Der Hobbit: Eine unerwartete Reise

Nach dem großen Erfolg der Herr der Ringe-Trilogie kam mit Der Hobbit die nächste Buchverfilmung von J. R. R. Tolkien in die Kinos. In ebenfalls drei Teilen unter der Regie von Peter Jackson (King Kong) kehren die Zuschauer nach Mittelerde zurück. Statt Frodo Beutlin (Elijah Wood, The Last Witch Hunter) begleiten wir nun Bilbo Beutlin (Martin Freeman, Sherlock) auf der Reise. Der Hobbit erzählt die Vorgeschichte, dennoch werden hier Charaktere eingebaut, die Fans bereits bekannt sein werden, ebenso wie Anspielungen. Der Hobbit: Eine unerwartete Reise bildet den Auftakt, in dem Bilbo sich gemeinsam mit 13 Zwergen auf den Weg macht, um den Erebor, die Heimat der Zwerge, zurückzuerobern.

      

Bilbo Beutlin führt ein ruhiges und gemütliches Leben, genießt es, mit seiner Pfeife an der frischen Luft zu sitzen und hasst Überraschungen. Eines Tages bekommt er Besuch vom Zauberer Gandalf (Ian McKellen, X-Men) und kurz darauf fällt eine Horde Zwerge bei ihm ein. Unter ihrem Anführer Thorin Eichenschild (Richard Armitage, BBC-Serie Robin Hood) planen sie eine Mission, an der Bilbo ebenfalls teilnehmen soll. Am nächsten Tag brechen sie auf mit dem Ziel Erebor – die Heimat der Zwerge, aus der sie vom Drachen Smaug vertrieben wurden. Mit Hilfe des Meisterdiebes Bilbo wollen die Zwerge ihr zu Hause zurückerobern. Eine unerwartete Reise beginnt…

„In einem Loch im Boden, da lebte ein Hobbit …“

Der Hobbit: Eine unerwartete Reise startet mit einer Erzählung aus der Vergangenheit, wie der Drache Smaug den Erebor angreift und die Zwerge aus ihrer Heimat vertrieben werden. Bereits bei den ersten Tönen der Filmmusik fühlt man sich als Kenner der anderen Filme ins Auenland zurück versetzt. Der Beginn bringt sehr schöne Erinnerungen an den ersten Teil der Ringe-Trilogie Die Gefährten zurück. Der 111. Geburtstag von Bilbo Beutlin (Ian Holm, The Day After Tomorrow) steht kurz bevor und Frodo macht sich auf den Weg, um Gandalf zu überraschen. Danach folgt der Rückblick, Bilbo schwelgt in Erinnerungen und findet sich in einer Zeit wieder, als er Gandalf noch nicht kannte und ein ruhiges Leben führte. Als die Zwerge in seine Höhle einfallen, kann er einem schon leid tun, denn er hat keine Ahnung, was vor sich geht. Sein zu Hause wird ganz schön über den Haufen geworfen und ausgeräumt. Von Gandalf erfährt er, was der Grund des Treffens ist und warum er als 14. Mitglied der Gruppe beitreten soll. Smaug, der Drache, kann Zwerge riechen und hat eine starke Vorliebe für Edelsteine und Gold, den Geruch eines Hobbits erkennt er allerdings nicht. So erhoffen sie mit Hilfe des Meisterdiebes Bilbo Beutlin ihre Heimat, die von Smaug besetzt wird, zurückzuerobern. Viele Gefahren bringt die Reise mit sich: Steinriesen, Orks die sie verfolgen, Trolle und eine Begegnung mit Gollum, bei der Bilbo etwas sehr Bedeutendes beim Rätselraten gewinnt.

