Ranking of Kings (Staffel 1)

Ist es möglich, trotz Handicap und Schwäche König zu werden? Dieser Kernfrage geht die Anime-Serie Ranking of Kings nach, die sich um den gehörlosen Protagonisten Bojji dreht. Die märchenhafte Geschichte entstammt aus der Zeichenfeder von Sosuke Toka und wurde durch Wit Studio (Seraph of the End) für die Anime Fall Season 2021 produziert. In insgesamt 23 Folgen kann das Publikum die Abenteuer des Prinzen Bojji verfolgen. Hierzulande ist die beliebte Produktion seit März 2022 vollständig beim Streaming-Anbieter Crunchyroll zu sehen.

   

Der Junge Prinz Bojji ist erstgeborener Sohn des Königs Bosse und möchte die Nachfolge seines Vaters antreten. Doch Bojji ist gehörlos und hinzu noch schwach, wodurch er nicht die besten Chancen für die Trohnfolge besitzt. Zumal es eine Rangliste der Könige gibt, die nach besimmten Kriterien die besten Könige aufstellt. Dabei spielen im Ranking der Wohlstand des Königreichs, die Anzahl von namhaften Kriegern und die Stärke des Königs eine wesentliche Rolle. Bojji wird von Anfang an vom Volk und von seiner Gefolgschaft für einen nicht geeigneten Thronfolger gehalten. Doch dann trifft er Kage, der sich als Dieb durch die Welt schlägt und sein Freund wird. Zwischen dem einsamen Schattenwesen und dem kleinen Prinzen entsteht eine tiefe Freundschaft. Bojji fasst dann neuen Mut und sein Leben nimmt eine dramatische Wende …

Prinz Bojji gibt nicht auf

Originaltitel Ousama Ranking
Jahr 2021–2022
Episoden 23 (in 1 Staffel)
Genre Fantasy, Abenteuer, Action
Regie Yosuke Hatta
Studio Wit Studio
Seit März 2022 vollständig auf Crunchyroll

Zunächst darf das Publikum den Protagonisten Bojji kennenlernen, der oft von den Menschen gehänselt wird. Dabei lässt er sich nicht anmerken, dass ihn so manche Gemeinheiten traurig stimmen. Zwar ist er gehörlos, aber er kann Lippenbewegungen in Worte übersetzen, wodurch er sehr wohl versteht, was die Personen sagen. Allerdings kann er nicht normal sprechen und muss sich daher auf andere Weise mit seinen Mitmenschen verständigen. So kommt in der Serie auch die Gebärdensprache zum Einsatz. Bei seinem arrogantem Halbbruder Daida sieht die Sache anders aus, denn er ist der zweitgeborene Sohn des riesigen Königs Bosse, besitzt keinerlei Handicaps und ist zudem noch talentiert. Nicht verwunderlich, dass Daida einen starken Rivalen im Kampf um die Trohnfolge darstellt. Zudem wird Daida von einem magischen Spiegel manipuliert, der eigene Pläne verfolgt. Doch für Bojji kein Grund zum Aufgeben, denn das Schattenwesen Kage steht ihm treu zur Seite. Kage, der selbst eine tragische Vergangenheit als ehemaliges Mitglied eines Attentäterclans vorzuweisen hat, unterstützt Bojji in allen möglichen Situationen.

Eine Reise und eine Menge Abenteuer

Bojji begibt sich mit den Gefolgsleuten Domas und Hokuro auf eine gefährliche Reise, um seinem Ziel näher zu kommen. Seine Stiefmutter Königin Hiling, wollte diese Reise zunächst verhindern, aber ließ sich am Ende doch erweichen. Königin Hiling stellt keine klischeehafte böse Stiefmutter dar, da sie sich immer liebevoll um Bojji kümmert und sich um ihn sorgt. So hinterlässt sie in der Geschichte einen sympathischen Eindruck. Bei den Intrigen, die sich am Königshofe abspielen, gerät sie aber auch selbst in Gefahr. Es wird erst nach und nach ersichtlich, welches Ziel der magische Spiegel verfolgt. Dabei erfährt die Zuschauerschaft, dass sich im Spiegel die Seele einer Frau namens Miranjo befindet, die in der Vergangenheit höllische Qualen erleiden musste. Sie ist somit der Drahtzieher hinter all dem Übel, der vielen Figuren wiederfahren ist. Außerdem pflegt sie eine besondere Beziehung zu König Bosse. In der Zwischenzeit kommt Bojji auf seiner Reise als Lehrling bei Despa unter. Despa ist der Bruder von Desha, dem König der Unterwelt. Er bringt Bojji geeignete Kampftechniken bei, die bei seinem schwachen Körper sehr effizient sind. Und mit der Zeit kann sich Bojji besser gegen seine Gegner behaupten, was seinen Freund Kage ins Staunen versetzt.

