This Lonely Planet

Lesezeit: 6 Minuten

Für Fans von Daytime Shooting Star gibt es Grund zur Freude: Seit November 2017 erscheint mit This Lonely Planet eine neue Reihe von Mangaka Mika Yamamori, welche Ehrengast von Kazé Manga auf der MCC 2018 sein wird. Um gut vorbereitet zu sein, schauen wir uns den neuen Titel genauer an und können jetzt schon sagen: Es wird liebenswert romantisch, denn die Hauptfigur Fumi muss wegen Geldproblemen bei dem gutaussehenden, aber grummeligen Autor Akatsuki Kibikino anfangen zu arbeiten.

  

Für Fumi war das Leben noch nie ein Zuckerschlecken, denn ihre Mutter ist verstorben und ihr Vater wegen seiner Arbeit kaum da. Als Letzterer eines Abends nach Hause kommt, erklärt er seiner Tochter, dass er 6 Millionen Yen Schulden (ca. 48.000 Euro) gemacht hat. Aus diesem Grund nimmt Fumi eine Stelle als Haushälterin an, denn ihr Ziel ist es, alles zu begleichen. Ihre Freude über eine gutbezahlte Stelle währt jedoch nicht lange. Denn ihr Arbeitgeber, der Autor Akatsuki Kibikino, ist wortkarg und ein ziemlicher Eigenbrötler. Trotzdem hat der junge Mann etwas an sich, was die 16-jährige Fumi nicht mehr loslässt.

Vom Regen in die Traufe

Originaltitel Tsubaki-chou Lonely Planet
Jahr 2015
Bände 2 / ?
Genre Romanze
Autor Mika Yamamori
Verlag Kazé Manga (2017)

Fumi, die einem von der ersten Seite an nur leid tun kann, schleicht sich schnell ins Herz des Lesers. Jeder von uns hätte genauso wie sie reagiert, wenn der neue Arbeitgeber — von dem sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal ahnt, dass er eben jener ist, in ihrer Vorstellung ist es ein gutmütiger alter Mann — halb tot im Flur herumliegt: Voller Schrecken. Während das erste Treffen der beiden Hauptcharaktere also mit einer guten Prise Humor unterlegt ist, vergisst man nie, dass Fumi das alles nicht ganz freiwillig macht. Sie gibt sich zwar als Starke, die sich nicht unterkriegen lässt — auch nicht bei diesem Berg an Schulden! — aber man bekommt immer wieder dargelegt, dass sie noch jung ist und in einem fremden Haus anfangen muss zu arbeiten und zu wohnen. Aktatsuki Kibikino zeigt sich zu Beginn nicht von seiner besten Seite. Doch diese lässt nicht allzu lange auf sich warten: So hilft er Fumi beim Einkaufen oder beschützt sie vor Einbrechern. Dass die junge Dame also immer mehr über den Autor wissen möchte, ist verständlich. Auf der einen Seite helfen ihr die Informationen über ihren Arbeitgeber, eine gute Haushälterin zu sein und auf der anderen Seite kommt es ihrem Wunsch zugute, den gut aussehenden Mann besser kennenzulernen. Auch wenn unsere Maid nicht weiß, was für Gefühle sich da langsam in ihr entwickeln, so ahnt man als Zuschauer, wo der Hase lang läuft: Unsere Heldin verliebt sich in Akatsuki Kibikino und auch andersherum scheint sich was zu tun.

Parallelen zu Daytime Shooting Star

Wie schon in Mika Yamamoris anderem Werk verliebt sich ein junges Mädchen in einen Erwachsenen. Auch das Aussehen von Heldin Fumi ähnelt dem von Suzume Yosano, nur dass erstere für ihr Leben gerne kocht und die andere ständig am Essen ist. Diesen Fakt nimmt die Autorin im ersten Band sogar in einem kleinen 4-Panel-Manga auf die Schippe. Ansonsten unterscheiden sich die beiden Werke genug voneinander. Neben den beiden ungleichen Mitbewohnern lernen wir noch Fumis beste Freundin You Tobiume kennen und den neuen Mitschüler Isshin Aioi, bei dem offen ist, ob er noch die Position eines Mitbewerbers um Yumis Herz einnehmen wird. Zeichnerisch kommt Mika Yamamoris Werk mit einer klaren Panelverteilung und zarten Strichführungen daher. Allgemein ist der Lesefluss sehr gut, sodass man förmlich durch die Seiten fliegt und viel zu schnell am Ende ankommt. Was aber auch daran liegen kann, dass die Bilder recht groß sind und es wenig Text gibt. Daran, dass die Outlines der Panels extrem dick sind, muss man sich etwas gewöhnen.

