The Ancient Magus’ Bride

Lesezeit: 6 Minuten

Flammende Phönixe, Feuergeister, Waldfeen und Magier. Es gibt zahlreiche Charaktere in der Welt von The Ancient Magus’ Bride und alle von ihnen sind einzigartig mit packenden Hintergrundgeschichten. Nach einem großen Erfolg mit Attack on Titan entführt uns das Studio Wit in die Welt der Magie. Nach dem Vorbild des Mangas Die Braut des Magiers von Kore Yamazaki (Frau Faust), der seit 2013 vom Tokyopop Verlag in Deutschland veröffentlicht wird, produzierte das Studio 2017 die Animeserie The Ancient Magus’ Bride. Eine Fantasy-Geschichte mit Drachen, magischen Wesen und einem sprechenden Hundemenschen, gemischt mit vielen emotionalen Szenen in die der mysteriöse Magier Elias Ainsworth das 16-jährige Mädchen Chise mitnimmt. Was sie wohl alles erwartet?

Chise Hatori hat seit ihrer Kindheit die Gabe, geheimnisvolle Wesen zu sehen, die sonst niemand wahrnehmen kann. Genau diese Fähigkeit ist für sie ein Fluch, unter dem sie enorm leidet. So verliert das Mädchen seinen Lebenswillen und beschließt, sich in die Sklaverei zu verkaufen. Bei einer Auktion verändert sich Chises Leben schlagartig, als ein mysteriöser Magier mit einem Tierschädel namens Elias Ainsworth sie für eine sehr hohe Summe als seinen Lehrling und zukünftige Braut kauft. Zudem erklärt er ihr, dass sie zu einer seltenen Gruppe von Leuten gehört, die als “Slay Vega” bekannt sind und Geister, Feen und andere Kreaturen wahrnehmen können. Chise reist gemeinsam mit Elias auf ein Landgut im Westen Englands und begleitet den Magier zu Treffen mit einer Vielzahl von Menschen und Lebewesen. Ein fantastisches Abenteuer beginnt.

Segen oder Fluch?

Unsere Welt ist geheimnisvoll, voller Wunder und mit vielen Unterschieden, sei es in der Kultur oder der Vielfalt der Menschen. Doch was passiert, wenn übernatürliche Lebewesen und mysteriöse Ereignisse hinter jeder Ecke auf einen lauern? Genau das sind Fragen, mit denen sich Chise von kleinauf beschäftigt und schließlich in eine Welt voller Magie eintaucht. Die Geschichte beinhaltet viele wundersame Charaktere, allerdings bilden den Mittelpunkt Chise und Elias auf ihren Reisen und bei ihren Begegnungen. Mit der Kraft einer Slay Vega fällt eine enorme Belastung auf Chise. Das bedeutet, dass sie die Magie aus ihrer Umgebung in sich aufnehmen kann. So erhält sie eine enorme Kraft, die allerdings aufgrund der körperlichen Anstrengung ein kurzes Leben für Chise bedeutet. Um dies zu verhindern, nimmt Elias sie als Lehrling auf um ihr sein Wissen weiterzugeben und sie zu schützen.

Wichtige Bezugspersonen

Originaltitel Mahoutsukai no Yome
Jahr 2017 – 2018
Episoden 24
Genre Slice of Life, Magie, Fantasy
Regisseur Norihiro Naganuma
Studio Wit Studio

Als Magier bekommt Elias immer wieder Aufträge und wird zu Hilfe gerufen, wenn es übernatürliche Vorfälle gibt. Bei diesen Unternehmungen begleitet Chise ihn als Lehrling. Dadurch begegnet sie vielen sehr unterschiedlichen Charakteren und knüpft Freundschaften. Vorneweg bekommt sie ihren Verbündeten Ruth, einen grimmigen schwarzen Wachhund, der nicht nur in Hundegestalt, sondern auch in Menschenform an ihrer Seite ist. Ruth und Chise haben eine enge Verbindung, denn durch Chise lernt der Hund mit dem Verlust eines geliebten Menschen fertig zu werden, was die beiden emotional sehr aneinander schweißt. Eine weitere wichtige Person ist die Fee Silky, die sich als Haushälterin um das Anwesen von Elias kümmert. Da sie nicht spricht, ist sie etwas schwer einzuschätzen und wirkt auf den ersten Blick relativ kühl. Allerdings ist sie unersetzbar.