Eine fantasiereiche Welt

Bei genauer Betrachtung der Brüder, lässt es sich schnell feststellen, dass Daida von der Körpergröße älter aussieht, als sein Bruder Bojji. Allerdings ist hierbei genau das Gegenteil der Fall, denn Daida stellt den kleinen Bruder von Bojji dar. Doch viel auffälliger ist der Größenunterschied zwischen König Bosse und seiner Frau Hiling. Bosse ist nämlich ein Riese, während Hiling im Vergleich winzig daherkommt. Realistisch betrachtet könnten die beiden keine Kinder bekommen, aber in einer Fantasiewelt funktioniert das schon. Doch generell kommen eine Menge kreative Gestalten in dem Werk vor. Ob sprechende Schlangen, Dämonen oder gar Schattenwesen wie Kage, da sind keine Grenzen gesetzt. Doch auch Magie kommt zum Einsatz, was durch den magischen Spiegel kaum überraschen würde. Zudem kann Königin Hiling Heilmagie anwenden, was direkt ihren Namen erklärt, der sich offensichtlich von dem englischen Wort “Healing” ableitet. Der Schauplatz der Serie ist dabei eindeutig mittelalterlich, denn es wird mit Schwertern, Speeren, Langäxten oder gar Degen gekämpft und die Kleidungen sowie Rüstungen, lassen ebenfalls darauf schließen.

Optisch ungewöhnlich und märchenhaft

Bei Ranking of Kings nahm sich Yosuke Hatta seiner ersten großen Regie-Arbeit an und konnte mit der Umsetzung des Stoffes beweisen, dass er das Zeug zu diesem Posten hat. Die Folgen sind stimmig und spannend aufgebaut und das mittelalterliche Setting kommt wunderbar zur Geltung. Aber auch die emotionalen Szenen sind hervorragend umgesetzt. Insbesondere die zweite Folge verdient für die Vergangenheit von Kage ein Lob. Nur beim Pacing in der zweiten Hälfte schwächelt die Serie, da sich die Kämpfe gestreckt anfühlen und es langsam vorwärts geht. Generell geht es im zweiten Teil actionreicher zu. In den 23 Folgen setzt Hatta die Geschichte bis zum zwölften Band der Manga-Vorlage von Sosuke Toka um, wodurch das noch nicht das Ende des Werkes ist. Für den Anime-Bereich besitzt die Serie einen recht ungewöhnlichen Stil, denn optisch unterscheidet sie sich von den üblichen Produktionen aus Japan. Die Zuschauerschaft wird sich hierbei mit Sicherheit an Märchen erinnert fühlen. Ansonsten sind die Charakterdesigns durchaus auffällig, wie zum Beispiel die spitzen Nasen bei Hiling und ihrem Sohn Daida. Bei den Animationen enttäuscht Wit Studio nicht, denn auch bei diesem Titel liefert die Kreativschmiede wieder ordentliche Qualität ab. Dabei sind wieder einige bekannte Synchronsprecher zu hören. Darunter Yuki Kaji (Eren Jäger in Attack on Titan) als Daida, Takahiro Sakurai (Shogo Makishima in Psycho-Pass) als Despa, Ayumu Murase (Ryo Asuka in Devilman: Crybaby) als Kage und Maaya Sakamoto (Ciel Phantomhive in Black Butler) als Miranjo. Dagegen ist Minami Hinata (Luminaria in She Professed Herself Pupil of the Wise Man) als Bojji noch frisch im Geschäft und hat in ihrer Rolle nicht allzu viel zu sprechen, denn Bojji gibt größtenteils Laute von sich.

