Open the Door

Lesezeit: 4 Minuten

In den 1980ern wurde Robert Englund mit Nightmare on Elm Street als Traumkiller Freddy Krueger zur Ikone. Anders als vergleichbare Serientäter wie in Freitag der 13. und Halloween war sein Gesicht immer fest der Hauptfigur zuzuordnen. Insofern gilt sein Name seitdem auch als Aushängeschild für die eine oder andere Horrorproduktion. An der Seite von Jason London (Wildfire) schlägt er sich in Open the Door, welches am 6. September 2018 von Tiberius Film veröffentlicht wurde, mit einem geheimnisvollen Haus in Bulgarien herum. Der Haunted House-Thriller spielt nicht nur in Bulgarien, sondern wurde auch dort produziert.

Nach dem Tod seiner Frau räumt der ehemalige LAPD-Polizist Brett Irlam (Jason London) seinen Wohnsitz und zieht nach Sofia, in die Hauptstadt Bulgariens. Dort hat er einen Job als Sicherheitsbeauftragter in einem alten Hochhaus an Land gezogen. Es dauert nicht lange, bis er bemerkt, dass mit dem Gebäude etwas nicht stimmt. Erste Nachforschungen ergeben, dass das Haus eine kuriose Geschichte besitzt und alle Spuren führen in den Keller, den er strikt nicht betreten darf. Es ist das Tor in die Nachtwelt und dieses Tor droht nun, sich zu öffnen…

Rätselhafter Neustart in Bulgarien

Originaltitel Nightworld
Jahr 2017
Land USA, Bulgarien
Genre Horror
Regisseur Patricio Valladeres
Cast Brett Anderson: Jason London
Jacob: Robert Englund
Martin: Gianni Capaldi
Zara: Lorina Kamburova
Laufzeit  92 Minuten
FSK

Regisseur Patricio Valladares versteht es, über die erste Hälfte hinweg gekonnt Spannung aufzubauen. Dazu trägt ein Kamerasystem bei, über dessen Aufnahmen immer wieder geheimnisvolle Schatten huschen. Hinzu kommen Visagen in Fenstern und obendrein verhalten sich Bretts Vorgesetzte mehr als nur seltsam. Als er die Barista Zara (Lorina Kamburova) kennenlernt, die ihm erzählt, dass sie noch nie einen Bewohner des Hauses angetroffen habe, wird Brett endgültig stutzig. Bis hierhin gelingt der Regie ein atmosphärischer Einstieg in die Geschichte. Dazu kommen (Alp-)Traumsequenzen, die in ihrer Darstellung an H.P. Lovecraft erinnern, Jasons neues Zuhause noch ungemütlicher machen und schmerzhafte Erinnerungen an die verstorbene Ehefrau hervorrufen. Die Grundvoraussetzung für eine unbequeme Ausgangssituation der Hauptfigur sind also vorhanden.

Bloß nicht diese Türe öffnen…

Wie in so vielen Horrorfilmen ist die Auflösung eines Rätsels maßgeblich entscheidend darüber, ob die Spannung weiterhin gehalten werden kann oder vollständig verpufft. In Open the Door dreht sich alles um jene Kellertüre, die nicht geöffnet werden möchte. Dass genau diese nicht bis zum Ende des Films verschlossen bleiben wird, liegt auf der Hand. Doch was sich dahinter verbirgt, ist so unspektakulär, dass die bis dahin durchaus gelungene Atmosphäre komplett erlöscht. Das gelingt etwa Insidious: The Last Key besser, in dem es ebenfalls um das Geheimnis hinter einer Türe geht. Nur mit dem Unterschied, dass der Film auch im Anschluss noch weitere Ideen mitbringt, im Gegensatz zu Open the Door.

Low Budget-Produktion vor und hinter der Türe

Bereits ab der Mitte des Films drückt sich eine alles andere als glaubhafte Romanze regelrecht auf. Natürlich entwickelt sich zwischen Brett und Zara eine Affäre. Irgendwo im Off verlieben sich die beiden nach einer intimen Szene und beim nächsten Aufeinandertreffen hat Zara bereits Zweifel, ob Brett Schluss machen wolle. Spätestens an der Stelle wird klar, dass Zara auch nur Mittel zum Zweck ist, um für das Ende noch einen Twist in der Tasche zu haben.  Auch Robert Englund als B-Movie-Veteran kann schlussendlich nichts mehr retten. Seine blinde Figur ist eingeschränkt und seine Anwesenheit ist damit bereits der Höhepunkt des Films. In Bulgarien produzierte Horrorfilme deuten meist auf ein geringes Budget hin. Da stellt auch Open the Door keine Ausnahme, dem man an den drögen Kulissen und den spärlichen Effekten sofort ansieht, dass es sich um Fließbandware handelt.

Patricio Valladares ist kein Meister darin, Großes zu erzählen oder zumindest Kleines wirkungsvoll in Szene zu setzen. Open the Door bietet nach seinem gelungenen Einstieg keinerlei Höhepunkte mehr und versagt auf der Zielgeraden endgültig. Der finale Twist entpuppt sich als verkorkst und die schnöden Schauplätze wollen keine Stimmung aufkommen lassen. Weder das entsättigte Bild noch der kauzige Robert Englund können hieran etwas retten, sodass der Film beispielhaft für eine ideenlose Sparproduktion ist.

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Ayres

Ayres ist seit 2002 im Community Management tätig, seit einer Weile sogar beruflich. Er ist ein richtiger Horror- & Mystery-Junkie, liebt gute Point’n’Click-Adventures und ist Fighting Games nie abgeneigt. Besonders spannend findet er Psychologie, deshalb werden in seinem Wohnzimmer regelmäßig "Die Werwölfe von Düsterwald"-Abende veranstaltet. Sein teuerstes Hobby ist das Sammeln von Steelbooks. In seinem Besitz befinden sich mehr als 100 Blu-Ray Steelbooks aus aller Welt.

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