Die Kinder von Bodom

Der finnische Lake Bodom ist bekannt und berüchtigt, denn an seinen Ufern wurden vor 50 Jahren drei Kinder ermordet. Das weiß jedoch Anja nicht, denn sie ist nur zu Besuch in Finnland. Deshalb stimmt sie auch zu mit ihren Freunden an den Ufern des Sees zu zelten. Bald wird sie diese Entscheidung jedoch bereuen. Autorin Selina Schuster lässt in ihrem Roman Die Kinder von Bodom die nebligen Ufer des Sees und dessen Geheimnisse aufleben. Im Handel erhältlich ist das Buch seit Dezember 2020.

   

Anja ist Austauschstudierende in Helsinki und möchte zusammen mit ihren Freunden zelten gehen. Dabei hat sich jedoch nicht nur nicht bedacht, dass der finnische Herbst kalt und regnerisch werden kann, sondern dass der Lake Bodom alles andere als friedlich ist. Trotzdem geht sie mit, denn Ville ist auch dabei und Anja schwärmt für ihn. Zu fünft brechen die Freunde auf, doch bald stellt sich heraus, dass am Lake Bodom vor fünfzig Jahren drei Kinder gestorben sind. Nun überschlagen sich die Ereignisse und Anja wünscht sich immer mehr, dass sie sich niemals auf diesen Ausflug eingelassen hätte.

Die versteckte Geschichte des Sees

Originaltitel Die Kinder von Bodom
Ursprungsland Deutschland
Jahr 2020
Typ Roman
Bände 1
Genre Mystery
Autorin Selina Schuster
Verlag Alea Libris
Veröffentlichung: 17. Dezember 2020

Was am Anfang noch wie ein normaler Ausflug wirkt, beginnt für Anja ab diesen Moment merkwürdig zu werden, in dem sie einen verfaulenden Baum auf einer Lichtung entdeckt. Er wirkt nicht nur vollkommen fehl am Platz, sondern in seiner Rinde scheint sich ein Gesicht abzuzeichnen. Anja will diesen Baum am liebsten nie wieder sehen, weil er ihr unheimlich vorkommt. Doch Ville, einer ihrer finnischen Freunde, fotografiert ihn begeistert und erzählt ihr von Waldgeistern, die man besser nicht aufschrecken sollte. Nicht nur der Baum wirkt gruselig. Der ganze See macht Anja Angst und nachdem sie erfahren hat, dass Kinder dort gestorben sind, will sie nur noch nach Hause. Der Regen, die Kälte und die hohen Bäume tun ihr übriges. Bald beginnt für sie der Kampf gegen die eigene Angst und Einbildung, denn der Lake Bodom hat mehr als ein dunkles Geheimnis zu bieten.

Ein Riss in der Idylle

Die Kinder von Bodom ist nicht nur eine Geschichte über den See, sondern auch über die fünf junge Menschen und deren Beziehungen zueinander. Anja ist vor allem wegen Ville da, der mit den Fotos vom See sein Kunstprojekt fertig stellen will. Sie scheint verliebt in den jungen Mann zu sein, der das jedoch nicht mitbekommt, sondern vor allem mit seinem besten Freund Joonas redet. Dieser hat seine Freundin Sanna mitgenommen, die genauso wenig mit Fotografie anfangen kann wie Anja. Beide fühlen sich schnell als Außenseiter, denn auch Tuulikki, eine Freundin von Anja und Ville, ist wegen Bildern mit zum See gekommen. Trotzdem finden Anja und Sanna nicht zueinander und unterstützen sich. Stattdessen entdeckt Sanna, dass die Kinder am See ermordet wurden. Es kommt zum Streit zwischen ihr und ihrem Freund Joonas. Nach diesem Streit trennt sich die Gruppe – und es wird nicht der einzige Streit bleiben. Geschickt stellt die Autorin dar, wie die Freundschaft auseinanderfällt und der Schrecken sie gefangen nimmt. Die Angst und der eigene Überlebenswille wird wichtiger als die Freunde.

Was ist die Wahrheit?

Die Geschichte bietet viel Interpretationsspielraum und der Lesende stellt sich immer wieder die Frage, was nun Wahrheit ist und was Einbildung. Die Atmosphäre des Sees nimmt Anja bald gefangen und der Nebel verwirrt ihre Sinne. Deshalb bleibt es fraglich, was sie alles wirklich sieht und was sie sich, im Bann der Landschaft, alles einbildet. Die Autorin schafft es diese Illusion bis zum Schluss aufrecht zu erhalten und sprachlich erhöht sich, je weiter die Handlung fortschreitet, die Spannung. Was die Ereignisse für den Lesenden noch undurchdringlicher macht, ist, dass die Ermordung der Kinder auf wahren Tatsachen beruht. Am Ende bleibt es an den Lesenden zu entscheiden, was er glaubt und was nicht.

Fazit

Mir gefällt Die Kinder von Bodom sehr gut. Es ist eine relativ kurze Geschichte von ungefähr 100 Seiten und durch den Schreibstil lässt sich der Roman schnell lesen. Er setzt dabei ein bekanntes Horrorthema – eine Gruppe Jugendliche zeltet allein in der Wildnis – auf eine neue Art und Weise, da hier auch reale Ereignisse eine Rolle spielen. Besonders gut ist dabei geschildert, wie sich die Beziehungen der Figuren untereinander verschlechtern und das Gleichzeitig mit dem Kippen der Ereignisse einher geht. Wer eine unheimliche und kurzweilige Geschichte lesen will, für den ist Die Kinder von Bodom ein gutes Buch.

© Alea Libris

Ivy

Wenn Ivy nicht gerade ihre Zeit in der Hochschule verbringt, wo sie lernt sich im Informationsdschungel zurecht zu finden, verbringt sie ihre Zeit mit dem Horten von Büchern. Innerlich weiß sie, dass ihr in nächster Zeit der Platz für all ihre Neuerwerbungen ausgehen wird – trotzdem kann sie es nicht lassen, neue Funde mitzubringen. Sonst sind auch keine Mangas oder Comics vor ihr sicher, da doch alles irgendwo noch einen Platz finden wird. Sonst hat sie eine große Schwäche für gute und besondere Geschichten, Eulen und Schildkröten in jeder Form und Merchandise von "Gintama". Wenn sie mal keine Bücher kauft und liest, schreibt sie selbst.

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