Detention – Nachsitzen kann tödlich sein

Lesezeit: 4 Minuten

Die 90er sind die neuen 80er! Wer die Trends der letzten Jahre verfolgt hat, wird attestieren können, dass die 90er weniger zeitlos sind als man zunächst annahm. Geht es nach Regisseur Joseph Kahn (Torque), war 1992 das bahnbrechendste aller Jahre. In jenes führt sein Zeitreise-Film Detention – Nachsitzen kann tödlich sein, der sich mit zunehmender Laufzeit als Gag-Stakkato entpuppt, das dem Zuschauer kaum Zeit zum Atmen lässt. Denn wie das eben mit Grenzen so ist, müssen diese gebrochen werden. Egal, ob es um den guten Geschmack oder andere filmische Konventionen geht.

    

In der in Grizzly Lake angesiedelten Grizzlywood Highschool dreht sich alles um die bevorstehende Prom Night. Nur nicht bei der Teen Queen Taylor Fisher (Alison Woods, Superhero Movie). Diese fiel nämlich soeben der Killerin Cinderhella zum Opfer, welche auch die Kinokassen aktuell zum Klingeln bringt. Derweil mausert sich Riley Jones (Shanley Caswell, Conuring – Die Heimsuchung zum Gespött der Schule. Sie hat sich außerdem ausgerechnet in den beliebtesten Schüler der Stufe verknallt, Clapton Davis (Josh Hutcherson, Die Tribute von Panem – The Hunger Games), welcher allerdings lieber mit der Jahrgangszicke Ione (Spencer Locke, Insidious – The Last Key) abhängt. Und dann entpuppt sich das Schulmaskottchen, ein ausgestopfter Bär, auch noch als Zeitreisemaschine. Plötzlich ist die Welt, also eigentlich nur Grizzly Lake, in Gefahr – durch eine Bombe, die ein Schüler in der Vergangenheit gezündet hat. Doch bevor die patenten Schüler zur Rettung antreten können, sperrt sie der Direx zum Nachsitzen weg.

Originaltitel Detention
Jahr USA
Land 2011
Genre Komödie, Horror
Regisseur Joseph Kahn
Cast Riley Jones: Shanley Caswell
Clapton Davis: Josh Hutcherson
Ione Foster: Spencer Locke
Billy Nolan: Parker Bagley
Sander Sanderson: Aaron David Johnson
Elliott Fink: Walter Perez
Sloan: Erica Shaffer
Principal Verge: Dane Cook
Laufzeit 93 Minuten
FSK

Schnell, dynamisch und weit von Linearität entfernt

Was als klassischer Teenieslasher beginnt, offenbart früh seine Qualitäten als völlig groteske Parodie auf… alles. Detention – Nachsitzen kann tödlich sein schert sich nicht um so etwas wie einen roten Faden. Die Handlung ist in kleine Episoden unterteilt, welche sich teilweise auch um (vermeintliche) Nebenfiguren drehen. Das große Ganze ergibt sich erst zum Schluss. Immerhin will auch Platz für die zahlreichen popkulturellen Referenzen gefunden werden. Wir treffen den Flux-Kompensator wieder, beeinflussen das Raum-Zeit-Kontinuum, bekommen eine Dirty-Dancing-Einlage, Mutter und Tochter tauschen die Körper.  Dabei bildet das Herziehen über die Modesünden der 90er allerdings auch das größte emotionale Highlight. Denn die Figuren bleiben immer dem Zweck dienlich: unterhaltsam, aber ohne Tiefgang. Was nicht weiter stört, immerhin geht es um jene Oberflächlichkeiten. Die größte Moral, die Riley mitnimmt, ist schließlich auch maximal ein müdes Lächeln wert: Sei lieber ein Außenseiter als dich anzupassen.  Jene überstilisierten Teenagerklischees sorgen für Kurzweil, da sie clever in die Handlung eingeworfen werden.

Filmische Wundertüte mit hohem Einfallsreichtum

Gags werden hier aus allen Rohren gefeuert. Häufig auch über das Ziel hinaus. Dass am Ende alle losen Enden wieder aufgenommen und zu einem verknüpft werden, ist dem cleveren Drehbuch des Autorenduos Joseph Kahn und Mark Palermo zu verdanken. So ergibt nach und nach vieles einen Sinn, was zu Beginn noch nach völliger Willkür aussieht. Und wie war das mit dem Sarkasmus? Setzt immer Verständnis beim Empfänger voraus. Dieser Film ist schnell. Schlag auf Schlag. Schnelle Dialoge, schnelle Szenen, hohes Erzähltempo. Berieseln lassen ist hier nicht angesagt, denn manchmal springen die Dialoge von einem Oneliner zum nächsten. Genau das kann gleichzeitig zum Kritikpunkt werden. Denn sagt einem die Art der Gags nicht zu, entwickelt sich ganz schnell (geistiger) Leerlauf, welcher einem das Gefühl gibt, selbst nachsitzen zu müssen.

Fazit

Detention ist ein wahrer Partyspaß auf Meta-Ebene. Ob man mit den Antihelden sympathisieren kann, ist sicherlich eine reine Charakterfrage. Eine ernsthafte Auseinandersetzung mit den Besonderheiten der Jugendkultur, auf die hier in alle Richtungen geschossen wird, findet (selbstverständlich) nicht statt. Wirklich alles in diesem Film ist ein Klischee, ein Zitat oder Versatzstück der Popkultur. Und genau das macht Detention zu einem Spaßgaranten, der einem (auf welche Weise auch immer) in Erinnerung bleiben wird.

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Ayres

Ayres ist seit 2002 im Community Management tätig, seit einer Weile sogar beruflich. Er ist ein richtiger Horror- & Mystery-Junkie, liebt gute Point’n’Click-Adventures und ist Fighting Games nie abgeneigt. Besonders spannend findet er Psychologie, deshalb werden in seinem Wohnzimmer regelmäßig "Die Werwölfe von Düsterwald"-Abende veranstaltet. Sein teuerstes Hobby ist das Sammeln von Steelbooks. In seinem Besitz befinden sich mehr als 100 Blu-Ray Steelbooks aus aller Welt.

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