Die Götter der Dämmerung

Eine Forschungsgruppe auf der Erde. Ihr Weg war sehr lang, denn sie kommt von einem fernen Planeten. Ihr Auftrag: dokumentieren und den Menschen bei ihrer Entwicklung weiterhelfen. Ihr Ziel sind die Maya, doch während alle Teammitglieder versuchen, ihre Aufgaben zu erfüllen, werden sie von dunklen Dämonen bedroht und bald scheint nichts mehr, wie es war. Autorin Jasmin Engel führt den Lesenden in ihrer Erstveröffentlichung Die Götter der Dämmerung in die Welt der Maya, Mythen und Raumschiffe. Das Buch ist am 8. Juni 2020 beim Oldib Verlag erschienen.

   

Wir schreiben das 7. Jahrhundert nach Christi und befinden uns in Südamerika. Dort befindet sich die Mayakultur auf ihren Höhepunkt. Die Maya errichten große Städte, verehren ihre Götter und bekommen Besuch. Dieser Besuch kommt von weit her – aus dem Weltraum. Eine Gruppe außerirdischer Forscher und Diplomaten reist mal wieder auf die Erde, um die Menschen zu besuchen. Die Aufgabe der Außerirdischen ist klar: Sie wollen die Fortschritte der Maya dokumentieren und ihnen bei ihren technischen Fortschritten zu helfen. Auch Xio und Ilu reisen in dem Raumschiff mit. Beide können sich nicht ausstehen und geraten oft in Streit miteinander. Trotzdem merken sie bald, dass sie aufeinander angewiesen sind – denn beide werden auf der Erde von Versionen über dunkle Dämonen geplagt und müssen sich bald großen Gefahren stellen.

Götter, Abenteurer oder Beobachter?

Originaltitel Die Götter der Dämmerung
Ursprungsland Deutschland
Jahr 2020
Typ Roman
Bände 1
Genre Science-Fiction, Präsastronautik
Autorin Jasmin Engel
Verlag Oldib Verlag
Veröffentlichung: 8. Juni 2020

Die Götter der Dämmerung erzählt die Geschichte von Forschern, die in einem Konflikt stecken. Denn sie müssen ihren Platz auf der Erde finden und ihre Aufgabe erfüllen bevor sie sich wieder auf den Weg zu ihrem Planten zurück machen. Die Menschen betrachten sie als Götter, die vom Himmel kommen, und verehren sie dementsprechend. Der Auftrag der Forschungsgruppe ist es jedoch die Menschen zu beobachten, geschichtliche Dokumente aufzuzeichnen und Gebäude und andere Kunstwerke für die Ewigkeit abzuspeichern. Gleichzeitig fühlen sich die Crewmitglieder des Raumschiffes auch wie Abenteurer, die den fremden Planeten erobern. Doch was sind sie wirklich? Manche der Forscher lieben es, dass sie wie Götter verehrt werden, anderen ist das peinlich. Die unterschiedlichen Umgangsweisen dieses Konflikts bestimmen oftmals die Handlung des Romans.

Überall sind Außenseiter

Viele Figuren in Die Götter der Dämmerung sind Außenseiter. So gibt es Xio, der Thokadier zu einem ganz anderen Volk gehört wie die restliche Raumschiffbesatzung. Xio sieht anders aus und kommt mit vielen Verhaltensweisen seiner Crewmitglieder nicht zurecht und so wird er zum Außenseiter, der es gewohnt ist, für sich allein zu agieren. Aber auch sein Feind Ilu scheint nur auf den ersten Blick in der Gemeinschaft integriert zu sein. In Wirklichkeit fühlt sich Ilu ausgeschlossen, weil er selbst von Visionen geplagt wird, was in seinem nibiruanischen Volk nicht akzeptiert ist. Diese beiden völlig verschiedenen Charaktere finden sich jedoch im Laufe des Romans zusammen und bilden gemeinsam eine Einheit und versuchen zusammen alte Dämonen zu bekämpfen. Doch nicht nur Ilu und Xio sind Außenseiter. Auch eine der Leiter der Expetition, Etharah, ist bei ihrer Suche nach den Spuren ihres ehemaligen Geliebten auf der Erde allein. Oder Jarikis, eine thokadiesche Abenteuerin, fühlt sich unter all den Nibiruanern, die sie trifft, ziemlich allein. Ihr Geliebter versteht sie nicht und deutet an, dass er Angst vor ihr habe. Durch diese Erfahrungen errichtet Jarikis eine Mauer um sich, um sich vor Angriffen zu schützen. Und schließlich ist auch das Mayamädchen Muan mit ihrem Wunsch von einem Gott ausgewählt zu werden für sich allein und merkt gar nicht, dass andere Maya sich ihr annähern wollen.

Müssen wir unsere Geschichte umdenken?

Die Götter der Dämmerung gehört zum Genre der Präastronautik. Dabei geht es darum, dass unsere Welt schon vor vielen Jahrtausenden von Außerirdischen besucht wurde und sie haben versucht, die Geschicke unsere Welt zu lenken. Damit stellt die Autorin Jasmin Engel die Frage, ob wir die Geschichte unserer Vorfahren überdenken müssen. Haben sie es wirklich geschafft allein all die bahnbrechenden Entdeckungen zu machen und die großartigen Bauwerke zu bauen oder hatten sie doch Hilfe? Geschickt webt die Autorin dabei geschichtliche Fakten in die Geschichte ein, sodass der Lesende auch sehr viele Informationen über die Mayakultur erhält. Der Schreibstil ist flüssig und packend. Der Roman liest sich schnell und die Perspektivwechsel ermöglichen den Einblick in viele verschiedene Charaktere.

Fazit

Die Götter der Dämmerung gefällt mir sehr gut. Bisher habe ich noch nie ein Buch über Präastronautik gelesen, aber dieses Genre finde ich interessant. Es versucht Fragen zu beantworten, die wir selbst nicht klären können. Wie haben es die Maya ohne technische Mittel und ohne das Rad geschafft, sich zu einer Hochkultur zu entwickeln? Den Lösungsvorschlag, dass Außerirdische ihnen geholfen haben und dafür die Menschen teilweise als Forschungsobjekte betrachten, finde ich eine neuen Lösungsansatz. Auch sonst packt mich Die Götter der Dämmerung und ich habe das Buch sehr schnell durchgelesen. Besonders Xio und Ilu, die sich gegenseitig anfangs gar nicht ausstehen können, finde ich sehr charmant und ich habe beide Charaktere ins Herz geschlossen.

© Oldib Verlag

Ivy

Wenn Ivy nicht gerade ihre Zeit in der Hochschule verbringt, wo sie lernt sich im Informationsdschungel zurecht zu finden, verbringt sie ihre Zeit mit dem Horten von Büchern. Innerlich weiß sie, dass ihr in nächster Zeit der Platz für all ihre Neuerwerbungen ausgehen wird – trotzdem kann sie es nicht lassen, neue Funde mitzubringen. Sonst sind auch keine Mangas oder Comics vor ihr sicher, da doch alles irgendwo noch einen Platz finden wird. Sonst hat sie eine große Schwäche für gute und besondere Geschichten, Eulen und Schildkröten in jeder Form und Merchandise von "Gintama". Wenn sie mal keine Bücher kauft und liest, schreibt sie selbst.

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