Ace in Space

Schnelle Raumjäger, tollkühne Stunts im Weltraum und das immer im Livestream – das ist die Welt der Jockey-Gangs. Sie alle wollen die Aufmerksamkeit ihrer Followern und legen sich dafür mächtig ins Zeug. Für Danai ist dieses neue Leben eigentlich nicht und doch steckt sie nun mitten drin im Gangleben. Doch dieses ist nicht immer so unbeschwert wie es scheint. Mit Ace in Space legt das Autorenpaar Judith und Christian Vogt einen rasanten Roman vor, der seine Lesenden mit in die Weiten des Weltraums nimmt. Für alle, die auch mit einem Raumjäger durchstarten wollen, ist der seit dem 30. Juni 2020 im Handel erhältlich.

 

Die “Daredevils” ist eine von vielen Jockey-Gangs, die in den Weiten des Weltalls auf der Jagd nach Klicks sind. Ihr neustes Mitglied ist Danai, die eigentlich gar nicht so viel vom Jockey-Dasein hält. Doch sie braucht den Schutz, den die Gang bietet, denn schließlich ist sie von ihrer alten Stelle als Konzernpilotin und ihrem Heimatkonzern Hadronic Inc. geflohen – und das in einem gestohlenen Raumjäger. Ruhe findet Danai bei den Daredevils jedoch nicht. Sie muss sich gegen die anderen Gangmitglieder, wie beispielsweise den Ganganwärter Kian, behaupten und beweisen, dass sie ein Fliegerass ist. Da würde eine Flugchallenge gegen gegnerische Gangs eigentlich recht gut passen, wenn das nicht nur ein Vorwand wäre, um Kians Exfreundin auf dem Planeten Valoun II zu helfen. Diese befindet sich mitten in einer Auseinandersetzung mit dem Konzern Hadronic Inc.. Und so muss sich Danai ihrer Vergangenheit stellen.

Der Konzern, die Jockey-Gang und Valoun II

Originaltitel Ace in Space
Ursprungsland Deutschland
Jahr 2020
Typ Roman
Bände 1
Genre Science-Fiction
Autoren Judith und Christian Vogt
Verlag Ach je Verlag
Veröffentlichung: 30. Juni 2020

Ace in Space beginnt mit Danais Einführung in die Jockey-Gang Daredevil. Dabei hat sie von Anfang an mit Widrigkeiten zu kämpfen, denn schließlich ist sie sofort ein Vollmitglied statt nur einem Anwärter. Der Grund dafür ist schnell klar: Gang-Chefin Marlene ist Danais Mutter. Diese gewährt ihrer Tochter jedoch nicht umsonst Schutz. Danai soll für viele Klicks im Datanet sorgen, denn je mehr Klicks desto mehr Geld gibt es. Damit hatte Danai nicht gerechnet – ebenso wenig, dass sie zu Valoun II fliegen muss. Valoun II ist ein Planet mit wichtigen Rohstoffen und diese werden den Siedlern nicht nur von den Konzernen, sondern auch von der religiösen Sekte der Gater streitig gemacht. Bei dieser blutigen Auseinandersetzung, die den Rest des Universums nicht interessiert, sollen die Daredevils die Siedler unterstützen. Doch das ist leichter gesagt als getan, denn schließlich will sich niemand mit den Konzernen anlegen. Und auch Danai wollte nie wieder nach Valoun II zurück, denn schließlich war es ein Auftrag auf diesen Planeten, der sie dazu getrieben hatte ihr bisheriges Leben aufzugeben.

Wer will ich sein?

Die gesamte Geschichte von Ace in Space dreht sich vor allem um die drei Hauptfiguren. Zum einen gibt es Danai, die mit ihrer eigenen Vergangenheit und ihrem Stottern zu kämpfen hat. Sie muss sich entscheiden, wer sie sein will. Konzernpilotin oder Jockey-Gang-Mitglied? Anonym oder ein Star im Datanet? Auch Kian, ein Anwärter zum Vollmitglied der Daredevils, ist sich nicht sicher, was er möchte. Wer es die richtige Entscheidung sein Studium hinzuschmeißen und jetzt bei den Daredevils mitzumischen? Und wie sehr hängt er noch an einer Ex-Freundin Neval, die sich mitten im Krisengebiet Valoun II befindet? Und schließlich ist sich auch Neval nicht sicher, was sie nun tun soll. Eigentlich wollte sie nur die Siedler gegen die Konzerne unterstützen, da sie Konzernrecht studiert hat. Aber nun steckt sie in einem Krieg zwischen Konzern, Gatern und Siedlern. So hatte sie sich das alles nicht vorgestellt. Und die Gedanken an ihre verstorbenen Freunde und die Angst vor die Zukunft verfolgen sie weiter. Um diese drei Charaktere dreht sich die Handlung von Ace in Space und es geht immer wieder um die Frage, wer man sein möchte und warum.

No fomo und no yolo

Besonders an Ace in Space ist vor allem die vollkommene Offenheit für jede Art von Sexualität. Jeder darf mit jedem, wie es ihm gefällt. Schließlich gilt man als Spießer, wenn man immer nur mit einer Person schläft. “No fomo” ist bei allen Gangmitgliedern out. Diese Offenheit schlägt sich nicht nur in der Handlung wieder, sondern auch in der Sprache. Nicht nur werden auch geschlechtsneutrale Pronomen benutzt, sondern Begriffe wie “no fomo” oder “no yolo” – was bedeutet, dass eine Aussage keine sexuelle Implikation hat – werden verwendet, um sich selbst und seine Umgebung zu beschreiben. Doch nicht nur im Sinne der Sexualität ist Ace in Space offen. Es werden auch andere Themen, wie Stottern oder das Down-Syndrom, angesprochen. Damit wird Ace in Space zu einem herausragenden Beispiel für Diversität in der Literatur.

Fazit

Ich habe Ace in Space innerhalb weniger Tage gelesen und das liegt nicht nur an dem rasanten Tempo, in welchem das Buch geschrieben ist. Für mich ist die Jockey-Welt und deren Begriffe zwar etwas ganz Neues, aber die Thematik der Anonymität im weltweiten Datanet – oder Internet – trifft einen Nerv bei mir. Außerdem ist es wirklich toll, endlich mal ein Buch zu lesen, was Diversität so zelebriert wie Ace in Space. Es ist einfach eine Freude zu lesen, wie verschiedene sexuelle Orientierungen alltäglich nebeneinander leben und wie bestimmte Probleme, beispielsweise Danais Stottern, keine großen Probleme bringen. Ich hoffe sehr, dass es noch weitere Bücher im selben Universum geben wird.

© Ach Je Verlag


Seit dem 30. Juni 2020 im Handel erhältlich:

Ivy

Wenn Ivy nicht gerade ihre Zeit in der Hochschule verbringt, wo sie lernt sich im Informationsdschungel zurecht zu finden, verbringt sie ihre Zeit mit dem Horten von Büchern. Innerlich weiß sie, dass ihr in nächster Zeit der Platz für all ihre Neuerwerbungen ausgehen wird – trotzdem kann sie es nicht lassen, neue Funde mitzubringen. Sonst sind auch keine Mangas oder Comics vor ihr sicher, da doch alles irgendwo noch einen Platz finden wird. Sonst hat sie eine große Schwäche für gute und besondere Geschichten, Eulen und Schildkröten in jeder Form und Merchandise von "Gintama". Wenn sie mal keine Bücher kauft und liest, schreibt sie selbst.

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