Die Tote in der Tränenburg

Frauen sind magiebegabt und gehören damit zur Spitze der Gesellschaft. Magret Beatesdother hat sich als Ermittlerin hochgearbeitet und untersteht nun der Goldenen Garde. Sie ist für die verzwickten Fälle zuständig und ihr neuester Fall hat es in sich: In einem Jungenheim wird eine ermordete Frau gefunden. Ob es Magret schafft den Täter zu finden, erzählt Autorin Monika Loerchner in Die Tote in der Tränenburg. Das Buch ist seit dem 31. Oktober 2019 im Handel erhältlich.

     

Wenn Magret Beatesdother zu einem Fall gerufen wird, dann ist eins klar: Es handelt sich nicht um ein normales Verbrechen. So ist es auch diesmal. Magret wird zusammen mit ihrem Team von der Goldenen Garde in die Tränenburg, einem Heim für unerwünschte Jungen, gerufen. Dort wurde eine der Angestellten auf grausame Weise ermordet aufgefunden. Zum Glück hat Magret eine sehr seltene Magie und kann erkennen, wenn Menschen lügen. Zwar ist dies nicht immer zuverlässig, aber bisher hat ihr das bei vielen Fällen geholfen. Leider muss sie jedoch schnell feststellen, dass dieser Fall alles andere als normal ist. Sowohl die Heimleiterin als auch deren weitere Angestellte scheinen etwas zu verbergen und trotzdem gleichzeitig die Wahrheit zu sagen. Magret wird einfach nicht schlau aus ihnen. Und dann erzählen die Junge auch noch Geschichten, wie ihre Freunde im Wald verschwinden. Magret muss bald erkennen, dass hinter all dem mehr steckt als sie vermutet hatte.

Eine Welt voller Magie

Originaltitel Die Tote in der Tränenburg
Ursprungsland Deutschland
Jahr 2019
Typ Roman
Bände 1
Genre Fantasy
Autorin Monika Loerchner
Verlag Alea Libris Verlag
Veröffentlichung: 31. Oktober 2019

Die Welt von Die Tote in der Tränenburg ist eine Welt, in welcher Frauen Magie beherrschen. Dabei gibt es verschiedene Arten von Magie: von Pflanzenmagie über Verhärtungsmagie. Die Arbeit und der Status einer Frau wird davon bestimmt wie stark ausgeprägt ihre Magie ist und wie nutzbringend sich die Magie einsetzen lässt. Die Erweckung der Magie beginnt mit der Veränderung von Mädchen zu Frauen und geht mit dem Einsetzen der ersten Menstruation einher. Auch bestimmt die Menstruation den Zyklus, wann Frauen für eine Woche keine Magie besitzen. In dieser Welt spielen Männer eine untergeordnete Rolle, die sie keine Magie ausüben dürfen. Sie nehmen einen unwichtigen Platz ein und sind weniger Wert als Frauen. Deshalb geben viele Frauen ihre Söhne weg, da sie ihnen keinen Nutzen bringen. Diese Söhne kommen dann in einen Jungenheim, wie es die Tränenburg ist. Dort sollen sie so behütet wie möglich aufwachsen und gerade hier wird ein Mord verübt, der Fragen an dem System und dem Umgang zwischen Männern und Frauen aufwirft.

Wer sagt die Wahrheit?

Monika Loerchner beleuchtet in ihrer Geschichte nicht nur ihre Protagonistin Magret Beatesdother, sondern auch die verschiedenen Tatverdächtigen. Durch die Verhöre, die geführt werden, um den Mörder zu finden, werden die einzelnen Geschichten der verschiedenen Personen deutlich. Beispielsweise wird schnell klar, dass die beiden Männer, die in der Tränenburg die Jungen betreuen, keinen leichten Stand haben. So wird Mustafa beispielsweise von der Ermordeten bedroht und auch die Heimleiterin scheint nicht sehr sympathisch zu sein. Magret hat es dabei nicht sehr leicht den wahren Täter zu finden, denn sie kann zwar Lügen erkennen, aber in diesem Fall scheinen sich Lüge und Wahrheit so zu vermischen, dass es offenbleibt, was nun wirklich passiert ist.

Das Patriarchat einfach umgekehrt

Die besondere Idee von Die Tote in der Tränenburg ist zweifellos, dass eine Welt erzählt wird, die ein vollkommenes Matriarchat ist. Die Frauen sind eindeutig in der Macht und bestimmen, was in Politik und dem restlichen Weltgeschehen passiert. Das schlägt sich natürlich auch auf die Sprache nieder und so wandeln sich alle männlich besetzten Begriffe in ihre weibliche Form um. Beispielsweise werden Berufsbezeichnungen nur in der weiblichen Form benutzt oder statt „Freundschaft“ heißt es „Freundinnenschaft“. Damit schafft es Loerchner aufzuzeigen, wie männlich dominiert die deutsche Sprache ist. Das Gesellschaftssystem scheint ein genaues Spiegelbild unseres zu sein, bei welchem jedoch alles verkehrt herum ist. Typische weibliche Attribute, wie die Kinderpflege, die Hausarbeit oder die Emotionalität, werden nun Männer zu gesprochen. Damit übernehmen Männer die Stellung die Frauen in unserer Gesellschaft haben bzw. hatten.

Fazit

Insgesamt mag ich Die Tote aus der Tränenburg. Es ist ein spannender Kriminalfall, der sich nicht auf den ersten Blick erschließt. Der Lesende muss also bis zum Ende lesen, um zu erfahren, wer der oder die Täter*in war. Auch die Welt, in welcher das Buch spielt, ist erfrischend neu. Was jedoch noch Verbesserungsbedarf hat, ist das dargestellte Matriarchat, da hier einfach nur die Rollen zwischen Mann und Frau verkehrt werden. Es wäre interessanter, wenn Männer nicht die Rolle der Frauen einnehmen würden, sondern wenn es eine vollkommen neue Gesellschaftsordnung geben würde. Generell wird bis auf diese Details nicht allzu viel von der Welt verraten, sodass noch Hoffnung auf weitere Bücher besteht.

© Alea Libris Verlag

Ivy

Wenn Ivy nicht gerade ihre Zeit in der Hochschule verbringt, wo sie lernt sich im Informationsdschungel zurecht zu finden, verbringt sie ihre Zeit mit dem Horten von Büchern. Innerlich weiß sie, dass ihr in nächster Zeit der Platz für all ihre Neuerwerbungen ausgehen wird – trotzdem kann sie es nicht lassen, neue Funde mitzubringen. Sonst sind auch keine Mangas oder Comics vor ihr sicher, da doch alles irgendwo noch einen Platz finden wird. Sonst hat sie eine große Schwäche für gute und besondere Geschichten, Eulen und Schildkröten in jeder Form und Merchandise von "Gintama". Wenn sie mal keine Bücher kauft und liest, schreibt sie selbst.

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