Paper Girls (Band 5)

Lesezeit: 3 Minuten

Bald sind es drei Jahre, in denen die Paper Girls in ein Zeitreiseabenteuer sondergleichen geraten sind. Gespannt warten die Fans auf jeden neuen Band, der es immer wieder schafft, den vorherigen noch zu toppen. Wie lange können Brian K. Vaughn und Cliff Chiang dieses Level noch halten? Der fünfte Band von Paper Girls wartet mit einer Menge Überschneidungen auf, die das Gehirn der Leser zum Explodieren bringen. Alle angeschnallt? Ab in die Zukunft!

Cleveland, 2172: Nach ihrem spektakulären Sprung durch die Zeit mit einem Riesenroboter verstecken sich Erin, Mac, KJ und die beiden Tiffanys. Aufgrund der Ereignisse werden sie von den “Alten”, allen voran deren Anführer Jahpo, erwartet. Doch die Mädels wissen sich zu helfen und suchen die älteste Recherchequelle der Welt auf: die Bibliothek. Währenddessen treffen wir alte Bekannte wieder und sehen Ereignisse aus vorherigen Bänden aus der anderen Zeitrichtung. Mac ist voller Hoffnung, eine Heilung für ihre Krankheit zu finden, und vor allem KJ wird sich ihrer Selbst immer sicherer.

Der Apfel kennt die Antwort

Originaltitel Paper Girls
Jahr 2018
Land USA
Genre Science-Fiction, Mystery
Autor Brian K. Vaughn
Zeichner Cliff Chiang
Verlag Cross Cult

Die biblischen Referenzen zur Frucht der Erkenntnis mögen die Lesenden nicht mehr überraschen … ein ganzer holographischer Baum mit herunterhängenden Äpfeln, die man für Antworten auf Fragen berühren muss, gibt dem ganzen eine neue Dimension. Wir begegnen der Frucht jedoch nicht mehr in jedem zweiten Panel. Man kann durchaus darauf spekulieren, dass es daran liegt, dass die jungen Frauen bereits große Schritte auf dem Weg ihrer Selbstfindung gegangen sind. Bei einzelnen Figuren sieht man jedenfalls eine riesige Entwicklung.

Hints in plain sight

Spätestens vor Band 5 sollte man die ersten vier Teile noch einmal lesen. Allein beim Coververgleich fällt einem die erste Überschneidung auf. Und damit ist noch nicht Schluss! In vielen nebensächlichen Bemerkungen, in wichtigen Gesprächen, versteckt in den Panels finden sich so viele Anspielungen auf die vorherigen Bände, dass man den Comic ständig in den Schoß legen muss, um die erhaltenen Informationen zu verarbeiten. Es scheint, als würde Paper Girls mit Band 6 wirklich ein Ende finden … zumindest, bis man die letzten Seiten liest und zwischen Freude und Wut schwankt. Letztendlich dürfte aber die Entwicklung zwischen KJ und Mac alles andere überschatten.

Eine Piñata voller Ideen

Die Walkie Talkies werden reaktiviert. Erin, die so pflichtbewusst ist, dass sie nicht einmal die auszutragenden Zeitungen wegwarf, passte auch auf die Geräte auf. Erstmals seit langem trennen sich die Paper Girls aus eigenem Antrieb. Doch können sie sich sicher sein, dass niemand die Frequenzen nutzt oder abhört? Zur Sicherheit geben sie sich Codenamen, und zwar die der Ninja Turtles, was nicht selten zu komischen Situationen führt. Eine Frau besitzt Kleidung, die scheinbar in eine andere Dimension führt. Es gibt Telefonzellen, Es gibt Telefonzellen, die gar keine sind, sondern Besucher nach dem Schließen der Tür desinfizieren. Erneut beweisen Brian K. Vaughn Saga und Cliff Chiang (Wonder Woman wieder, dass ihnen die verrückten Ideen, die einen großen Teil des Paper Girls-Charmes ausmachen, noch lange nicht ausgehen.

Turn the colors up, up, up!

Jedes Setting hat seine eigene Farbgebung, die dem Leser noch vor dem Erfassen der ersten Details die Chance gibt, die vorliegende Seite einzuordnen. Die vielen Überschneidungen zu den Bänden 1-4 ermöglichen es Cliff Chiang, die komplette Farbpalette noch einmal auszupacken und eins drauf zu legen. Die Zukunft erschlägt einen regelrecht in Explosionen aus strahlenden Farben. Wie auch immer er es schafft, dass selbst die Pastellfarben knallen, er soll bitte so weiter machen!

Fazit

Jeder Band der Reihe ist extrem gut. Aber ich glaube, das neueste Volume ist mein Highlight. Mehrmals musste ich mir die anderen Teile vor Augen führen, um die Genialität der Überschneidungen in voller Gänze wertschätzen zu können. Einzig das Ende lässt mich frustriert zurück. Denn seien es Figuren, die von den Toten auferstehen, Erfindungen, welche die Paper Girls vor Rätsel stellen oder neue Ereignisse, die Schicksale besiegeln … es war wohl der bisher wildeste Ritt in der Geschichte. Ich bin mir noch nicht sicher, was ich von der neuen Situation halten soll, hoffe aber, dass Brian K. Vaughn die Kurve kriegt und mich weiterhin mitnehmen kann.

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MadameMelli

MadameMelli ist im Berufsalltag als Informationsninja unterwegs und hilft Suchenden, die passende Literatur zu finden. In ihrem Freundeskreis ist sie als Waschbär bekannt und dementsprechend ist auch kaum ein Buch, Manga oder Comic (oder Tee) vor ihr sicher – alles wird in die Hand genommen, begutachtet und bei Gefallen mit nach Hause geschleppt. Nur nicht gewaschen, das wäre zu viel des Guten. Sinniert gerade darüber, ob es als Waschbär sehr gefährlich ist, Wölfe zu lieben, lässt sich davon aber nicht abhalten und schreibt in ihrer Freizeit selbst Geschichten. Manchmal auch über Wölfe. Oder Tee.

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