Änderungen zum Buch

Im Vergleich zu dem 1937 erschienenen Roman von J. R. R. Tolkien wurde einiges im Film verändert und hinzugefügt. So wurden zum Beispiel die Charaktere Saruman (Christopher Lee, Star Wars: Episode II – Angriff der Klonkrieger) und Galadriel (Cate Blanchett, Robin Hood) in Bruchtal gezeigt. Im Buch hingegen tauchen sie nicht auf, allerdings gibt es durch Galadriel einen weiblichen Charakter, der eine starke Rolle spielt. Des Weiteren verbringen die Zwerge eine längere Zeit in Bruchtal, um sich zu erholen und verlassen den Ort auf ihren Ponys. Im Film schleichen sie sich heimlich davon. Die Stimmung zwischen Elben und Zwergen wirkt sehr angespannt, was im Roman nicht vorkommt. Der Zauberer Radagast (Sylvester McCoy, The Academy) hat in der Vorlage keinen Auftritt, sondern wird nur erwähnt. Auch der Abschluss des Vertrages zwischen Bilbo, Gandalf und den Zwergen zeigt im Buch einen anderen Ablauf als in der Umsetzung. Allgemein wurde die Handlung im Vergleich zum Roman sehr ausgebaut und inhaltlich gestreckt, damit sie eben über drei Filme wirken kann.

Alte Bekannte und Neue Helden

Viele bekannte Gesichter aus der Herr der Ringe-Trilogie finden sich in diesem Prequel wieder. So bereits zu Beginn Ian Holm, der Bilbo zum Leben erweckt und Elijah Wood als Frodo Beutlin. Bei ihm sieht man, dass Elijah Wood älter geworden ist, was hingegen bei Ian Holm und Ian McKellen alias Gandalf weniger auffällt. Außerdem spielen die Elben Galadriel und Elrond (Hugo Weaving, Cloud Atlas) im ersten Teil der Hobbit-Trilogie mit, genauso wie Saruman und Andy Serkis (Planet der Affen: Prevolution) in der Rolle des Gollum. Neben diesen alten Bekannten gibt es viele neue Charaktere, ganz vorne natürlich Martin Freeman, der Bilbo Beutlin in jungen Jahren spielt. Für Peter Jackson war Martin Freeman perfekt für die Rolle, um ihn als Bilbo zu sehen verschob Jackson sogar einen Teil der Dreharbeiten, da Martin als Watson an der Seite von Sherlock Holmes (Benedict Cumberbatch) vor der Kamera stand. Die Rolle des Bilbo verkörpert er bereits am Anfang perfekt, als er versucht die Zwerge wieder loszuwerden. Genauso wie er mit sich selbst kämpft und dann entscheidet, auf die Reise zu gehen und den anderen mit dem Vertrag in der Hand hinterherrennt. Er hat gute Manieren und ist gewieft, gerade wie er sich die Rätsel bei der Begegnung mit Gollum ausdenkt und allgemein Ausreden findet.

13 Zwerge

Originaltitel The Hobbit: An Unexpected Journey
Jahr 2012
Land USA
Genre Fantasy, Abenteuer
Regisseur Peter Jackson
Cast Bilbo Beutlin: Martin Freeman
Gandalf: Ian McKellen
Thorin Eichenschild : Richard Armitage
Galadriel: Cate Blanchett
Elrond: Hugo Weaving
Saruman: Christopher Lee
Gollum: Andy Serkis
Bilbo Beutlin (alt): Ian Holm
Frodo Beutlin: Elijah Wood
Laufzeit 169 Minuten
FSK

Thorin Eichenschild, verkörpert von Richard Armitage, ist der Anführer der zwölf Zwerge, die eher von unbekannteren Darstellern gespielt werden. So die Brüder Balin (Ken Scott, Vor uns das Meer) und Dwalin (Graham McTavish, John Rambo), Bifur (William Kircher, Legend of the Seeker – Das Schwert der Wahrheit) mit seinen Vettern Bofur (James Nesbitt, Stan Lee’s Lucky Man) und Bombur (Stephen Hunter, Spirited). Zum Team gehören noch die Brüder Kili (Aidan Turner, Chroniken der Unterwelt – City of Bones) und Fili (Dean O’Gorman, McLeods Töchter) sowie Nori (Jed Brophy, District 9) mit seinen Verwandten Ori (Adam Brown, Pirates of the Caribbean: Salazars Rache) und Dori (Mark Hadlow, King Kong). Zum Team gehören außerdem noch die Brüder Oin (John Callen, Love Birds – Ente gut, alles gut!) und Gloin (Peter Hambleton, Paradise Cafe). Alle Zwerge werden glaubhaft umgesetzt (vor allem Thorin) und haben ihre individuellen Eigenheiten. Thorin ist der eher ernstere, hat auch eine Arroganz an sich und wirkt auf den ersten Blick unfreundlich. Dass er viel durchgemacht hat merkt man, ebenfalls an den älteren, wie zum Beispiel Balin. Witz und Charme strahlen sie zum Teil aus und vor allem haben sie ihren Spaß beim Singen und Essen.

