Downrange – Die Zielscheibe bist du!

Lesezeit: 4 Minuten

Erfahrene Filmseher wissen: Wenn Ryuhei Kitamura (Midnight Meat Train) irgendwo aufgelistet ist, wird es alles andere als zimperlich zugehen. In seinem dritten US-Film geht es ungezügelt weiter: Der Regisseur platziert in Downrange – Die Zielscheibe bist du! eine Gruppe an einem überschaubaren Platz und lässt die gesamte Handlung auf genau diesem Fleck abspielen. Das bedeutet knallige Action auf kleinstem Raume! Seine Deutschland-Premiere feierte der Titel auf den Fantasy Filmfest  Nights 2018 und gelangt über Splendid Film am 25. Mai 2018 in den deutschen Handel.

    

Eine offene Landstraße in Kalifornien. Sechs junge Menschen stehen um ein Auto, dessen geplatzter Reifen die Reise ungebeten unterbrochen hat. Weit und breit sind keine vorbeifahrenden Autos, geschweige denn eine Tankstelle in Sicht und auch der Smartphone-Empfang ist gleich null. Als Sara nach dem Fahrer Jeff sehen will, liegt dieser mit einem Loch im Kopf auf der Straße. Die Fahrgemeinschaft muss feststellen, dass sie nicht alleine ist: Irgendwo lauert ein Scharfschütze, der es auf die Gruppe abgesehen hat. Die Verbliebenen versuchen sich hinter dem Auto zu verstecken, doch die bratende Sonne und die Hartnäckigkeit des Schützen zehren an ihren Nerven…

Die Situation: Ausweglos

Originaltitel Downrange
Jahr 2018
Land USA
Genre Action, Gore
Regisseur Ryuhei Kitamura
Cast Jodi: Kelly Connaire
Keren: Stephanie Pearson
Todd: Rod Hernandez
Eric: Anthony Kirlew
Sara: Alexa Yeames
Jeff: Jason Tobias
Laufzeit 90 Minuten
FSK

Aus seiner minimalistischen Grundidee weiß Kitamura eine Menge herauszuholen: Ein Fleckchen mitten in der Pampa, zwei Parteien mit Ungleichverteilung an Möglichkeiten und vielen kleinen Ideen, mit denen aus der Not eine Tugend gemacht werden können. Die Ausgangssituation der Gruppe ist alles andere als rosig, denn Hitze, Trockenheit, Verletzungen und vor allem die Aussicht auf eine nahende Rettung, lassen die Lage ausweglos erscheinen. Um die Terrorsuppe noch weiter zu köcheln, kommt auch noch die Natur zum Einsatz, die das Leben der Gruppe schwer macht. Jenem Fundament entspringt die Spannung, die hier aus allen Poren trieft: Wie kann das nur überlebt werden? Ist der Schütze überhaupt menschlich? Was treibt ihn? Drei Grundfragen, an denen der Zuschauer bis zum Ende zu knabbern hat. Denn zu Beginn lässt sich noch nicht erahnen, welche Geschütze sowohl der Scharfschütze als auch Kitamura auffahren werden.

Gore-Fest

Kitamura inszeniert einen sadistischen Gore-Flick: In Nahaufnahme werden Körperteile in aller Genüsslichkeit quer über der Fahrbahn verteilt. Details werden nicht ausgespart und die Figuren sind zwar nicht unangenehm, aber auch weit von Sympathieträgern entfernt, sodass sich das Publikum durchaus an deren Einzelschicksalen ergötzen kann. Somit wird sich mancher Zuschauer auch durchaus mit Freuden auf der Seite des zunächst anonymen Killers befinden. Insbesondere der Raum des Schauplatzes wird dabei vorzüglich genutzt: Das Auto als zentraler Punkt ermöglicht wenig Handlungsspielraum und ein Annähern des Schützen ist zwecklos. Das nutzt Kitamura für allerlei Kamerasperenzchen, die den Zuschauer erfassen lassen, wie die Lage auf dem Kampfplatz aktuell ist. Während die erste Hälfte noch viele Unbekannten bietet, wird es in der zweiten Spielzeit merkbar actionlastiger, sodass auch Freunde von Explosionen und krachenden Stunts auf ihre Kosten kommen. Dass seine Geschichte schnell heruntererzählt ist und keine inhaltlichen Sensationen bietet, kompensiert Kitamura dafür mit einem augenzwinkernden Finale.

Ultrabrutal und erbarmungslos: Downrange – Die Zielscheibe bist du! kennt keine Gnade und jagt den Zuschauer gemeinsam mit den Protagonisten durch die knallige Sonne Kaliforniens. Um daraus Freude zu ziehen, ist eine Blutrausch-Akzeptanz zwingende Voraussetzung. Neben der hochspannenden Inszenierung und der strategisch cleveren Ausnutzung des Settings, bekommt man die volle Dosis Adrenalin geboten. Nur eine originelle Geschichte wird hier nicht erzählt. Schließlich ist die Ausgangslage ein einziger Vorwand, um alles zu zerstören, was in irgendeiner Weise zuckt.

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Ayres

Ayres ist seit 2002 im Community Management tätig, seit einer Weile sogar beruflich. Er ist ein richtiger Horror- & Mystery-Junkie, liebt gute Point’n’Click-Adventures und ist Fighting Games nie abgeneigt. Besonders spannend findet er Psychologie, deshalb werden in seinem Wohnzimmer regelmäßig "Die Werwölfe von Düsterwald"-Abende veranstaltet. Sein teuerstes Hobby ist das Sammeln von Steelbooks. In seinem Besitz befinden sich mehr als 100 Blu-Ray Steelbooks aus aller Welt.

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