Teufelsauge

Eigentlich ist Jane Darkwood mit ihrem Leben als Ehefrau des berühmten Psychiaters Josephe Darkwood glücklich. Doch plötzlich verschwindet ihr Ehemann und Jane versucht herauszufinden, was mit ihrem Mann passiert und wohin er verschwunden ist. Dafür muss sie in Josephs Geheimnissen graben und stößt bald auf einen mysteriösen Lochstein, der in Cornwall für Gerüchte sorgt. In Teufelsauge erzählt Autor Holger Vos die Suche von Jane nach ihren Mann und dem Lochstein. Der Roman ist seit Dezember 2020 im Handel erhältlich.

 

Immer deutlicher wird es für Jane Darkwood, dass ihr Ehemann und Psychiater Joseph Darkwood sich seit seinem Aufenthalt in Cornwall sehr verändert hat. Er spricht kaum noch mit ihr und hat auch seinen Glauben in Gott verloren. Als er dann auch noch spurlos verschwindet, beginnt die junge Frau sich mit den Geheimnissen ihres Mannes auseinanderzusetzen. Bald stößt sie auf Briefe eines alten Studienkollegen, Henry Taylor. Dieser ist er vor kurzem mit seiner Frau in den beschaulichen Ort Penzance in Cornwall gezogen, um dort seine eigene Praxis zu eröffnen. In seinen Briefen berichtet wer seinen Freund über sein Leben und sein neu gewonnenes Glück. In seinen Erzählungen taucht auch immer der Lochstein auf, der seit unzähligen Jahrhunderten in der Landschaft steht und um den viele Mythen ranken. Die Briefe werden jedoch immer düsterer und Jane erkennt, dass sie ihren Mann nur finden kann, wenn sie dem Geheimnis des Lochsteins auf den Grund kommt.

Zwischen Wissenschaft und Aberglaube

Originaltitel Teufelsauge – Der Ursprung des Bösen
Ursprungsland Deutschland
Jahr 2020
Typ Roman
Bände 1
Genre Mystery
Autor Holger Vos
Verlag Alea Libris
Veröffentlichung: 17. Oktober 2021

Teufelsauge beginnt mit der letzten Nacht, in welcher Josephe Darkwood noch bei seiner Frau ist. Er geht sehr kühl mit ihr herum und weint sogar – am nächsten Morgen ist er verschwunden. Für Jane steht fest, dass ihr Mann irgendetwas verbirgt, denn normalerweise ist er ein ruhiger analytischer Wissenschaftler, der nur an Fakten glaubt. Deshalb beginnt sie mit Nachforschungen und stellt bald fest, dass auch Taylor, ganz Wissenschaftler wie Joseph, sich verändern zu scheint. Erst schiebt es Jane auf den schweren Schicksalsschlag, den er und seine Frau erdulden mussten, denn das gemeinsame Kind kam tot zur Welt. Milly Taylor wird darauf apathisch und glaub schließlich den alten Legenden, dass der Lochstein Furchtbarkeit verspricht. Ab hier beginnt eine sehr mystische Handlung, um den Lochstein. Ist hinter ihm die Hölle oder der Himmel? Jane befindet sich zwischen den wissenschaftlichen Überzeugungen ihres Mannes, ihren eigenem religiösen Glauben und den uralten Legenden um den Lochstein.

Zerbrechliche Seelen

Die Hauptpersonen des Romans haben alle einen Riss in der Seele. Hinter der abgeklärten Fassade von Joseph brodeln die Erinnerungen an den ersten Weltkrieg und wie er seine Kameraden in Stich ließ. Milly Taylor leidet unter ihrer einsamen Kindheit und der lieblosen Mutter, die sie in den dunklen Keller sperrte. Auch ihr Ehemann, der zuerst gefestigt scheint, beginnt im Laufe der Handlung zu zerbrechen, denn der Tod seines Kindes und dem Verhalten seiner Frau nehmen ihn sehr mit. Selbst die gefestigte Jane beginnt irgendwann zu verzweifeln, denn sie scheint ihren Mann weniger zu kennen als sie annahm. All diese Personen werden empfänglich für den Lochstein und den Horror, der sich dahinter befindet. Geschickt verwebt der Autor psychische Krankheiten mit einer alten Legende und der Lesenden kann sich fragen, was Einbildung ist und was den Figuren wirklich passiert.

Die Form macht es!

Das Besondere am Teufelsauge ist die Erzählform. Sie greift die Atmosphäre von Gothic Novels des 19. Jahrhunderts auf und erinnert stilistisch an Dracula. Auch ist Teufelsauge Vor allem in Briefen und Tagebuchnotizen sowie Erinnerungsstücken geschrieben, sodass der Lesende die Handlung vor allem aus der Korrespondenz zwischen Joseph und Taylor erlebt. Die abwechslungsreiche Form unterstreich den mysteriösen Charakter der Geschichte, denn der Lesende erfährt nur so viel, wie auch Jane, die die Briefe liest, sodass viel Interpretationsspielraum bleibt. Dabei gelingt es dem Autor, den Briefen einen persönlichen Charakter zu geben, sodass die Stimmen der einzelnen Figuren durch die Briefe sprechen. Die Erinnerungen, die im Buch vorkommen, vertiefen weiter das Wissen, um die einzelnen Personen und nach und nach fügt sich der Roman zu einem Gesamtbild.

Fazit

Teufelsauge ist ein Buch, was sofort in den Bann zieht. Die ungewohnte Schreibform, die sich durch die Briefe, ergibt, weckt das Interesse und die Geschichte liest sich schnell und ohne große Längen. Wer gerne Gothic Novels in der Tradition von Dracula liest, der wird mit Teufelsauge seine Freude haben. Schließlich ist ein weiterer Pluspunkt des Romans, dass die Lochsteine in Cornwall wirklich besucht werden können und damit die Ereignisse noch realer werden. Beim Lesen stellt sich also immer wieder die Frage, was die Personen wirklich erleben und was nicht. Als kurze Geschichte für zwischendurch eignet sich Teufelsauge für alle, die sich gerne ein bisschen gruseln.

© Alea Libris


Veröffentlichung: 17. Oktober 2021

Ivy

Wenn Ivy nicht gerade ihre Zeit in der Hochschule verbringt, wo sie lernt sich im Informationsdschungel zurecht zu finden, verbringt sie ihre Zeit mit dem Horten von Büchern. Innerlich weiß sie, dass ihr in nächster Zeit der Platz für all ihre Neuerwerbungen ausgehen wird – trotzdem kann sie es nicht lassen, neue Funde mitzubringen. Sonst sind auch keine Mangas oder Comics vor ihr sicher, da doch alles irgendwo noch einen Platz finden wird. Sonst hat sie eine große Schwäche für gute und besondere Geschichten, Eulen und Schildkröten in jeder Form und Merchandise von "Gintama". Wenn sie mal keine Bücher kauft und liest, schreibt sie selbst.

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