Im Dutzend billiger

Lesezeit: 7 Minuten

Lebensmittel fliegen durch die Luft, Unterhosen werden in Hackfleisch mariniert und eine freigelassene Schlange mischt eine Gartenparty auf. Das hört sich schon sehr merkwürdig an, doch wie chaotisch das in Wirklichkeit ist, zeigen uns Steve Martin (Vater der Braut) und Bonnie Hunt (Eine Familie namens Beethoven) im Film Im Dutzend billiger. Ja richtig gehört, es handelt sich um eine Familie mit zwölf Kindern. Wow! Im Dutzend billiger ist eine US-amerikanische Filmkomödie aus dem Jahr 2003. Bereits 1950 entstand ein gleichnamiger Film unter der Regie von Walter Lang (Die kleine Prinzessin). Bei diesem handelt es sich um die Umsetzung der Biographie von Frank Bunker Gilbreth Jr., seiner Frau und ihrer zwölf Sprösslinge. Shawn Levy (Nachts im Museum) hält sich in seinem Film allerdings nur vage an das Buch von 1948 und hat die Geschichte der heutigen Zeit angepasst.

Tom Baker (Steve Martin) und seine Frau Kate (Bonnie Hunt) sind seit 23 Jahren glücklich verheiratet. Sie haben sich eine große Familie gewünscht und genau das mit zwölf Kindern bekommen. Dies bedeutet immer Trubel im Haus. Nie ist es still und die Organisation ist das Wichtigste. Sie führen ein schönes und glückliches Leben bis das Familienoberhaupt ein Jobangebot bekommt, das er nicht ablehnen kann. Als Football-Coach soll er das Team der Chicago Stallions trainieren. Das bedeutet, dass die Familie vom Land in die Großstadt ziehen wird. Die fünf Mädchen und sieben Jungs sind alles andere als begeistert. Dazu kommt, dass Kate, die gerade ihr erstes Buch geschrieben hat (es handelt sich um die Familiengeschichte) in New York auf Promo-Tour gehen soll. Das heißt, dass Tom für zwei Wochen mit einem Dutzend Kinder alleine ist und zudem seinen Job meistern muss. Er hält das für kein Problem, allerdings merkt er sehr schnell, dass er sich geirrt hat. Konflikte sind vorprogrammiert: in der Familie bricht das Chaos aus und Toms neuer Boss ist wenig beeindruckt von den Ergebnissen, die das Football-Team bringt. Wie schafft man es, Job und Großfamilie unter einen Hut zu bekommen, ohne dass alles in die Brüche geht?

Das tägliche Durcheinander

Tom und Kate sind stolze Eltern sehr spezieller Kindern: ein Musiker, der kleine Naturwissenschaftler mit seinem Frosch „Bohne“, die modebewusste Zicke, die Chaos-Zwillinge und eine durchtriebene Göre. Und das sind nur ein paar der Nachkommen. Es existiert ein straffes Konzept im Haushalt, um das Essen, die Reihenfolge im Bad und vieles andere zu koordinieren beziehungsweise einzuhalten. Wenn man sieht, wie die ganze Rasselbande am Morgen in der Küche sitzt und wie am Fließband Pausenbrote schmiert, ist das sehr humorvoll. Leider gibt es von solchen Szenen eher wenige. Eine sehr lustige ist aber, als der Frosch „Bohne“ auf dem Esstisch im Rührei badet und alles durch die Gegend fliegt. Die Familienidylle gerät schnell aus den Fugen und dementsprechend geht einiges schief. Besonders natürlich, als die Mutter für mehrere Wochen abwesend und der Vater auf sich allein gestellt ist. Durch so viele Charaktere ist es schwer, jeden wirklich gut vorzustellen. Ein paar der Kinder lernt man sehr genau kennen, von anderen kann man sich als Zuschauer nicht auf Anhieb den Namen merken, da sie nur kleinere Rollen spielen. Allerdings verwechselt auch der Dompteur der Rasselbande vor lauter Gewusel im Haus die Namen seiner Abkömmlinge.

Verrückter geht’s immer

Originaltitel Cheaper by the Dozen
Jahr 2003
Land USA
Genre Comedy, Familie
Regisseur Shawn Levy
Cast Tom Baker: Steve Martin
Kate Baker: Bonnie Hunt
Nora Baker: Piper Perabo
Charlie Baker: Tom Welling
Lorraine Baker: Hillary Duff
Henry Baker: Kevin Schmidt
Sarah Baker: Alyson Stoner
Jake Baker: Jacob Smith
Mark Baker: Forrest Landis
Hank: Ashton Kutcher
Laufzeit 95 Minuten
FSK

Für die Lacher sorgen neben Steve Martin vor allem die Kinder. Wobei man sagen kann, dass die jüngeren die mit den verrücktesten Ideen sind, bei denen man zum Teil den Kopf schütteln muss. An erster Stelle steht hier der Versuch der kleinen Quälgeister Hank (Ashton Kutcher, Two and a Half Men), den Freund ihrer größten Schwester Nora (Piper Perabo, Coyote Ugly) loszuwerden. Dabei sind sie sehr kreativ und man fragt sich, wie man solche Ideen haben kann. Sarah Baker (Alyson Stoner, Camp Rock) ist hier die Drahtzieherin. Sie ist durchtrieben, was allen bekannt ist. Wer wissen will was passiert, wenn eine Unterhose in Hackfleisch eingelegt wird und ein Hund ins Spiel kommt, für den lohnt es sich, diesen Film anzusehen.

