was Sweet Girl aber besonders macht und vor allem dazu einlädt, ihn mehr als einmal zu sehen, ist ein großer Twist im letzten Drittel. Dieser ist intelligent gemacht, ergibt durchaus Sinn und schafft es, emotional zu überzeugen, was man trotz den rührenden Momenten zwischen Ray und Rachel nicht unbedingt erwartet. Tatsächlich ist Ray bei dem ersten Angriff durch den Killer vor Jahren gestorben und Rachel diejenige, die ganz alleine auf der Flucht ist. Ihren Vater sieht sie nur als Geist und Teil von sich selbst, da sie quasi seine Rolle einnimmt. Sie lernt boxen wie er es einst tat und übt die Rache, die Ray kurz vor dem Tod ihrer Mutter im Fernsehen schwor.

Stark besetztes Vater-Tochter-Duo

Die männliche Hauptrolle wurde mit Jason Momoa besetzt, den man schon als alten Hasen im Action-Genre bezeichnen kann. Sehr überzeugend spielt er nicht nur den knallharten Rächer oder den liebenden Vater, sondern auch den trauernden Ehemann. Wenn Ray am Todestag seiner Frau im Krankenhaus unter Tränen zusammenbricht, dann nimmt man dem äußerlich so hart erscheinenden Jason Momoa das absolut ab. Tochter Rachel ist mit Isabela Merced ebenfalls mit keiner Unbekannten besetzt, sondern mit einer aufstrebenden Jungschauspielerin, die in den letzten Jahren in mehreren Serien und Filmen mitgespielt hat. Man nimmt ihr die sehr ambivalente Rolle, die von zwei Aspekten geprägt ist, durchaus ab. Einerseits ist da die von Sorge um den Vater und die ungewisse Zukunft besorgte Rachel. Andererseits ist da aber auch die Rachel, die zwar unter Tränen, aber dennoch mit einer gewissen Kaltschnäuzigkeit kämpft und skrupellos bereit ist, Menschenleben zu beenden, um ihr Ziel zu erreichen. . Rachel ist noch ein Teenager, aber ein eigenständiger Charakter, der eben nicht nur passiv mitgeschleift wird. Die actionreichen Szenen des Filmes sind hingegen eher chaotisch, da sie vor allem aus dem Affekt und eher selten aus geplantem Kalkül der Hauptfigur geschehen. Das passt zur Handlung und macht die Action umso spannender.

Fazit

Sweet Girl erfindet nicht gerade das Rad neu, den von Trauer und Rache getriebenen Familienvater und Ehemann hat man schon in zig Variationen gesehen. Dennoch schafft es der Film, packend zu sein und fast durchgehend für Spannung zwischen nervenaufreibender Flucht und brutalen Kämpfen zu sorgen. Die teils eher langatmigen Szenen lassen sich dabei durchaus ausblenden, da sie zumindest mit der authentischen und berührenden Beziehung zwischen Ray und Rachel aufwarten. Der größte Pluspunkt ist aber der überraschende Twist zum Finale, der dafür sorgt, dass Sweet Girl eben doch mehr als nur der nächste actionreiche Rache-Thriller ist. Für Fans  emotional aufgeladener Action-Thriller ist der Film bestens geeignet.

© Netflix

Ayla

Ayla ist Schülerin und beschäftigt sich hobbymäßig mit allen möglichen Medien, ohne dabei Beschränkungen zu kennen. Dennoch ist sie vor allem ein Serien- & Game-Junkie und liebt besonders actionreiche und dramatische Inhalte, wobei sie gleichzeitig für viele kindliche Themen zu haben ist, weshalb sie weiterhin großer Disney-Fan ist. Abseits ihrer Leidenschaft des Sammelns ihrer Lieblingsmedien schreibt Ayla gerne selbst Geschichten oder zeichnet Bilder, um sich so zu entspannen.

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