Dorohedero

Pilze, schwarzer magischer Rauch und ein Echsenkopf. All das bietet der ungewöhnliche Anime-Titel Dorohedero. Der in Japan beliebte Manga von Q Hayashida besitzt nun auch seine Anime-Adaption. Die 12-teilige Animeserie stammt aus dem Studio MAPPA (Banana Fish) und wurde im Januar 2020 in Japan ausgestrahlt. Deutsche Zuschauer können die Serie seit Ende Mai auf Netflix schauen.

   

Kaiman lebt im Loch. In dieser Welt muss er sich vor den Magiern hüten, die regelmäßig kommen und ihre Magie an unschuldigen Menschen üben. Dabei passiert es schnell, dass jemand plötzlich wie ein Insekt aussieht oder in Einzelteile zerstückelt aufgefunden wird. Dementsprechend unbeliebt sind Magier im Loch, doch die Magier allein sind nicht Kaimans einziges Problem. Auch Kaiman wurde verzaubert: Er hat nun den Kopf eines Reptils statt eines Menschen und um das noch zu verschlimmern, kann sich Kaiman nicht an seine Vergangenheit erinnern. Doch da gibt es Nikado. Sie kann nicht nur die besten Gyoza machen, sondern hilft auch Kaiman dabei, sein Gedächtnis und seinen menschlichen Kopf wiederzufinden. Die beiden müssen sich jedoch vor En, einem sehr mächtigen Magier, in Acht nehmen. Dieser verfolgt seine eigenen Pläne und so kämpfen sich Kaiman und Nikado durch das Loch und die Magierwelt.

Verzwickte Geheimnisse

Originaltitel Dorohedoro
Jahr 2020
Episoden 12 (in Staffel 1)
Genre Science-Fiction, Action
Regie Yuichiro Hayashi
Studio MAPPA
Seit 28. Mai 2020 auf Netflix verfügbar

Das Loch, in welchem die Handlung von Dorohedoro beginnt, ist kein schöner Ort. Die Häuser sind verkommen und die Bevölkerung lebt in Angst vor den Magiern. Die Menschen sind teilweise sehr gewältig und nehmen kaum Rücksicht aufeinander. Da hat Kaiman Glück, dass niemand sich traut, mit ihm anzulegen – sein Reptilenkopf schreckt alle ab. So macht er sich in Ruhe auf die Suche nach Magiern. Diese bringt er jedoch nicht einfach nur um. Sie alle müssen ihren Kopf in Kaimans Maul stecken und der Mann in Kaimans Maul urteilt darüber, ob es sich nun um den Magier handelt, der Kaiman verhext hat oder nicht. Leicht ist diese Suche nicht. Kaiman findet nur langsam während den zwölf Folgen von Dorohedero Hinweise auf seine Vergangenheit. Trotzdem bleibt immer die Frage offen, ob er und Nikado nun auf der richtigen Spur sind oder auf eine falsche Fährte geführt wurden.

Vorsicht mit Pilzen

So unterschiedlich das Loch und die Magierwelt sind, so verschieden sind auch die einzelnen Figuren. Nicht nur Kaiman und Nikado umgeben mehrere Geheimnisse, die im Laufe von Dorohedero angeschnitten werden. Auch die Magier haben viel zu bieten. Da gibt es beispielsweise Shin und Noi, deren Aufgabe die Jagd nach Kaiman ist. Die beiden sind Handlanger des mächtigen Magiers En. En ist einer der Charaktere, die nicht leicht zu durchschauen sind. Auf der einen Seite ist er sehr egoistisch und wirkt unreif, aber auf der anderen Seite ist er berechnend und setzt seine Pläne ohne Rücksicht auf Verluste durch. Seine magische Fähigkeit ist übrigens, dass er alle und alles um sich herum in Pilze verwandeln kann – man sollte ihm also nicht zu nah kommen. Neben den Magiern und den Menschen im Loch gibt es auch noch die Teufel. Diese scheinen die Magierwelt zu kontrollieren und wichtige Aufgaben zu übernehmen, doch ihre genauen Aufgaben werden in der ersten Staffel von Dorohedero nur angeschnitten.

Psychodelische Zeichnungen

Was neben der Geschichte Dorohedero besonders macht, ist der Zeichenstil. Die Zeichnungen sind bunt und wirken teilweise wie psychodelische Bilder aus den 1960ern. Damit wird die Atmosphäre des Animes noch unterstrichen. Die Verwirrung der Geschichte schlägt sich in ebensolchen Bildern wieder. Gerade im Opening und im Ending wird dieser Effekt noch einmal verstärkt. Insgesamt betört Dorohedero sowohl die Sinne als auch die Gedanken. Der Anime besitzt eine Sogwirkung und die Handlung ist dabei so rasant, dass die zwölf Folgen viel zu schnell vorbeigehen. Dorohedero ist wie ein Trip in eine ganz andere Welt. Man lässt sich darauf ein und bleibt staunend zurück.

Fazit

Dorohedero verwirrt mich nach dem ersten Schauen immer noch ein bisschen. Es gibt so viel zu verarbeiten. Die Geschichte hat ein interessantes Konzept, aber am Ende wurde ich noch mit vielen Rätseln zurückgelassen. Ich mag den bunten und verwirrenden Zeichenstil. Er passt sehr gut zur Geschichte und mir gefallen auch die verschiedenen Charaktere. Insgesamt wünsche ich mir an manchen Stellen ein bisschen mehr Klarheit oder Erklärung zur Welt. Beispielsweise das Konzept mit den Teufeln oder wie die Magierwelt organisiert ist, mir noch nicht vollkommen klar. Ich hoffe sehr, die nächste Staffel nicht zu lange auf sich warten lässt, denn ich möchte wenigstens eine kleine Auflösung bekommen, was mit Kaiman passiert ist.

© Netflix

Ivy

Wenn Ivy nicht gerade ihre Zeit in der Hochschule verbringt, wo sie lernt sich im Informationsdschungel zurecht zu finden, verbringt sie ihre Zeit mit dem Horten von Büchern. Innerlich weiß sie, dass ihr in nächster Zeit der Platz für all ihre Neuerwerbungen ausgehen wird – trotzdem kann sie es nicht lassen, neue Funde mitzubringen. Sonst sind auch keine Mangas oder Comics vor ihr sicher, da doch alles irgendwo noch einen Platz finden wird. Sonst hat sie eine große Schwäche für gute und besondere Geschichten, Eulen und Schildkröten in jeder Form und Merchandise von "Gintama". Wenn sie mal keine Bücher kauft und liest, schreibt sie selbst.

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