Avengers: Infinity War

2008 kam ein Film namens Iron Man in die Kinos. Abgesehen von ein paar Comiclesern konnte mit dem Titel zunächst kaum jemand etwas anfangen. Ein Typ in einem mit Waffen gespickten Anzug, ja und? Aber Marvel legte nach, brachte ein Team von Superhelden zusammen, spielte Milliarden an den Kinokassen ein und baute ein bis dato unerreichtes Film Franchise auf. Mit Avengers: Infinity War wird nun der Tag der Abrechnung eingeläutet. Zwei Dutzend Figuren gegen einen von langer Hand vorbereiteten Gegner und nur zweieinhalb Stunden für eine epische, nie dagewesene Materialschlacht. Superlative ohne Ende! Fürs Publikum ein Test, wer bisher wirklich aufgepasst hat.

    

Tony Stark und Pepper Potts möchten einfach nur ein nettes Abendessen planen und über ihre Beziehung plaudern. Hochzeit? Kinder? Einfach ein normaler Alltag, das wäre schön. Aber kosmische Kräfte machen ihnen einen Strich durch die Rechnung. Bruce Banner purzelt vom Himmel herab direkt vor die Füße von Dr. Strange und möchte die Welt warnen, dass Thanos selbst nun kommt, um sich die beiden auf der Erde befindlichen Infinity Steine zu holen. Und seine Vasallen sind auch schon da, um ein Stück von New York mal wieder in Schutt und Asche zu legen. Iron Man muss ran und zum Glück ist Peter Parker aka Spider-Man auch grade in der Nähe. Im Weltall hat Thor bereits eine Schlacht mit Thanos hinter sich und wird von Peter Quill und seinen Guardians aufgegabelt. Die haben sowieso schon lange vor den Titanen irgendwann mal zu stoppen, da ist jetzt also der richtige Zeitpunkt gekommen. Steve Rogers und seine Freunde, die noch gesuchte Verbrecher sind, wollen selbstverständlich auch helfen, wenn es darum geht die Galaxie von einem Wahnsinnigen zu befreien. Sie wissen immerhin, wo sie noch einen Stein haben und können damit bestimmen wo Thanos‘ Truppen am besten auf der Erde zu bekämpfen sind.

Schrecken ohne Ende

Im Grunde lässt der Film sich in einem Satz zusammenfassen – Thanos hat die Schnauze voll und will sich seine übermächtigen Funkelsteinchen selbst holen, die Avengers und ihr erweiterter Freundeskreis möchten das verhindern. Und wer der Handlung im Detail folgen will, sollte besser den Großteil der anderen 18 Filme gesehen haben. Hier wird nicht lange erklärt oder langsam eine Handlung aufgebaut. Es geht von der ersten Minute an zur Sache und Verschnaufpausen entstehen fast nur dadurch, dass viele der Figuren sich zum ersten Mal begegnen und untereinander ein wenig vorstellen müssen. Zur Not geht das aber auch während man gemeinsam auf die Gegner kloppt. Es gibt sechs Infinity Steine und fünf davon waren zentrale Themen verschiedener Filme. Captain America: The First Avenger brachte den Tesserakt ins Spiel, der in The Avengers noch heiß umkämpft war. Darin befindlich der Raum-Stein. Es folgte der Äther in Thor – The Dark Kingdom, der für die Realität steht. Bei Guardians of the Galaxy wurde ein Orb gesucht, der den Stein der Macht enthielt. Lokis Zepter tauchte in Avengers: Age of Ultron wieder auf, eine Waffe, von Thanos selbst, in der der Gedanken-Stein versteckt war, der zu einem Teil von Vision wurde. Und als fünftes entpuppte sich bei Doctor Strange das sogenannte Auge von Agamotto als Zeit-Stein. Einzig der Seelenstein blieb in den Filmen bisher unentdeckt und nimmt daher bei Infinity War noch etwas Erzählzeit ein. Und wem das zu viele Informationen auf einmal sind, der sollte sich den Kinobesuch genau überlegen, denn diese Zusammenhänge sind Grundvoraussetzungen und werden nicht im Detail aufgerollt. Die Marvel-Filme erzählen meist eine nette Handlung für sich und jemand mag vielleicht einen Film sehr gern und ist an einem anderen null interessiert. Aber hier wird eine Rahmenhandlung vollendet, die für viele Charaktere emotionale Momente bereithält. Und wer nur sporadisches Interesse an Einzelstücken besitzt, wird sich vermutlich durch die anderen Filmminuten ein wenig langweilen. Den größten emotionalen Ballast stemmen hier aber wohl Tony, Thor und die Guardians. Letztere haben immerhin schon direkte Verbindungen zu Thanos und endlich darf Gamora mehr als nur kryptische Andeutungen machen, was es heißt, die Tochter von Thanos zu sein. Für Tony Stark, mit dem einst alles begann, finden sich hier schöne Verknüpfungspunkte. Er sieht sich erneut mit dem All konfrontiert und das Trauma, dass ihn nach Avengers verfolgte, ist nicht überwunden. Seine zweifelhafte Mentorenbeziehung zum Teen-Helden Spider-Man wird auf die Probe gestellt und alles, was er je zur Rettung der Menschheit unternehmen wollte, verblasst im Angesicht seiner neuen Aufgaben.

