Mob Psycho 100 (Staffel 3)

Über 26 Episoden folgen wir seit 2016 einem Jungen mit Telekinese durch seine kleinen und vor allem großen Probleme. Mit Staffel 3 von Mob Psycho 100 setzte Studio Bones (Josie, der Tiger und die Fische) im Jahr 2022 nicht nur den Web-Manga von ONE (One-Punch Man) vollständig um, nein, es setzte in puncto Animation noch eine Geisterstärke darauf. Doch vor allem inhaltlich stellen sich die Fragen, ob Reigen mit der Wahrheit rausrückt, Geist Grübchen Gottstufe erreichte und ob Shigeo Kageyama alias Mob mit sich ins Reine kommt. Es gibt also noch einige offene Probleme, welche das Finale hoffentlich zufriedenstellend löst. Mit einem guten Vorrat an Taschentüchern und eine Prise Salz – Reigen lernte uns schließlich seine perfekte Exorzismus-Technik – bewaffnet, wagten wir uns an die letzten Folgen, welche seit dem 22. Dezember 2022 auf Crunchyroll verfügbar sind und präsentieren eine ausführliche Review.

Im letzten Gefecht gegen Klaueboss Suzuki ging Mob siegreich hervor. Er hinterließ jedoch einen gigantischen Brokkoli, der nun ein Teil des Stadtbilds ist und sogar zu einer richtigen Pilgerstätte wurde, denn die friedliche Psychohelm-Sekte verehrt das Gemüse und verbreitet Harmonie. Allmählich kippt jedoch die Stimmung in eine seltsame Richtung. Vor allem breiten sich die Wurzeln des Gewächses unaufhaltsam aus und zerstören sogar Gebäude. Ganz plötzlich erscheint auch der lange gesuchte Gründer sowie Erschaffer des heiligen Brokkoli-Baums. Allerdings ist es nicht Mob, der da auf der Bühne erscheint, auch wenn das Wesen ihm zum Verwechseln ähnlich sieht. Es wird daher Zeit für Reigen und seinem jungen Gehilfen, sich das Ganze einmal genau anzuschauen. Wo steckt eigentlich Grübchen?

Erzählstränge laufen zusammen

Originaltitel Mob Psycho 100
Jahr  2022
Episoden 12 in Staffel 3
Genre Action, Komödie, Supernatural
Regie Yuzuru Tachikawa
Studio Bones
Seit 22. Dezember 2022 vollständig auf Crunchyroll

In den letzten zwölf Folgen der dritten Staffel von Mob Psycho 100 laufen alle offenen Erzählfäden zusammen. So muss sich Mob endlich dem Problem stellen, dass seine übernatürlichen Fähigkeiten seit der ersten Staffel Aufsehen erregen. Damit wird der Abschnitt mit den Psycho-Helm-Mitgliedern zu Ende geführt und das spektakulär und sehr gefühlvoll. Schnell ist schließlich klar, dass Grübchen hier seine grünen Geistfinger im Spiel hat, sodass es zum erneuten, lang erwarteten Showdown. Allerdings läuft es nicht nach Schema F. ab. Die Geschichte geht viel eher auf die gemeinsame Zeit des Jungen und seines Geists ein und berührt schlussendlich auf ganzer Linie. Natürlich fliegen auch einige Kräfte durch die Gegend, die dem grünen Gewächs ordentlich an die Nieren gehen, dabei sogar Horror-Stimmung verbreiten.

Ein Junge geht seinen Weg

Mob lernte im Laufe seiner Abenteuer so viele unterschiedliche Menschen kennen. Das Leben aller hat sich dank des kleinen Schwarzhaarigen verändert und in paar schöne Szenen des Wiedersehens erwarten uns. Aber auch ruhige Momente, wie zum Beispiel die Shopping-Tour von Mob und Teru. Eine gute Portion Humor erwartet einen ebenfalls, welche aber diesmal aufgrund vieler dramatischer Ereignisse eher kleiner ausfällt, so aber auch besser passt. Die spannendste Frage jedoch stellt sich, wenn wir einen Blick auf den Protagonisten werfen, der sich im letzten Abschnitt seinem tiefsten, inneren Problem stellen muss: seinen Kräften. Welche Entscheidung wird er diesbezüglich treffen? Ohne Kämpfe läuft der Selbstfindungsprozess nicht vonstatten, denn wie immer kommt alles anders als gewohnt. Ein dramatisches Ereignis rüttelt ordentlich durch und sorgt für ein überraschendes Finale.