Keine strengen Regeln

Alle haben Freiheiten und so ist den kleinen in ihren vier Wänden vieles erlaubt. Sie fahren mit Rollschuhen durch das Haus, spielen drinnen Hockey oder werfen Dartpfeile umher. Dabei geht einiges zu Bruch und es kommt auch mal zu Verletzungen. Dass dies alles für die Nachbarsfamilien auf den ersten Blick sehr verstörend wirkt, ist nachvollziehbar. Die Kids haben einen großen Garten, der vor Spielzeug nur so strotzt und das Lieblingsspiel aller nennt sich Apfelmus. Dafür braucht man nur Äpfel und einen Tennisschläger. Gestritten wird natürlich unter allen sehr viel, da sie grundverschieden sind. Wenn sie etwas erreichen wollen, ziehen sie aber alle an einem Strang und halten zusammen. Im Prinzip sind die meiste Zeit nur elf Kinder im Haus, da die älteste Tochter Nora bereits ausgezogen ist und mit ihrem sehr seltsamen Freund Hank zusammenlebt. Als Tom Baker Hilfe braucht und nicht mehr mit den anderen klar kommt, bittet er sie um Hilfe.

Streitereien und Zusammenhalt

Von der ganzen Rasselbande ist Mark (Forrest Landis, Flightplan – Ohne jede Spur) ein Charakter, der durch seine ruhige Art hervorsticht. Er steht auch ein bisschen im Mittelpunkt, weil er von den anderen ständig geärgert und teilweise ein bisschen ausgegrenzt wird. Sie nennen ihn immer FedEx, weil er ihrer Meinung nach nicht zu ihnen passt und angeblich hat der Postbote Mark vorbei gebracht und abgeliefert. Dass ihn das sehr mitnimmt und er sich verkriecht, ist verständlich. Natürlich kommt es auch zwischen Geschwistern zu Streitereien, aber dass sich die jüngeren alle gegen ihn verbünden und selbst die ältesten und vor allem die Eltern nichts machen, ist keine schöne Sache. Es muss erst etwas passieren, bevor allen ein Licht aufgeht. Die Moral von der Geschichte ist natürlich ebenso familienfreundlich wie der ganze Film. Das emotionale Chaos endet in der Erkenntnis, dass es zu Hause doch am schönsten ist.

Nominierungen und Auszeichnungen

Die Neuverfilmung war vor allem in Amerika sehr erfolgreich, sodass 2005 eine Fortsetzung mit dem Titel Im Dutzend billiger 2 – Zwei Väter drehen durch gedreht wurde. In Europa brachte der Film allerdings keine guten Einspielergebnisse hervor. Im Dutzend billiger wurde trotzdem 2004 für mehrere Auszeichnungen nominiert. Während Ashton Kutcher für die Goldene Himbeere in der Kategorie „Schlechtester Schauspieler“ vorgeschlagen wurde, erhielten andere wiederum den Young Artist Award. Zum einen der neunjährige Forrest Landis für die „Beste Darstellung eines Teenagers“. Und schließlich der ganze Nachwuchs gemeinsam als „Beste Gruppe von Teenagern oder Kindern.“

Es handelt sich für mich um einen schönen Film zum Entspannen mit vielen Szenen und vor allem Darstellern die zum Schmunzeln einladen. Bei den Eltern merkt man sehr deutlich, wie anspruchsvoll eine Großfamilie ist. Sie bekommen ihre Aufgaben zwar gut hin aber teilweise geht es an die Substanz und sie sind froh, auch einmal unter sich zu sein. Und das gönne ich ihnen auch. Die Kinder werden teilweise leider nicht gut eingegliedert, sprich: als Zuschauer lernt man manche gar nicht wirklich kennen. Dies führt bei mir zum Beispiel dazu, dass ich mir die Namen von einigen nicht merken kann und nicht viel über sie weiß. Witzigerweise bringt auch Papa Tom die Namen durcheinander. Wen ich gar nicht leiden mag, ist Lorraine Baker (Hilary Duff, Lizzie McGuire). Sie ist das typische modebewusste, zickige Mädchen, das am liebsten den ganzen Tag vor dem Spiegel im Bad verbringen würde. Mein Lieblingsknirps ist und bleibt Mark. Er tut mir von Anfang an leid, weil er eben gehänselt und geärgert wird. Das nicht nur zu Hause sondern auch in der Schule. Hier wundert mich nur, dass die Eltern nichts sagen, denn sie kriegen das schon mit. Aber selbst sie ignorieren ihn teilweise. Von dem ganzen Dutzend ist mir Mark einfach ans Herz gewachsen- Vor allem gegen Ende der Geschichte steht er sehr im Mittelpunkt. Die Botschaft die der Film übermittelt ist für mich vor allem eines: Familie ist das Wichtigste und zu Hause ist es am schönsten. Das kommt gegen Ende auch sehr deutlich herüber und nur zwischendurch gerät das etwas in Vergessenheit. Es gibt einige Comedy-Szenen, bei manchen hab ich aber nur den Kopf geschüttelt mit dem Gedanken, wie man auf so einen Blödsinn bloß kommen kann. Zum Lachen bleibt aber trotzdem etwas. Für mich auf jeden Fall ein Familienfilm, der aber hinsichtlich seiner Charakterbeschreibung  gerne noch ein bisschen länger und auch ausführlicher hätte sein können.

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