Aus Erfahrungen lernt man

Es ist nicht vorhersehbar, welche Begegnungen noch auf Chise warten. So konfrontiert eine weitere Reise sie mit dem Magier Lindel, der das Land der Drachen behütet. Es wartet eine sehr emotionale Begegnung mit dem älteren Drachen Nevin auf sie, der seine Gabe zu fliegen und sein Augenlicht altersbedingt verloren hat. Doch er lebt in Frieden, umgeben von vielen jüngeren Drachen und genau dieses Glücksgefühl gibt er an Chise weiter. Auch die Vergangenheit von Elias bleibt lange im Dunkeln, doch durch den Magier Lindel erfahren die Zuschauer gemeinsam mit Chise ein bisschen mehr über den geheimnisvollen Bräutigam. Dadurch, dass Elias kein Mensch ist, hat er in manchen Situationen Verhaltensunsicherheiten. Das alles macht ihn zu einem interessanten Charakter, da er auf der einen Seite wie eine Vaterfigur für Chise sein will, aber auf emotionaler Ebene eiskalt wirkt, da er keine Emotionen kennt. Er bringt Chise die Magie bei, dafür möchte er von ihr etwas über Gefühle lernen.

Magische Anziehungskraft

In ihrem wunderschönen neuen Zuhause von bezaubernden Landschaften umgeben,  lernt Chise viele magische, aber auch nichtmagische Wesen kennen und das aus einer ganz anderen Sicht. In ihrer Kindheit wurde sie von diesen monsterartigen Kreaturen in die Ecke gedrängt sowie eingeschüchtert, nun lernt sie unter anderem die Elfen des Waldes kennen. Sie haben ein starkes Interesse an Chise und versuchen sie auch aus Spaß mit in ihr Reich zu nehmen. Aufgrund der Gabe des rothaarigen Mädchens fühlen sich viele Wesen zu ihr hingezogen, wie beispielsweise schafsähnliche Wesen oder auch Salamander und Lurche. Sie suchen oft einfach nur die Nähe zu Chise, was zu netten Szenen führt, in denen das Mädchen einfach ein Tier auf dem Schoß hat und es streichelt.

Fans von Mythen und Sagen

Nicht nur durch die Magie, sondern auch aufgrund der verschiedenen Charaktere bewegt sich die Geschichte im mystischen Bereich. So kommen einige Bräuche und Sagen zum Vorschein. Chises und Elias’ Gegenspieler Carthaphilius ist eine Figur aus christlichen Volkssagen des 13. Jahrhunderts. Er wurde von Gott verflucht, ewig zu leben, nachdem er Gottes Sohn beleidigt hatte. Dazu kommen Elfenkönig Oberon und Feenkönigin Titania, die aufgrund ihres Auftretens und ihrer Verhaltensweise authentisch wirken. Die Gestalt von Elias erinnert etwas an einen walisischen Brauch namens Mari Lwyd, bei dem ein Pferdeschädel aus Holz oder Pappe an einem Stock befestigt und verziert wird. Zudem weist seine Gestalt, wenn er sich in ein Ungeheuer verwandelt, Ähnlichkeiten zu der fiktiven Gestalt Wendigo auf.  Tiefgründige Themen sind in der Geschichte eingebaut, etwa wie einen Platz im Leben zu finden, an dem man sich geborgen fühlt oder die Verarbeitung schmerzhafter Erfahrungen und Erinnerungen. Dinge, mit denen sich Chise auseinandersetzen muss. Es dauert verhältnismäßig lange bis sie wieder Vertrauen in sich selbst hat und erkennt, dass sie es verdient hat zu leben. Sie entwickelt sich zu einem Mädchen voller Liebe und Verständnis, ohne Angst vor Elias’ Monsterform. Ohne zu zögern, geht sie auf ihn zu und bleibt bei ihm, obwohl selbst Elias sagt, dass er im Falle einer Verwandlung für nichts garantieren kann. Das zeigt ihre Güte und wieviel ihr der Mann, der ihr das Leben gerettet hat, bedeutet.

