Blood Quantum

Lesezeit: 3 Minuten

Wieder einmal (schon wieder?) bricht die Zombie-Apokalypse aus. Immun gegen das Virus sind im Falle von Blood Quantum die Angehörigen der kanadischen Mi’kmaq First Nation. Die nordamerikanisch-indigenisch geprägten Ureinwohner verteidigen in bester Land of the Dead-Manier ihr Reservat vor den hungrigen Wilden. Wie so oft ist die Gefahr aber längst unter den sich in Sicherheit wiegenden Bewohnern angelangt. Regisseur Jeff Barnaby (Rhymes for Young Ghouls) setzt seinen naturverbundenen Zombie-Horror in ungewohnter Umgebung in Szene.

Es beginnt mit ein paar Lachsen eines Anglers, die eben noch frisch ausgeweidet wurden und plötzlich wieder quicklebendig umherspringen. Als der jüngst erschossene Hund Sheriff Traylor (Michael Greyeyes) angreift, dämmert den Bewohnern allmählich, dass etwas nicht stimmt. Denn die Welt wird von einem Virus heimgesucht, der Tote wieder zum Leben erweckt. Ein halbes Jahr später hat sich eine Gruppe Überlebender in einem Reservat zurückgezogen. Darunter sind nicht nur Indianaer, sondern auch einige Menschen anderer Ethnizität. Dazu gehören auch Sheriff-Sohn Joseph (Forrest Goodluck) und seine schwangere Freundin Charlie (Olivia Scriven). Wird das Baby immun zur Welt kommen?

Die Bleichgesichter bringen den Tod

Originaltitel Blood Quantum
Jahr 2019
Land Kanada
Genre Horror, Action
Regie Jeff Barnaby
Cast Traylor: Michael Greyeyes
Joss: Elle-Máijá Tailfeathers
Joseph: Forrest Goodluck
Lysol: Kiowa Gordon
Charlie: Olivia Scriven
Laufzeit 96 Minuten

Das Zombie-Genre bietet Titel in Hülle und Fülle. Mittlerweile sollte für jeden Geschmack der richtige Zombie vorhanden sein und die stets variierenden Bedingungen, denen die Überlebenden ausgesetzt sind, sorgen mal für mehr, mal für weniger Biss. Zu Gute halten muss man Blood Quantum, dass sich das Indianerleben der 80er noch reichlich unverbraucht anfühlt und kein Szenario ist, dass schon Schauplatz vieler Zombieangriffe wurde. Weshalb gerade Indianer immun sind, ist auch schnell aufgeklärt: Die Hautfarbe macht es. Warum auch nicht, kann man mal machen. Wesentlich mehr wird aus diesem Ansatz aber nicht herausgeholt.

Setting hui, Durchführung pfui

In der zweiten Hälfte ziehen die Spannungs- und Geschwindigkeitsschrauben gehörig an. Das ist Voraussetzung für eine Steigerung gegenüber dem Reservatleben, im Falle Blood Quantum aber auch Verhängnis. Denn so richtig zündende Ideen existieren nicht, die Handlung verstolpert sich und und ehe man sich versieht, ist die Gruppe auch schon drastisch reduziert. Das bewegt sich zwar alles im Rahmen des Erwartbaren, doch so recht wollen sich die beiden Filmhälften nicht zusammenfügen. Der Bruch in der Mitte wirkt, als sei eben eine Serienfolge geendet und die nächste läuft direkt im Anschluss an. Weitere Ungereimtheiten ergeben sich durch die eingeschobenen animierten Szenen, aus denen nie klar ersichtlich wird, was sich der Regisseur hierbei wohl gedacht hat. Hinzu gesellen sich unnötig lange Monologe und gelegentliche Wackelkamerafahrten, die Blood Quantum einen Hauch von Willkür verpassen.

Fazit

Sieht man mal von der ungewöhnlichen Idee, dem hohen Naturbezug und den Indianern ab, verbirgt sich hinter Blood Quantum eine generische Zombie-Geschichte mit austauschbaren Protagonisten. Geschichten gewinnen nicht an Wichtigkeit oder gar Bedeutung, weil eine Schwangere einen möglichen Hoffnungsträger zur Welt bringen wird. Ohnehin wirkt die Flucht vor den Zombies eher zweitrangig, während das Familiendrama um zwei ungleiche Brüder zunehmend Zeit einnimmt. Doch um für deren Ambitionen und Schicksal wirkliches Interesse aufbringen zu können, fehlt es dann doch an so vielem. Der vergleichsweise hohe Gewaltanteil wird aber sicherlich seine Fans finden.

© Koch Films

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Ayres

Ayres ist seit 2002 im Community Management tätig, seit einer Weile sogar beruflich. Er ist ein richtiger Horror- & Mystery-Junkie, liebt gute Point’n’Click-Adventures und ist Fighting Games nie abgeneigt. Besonders spannend findet er Psychologie, deshalb werden in seinem Wohnzimmer regelmäßig "Die Werwölfe von Düsterwald"-Abende veranstaltet. Sein teuerstes Hobby ist das Sammeln von Steelbooks. In seinem Besitz befinden sich mehr als 100 Blu-Ray Steelbooks aus aller Welt.

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