Balanceakt zwischen Ernst und Komik

Originaltitel Avengers: Infinity War
Jahr 2018
Land USA
Genre Action
Regisseur Anthony & Joe Russo
Cast Tony Stark/Iron Man: Robert Downey jr.
Steve Rogers/Captain America: Chris Evans
Peter Parker/Spider-Man: Tom Holland
Thor: Chris Hemsworth
Bruce Banner/Hulk: Mark Ruffalo
Wanda Maximoff/Scarlet Witch: Elizabeth Olsen
Peter Quill/Star-Lord: Chris Pratt
Gamora: Zoe Saldana
Thanos: Josh Brolin
Laufzeit 156 Minuten
FSK

Auch den Machern des Films ist klar, dass nicht jeder Zuschauer ein Fan durch und durch ist. Die Drehbuchautoren Christopher Markus und Stephen McFeely, die gemeinsam schon die drei Captain America-Filme sowie Thor – The Dark Kingdom geschrieben haben, schaffen hier aber einen super Balanceakt. Jede der über 20 bekannten Figuren hat zumindest einen Moment für sich, in dem er oder sie etwas Wichtiges zu tun hat und einen Beitrag leistet. Das fällt für Charaktere wie beispielsweise Wong aus Doctor Strange oder Mantis aus Guardians of the Galaxy Vol. 2 zwar etwas kleiner aus als für einen Steve Rogers, aber es ist mehr als nur bloßes Namedropping und irgendwo im Bild rumstehen. Die Zusammenkunft all dieser Helden ist interessant gestaltet und es gibt kleine Teams, die alle für einen unterschiedlichen Teilabschnitt in Richtung Endkampf verantwortlich sind. Schwer ist es vor allem den richtigen Ton zu treffen. Thanos will nicht weniger als die Hälfte allen Lebens auszulöschen. Er ist von der fixen Idee besessen, dass es im Universum einfach zu viele Lebewesen gibt und eine Halbierung würde das Überleben viel einfacher gestalten. Er sieht sich nicht als Bösewicht, er möchte nicht herrschen, er will Frieden bringen und bevorzugt dabei niemanden. Ein hoher Preis steht also auf dem Spiel, und doch soll Avengers: Infinity War nicht zu einem düsteren Katastrophenfilm verkommen, die Figuren sollen ihre üblichen Witze reißen dürfen. Immerhin haben sie schon eine Menge Schurken besiegt, da bleibt man optimistisch. Eine Lachnummer kann es aber auch nicht werden. Wie gut dieser Balanceakt gelingt, liegt am Ende im Ermessen der Zuschauer und hängt mit der eigenen Erwartungshaltung zusammen. In dieser Größenordnung kann schon lange nicht jeder bedient werden. Wenn sich Thanos‘ ganz schonungslose Grausamkeit darstellt, ist jedenfalls Schluss mit lustig. Vor allem eine Szene kratzt doch ein wenig an der Altersbeschränkung ab 12 Jahren. Es ist bekannt, dass Nebula mittlerweile mehr Maschine als Humanoide ist. Sie aber in einer Folterszene in ihre Einzelteile zerlegt zu sehen und die Schmerzensschreie als Untermalung zu haben, um Einblick in Gamoras Innenleben zu erhalten, ist sehr deftig gewählt.

