Saphirblau – Liebe geht durch alle Zeiten

Lesezeit: 5 Minuten

Es ist schwierig, in einer Familie voller Geheimnisse zu leben. Kerstin Gier (Männer und andere Katastrophen) hat es geschafft, mit ihrem Jugendroman Rubinrot – Liebe geht durch alle Zeiten einen riesigen Erfolg zu landen und daran knüpft der zweite Teil der Edelstein-Trilogie, Saphirblau – Liebe geht durch alle Zeiten, direkt an. Nun entführen die beiden Hauptcharaktere Gwendolyn und Gideon die Leser wieder in die geheimnisvolle Welt der Zeitreisen, die es 2014 unter der Regie von Felix Fuchssteiner (Draußen am See) auf die Kinoleinwand geschafft hat. Es gibt Tanz, Gesang, wundervolle Kleider und natürlich Sprünge in die Vergangenheit.

    

Gwendolyn Shepherd ist der letzte weibliche Nachkomme einer alten Familie, deren Mitglieder das Zeitreise-Gen in sich tragen. Im Moment könnte sie nicht glücklicher sein. Frisch verliebt genießen die beiden Zeitgeister Gwendolyn und Gideon de Villiers ihre gemeinsamen Momente. Allerdings werden ihnen durch die Loge einige Steine in den Weg gelegt und Geheimnisse aus der Vergangenheit warten auf das junge Paar. Weitere Reisen stehen Gwenny bevor, aber zunächst erhält sie Übungsstunden, um Sitten und Gebräuche zu verstehen und vor allem natürlich zu lernen. Zu allem Übel gehört Charlotte, ihre nach wie vor eifersüchtige Cousine, zu den Lehrern. Hinzu kommt Xemerius, ein kleiner Wasserspeierdämon, den außer Gwen niemand sehen kann. Geht er ihr zu Beginn noch auf die Nerven, stellt er sich bald als große Hilfe heraus. Mit ihm als Spion besteht die Möglichkeit, in Geheimnisse der Loge einzudringen.

Gefühlschaos unter Teenagern

Gideon und Gwendolyn geraten ein weiteres Mal in die Fänge des Grafen von Saint Germain und ihre Liebe wird auf eine harte Probe gestellt. Während der Junge die Befehle des Grafen ausführt, ist Gwen misstrauisch: was führt er wirklich im Schilde? Wie sie bereits am eigenen Leib erfahren konnte, hat der Graf die Kraft Gedanken zu lesen und dadurch auch anzugreifen. Zudem verhält sich Gideon mehr als seltsam. Im einen Moment sagt er Gwenny, dass er sie liebt und küsst sie, im nächsten behandelt er sie wie eine Fremde. Das Chaos und die Gefühlswelt von Gwendolyn ist ein großer Teil der Geschichte. So kommt es stellenweise leider vor, dass die Zeitreisen zur Nebensache werden und für die Leser zu kurz kommen. Liebeskummer und die typischen Probleme eines Teenager-Mädchens sind in diesem Sinne Teil der Geschichte.

Eine kleine Nervensäge

Originaltitel Saphirblau – Liebe geht durch alle Zeiten
Ursprungsland Deutschland
Jahr 2010
Typ Roman
Band 2 / 3
Genre Fantasy, Romanze
Autor Kerstin Gier
Verlag Arena Verlag

Durch Xemerius, den kleinen Wasserspeier, wird ein humorvoller Quälgeist in die Geschichte eingebunden. Er hat eine aufdringliche Art und dazu eine große Klappe. Dies ist zunächst für Gwen lästig, weil er nicht mehr aufhört zu reden und sie selbst aufpassen muss, nicht von allen für verrückt gehalten zu werden. Für den kleinen Dämon ist es unfassbar, jemanden zu haben der ihn sieht und deswegen lässt er alles heraus und genießt die Zeit mit ihr. Nachdem sich beide an die Situation gewöhnt haben wird offensichtlich, dass Xemerius’ Fähigkeiten und die Tatsache, dass er unsichtbar ist, durchaus hilfreich sein können, um herauszufinden was gespielt wird.

