Pokémon 3 – Im Bann der Icognito

Lesezeit: 4 Minuten

Startschuss für das dritte Abenteuer! Am 25. Oktober 2019 erschien der dritte Pokémon-Film Pokémon 3 – Im Bann der Icognito als Neuauflage auf DVD und Blu-ray. Bereits 2000 in Japan angelaufen, eroberte der Film erstmals 2001 die deutschen Kinoleinwände und sollte auch bis ins Jahr 2017 der letzte Pokémon-Film sein, der es in die deutschen Kinos schaffen sollte. Aber genug der Nostalgie, denn nun hat jeder die Chance, die Geschichte um Ash, Molly und Entei im Heimkino zu erleben.

In der Stadt Greenfield erforscht Professor Hale, Vater der kleinen Molly, mysteriöse Ruinen der Icognito. Plötzlich wird er von ihnen in ihre Dimension gesaugt. Da Molly nun weder Vater noch Mutter hat, verfällt sie in große Trauer und spielt mit den Klötzen aus einer geheimnisvollen Box. Sie enthalten Symbole der Icognito und unwissend erschafft Molly eine Traumwelt, in der Entei ihr Vater ist, sie von einem Kristallschloss umgeben wird und sich jeder ihrer Träume erfüllt. Ash, Misty und Rocko sind während dieser Ereignisse zufällig in der Nähe, und als Entei die Mutter von Ash entführt, da sich Molly sehnlichst eine Mutter wünscht, sind sie gezwungen, sich in die Hölle des Löwen zu begeben …

Keine Zeit für eine Einleitung

Originaltitel Gekijoban Poketto Monsuta Kesshoto no Teio Entei
Jahr 2000
Laufzeit 74 Minuten
Genre Abenteuer
Regisseur Kunihiko Yuyama
Studio OLM

Die 74 Minuten Laufzeit fallen tatsächlich vollkommen storylastig aus. Eine große Einleitung gibt es nicht, der Film beginnt mit Molly, die mit ihrem Vater spielt. Nur wenige Minuten darauf verschwindet er auch schon und Molly erschafft mit den Icognito ihre Traumwelt. Lediglich der übliche Kampf von Ash gegen einen neuen Charakter ist natürlich wie immer enthalten. Diesmal heißt die Trainerin Lisa und freundet sich mit unseren Helden an. Leider fällt ihre Rolle so marginal aus, dass sie kaum wirklich wichtig für das Vorankommen der Story ist und der Zuschauer manchmal fast vergisst, dass sie ja auch noch existiert.

Die Sehnsucht nach den Eltern

Tatsächlich beschleicht den Zuschauer teilweise das Gefühl, dass Molly und nicht Ash die Hauptrolle des Films zu Teil wird. Das ist aber nicht schlimm, sondern sorgt für eine abwechslungsreiche Geschichte. Molly ist dabei nicht böse, sondern nur ein Kind, das sich nach seinen Eltern sehnt. Denn sowohl ihr Vater als auch ihre Mutter sind verschwunden, was für so ein kleines Mädchen natürlich besonders furchtbar ist. In ihrer Traumwelt ist ihr Vater ein Entei, so wie in den Geschichten, die er ihr immer erzählt hat. Delia, die Mutter von Ash, wird von ihr kurzerhand entführt und ist fortan ihre “Mama”. Dies gelingt durch Gedankenkontrolle, die sich bei ihr aber auflöst, sobald sie sieht, wie Ash versucht, in das Kristallschloss einzudringen, um sie zu retten. Dennoch spielt sie zunächst weiter mit und kümmert sich auch um Molly, da sie sieht, dass sie nur ein einsames Kind ist.

Ein außergewöhnlicher Film im schönen Gewand

In der langen Reihe der Pokémon-Filme nimmt dieser Film eine eher ungewöhnliche Rolle ein, macht aber sehr viel Spaß. Es gibt zahlreiche Kämpfe, aber auch die emotionale Komponente ist sehr wichtig und Kernpunkt der Geschichte. Besonders ist auch das Kristallschloss, das zwar die Umwelt zerstört, aber paradoxerweise trotzdem ausgesprochen hübsch aussieht. Inbesondere das aufpolierte Bild der Blu-ray lässt sich dabei sehr schön ansehen und sorgt für ein besonderes Seherlebnis. Etwas merkwürdig erscheint lediglich die Hintergrundgeschichte, dass Delia und Ash Molly und ihre Familie schon von früher kennen, aber das stärkt wenigstens den Aspekt, warum es Delia so wichtig ist, das Mädchen zu beschützen. Das Ende des Films ist aber natürlich ein Happy End, da Molly nicht nur ihren Vater, sondern auch ihre Mutter wiedersieht. Letzteres wirkt als Zuschauer etwas irritierend, da nicht klar gesagt wird, wie und warum sie verschwunden war. Dafür fällt die Rolle von Team Rocket erneut sehr lustig aus, insbesondere wenn sie sie vierte Wand durchbrechen.

Fazit

Der dritte Film hat mich sehr positiv überrascht. Ich habe den Film zum ersten Mal gesehen und hätte nicht erwartet, doch eine umfangreiche Story präsentiert zu bekommen, die vom üblichen Schema so sehr abweicht. Im Bann der Icognito spielt definitiv in der oberen Liga der Pokémon-Filme und mich hat die Geschichte sehr gefesselt. Molly tut mir einfach so leid getan und ich finde, dass ihre Handlungen zumindest angesichts ihrer Situation und ihres Alters nachvollziehbar sind. Auch nett ist es, einmal Ashs Mutter in einer größeren Rolle in einem Film zu sehen, auch wenn sie nicht allzu viel zu tun bekommt. Lediglich etwas enttäuscht bin ich darüber, dass das richtige Entei in dem Film gar nicht vorkommt, sondern eben nur als Illusion von Molly. Schade, wenn man bedenkt, dass das legendäre Pokémon quasi jedes Poster des Filmes ziert. Insgesamt dürfte jeder, der dem Pokémon-Franchise etwas abgewinnen kann, mit diesem Film sein Vergnügen haben.

© Polyband / WVG

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Ayla

Ayla ist Schülerin und beschäftigt sich hobbymäßig mit allen möglichen Medien, ohne dabei Beschränkungen zu kennen. Dennoch ist sie vor allem ein Serien- & Game-Junkie und liebt besonders actionreiche und dramatische Inhalte, wobei sie gleichzeitig für viele kindliche Themen zu haben ist, weshalb sie weiterhin großer Disney-Fan ist. Abseits ihrer Leidenschaft des Sammelns ihrer Lieblingsmedien schreibt Ayla gerne selbst Geschichten oder zeichnet Bilder, um sich so zu entspannen.

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