Ein Ende mit Schrecken

Ob das Endergebnis nun begeistert oder enttäuscht, Marvel gebührt schon eine Menge Respekt für die Leistung dieses Mammutprojekt bisher gestemmt zu haben. Und der zweite Teil, dessen endgültiger Titel noch unter Verschluss gehalten wird, folgt erst noch im Mai 2019. Und nur sehr wenige Leute kennen das Gesamtbild. Für den Dreh bekamen die Schauspieler nur ihre relevanten Szenen und kein vollständiges Skript. Die Regie-Brüder Anthony und Joe Russo haben aber alles im Griff und wissen genau welche bereits eingeführten Beziehungen wichtig sind und wie sie all die Teilstücke zu einem epischen Abenteuer verbinden müssen, ohne ein zerhacktes Sammelsurium abzuliefern. Gut gelungen ist dabei auch die Einführung von ein paar neuen Handlungsorten, wie auch der Besuch bereits bekannter Schauplätze. Und über allem schwebt die bange Frage, ob die Figuren, die sich grade verabschiedet haben, überhaupt wiedersehen werden. Denn die PR versprach früh den Tod von mindestens einer tragenden Figur. Und wer das genauer wissen mag, aber keine Zeit hat ins Kino zu rennen, kann den Spoiler lesen. In einer Geschichte um sechs Steine, die gemeinsam unbegrenzte Macht innehaben, ist der Tod natürlich fragwürdig. Grade in Superhelden-Comics ist die Rückkehr aus dem Jenseits eine wichtige Tradition. Aber der heroische Abgang von Loki zu Beginn und die Opferung von Gamora hinterlassen zunächst Spuren bei den Hinterbliebenen. (Da Zoe Saldana für die kommenden Jahre in James Camerons Avatar Fortsetzungen eingespannt ist, kann man zudem Angst haben, dass ihr gar keine Zeit für Marvel bleiben könnte.) Aber neben den einzigartigen Sterbeszenen ist das Ende des Films selbst viel gehaltvoller, immerhin schafft der Oberschurke es, seinen Plan in die Tat umzusetzen. Die Hälfte allen Lebens ausgelöscht! Und damit eine ganze Reihen der Avengers vernichtet. Da ist bereits klar, dass dies nur der dramatische Höhepunkt ist, aber eben nicht das Ende der Geschichte. Rückgängig gemacht wird einiges. Aber so läuft es schließlich auch in guten Comicevents. Es gibt einen Zeitpunkt, an dem das Böse einen scheinbar unbezwingbaren Zenit erreicht.  Und damit fallen die Credits auch total aus dem Rahmen. Sie sind sonst bunt und schön animiert, aber hier begrüßt einen nur nackte Schrift und wer bis zum Ende ausharrt, kriegt eine einzige ersehnte Post-Credit Szene, die für viele sowieso wieder nur weitere Fragen aufwirft. Nick Furys Botschaft zeigt das Symbol von Captain Marvel, die ihren eigenen Film im März 2019 bekommt. Der wird allerdings in den 90er Jahren spielen und nicht die neue desolate Weltordnung zeigen. Klar ist aber, dass sie im vierten Teil der Avengers eine tragende Rolle inne hat, da sie sicherlich zu der überlebenden Bevölkerung gehört.

