Bad Samaritan – Im Visier des Killers

Lesezeit: 3 Minuten

Wie packend Einbruchsfilme mit intelligentem Hausbesitzer ausfallen können, stellte Fede Alvarez mit Don’t Breathe unter Beweis. In Bad Samaritan schlägt Dean Devlin einen ähnlichen Weg ein, nimmt dann aber eine andere Richtung. Zwar kommt es auch hier zu einem aufregenden Katz- und Mausspiel zwischen Einbrecher und Bewohner, allerdings findet das Geschehen zeitlich nicht an einem Stück statt und bleibt auch nicht auf einen Ort eingegrenzt. David “Doctor Who” Tennant in der Hauptrolle des Antagonisten erweist sich als ganz schön zäher Gegenspieler…

Die Studenten Sean (Robert Sheehan) und Derek (Carlito Olivero) verdienen ihr Geld in einem italienischen Luxusrestaurant als Einparker. Dort kümmern sie sich um die Karosserien der wohlhabenden Gäste. Ihr wahres Geschäftsmodell besteht allerdings darin, das Navigationssystem der jeweiligen Autos auszunutzen um damit an die Heimadresse des jeweiligen Besitzers zu fahren. Schnell ist das Haus ausgeraubt und das Auto zurück noch ehe der reiche Besitzer davon Wind bekommt. Hört sich alles nach der perfekten Masche an, sich beim Geldverdienen weiteres Geld hinzu zu verdienen. Doch als Sean in das Haus des unfreundlichen Cale (David Tennant, Doctor Who) einsteigt, erlebt er sein blaues Wunder. Er findet eine in Ketten liegende Frau vor. Sean ergreift die Flucht und verständigt die Polizei, doch der gerissene Cale ist ihm bereits auf der Schliche und kann alles abwenden. Fortan folgt er Cale, um dessen Leben zu zerstören…

Antagonisten-Power im Alleingang

Originaltitel Bad Samaritan
Jahr 2017
Land USA
Genre Thriller
Regisseur Dean Devlin
Cast Cale Erendreich: David Tennant
Sean Falco: Robert Sheehan
Derek Sandoval: Carlito Olivero
Katie: Kerry Condon
Laufzeit 110 Minuten
FSK

Drehbuchautor Dean Devlin schrieb die Skripte für die Emmerich-Blockbuster Independence Day und Universal Soldier, mit denen er große Erfolge feierte. 2017 gab er sein Regie-Debüt mit Geostorm. In Bad Samaritan geht er es einige Spuren kleiner an und entfernt sich von Katastrophenblockbustern. Bad Samaritan ist in allen Fasern ein Thriller, der von Menschen und nicht höherer Gewalt abgetrieben wird. Mit Robert Sheehan (Geostorm) und Carlito Olivero (East Los High) befinden sich zwei durchschnittliche Charaktere auf der Seite des Guten. Mit ein wenig Dreck am Stecken bilden die beiden eine Antihelden-Allianz gegen den als Doctor Who berühmt gewordenen David Tennant als Cale. Tennant mimt den Bösewicht jedoch derart eiskalt und berechnend, dass die Gegenseite nur selten mit Charisma punkten kann. Seine Figur stellt gleichzeitig den Höhepunkt der Handlung dar, denn wann immer er zum Gegenschlag ausholt, kommt die Geschichte erst in Fahrt.

Duell auf psychologischer Ebene

Zwar ist Bad Samaritan kein Nägelbeißer wie Don’t Breathe, baut jedoch einige spannungsgeladene Momente auf. Über die erste Hälfte der Spielzeit kann sich diese halten. Danach pendelt sich der Film in klassischen Genre-Konventionen ein und verliert auch an Tempo. Interessant bleibt es weiterhin, wenn Cale zu Mitteln greift, die man ihm nicht zutrauen möchte. Erstaunlich zahnlos, aber psychologisch umso zerstörerischer: Es gelingt ihm sogar, in Seans Beziehung zu pfuschen und Sean vor dessen Freundin bloßzustellen.  Hierbei punktet der Titel nicht unbedingt mit Glaubwürdigkeit, aber Spaß macht das Psycho-Duell allemal. Kritisch wird es dann wieder bei einem realitätsfernen Umgang mit Social Media (ein Phänomen, das häufig in Filmen auftritt, wenn es um die Verbreitung von Campus-Gossip geht). Das Gefälle zwischen Beginn und Finale des Films ist allerdings groß, sodass der Showdown dramaturgisch kaum packt.

Bad Samaritan ist ein waschechter Katz- und Mausthriller, der die Erwartungen eines jeden Genre-Fans erfüllen dürfte, darüber hinaus jedoch keine Überraschungen parat hat. Die manipulativen Spielchen des durchtriebenen Antagonisten bereiten besonderes Vergnügen und ganz vorhersehbar ist die Handlung auch nicht. Unter diesem Aspekt ist Bad Samaritan sehenswert, jedoch kein Film, der aufgrund seiner herausragenden Szenen in Erinnerung bleiben wird.

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Ayres

Ayres ist seit 2002 im Community Management tätig, seit einer Weile sogar beruflich. Er ist ein richtiger Horror- & Mystery-Junkie, liebt gute Point’n’Click-Adventures und ist Fighting Games nie abgeneigt. Besonders spannend findet er Psychologie, deshalb werden in seinem Wohnzimmer regelmäßig "Die Werwölfe von Düsterwald"-Abende veranstaltet. Sein teuerstes Hobby ist das Sammeln von Steelbooks. In seinem Besitz befinden sich mehr als 100 Blu-Ray Steelbooks aus aller Welt.

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