Penguin Highway

Habt ihr schonmal einen frei umherwatschelnden Pinguin mitten in der Stadt gesehen? Nein? Der Grundschüler Aoyama und die Bewohner seiner Heimatstadt erleben genau das, wobei nicht nur ein Pinguin durch die Straßen watschelt, sondern gleich eine ganze Kolonie! Im 2018er Anime-Film Penguin Highway von Hiroyasu Ishida aus dem Studio Colorido können wir der Handlung um die plötzlich auftauchenden Pinguine und dem damit einhergehenden Rätsel um diese folgen. Die ungewöhnliche Geschichte ist dabei eine Adaption von Tomihiko Morims gleichnamigen Roman. Bereits seit März 2020 hierzulande auf DVD und Blu-Ray erhältlich, konnte der Film auch im Rahmen des Japan-Filmfests 2020 vom 19. August bis zum 2. September 2020 bequem per Stream geschaut werden.

Der Viertklässler Aoyama ist ein sehr intelligenter Junge, der gerne Rätsel löst und bereits von seiner strahlenden Zukunft überzeugt ist. Als eines Tages plötzlich zahlreiche Pinguine in der Stadt auftauchen, möchte er unbedingt den Grund dafür herausfinden. Aber auch die Zahnarzthelferin, die Aoyama immer nur “Onee-san” (japanisch für große Schwester, in Japan ist es üblich, auch Frauen außerhalb der Familie so zu bezeichnen) nennt, gibt ihm einige Rätsel auf, denn sie scheint irgendwie mit dem merkwürdigen Phänomen, dass urplötzlich Pinguine auftauchen, verbunden zu sein …

Aoyamas Freundin “Onee-san”

Originaltitel Penguin Highway
Jahr 2018
Laufzeit 118 Minuten
Genre Coming-of-Age, Fantasy
Regie Hiroyasu Ishida
Studio Studio Colorido
Seit dem 13. März 2020 im Handel erhältlich

Die Zahnarzthelferin “Onee-san” ist Aoyamas erster Anhaltspunkt im Rätsel um die Pinguine, denn wie sich herausstellt, kann sie die Pinguine erschaffen, indem sie zum Beispiel eine Coladose in die Luft wirft. Die Beziehung zwischen Aoyama und “Onee-san” ist ein zentraler Punkt des Films, steht aber nicht die ganze Zeit im Fokus, denn auch die Beziehung zwischen Aoyama und seinen Freunden, mit denen er später gemeinsam am Pinguin-Phänomen forscht, wird ausreichend dargestellt. Gerade dass die Geschichte ein Kind und seine Freunde im Zentrum hat, sorgt dafür, dass der Film die Zuschauer auch ein Stück weit in die eigene Kindheit zurückversetzt. Denn Aoyama, sein bester Freund und ein kluges Mädchen in seiner Klasse, mit dem er sich gerade erst anfreundet, bilden eine Forschungsgruppe und erinnern so daran, wie als Kind alles möglich schien und noch hinter jeder Ecke ein Abenteuer wartete – ein Abenteuer, das hier ein immer größeres und weitreichendes Ausmaß annimmt.

Pengu-Power inmitten der Stadt

Natürlich ist es ausgesprochen merkwürdig, dass “Onee-san” einfach so Pinguine, die sie Pengus nennt, erschaffen kann. Solche skurrilen wie auch seltsamen Ereignisse ziehen sich jedoch durch den Film – unterhalten aber auch sehr gut. Die Balance zwischen dem realistischen Setting und den fantastischen Elementen funktioniert überraschend gut. Wer sich jedoch eine wirkliche Erklärung hinter der fantastischen Geschichte wünscht, wird hier nicht fündig. Penguin Highway erzählt eine rasante Geschichte, die jedoch bis auf das Finale hauptsächlich von eher ruhigen Momenten geprägt ist – die Gespräche zwischen Aoyama und “Onee-san”, seinem Vater oder seinen Freunden geben den individuellen Beziehungen mehr Tiefe. Die Haupthandlung um das Rätsel der Pinguine verschwindet aber nie vollständig im Hintergrund, obwohl sogar Zeit für rührende Momente fernab der Geschichte gefunden werden, zum Beispiel wenn Aoyama seine kleine Schwester tröstet.

Hiroyasu Ishidas gelungenes Debüt

Der Film präsentiert sich in wunderschönster Optik mit strahlenden, bunten Farben und flüssigen Animationen, die insbesondere in den fantastischen Szenen ihre Wirkung entfalten. Ebenso die Darstellung des sommerlichen Japans lädt die Zuschauer dazu ein, sich selbst vorzustellen, dort nach Pinguinen suchen zu wollen. Der meist eher unauffällige Soundtrack unterstreicht das Geschehene stets passend und ist doch so gut, dass man sich selbst den Abspann wegen der schönen Musik anschauen sollte. Für Regisseur Hiroyasu Ishida ist Penguin Highway dabei der erste Langfilm, nachdem er bisher nur Kurzfilme gemacht hat, weshalb er den meisten Anime-Fans vermutlich noch nicht geläufig ist. Mit diesem gelungenen Debütfilm kann man jedoch gespannt sein, was da noch an weiteren Filmprojekten folgen wird.

Fazit

Penguin Highway ist weder ein wirklich realistischer noch ein fantastischer Film, sondern irgendwie beides. Erklärt wird diese Tatsache zwar nicht wirklich, aber das muss er tatsächlich auch nicht, da die Verwebung beider Elemente ausgesprochen gut funktioniert und über die fast zwei Stunden großartig unterhält. Die skurrilen Momente tragen zum Charme bei und die Szenen zwischen Aoyama und seinen Schulfreunden, aber auch die mit “Onee-san” sind allesamt schön und authentisch gestaltet. Mir hat der Film viel Spaß gemacht, insbesondere wegen den Charakteren und der doch sehr spannenden Geschichte um das Rätsel der Pinguine.

© Kazé Anime


Im Handel erhältlich:

 

Ayla

Ayla ist Schülerin und beschäftigt sich hobbymäßig mit allen möglichen Medien, ohne dabei Beschränkungen zu kennen. Dennoch ist sie vor allem ein Serien- & Game-Junkie und liebt besonders actionreiche und dramatische Inhalte, wobei sie gleichzeitig für viele kindliche Themen zu haben ist, weshalb sie weiterhin großer Disney-Fan ist. Abseits ihrer Leidenschaft des Sammelns ihrer Lieblingsmedien schreibt Ayla gerne selbst Geschichten oder zeichnet Bilder, um sich so zu entspannen.

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