Ich bin mit einem Gefühl der Zufriedenheit aus dem Kinosaal gegangen und werde die Tage zählen, bis die Fortsetzung diese Geschichte beendet. Es gab Pathos, Heldentum, Ansprachen, ein paar flotte Sprüche, viel Action und für mich brachte jeder Moment die Figuren auch innerlich weiter. Manche hatten vielleicht zu viel zu sagen und andere zu wenig, aber nichts erschien mir überflüssig. Selten kamen mir zweieinhalb Stunden so furchtbar kurz vor. Für Einzelabenteuer wünsche ich mir, dass die Bedrohungen nicht immer gleich weltumspannend sind und mal kleinere Brötchen gebacken werden. Aber das hier fühlt sich an wie ein episches Superhelden-Event sein muss und das ist auch gut so. Vollgestopft, krachend, bunt. Mich machen schon die kleinen Dinge glücklich. Peter nutzt wenigstens einmal endlich seinen Spinnensinn, Thor hat gelernt das Schlachtfeld wie ein Donnergott zu betreten, Bruce ist überrascht, was er alles verpasst hat. Schade ist es, dass Thanos’ Black Order ein wenig kurz kommt und so klangvolle Namen wie Corvus Glaive oder Proxima Midnight nicht mal ausgesprochen werden. Aber zumindest hinterlässt Thanos selbst einen bleibenden Eindruck.

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Misato

Misato hortet in ihrer Behausung fiktive Welten wie ein Drache seinen Goldschatz. Bücher, Filme, Serien, Videospiele, Comics - die Statik des Hauses erlaubt noch ein bisschen, der Platz in den Regalen weniger. Am liebsten taucht sie in bunte Superheldenwelten ein, in denen der Tod nicht immer endgültig ist und es noch gute Menschen gibt. Íhr eigenes Helfersyndrom lebt sie als Overwatch Support Main aus und adoptiert fleißig Funko Pops.

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Laxis
Redakteur

Habe den Film in der Premiere gesehen und war durchgehend gefesselt und begeistert! So begeistert man eben sein kann bei doch einem recht düsteren/tragischen Streifen, wo man vermutlich gleichzeitig staunt und innerlich “neiiin!” schreit. XD Der Film fängt ja schon mal ziemlich heftig an und beweist wie du schon sagst, dass man die Filme des Franchises wirklich miiindestens halbwegs gesehen haben sollte, denn wer zB Thor: Ragnarök nicht gesehen hat, kennt sich schon mal von der ersten Minute an kaum aus.

Spoiler
Ich habe es geschafft, komplett spoilerfrei in den Film zu gehen, mich auch geweigert, auch nur irgendwelche Theorien unter die Augen kommen zu lassen etc und war doch ein wenig schockiert, als Loki so früh starb. Als Fanfavorit (und auch einer meiner persönlichen Lieblingscharas) hätte ich nicht erwartet, dass man ihn so früh killt, wobei ich mir im Gegensatz zu scheinbar vielen Fans nicht sooo sicher bin, ob er wirklich tot ist, es mir aber leider doch gut vorstellen könnte. (Gründe für den Tod:
* Thanos sagt sogar “no resurrections this time” -> an den Zuschauer?
* AFAIK kein neuer Thorfilm geplant momentan?
* gebrochenes Genick / offene Augen mit Blut aus dem Mund schreit irgendwie schon sehr nach “wirklich tot”, dann noch der Brand und die Explosion…!)
* bereits mehrere fakeout Tode, irgendwann hört es vmtl auf
* es wäre lame, wenn plötzlich alle doch leben und bei Loki ist es IMO wahrscheinlicher als bei Gamora oder Vision, dass er wirklich tot bleibt (wobei wenn Gamora wirklich tot sein sollte da Zoe Saldana verhindert (was IMO auch tragischer wäre, weil ihr Tod viel besser “aufgebaut” wurde und wehtut in dem Film)… vielleicht dann?)
Gründe gegen den Tod:
– uncharakteristisch dummer Versuch (als würde das jemals funktionieren?) von Loki?
– es ist eben Loki, god of mischief / chaos, er hat schon mehrere Tode gefaked 😛
– Tom Hiddleston scheint im nächsten Infinity War vorzukommen, aber womöglich auch nur als Flashback?
– Loki war für eine Weile off-screen, bevor er wieder aufgetaucht ist, fand das sehr verdächtig…
– diese mysteriösen Worte an Thor? “the sun will shine on us again” oder so

(BTW versteh ich nicht, warum Heimdallr nicht einfach Thor und Loki auch weggeschickt hat…?)