Eine geheimnisvolle Magie

Jeden, der die Seiten aufschlägt, erwartet im hinteren Teil viel Hintergrundwissen. Über die Loge und die sogenannten Wächter die alles leiten kommt endlich etwas Licht ins Dunkel. Dazu gehört der Kreis der zwölf Edelsteine, wie Lucy und Paul den Chronografen gestohlen haben (teilweise wird dieses durch Zitate aus Chroniken dargestellt), und eine „Magie des Raben“ wird angesprochen. Diese Kraft betrifft Gwendolyn und könnte wohl ein Grund dafür sein, dass sie die Gabe besitzt, James – den Geist in der Schule – aber auch den Wasserspeier zu sehen. Doch was es mit diesem Zauber wirklich auf sich hat, bleibt noch offen.

Lucy und Paul

Während Rubinrot davon handelt, wie Gwendolyn ihre Kraft, durch die Zeit zu reisen entdeckt, dreht sich Saphirblau mehr um den Grafen und seine Geheimnisse. Vor allem das Verschwinden von Lucy und Paul spielt eine wichtige Rolle und darauf liegt stellenweise der Fokus. Ein Kritikpunkt ist, dass sowohl Prolog als auch Epilog nicht aus Gwens Sicht erzählt werden, sondern von Lucy und Paul. Dies wirkt etwas unpassend und bietet kein rundes Ende. Neue Gesichter kommen dazu, neben Xemerius sind das zum einen Gideons Bruder Raphael und Gwens Großvater in seiner Jugend, der ihr während der Zeitreise hilft Antworten zu finden.

Wieder ein offenes Ende

Saphirblau knüpft nahtlos an Rubinrot an. Wie bereits der erste Teil ist auch Band zwei sehr humorvoll geschrieben und muss sich hinter dem großen Erfolg des Auftakts der Reihe nicht verstecken. Die Geschichte geht verständlich weiter und läuft in einem guten Tempo vor sich hin. Dazu kommen für den Leser Antworten auf Fragen aus dem Vorgängerwerk, jedoch werden auch neue Geheimnisse entdeckt. Der Spannungsbogen bleibt erhalten, dafür sorgen Mysterien und dramatische Ereignisse. Wie schon einmal erlebt, endet auch die Mitte der Edelstein-Trilogie offen: Hier ist es etwas zu bemängeln, da ein letztes Kapitel, das mitten in einer Kampfszene endet, den Leser nicht zufriedenstellt. Als Fazit ist klar, dass es sich wirklich lohnt, alles ohne große Wartezeiten am Stück zu lesen.

Fazit

Im zweiten Band der Edelstein-Trilogie bekommt man einen sehr guten Einblick in die Gefühlswelt von Gwendolyn. Besonders wenn sie und Gideon unter sich sind gibt es sehr romantische Szenen. Mit Gwen kann man auch sehr gut mitleiden, nicht nur als es mit Gideon ein bisschen schwierig wird sondern auch während ihrer Trainingsstunden. Es ist gut vorstellbar wie anstrengend es ist, den Anleitungen der Lehrer zu Folgen. Die Beschreibung ist von Kerstin Gier sehr gut dargestellt sodass man aber auch einmal lachen kann. Allgemein habe ich zudem wenn die Kostüme während der Reisen dargestellt werden immer gute Bilder im Kopf (dazu muss ich sagen, dass ich die Filme noch nicht kenne). Sehr gegrinst habe ich während einer Soiree von Lord und Lady Brompton die unser Zeitreise-Pärchen besucht. Gwen trinkt hier etwas viel von einem Spezialpunsch und das ganze endet darin, dass sie mit Gideons musikalischer Begleitung „Memory“ aus dem Musical Cats präsentiert. Rein von der Handlung her kann ich sagen, dass ich das Buch wieder sehr gut finde, nur mit Xemerius dem Wasserspeierdämon tue ich mich ein bisschen schwer. Er geht mir mit seiner aufdringlichen Art am Anfang doch sehr auf die Nerven. Dies ist auch der Grund, warum mir Rubinrot besser gefällt.

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