Und so klingen Bojjis Abenteuer

Zu Beginn wird das Publikum von dem Lied “Boy” der Band King Gnu (Ending 1 von Banana Fish) begrüßt, was gleichzeitig das erste Opening der Produktion darstellt. Das Intro sorgt für einen angenehmen Einklang in die Anime-Serie. Dabei fällt es relativ fröhlich aus und setzt in den Animationssequenzen einige der wichtigen Figuren in Szene. Abgelöst wird es durch das zweite Opening “Hadaka no Yuusha” des Künstlers Vaundy. Das Lied schafft es auf Anhieb zu überzeugen und optisch wird einiges geboten. Im direkten Vergleich lässt sich feststellen, dass “Hadaka no Yuusha” das bessere Intro der beiden ist. Bei den Endings macht das Lied “Oz.” von Yama (Opening von 2.43: Seiin High School Boys Volleyball Club) den Anfang. Es bietet einen ruhigen Ausklang aus den Folgen und wird schon allein wegen den großartigen Nachtbildern in Erinnerung verbleiben. Den Abschluss macht das Outro “Flare” von der Künstlerin milet (Ending 2 von Vinland Saga), welches vom Lied her nicht an das erste Ending herankommt. Die passende Hintergrundmusik für Ranking of Kings steuerte Komponistin Mayuko (Cells at Work!!) bei. Mit ihrer erzeugten Atmosphäre kann die Musik gekonnt das mittelalterliche Setting stützen.

Fazit

Ranking of Kings schafft es schon innerhalb der ersten Folgen, eine herzerwärmende und mitreißende Geschichte zu erzählen und im gleichen Zug das Publikum auf seine Seite zu ziehen. Dabei überrascht die Produktion mit einem Stil, der an Märchen erinnert, was im Anime-Bereich nicht alle Tage vorkommt. Die Hauptfiguren Bojji und Kage geben ein derart liebenswürdiges Duo ab, sodass man ihnen gerne durch die Handlung folgt. Besonders schön ist es mitanzusehen, wie Bojji Fortschritte macht und immer mehr Freunde hinzugewinnt. Daneben erweisen sich Königin Hiling und Despa im Verlauf als positive Überraschungen. Generell nimmt sich der Titel etwas Zeit, um die Figuren genügend auszubauen, denn sogar die Antagonisten hinterlassen hinterher einen deutlich besseren Eindruck. Etwas schwächelt die Produktion in der zweiten Hälfte beim Pacing und durch die Heilmagie springen die Charaktere oftmals dem Tod von der Schippe. Letztendlich kann sich Ranking of Kings als eines der großen Highlights aus dem Jahr 2021 herausstellen. Denn es ist eines dieser Juwelen, denen man alle paar Jahre über den Weg läuft. Fans von Fantasy und Märchen sollten sich den Titel also nicht entgehen lassen. Von der ungewöhnlichen Optik bloß nicht abschrecken lassen, denn damit würde man dem einzigartigen Titel Unrecht tun.

© Crunchyroll

Alva Sangai

Alva Sangai beschäftigt sich in ihrer Freizeit gerne mit Medien verschiedenster Art. Egal, ob Serien, Filme, Anime oder Manga. Dabei spielt es keine Rolle aus welchem Land die Produktionen stammen, denn Alva ist da sehr weltoffen. Des Weiteren hört sie gerne Musik, schreibt Geschichten und zeichnet ab und zu. Ein Tee oder ein Cappuccino darf dabei natürlich nicht fehlen. Nebenbei beschäftigt sich Alva mit den vielen Funktionen von Clip Studio Paint EX, denn sie möchte sich in der Zukunft an einem Web-Comic versuchen. Der Name Alva Sangai setzt sich aus dem Vornamen der Protagonistin ihrer ersten längeren Geschichte, sowie ”Sangai”, Hirschen die nur in Manipur (Indien) zu finden sind, zusammen. Sangai spielt also auf ihre Bollywood-Artikel an.

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