Detektiv Conan – 22. Film: Zero der Vollstrecker

Detektiv Conan kennt man ja eigentlich für seinen titelgebenden Meisterdetektiven Conan Edogawa. Insbesondere in Japan heimst aber eine ganz andere Figur den Ruhm ein: Rei Furuya, besser bekannt als Toru Amuro. Auch “Zero” (bei der Sicherheitspolizei) oder “Bourbon” (bei der Schwarzen Organisation) genannt. Der verdeckte Ermittler ist so beliebt, dass er gar schon ein eigenes Spin-off hat: Die Manga-Reihe Zero’s Teatime, die seit Januar 2021 auch in Deutschland erscheint. Bei der Popularität der Figur ist es kein Wunder, dass diesem in der langen Reihe an Detektiv Conan-Verfilmungen mit dem 22. Film Detektiv Conan: Zero der Vollstrecker eine prominente Rolle eingeräumt wird. Bereits 2018 flimmerte der von TMS Studios produzierte Anime-Film über die japanischen Leinwände. Die deutsche Premiere erfolgte im Rahmen der KAZÉ Anime Nights Ende Juni 2019. Am 16. September 2019 erschien dann auch die Heimkino-Variante.

Eine große Explosion erschüttert Japan: der Ort des diesjährigen Gipfeltreffens wurde attackiert! Mehrere Polizisten sterben und nachdem zunächst von einem Unfall ausgegangen wird, findet sich dann doch schnell ein Hauptverdächtiger. Dieser ist kein anderer als Kogoro Mori, denn seine Fingerabdrücke werden am Tatort gefunden und weitere Hinweise häufen sich. Conan ist nun umso mehr in den Fall involviert, schließlich scheint hier ein Fall aus der Vergangenheit wichtig zu sein, bei dem Toru Amuro angeblich einen Verdächtigen zum Suizid getrieben hat …

Kogoro unter Tatverdacht

Originaltitel Meitantei Conan: Zero no Shikkonin
Jahr 2018
Laufzeit 110 Minuten
Genre Krimi, Action
Regie Yuzuru Tachikawa
Studio TMS Entertainment
Veröffentlichung: 16. September 2019

Auf Kogoros Festnahme reagiert natürlich auch seine getrennt lebende Ehefrau und Star-Anwältin Eri Kisaki. Sie selbst kann den Fall aufgrund der persönlichen Involvierung nicht übernehmen. Aber auch die ihr bekannten Anwälte sagen ab. Schließlich geht es um den berühmten “schlafenden Kogoro” und die Staatsanwaltschaft scheint ein großes Interesse daran zu haben, möglichst schnell selbst Anklage zu erheben. Stattdessen übernimmt eine unerfahrene Anwältin, die noch nie einen Fall gewonnen hat, die Verteidigung. Allerdings scheint diese nicht besonders daran interessiert zu sein, auch zu gewinnen. Conan wird hellhörig und stellt Nachforschungen an. Könnte jemand Interesse daran haben, dass Kogoro verhaftet und angeklagt wird? Ebenso konfrontiert er Toru Amuro, nachdem Ai diesen auf einem der Videos über die Explosion gesichtet hat. Toru gibt sich entsprechend geheimnisvoll und wirkt zunächst, als sei er skrupellos, Fans wissen jedoch, dass dahinter mehr stecken muss.

Eine verzwickte und komplizierte Handlung

Tatsächlich ist die Handlung durch die Involvierung vieler Institutionen (Polizei, Sicherheitspolizei, Staatsanwaltschaft, Büro für öffentliche Sicherheit) recht kompliziert, sodass einige Zuschauer*innen die Handlung womöglich als zu verworren empfinden könnten. Denn es ist ein Leichtes, den Überblick über den Handlungsverlauf zu verlieren. Dafür ist der starke Fokus auf die Juristik und das japanische Anklagesystem sehr spannend und erfrischend, sofern man sich auf diese Themen einlassen kann. Ebenfalls interessant und insbesondere nahe am Puls der Zeit ist die Thematik des Filmes. Denn schnell wird Conan klar, dass er es hier mit einem waschechten Cyber-Crime zutun hat, denn der Täter nutzte ein gewöhnliches Haushaltshilfegerät, das jedoch mit dem Internet verbunden war. Positiv hervorzuheben ist zusätzlich der verstärkte Fokus auf den Fall selbst, auch wenn (teils unnötig dramatisierte) Action-Szenen nicht ausbleiben. Letzten Endes besticht die Geschichte auch mit der ein oder anderen Wendung, die man nicht unbedingt vorhersagen kann. Der grobe Verlauf ist aber keine Überraschung.

