Dracula

Graf Dracula ist vielleicht der bekannteste Vampir der Welt, der seit 1897 Schrecken verbreitet. Es gibt unzählige Verfilmungen, die von dem blutrünstigen Grafen handeln. Die jüngste Adaption erschien im Jahr 2020 in serieller Form auf Netflix. Die Vorlage dafür ist das Buch Dracula von Bram Stoker. Darin taucht der berühmte Vampir zum ersten Mal auf und es wird die Geschichte des Kampfes zwischen dem Vampir und Dr. Van Helsing erzählt.

 

Jonathan Harkers Auftrag führt ihn tief hinein ins dunkle Rumänien, in welchem die Landbevölkerung noch allen möglichen Aberglauben nachhängt. Der junge Anwalt hält nichts von alten Legenden und möchte nur seinen Auftrag schnell zu Ende bringen, denn er soll an den ein Anwesen Grafen Dracula in England verkaufen. Doch schon bei der Anreise geschehen seltsame Dinge und als Harker den Grafen selbst gegenübertritt, merkt er schnell, dass mit Dracula etwas nicht zu stimmen scheint. Irgendwann ist er sich sicher: Der Graf ist ein Vampir, ein lebender Untoter, der Blut trinken muss, um zu überleben. Das Schloss verwandelt sich langsam in ein albtraumhaftes Labyrinth, in dem Harker nicht mehr lebend rauskommen soll. Nur mit viel Glück schafft er es und muss sich vollkommen erschöpft in einem Krankenhaus ausruhen. Dabei wird ihm jedoch klar, dass der Schrecken noch nicht zu Ende ist, denn Dracula ist auf den Weg in das belebte England. Zusammen mit seiner Verlobten Mina, alten Freunden und den bekannten Wissenschaftler Van Helsing versucht er dem Vampir Einhalt zu gebieten.

Ins Herz der Dunkelheit

Originaltitel Dracula
Ursprungsland Großbritannien
Jahr 1897
Typ Roman
Bände 1
Genre Horror
Autor Bram Stoker
Verlag dtv
Im Handel erhältlich

Schon Beginn von Dracula wird deutlich, dass der Graf keine normale Person ist. Die Menschen in der näheren Umgebung haben panische Angst vor dem Schloss des Grafs. Sie möchten nicht im Dunkeln nach draußen gehen, überall hängt Knoblauch und Harker bekommt zum Abschied ein Kreuz geschenkt. Im Schloss selbst erscheint der Graf am Anfang noch normal, doch Harker merkt bald, dass der Graf scheinbar immer jünger wird, während er sich tagsüber nicht blicken lässt. Als er den Grafen dann kopfüber die Wand des Schlosses herunterkrabbeln sieht, muss sich der junge Anwalt mit den Gedanken anfreunden, dass die Legenden vielleicht doch nicht nur Legenden sind. Nach diesem atmosphärisch sehr dichten ersten Teil der Geschichte, geht es eine ganze Weile um Mina, die Verlobte Harkers und ihre Sorge um den Anwalt, der sich nicht mehr bei ihr meldet. Für den modernen Lesenden dauert es ziemlich lange bis die Geschichte wieder Fahrt aufnimmt und die Figuren sich entschließen, den Vampir zu jagen und zu töten. Dann wird die Handlung jedoch wieder dicht und schnell.

Der Vater der Vampire

Dracula ist der Vater der Vampire. Mit der Geschichte von Stoker wurde der Gentleman-Vampir geboren, der die Menschen mit seinen düsteren Charme in seinen Bann zieht. Dabei Dracula wird im Roman an sich nicht viel charakterisiert. Zwar wird deutlich, was sein dunkler Plan ist und dass er sehr intelligent ist, aber seine weitere Hintergrundgeschichte wird nicht bekannt. Neben dem Bösen und dem Aberglauben steht die Wissenschaft als Licht gegenüber, vertreten durch Dr. Van Helsing. Er ist ein genialer Wissenschaftler, der an den Fortschritt glaubt und gegen Dracula in den Kampf zieht. Beide sind ebenbürtige Gegner und es ist unsicher, wer bei einem Duell gewonnen hätte. Das Buch konzentriert sich vor allem auf die beiden Kontrahenten, während die anderen Figuren hilfreich sind, um entweder das Gute oder das Schlechte zu charakterisieren.

Briefe, Tagebücher und Zeitungsartikel

Dracula ist ein Roman, der durch seine vielfältigen Textsorten auffällt. Im ersten Teil des Buches, wenn Harker in Transsilvanien weilt, besteht der Roman nur aus Tagebucheinträgen von Harker. Später kommen noch Zeitungsartikel, Diagnoseberichte und Briefe dazu. Dabei kommen die verschiedenen Figuren zu Wort und schildern manchmal dieselbe Situation aus ihren Blickwinkeln, sodass ein vielfältiges Bild der Geschichte entsteht. Für die damaligen Verhältnisse war Stoker revolutionär, da es eine solche Vielfalt der Darstellung bis dahin nicht gab. Auch erhöht dieser Stil die Spannung, weil der Lesende beispielsweise weiß, dass Dracula ein Vampir ist, aber die Figuren im Buch noch nicht. Somit wird immer gewartet, wann jeder bemerkt, dass Dracula nicht-menschlich ist.

Fazit

Dracula war der erste Vampir-Roman, den ich gelesen habe und ich liebe ihn immer noch. Für alle, die gerne Geschichten lesen, die im viktorianischen Zeitalter spielen und klassische Gothic-Horrorgeschichten mögen, ist Dracula ein Muss, denn schließlich ist er der erste berühmte Vampir der Weltliteratur. Die verschiedenen Textarten, die sich im Buch vereinen, machen es abwechslungsreich zu lesen. Nur sollte sich der Lesende darauf gefasst machen, dass das Buch nicht unseren heutigen Spannungserwartungen entspricht und dementsprechend auch seine Längen hat.

© dtv


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Ivy

Wenn Ivy nicht gerade ihre Zeit in der Hochschule verbringt, wo sie lernt sich im Informationsdschungel zurecht zu finden, verbringt sie ihre Zeit mit dem Horten von Büchern. Innerlich weiß sie, dass ihr in nächster Zeit der Platz für all ihre Neuerwerbungen ausgehen wird – trotzdem kann sie es nicht lassen, neue Funde mitzubringen. Sonst sind auch keine Mangas oder Comics vor ihr sicher, da doch alles irgendwo noch einen Platz finden wird. Sonst hat sie eine große Schwäche für gute und besondere Geschichten, Eulen und Schildkröten in jeder Form und Merchandise von "Gintama". Wenn sie mal keine Bücher kauft und liest, schreibt sie selbst.

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