Ansonsten… ich kenn die Comicvorlage nicht, aber ich geh mal gaaanz stark davon aus, dass alle, die am Ende des Films durch den Fingerschnipser sterben bzw zu Staub werden, wiederkommen werden. Ein bisschen unspektakulär ist da halt schon zu wissen, dass es Black Panther 2 und Spider-Man 2 geben wird lol. (Aber auch so… ich mein, als würden die das machen… wären es zB War Machine / Falcon o.ä. gewesen, hätte ich es mir ja noch vorstellen können, aber Spidey und Black Panther? Naaaah.) Es ist IMO auch ziemlich klar, dass Tony eine tragende Rolle spielen wird, immerhin hat Dr. Strange extra gesagt, er würde den Stein retten und nicht Tony oder Peter, hat es dann aber doch getan (da war ich auch voll gespannt, diese Szene! X_x Dachte vielleicht versucht er es doch mit einem Trick und Tony wird dadurch umgebracht), was wohl darauf schließen lässt, dass in der einen Zukunft, die er gesehen hat, wo sie gewinnen, Tony noch am Leben ist und irgendwas bedeutendes machen wird. Nach dem Film hab ich irgendwo einen Comment gelesen, wo jemand meinte, er glaubt es wird ein Paralleluniversum geben, wo genau die andere Hälfte überlebt hat, und dass die Helden der Hälften eben irgendwie wieder zusammenfinden müssen. Das fände ich zwar saucool, wird es aber wohl nicht spielen, eben weil es erst recht dann wieder superviele Charas wären und sie wollen sich ja im nächsten Film sicher mehr auf den Core beschränken bzw die klassischen Avengers eben…? xD

Irgendwie war ich von meinen Freunden die einzige, die Red Skull erkannt bzw. gecheckt hat wer das ist (srsly, people? :P) und ein Freund meinte dann aber, dass das ja im Comiccanon scheinbar eigtl. Lady Death ist, in die sich Thanos verguckt und wegen der er soviel mordet. XD Da finde ich die Motivation im Film doch irgendwie cooler, ist halt nicht 0815 nur Welt zerstören, sondern gutgemeint glauben, man schafft das Paradies um jegliche Mittel.

Ich liebe die ganzen Charakterinteraktionen, auch wenn es schade ist, dass natürlich einige sehr kurz kommen (zB Bucky hat gefühlte 5 Dialogzeilen nur). Thor und Rocket sind <3 ! "thank you, sweet rabbit" gaaah xD Ich liebe Thor sowieso ziemlich in dem Film, ziemliche Steigerung dafür, dass er mir im 1. Thor Film zwar sympathisch, aber sonst relativ egal war bzw er nie einer meiner Lieblinge. Auch Dr. Strange fand ich hier einfach um einiges cooler als in seinem eigenen Film.
Was bei Tony abgeht… puh, auch ziemlich mitgefiebert/mitgelitten bei ihm (echt toooolle Szenen am Anfang, so stylish mit dem Anzug und das banter mit Bruce darüber, dass er ihn vor den "wizards" blamiert, war göttlich) und die Szene mit Peter am Ende ist natürlich herzzerreissend… bzw generell wie Tony mitansehen muss, wie alle verschwinden und er als einziges – neben Nebula – übrigbleibt…

Alles in allem fand ich den Film toll, hätte ihn am liebsten gleich nochmal gesehen (hoffentlich in ein paar Tagen / einer Woche oder so dann nochmal) und will kein Jahr warten auf die Fortsetzung XD Ich kann nachvollziehen, dass ein paar kritisch sind wegen bestimmter Sachen, aber ich finde allgemein gesehen ist der Film echt gut, v.a. dafür wieviel man darin jonglieren und unterbringen musste.