Das Aufbauen von Gefühlen

Auch wenn der Titel eine Liebesgeschichte suggeriert, könnten Romantikfans eventuell enttäuscht werden. Trotz Liebesszenen liegt der Schwerpunkt darauf, langsam Vertrauen und Gefühle aufzubauen. Dies hat zum Teil auch damit zu tun, dass Elias nicht versteht was, die Liebe ist, da ihm das menschliche Gefühl fehlt und Chise durch ihre Erfahrungen in der Vergangenheit verlernt hat, Emotionen zu zeigen. Vertrauen spielt eine sehr große Rolle und wird in einem realistischen Tempo aufgebaut. Wer Details liebt, kann sich in diesem Anime auf einiges freuen. Sowohl im Garten als auch im Arbeitszimmer tummeln sich die geheimnisvollen Wesen. Ernstere Szenen werden durch sie aufgelockert, wenn sie sich auf einmal an Chise herankuscheln oder Ruth anfängt etwas zu beobachten. Das Charakterdesign ist faszinierend und mit vielen Kleinigkeiten versehen. So wirkt Elias mit seinem skelettartigen Schädel und seinen rot leuchtenden Augen zuerst sehr bedrohlich, doch Chibi-Versionen lockern de Serie auf. Gerade bei Elias bekommt man so des Öfteren zu sehen, dass er aus dem Mädchen nicht ganz schlau wird und Fragezeichen über dem Kopf hat.

Regie und Sound

Unter der Regie von Naganuma Norihiro (Blood-C – The Last Dark) und der musikalischen Leitung von Shouji Hata (One Punch Man) werden die Zuschauer in eine ganz eigene Welt entführt. Die Sängerin JUNNA gibt mit dem Opening “Here” einen schönen Auftakt in die ersten zwölf Folgen und ihre Stimme sowie die schönen Bilder harmonieren prima miteinander. Mit dem Ending “Wa -cycle-” feiert Hana Itoki ihr Debüt als Sängerin. Für die zweite Hälfte der Serie sorgen May’n mit dem Titel “You” für das Opening sowie AIKI & AKINO mit “Tsuki no mou Hanbun” für die Abspannmusik, die einen harmonischen Abschluss bildet. Sanfte Pianomelodien untermalen zudem Stadt- und Landschaftsbilder mit einer starken Wirkung. Trotz der Tatsache, dass der Manga noch nicht abgeschlossen ist, endet der Anime an einer passenden Stelle und gibt den Zuschauern einen Moment, bei dem man lächeln kann.

Fazit

The Ancient Magus Bride ist für mich eine Serie, die durch ihre Charaktere lebt. Seit ich den ersten Manga gelesen habe, bin ich begeistert von Elias. Bereits durch sein Aussehen ist er schwer einzuschätzen und aufgrund seines Schädels besitzt er in dieser Form keine Gesichtsmimik. Aber sein Verhalten macht ihn zu einem sympathischen Mann mit guten Manieren. Chise tut mir von Beginn an leid und wenn man ihre Vergangenheit kennt, kann man ihr Verhalten durchaus nachvollziehen und weiß warum es ihr so schwer fällt, Vertrauen aufzubauen. Im Anime wird es sehr verständlich gezeigt, wie sie nach und nach ihr Selbstbewusstsein wiederbekommt. Auch wenn die Handlung eher langsam voranschreitet, stört es nicht, dass es Episoden ohne Actionszenen gibt. Im Gegenteil finde ich es schön zu sehen, wie sich Chise von Beginn an an der Seite von Elias entwickelt. Als ich erfuhr, dass der Anime in Deutschland erscheinen würde, habe ich mich riesig gefreut und ein Platz in meinem Regal ist jetzt schon frei.

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