House on Haunted Hill

Lesezeit: 4 Minuten

Die 90er feierten die kommerzielle Wiederentdeckung des Horrorfilms. Der erste Film des 1999 gegründeten Dark-Castle-Studios wurde von den Kritikern zerrissen, von den Kinozuschauern gefeiert und zählte zu den erfolgreichsten Horrorfilmen kurz vor der Jahrtausendwende. Das Remake von Das Haus auf dem Geisterhügel erschien genau 40 Jahre nach dessen Veröffentlichung 1959 und hatte mit seinem namhaften Cast ein Ass im Ärmel. Horror-Fans wissen: Wann immer in einem Film Marylin Mansons “Sweet Dreams” erklingt, kann das nur einer sein: Der Halloween-Hit von 1999, House on Haunted Hill.

  

Der schräge Steven Price wurde mit dem Vergnügungspark “Terror Incognita” mit besonderen Achterbahnen und Attraktionen, die ihre Besucher in Todesangst versetzen, reich. Am Geburtstag seiner Gattin Evelyn, mit der er eine Hassliebe teilt, erreicht sein makabrer Humor seinen bisherigen Höhepunkt. Er verschickt Einladungen an eine Gruppe sich fremder Menschen in eine ehemalige Irrenanstalt. Dort wurden Patienten 60 Jahre zuvor gefoltert und zu medizinischen Zwecken missbraucht. Die Patienten sorgten für einen Aufstand und töteten dabei jeden, der ihnen in den Weg kommt. Nur fünf Mitarbeiter blieben am Leben. Zunächst wundert sich die Gruppe über die unverhoffte Einladung, doch Prices Angebot ist verlockend: Wer die Nacht in dem alten Haus überlebt, wird mit einer Milion Dollar beschenkt…

Unbekannter Regisseur, namhafter Cast

Originaltitel Haunted Hill
Jahr 1999
Land USA
Genre Horror, Thriller
Regisseur William Malone
Cast Steven H. Price: Geoffrey Rush
Evelyn Stockard-Price: Famke Janssen
Eddie Baker: Taye Diggs
Donald W. Blackburn, M.D.: Peter Gallagher
Watson Pritchett: Chris Kattan
Sara Wolfe: Ali Larter
Melissa Margaret Marr: Bridgette Wilson
Laufzeit 89 Minuten
FSK

Ursprünglich als “Haunted Hill” in die Kinos gekommen, erschien der Film bei seiner Heimvideo-Auswertung unter dem Titel House on Haunted Hill. Die Neuerzählung des Stoffes wiederholt seine eigene Vorlage und ist natürlich mit zeitgemäßeren Effekten versehen worden. Mehr Budget sorgt für stärkere Effekte und das wiederum für mehr Überzeugungsarbeit beim Zuschauer. Auch der Blick auf die Castliste liest sich vielversprechend: Oscarpreisträger Geoffrey Rush (Fluch der Karibik), Famke Janssen (X-Men), Ali Larter (Final Destination) und Taye Diggs (The Way of the Gun). Der Regisseur William Malone (Geschichten aus der Gruft) dagegen war und blieb ein unbeschriebenes Blatt, der mit Hause on Haunted Hill seinen größten Erfolg feierte. Inhaltlich folgt mit der Figur des Steven Price eine Verneigung vor Vincent Price, dem Hauptdarsteller aus Das Haus auf dem Geisterhügel. Die Figur ist in Sachen Mimik und Optik stark an das Original angelehnt, stilecht mit Bärtchen und Zirkusdirektor-Attitüde. Akzente setzen kann sonst nur noch Famke Janssens Evelyn Stockard-Price, deren verspielt-kalkulierte Verführung zeitweise ein starkes Pendant bietet. Darüber hinaus sticht noch Ali Larters Sara hervor, die eine Überraschung mitbringt. Der Rest der Gruppe ist relativ austauschbar.

Spannungsarme Geisterbahnfahrt

Während das erste Drittel dank seiner offenen Fragen (wieso sind gerade diese fünf eingeladen?) und der besonderen Kulisse (abgeriegelte Villa) überzeugt, fällt die Handlung beginnend mit dem ersten Toten auf das Niveau eines konturlosen Popcornfilms. Einzelschicksale interessieren ebenso wenig wie die geisterhaften Erschreckungen, die zwar gelungen aussehen für ihre Zeit, jedoch wenig Spannung zulassen. Ebenso wenig punktet die große Enthüllung, dass es sich bei den fünf Gästen um die Nachfahren der überlebenden Mitarbeiter handelt. Man kann sich bereits an der Anzahl der Personen zusammenreimen, welcher Zusammenhang hier bestehen mag.  Für das Ende hat das Drehbuch noch einen Kniff parat, um sich zu erklären, was gleichzeitig weitere Luft aus dem Resultat nimmt: Sara ist tatsächlich keine Nachfahrin, sondern hat sich mit der Einladung ihrer Ex-Chefin, der eigentlichen Nachfahrin, eingeschlichen, um sich an dieser zu rächen, während Eddie Baker kein leiblicher Nachfahre ist, da er adoptiert wurde. Somit stand also von vornherein außer Frage, dass die beiden nicht überleben würden.  Auch der Versuch, die Geschichte mit Krimi-Elementen aufzuladen, will nicht fruchten. Immerhin machen die Splattereffekte für ihre FSK16-Freigabe etwas her.

House on Haunted Hill besitzt nicht die Vorzüge seines Vorgängers, der zum Miträtseln einlädt und der mit Spannung aufwartet. Stattdessen ist dieser Retortenfilm eine mutlose Geistererzählung, die in kräftezehrenden Hokuspokus ausartet. Dabei stimmen die Voraussetzungen: Sets, handgemachte Effekte, Kamera-Arbeit und Geister können sich sehen lassen. Auch positiv hervorzuheben ist Geoffrey Rush, der den exzentrischen und makaberen Steven Price wunderbar verkörpert. Nur das Drehbuch verschenkt viele Momente und ausgerechnet ein Comic Relief-Charakter sorgt für unpassenden Slapstick. Somit ist das House on Haunted Hill wohl ein todsicherer Kandidat für ein weiteres Remake in ferner Zukunft.

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Ayres

Ayres ist seit 2002 im Community Management tätig, seit einer Weile sogar beruflich. Er ist ein richtiger Horror- & Mystery-Junkie, liebt gute Point’n’Click-Adventures und ist Fighting Games nie abgeneigt. Besonders spannend findet er Psychologie, deshalb werden in seinem Wohnzimmer regelmäßig "Die Werwölfe von Düsterwald"-Abende veranstaltet. Sein teuerstes Hobby ist das Sammeln von Steelbooks. In seinem Besitz befinden sich mehr als 100 Blu-Ray Steelbooks aus aller Welt.

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