Ayres
Redakteur

Ich bin ganz spontan in den Film. Erstmal wollte ich nicht, weil ich befürchtet habe, dass sowieso alles ausverkauft ist. Aber in der Nachmittagsvorstellung ging es dann, abgesehen von den ganzen naseweisen Kindern, die scheinbar das Marvel-Wissen mit Löffeln gefressen haben (oh man, diese Theorien… die sehen Deadpool im zweiten Teil).

Ich bin sehr sehr angetan! Meine anfänglichen Befürchtungen, dass der Titel doch nur die Summe seiner einzelnen Bestandteile sein könnten, sind schnell verflogen. Und die Ankündigung, dass Thanos seine Stärke in den ersten Minuten demonstrieren würde, ließen schon spekulieren, dass eine wichtige Figur hierbei entsorgt werden würde.

Spoiler
Loki ist dann doch etwas ehrenhafter als zunächst gedacht. Schade, dass er die Black Order nicht anführen konnte, aber gewissermaßen ist seine Geschichte auch auserzählt und für brüderliche Dramatik wäre auf dem Schlachtfeld auch kein Platz gewesen. Gamoras Tod finde ich da umso schöner erzählt. Hiervon wusste ich leider bereits vorab, die Infos und eben die Avatar-Dreharbeiten sickerten bereits früh zu mir durch. Ich denke, man holt aus der Figur nochmal eine Menge raus. Auch Star-Lord punktet hier ziemlich. Meine Befürchtung, dass er und Thor sich zu ähnlich sein könnten, hat sich extrem schnell aufgelöst. Als könne da jemand meine Gedanken lesen und ich mag Star-Lord als nicht ganz ernstzunehmenden, leicht moppeligen Anführer. Nur wird einem beim Aufeinandertreffen aller irgendwie auch bewusst, dass die Guardians kräftemäßig einfach mal gar nicht mit den anderen mithalten können. Mantis kannte ich noch nicht, da ich den zweiten Guardians-Film noch nicht gesehen habe, ist mir aber sehr sympathisch.
Mein ganz persönlicher Held ist ja Dr. Strange, den ich in seinem Solo-Film unsympathisch wie sonstwas finde und der für mich bislang ein rotes Tuch war. Aber doch sympathischer als gedacht und das Zusammenspiel mit Tony… ja, das ist wirklich eine besondere Chemie. Spider-Man passt natürlich in das Team. Ohnehin finde ich die Teams prima gewählt, wobei ich immer etwas genervt war, sobald es auf die Erde ging und dann dort die für mich größten Langweiler Steve, Bruce und Natascha zu sehen waren. Die sind für mich mitunter auch ein Grund, weshalb ich mich nicht wirklich als Avengers-Fan betrachte. Obwohl die Black Order doch recht einseitige Handlanger sind, hinterlassen sie ordentlich Eindruck in den Kämpfen.

Das Ende, da gebe ich zu: Das hat mich Tränen gekostet. Obwohl ich weiß, dass sie wiederkommen werden, aber dieser Random-to-Dust-Effekt zieht einfach immer. Es wirkt nun sehr willkürlich, wer übrig ist, wobei es außer der Haupt-Avengers erwischt hat. Zum Teil aber sehr spannende Konstellationen, die da nun übrig sind. Ich könnte mir nur vorstellen, dass Gamora, Loki und Vision nicht mehr wiederkommen werden (ebenso Heimdall und der Collector), weil sie nunmal nicht zu Staub zerfallen sind, sondern zuvor gestorben sind.

Wie könnte es weitergehen?
Der Captain Marvel-Film erzählt die Vorgeschichte von Carol wohl ganz klar zwecks Einführung der Figur. Dann kommt noch Antman & The Wasp, ebenefalls eine Vorgeschichte.

Spoiler
Da alle drei Figuren nicht in Infinity War zu sehen sind, werden sie wohl Teil einer neuen Truppe werden. Und wer eben sonst noch hinzustößt (Hawkeye?! Valkyrie?!). Außerdem gibt es noch ein paar Figuren, deren Verbleibsel offen ist: M’Baku, Shuri.
Es bleibt sehr spannend.