Meister und Schüler

Mob Psycho 100 präsentierte von Anfang an Kämpfe, die einen zum Staunen bringen. Darauf müssen wir auch im dritten Streich nicht verzichten. Abwechslungsreich und sehr kreativ geht es auch diesmal zur Sache, doch ein Ereignis stellt jeden fliegenden Stein in den Schatten, denn es ist die langersehnte Konfrontation zwischen Schüler und Lehrer. Reigens ehrliches, nicht durch Lügen verzerrtes Geständnis geht ihm über die Lippen und damit stellt er Weichen für eine neue Art der Beziehung. Dass da bei einmal Tränen rollen, ist verständlich. Mit jeder Menge Emotion bringt Reigens japanischer Sprecher Takahiro Sakurai (Suguru Getou in Jujutsu Kaisen) die einfachen Worte heraus. Es sind aber auch die, welche wir schon so lange hören wollten. Und auch die letzten Szenen schenken ein Lächeln, denn ein Junge findet zum Glück einen eigenen Weg zurück zu seinen Gefühlen.

Alle guten Dinge sind drei

Das dachte sich wohl auch das Produktionsteam rund um Regisseur Yuzuru Tachikawa (Death Parade), denn niemand ruhte sich auf seinen Lorbeeren aus. Viel eher setzt die finale Staffel einen weiteren schwebenden Stein auf ihre bereits beeindruckende Animationsleistung, welche schon in vorangegangenen entgegenschlug. Dabei sind es vor allem die fast ohne CGI auskommenden Kampfszenen, die durch die flüssigen Abläufe einen Sehgenuss der extra Klasse darstellen. Musikalisch bleibt alles beim Alten. Erneut tritt Kenji Kawai (Touken Ranbu: Hanmaru) seinen Posten für den Soundtrack an und auch beim Opening trat das Projekt MOB CHOIR wieder auf ans Mikrofon. Ihr Song „1“ entpuppt sich als flotter Ohrwurm. Die beiden Endings der Gruppe laden hingegen immer zu einem stimmungsvollen Ausklang ein.

Fazit

Es ist eine Achterbahn der Gefühle, welche die finale Staffel von Mob Psycho 100 präsentiert. Nicht nur Mob muss sich seinen Problemen offen stellen und die richtigen Worte finden. Alle dürfen das! Und das in so perfekten Szenen, dass keine Wünsche offen bleiben. Ob es nun die Konfrontation von Mob und Grübchen ist oder der Moment der Wahrheit bei Reigen – alle Karten kommen auf den Tisch und nehmen ordentlich mit. Das liebgewonnene Charakter-Design präsentiert sich ebenso wie die durchchoreografierten Kämpfe auf einem sehr hohen Niveau. Dass erneut das komplette Produktionsteam am Start ist, sehen und hören wir einfach. Deswegen fühlt sich dieses Finale einfach perfekt an. Bleibt am Ende nur das kleine Problem, von den Figuren endgültig Abschied nehmen zu müssen.

© Crunchyroll

Aki

Aki verdient ihre Brötchen als Concierge in einem großen Wissenstempel. Nie verlässt sie das Haus ohne Mütze, Kamera oder Lesestoff. Bei ihren Streifzügen durch die komplette Medienlandschaft ziehen sie besonders historische Geschichten an. Den Titel Sherlock Holmes verdiente sie sich in ihrem Freundeskreis, da keine Storywendung vor ihr sicher ist. Dem Zyklus des Dunklen Turms ist sie verfallen. So sehr, dass sie nicht nur seit Jahren jeden winzig kleinen Fetzen zusammensammelt. Nein, sie hat auch das Ziel, alles von Stephen King zu lesen.

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