Erforderlich: hohe Toleranzgrenze für die Action-Szenen

Dass die Filme deutlich actionreicher sind als die Manga-Kapitel oder Anime-Episoden, ist ja bereits ein Markenzeichen der Reihe. Ob man dies mag oder nicht, ist Geschmackssache, aber man weiß stets, worauf man sich einlässt. Aber selbst eingefleischte Action-Fans, die mit übertriebenen Action-Einlagen nicht hart ins Gericht gehen, werden sich bei einigen Szenen im Finale des Films wohl an den Kopf fassen. Hier hat man die Grenze zur Absurdität eindeutig überschritten und dass die letzten ausgesprochen actionreichen Minuten des Filmes relativ aus heiterem Himmel kommen, macht diesen Aspekt nicht besser. Regisseur Yuzuru Tachikawa (Death Parade) ist in der Anime-Welt zwar kein Unbekannter, war aber zuvor noch an keinem der Detektiv Conan-Filme beteiligt. Immerhin sind die Animationen des 22. Leinwandabenteuers des Meisterdetektivs auf einem zumeist hohen Niveau und enttäuschen anders als andere Film-Ableger (wie insbesondere sein Nachfolger), nicht mit besonders starrem CGI-Einsatz. Stattdessen sind die Animationen größtenteils flüssig und insbesondere die actionreichen Szenen kommen mit der entsprechend gelungenen Musikuntermalung (besonders hervorzuheben ist die Verwendung der charakteristischsten Musikstücke aus der Anime-Serie) einfach nur fantastisch daher. Der Ending-Song “Zero -ZERO-” von Masaharu Fukuyama überzeugt ebenfalls auf ganzer Linie.

Fazit

Detektiv Conan: Zero der Vollstrecker ist ein Film, der besonders mit Fanservice arbeitet: Viele coole Sequenzen mit Toru Amuro/Zero hier, bombastische Action-Szenen da und dazwischen eine zwar durchaus spannende Handlung, die aber nicht gerade zu den besten Geschichten in der langen Reihe an Filmen gehört. Dies ist jedoch keinesfalls negativ, denn in erster Linie unterhält der 22. Film wirklich gut, sofern man sich auf die doch zeitweise etwas komplizierte Handlung einlassen kann. Persönlich empfinde ich besonders die Thematik um Cyber-Crimes als sehr gelungen und auch wenn selbst ich die finalen Action-Szenen einfach nur noch lächerlich finde, gefallen mir die actionreichen Szenen, die durchaus packend inszeniert sind. Wer nicht gerade ohnehin schon etwas gegen die überzogenen Action-Einlagen in den Detektiv Conan-Filmen hat, wird also auch mit dem 22. Film Spaß haben.

© Kazé Anime


Veröffentlichung: 16. September 2021

Ayla

Ayla ist Schülerin und beschäftigt sich hobbymäßig mit allen möglichen Medien, ohne dabei Beschränkungen zu kennen. Dennoch ist sie vor allem ein Serien- & Game-Junkie und liebt besonders actionreiche und dramatische Inhalte, wobei sie gleichzeitig für viele kindliche Themen zu haben ist, weshalb sie weiterhin großer Disney-Fan ist. Abseits ihrer Leidenschaft des Sammelns ihrer Lieblingsmedien schreibt Ayla gerne selbst Geschichten oder zeichnet Bilder, um sich so zu entspannen.

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