Dreharbeiten

Ursprünglich war vorgesehen, das Buch Der Hobbit unter der Regie von Guillermo del Toro (Pans Labyrinth) und Peter Jackson als Produzent in zwei Teilen zu verfilmen. Peter Jackson entschied sich gegen den Posten als Regisseur, da er nicht mit seinen zuvor gedrehten Filmen konkurrieren wollte. Rechtsstreitigkeiten und finanzielle Probleme sorgten für Verzögerungen der Dreharbeiten, aufgrund der vielen Verschiebungen entschied sich Del Toro gegen das Projekt und zog sich zurück. 2011 begannen die Aufnahmen in Wellinton (Neuseeland) schließlich unter der Regie von Peter Jackson. Musik spielt eine bedeutende Rolle im Film, schon bereits beim ersten Zusammentreffen von Bilbo und den Zwergen wird gesungen. Für Gänsehaut sorgt das Lied „Misty Mountains“ am Kamin, als Thorin seine Stimme erhebt und alle einsteigen, ebenfalls gesungen wird von den Zwergen in Bruchtal und bei den Trollen. Wie zuvor bei den Herr der Ringe-Verfilmungen wurde die Filmmusik von Howard Shore komponiert.

Zusatzinformationen und Bonusmaterial

Neben einer normalen Version des Filmes wurde ein Extended Cut veröffentlicht. Durch viele zusätzliche Szenen verlängert sich die Spielzeit um ca. 13 Minuten. Zudem beinhaltet die Version zwei Discs mit Bonusmaterial, die über neun Stunden Zusatzinformationen bieten. Der Film wurde für drei Oscars nominiert, in den Kategorien „Bestes Make-up und Beste Frisuren“, „Beste visuelle Effekte“ und „Bestes Szenenbild“. Zudem avancierte der Film 2012 hinter Marvel’s The Avengers, James Bond 007: Skyfall und The Dark Knight Rises zum vierterfolgreichsten Film. 2013 erschien der zweite Teil Der Hobbit: Smaugs Einöde, den Abschluss bildete 2014 Der Hobbit: Die Schlacht der Fünf Heere.

Nachdem ich den Extended Cut des Filmes gesehen habe, möchte ich nie wieder die normale Version sehen, denn es fehlt einfach etwas. Mir gefällt der Film wahnsinnig gut , was zum Großteil an Martin Freeman liegt. Ich liebe ihn als Watson an der Seite von Sherlock und ich könnte mir keinen besseren in der Rolle des Bilbo vorstellen. Er zeigt so viele verschiedene Seiten von sich. Am Anfang fällt es schwer sich vorzustellen wie es funktionieren kann, dass er auf diese Reise geht. Er entwickelt sich aber so extrem weiter, auch durch die Hilfe von Gandalf und den Zwergen. Martin Freeman ist für mich persönlich wirklich der beste Schauspieler in diesem Film. Richard Armitage als Thorin hinterlässt einen positiven Eindruck: er wirkt sehr düster und man merkt, dass er zu Beginn nicht so viel von Bilbo hält und einfach nicht versteht, welchen Nutzen er haben soll. Das Ende ist dafür sehr schön, als er zu Bilbo sagt, dass er gedacht hätte, Bilbo wäre eine Last für sie und würde nie zu ihnen gehören, denn er hätte sich noch nie so getäuscht. Und dann nimmt er Bilbo in den Arm und bittet ihn um Verzeihung. Mein Highlight des Filmes.  Wie ich bemerkt habe, kenne ich ihn bereits aus der BBC-Serie Robin Hood als einen Charakter, den ich gar nicht mag. Ebenfalls klasse: Das Rätselraten von Gollum und Bilbo.  Als Kenner von Der Herr der Ringe weiß man, was die letzte Frage ist, die Bilbo stellt und dass er den Ring hat.  Für mich ist der Film, trotz den Änderungen im Vergleich zum Buch eine sehr gute Umsetzung, die einfach nur Spaß macht, bei der man lachen kann aber auch Gänsehaut bekommt.

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