Erster Eindruck:

Ich habe Daytime Shooting Star sehr gerne gelesen und war daher sehr gespannt, wie die neue Reihe sein wird. Der erste Band, den ich mir ausleihen konnte, war so gut, dass ich ihn mir selbst gekauft habe. Fumi ist einfach liebeswert und ihr Schicksal hat mich gleich gepackt. Atatsuki ist hingegen schon eine Klasse für sich, wie er aus Versehen im Zimmer vom Fumi schläft (weil er im Halbschlaf schlicht in sein altes Zimmer gelaufen ist, was nun seine Maid bewohnt!). Er legt allgemein einen recht grummeligen Gesichtsausdruck an den Tag. Ein Typ genau nach einem Geschmack! Ich finde es immer wieder amüsant, wie er seine neue Angestellte schlicht nur Mädel nennt. Die beiden ergeben einfach ein gutes Duo, dem man gerne dabei zuschaut, wie es sich näher kommt. Mit Isshin kommt noch eine Figur hinzu, die ich auch nicht schlecht finde. Er hat eine sehr lockere Art an sich und seine Familienprobleme sind nicht ohne, weswegen er Fumi gut nachvollziehen kann. Die Zeichnungen gefallen mir auch sehr gut. Gerade die Cover haben mit den Blumenmuster etwas und ich mag das eher schlichte Charakterdesign. Schade nur, dass man die Bände viel zu schnell durchgelesen hat!

Zweiter Ersteindruck:

Neugierig habe ich Akis Exemplar von Band 2 in die Hand genommen, als sie ihn sich frisch gekauft hatte. Das Coverdesign spricht mich total an und auch die Zeichnungen gefallen mir richtig gut. Als mir dann erzählt wurde, dass es um einen Autor geht, war Band 1 gedanklich schon gekauft. Die Geschichte lässt sich wirklich super schnell lesen und trotzdem schafft es Mika Yamamori, den Charakteren Tiefe zu geben und eine vielschichtige Handlung zu verarbeiten. Jedoch frage ich mich seit den ersten Seiten, was der Vater nun eigentlich getan hat, um so viele Schulden anzuhäufen und Fumi in diese Situation zu bringen. Teilweise würde ich Fumi trotz all ihrer Selbstständigkeit aber auch gern an den Schultern packen und schütteln. Ich bin froh, dass sich ihr Charakter weiter entwickelt, ein ständiges beschützt werden müssen könnte mir die Lektüre schnell verderben. Die Mangaka meint auf einer Seite sogar selbst, dass sie sich noch nicht sicher ist, was für ein Charakter Fumi nun wirklich ist und auch wenn sie sich auch in Band 2 noch in dumme Situationen manövriert, wird sie durch neue Erfahrungen selbstbewusster und findet hoffentlich bald ihren Weg. Gerne mit Akatsuki Kibikino, denn auch wenn ich seine Ansicht, dass er als Mann im Haus für ihren Schutz zuständig ist, recht antiquitiert finde, so hat er als hart arbeitender Autor unglaublich liebenswerte Seiten an sich.

Dritter Ersteindruck:

Ich habe von Daytime Shooting Star schon gehört und bin nach den ersten beiden Bänden von This Lonely Planet auch sehr neugierig darauf. Mir gefallen die Bände von ihrer Aufmachung sehr gut und auch die Geschichte und die Zeichnungen finde ich sehr schön. Fumi ist einfach nur liebenswürdig, gerade wie sie sich für ihren Vater einsetzt. Wie anstrengend das alles, ist sieht man und ich hoffe einfach, dass ihr Vater zu schätzen weiß, was seine Tochter für ihn tut. Sie ist sich auch für nichts zu schade und arbeitet sehr fleißig. Akatsuki hab ich von Anfang an gemocht, nicht nur weil er Autor ist. Er wirkt auf den ersten Blick schon eher ruppig und genervt von Fumi, aber er hat ein gutes Herz. Ich finde es so toll, wie er sich um Fumi kümmert. Es kommt Romantik auf, gerade wie sich die beiden Stück für Stück näher kommen. Rein optisch gefällt mir Akatsuki richtig gut. Vor allem, wenn er seine Haare so halb zusammen gebunden hat.

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Aki

Aki verdient ihre Brötchen mit dem Buchverleihen und Wiedereintreiben und geht nie aus dem Haus ohne eine Kopfbedeckung. Wurde von ihren Eltern von klein auf zu einem Filmjunkie erzogen, liebt mittlerweile aber viele Formen des Geschichtenerzählens. Zu ihren anderen Hobbies gehören die Fotografie und das Zeichnen, egal ob auf Papier oder Leinwand. Sie besitzt eine ansehnliche Sammlung an Fuchsmerchandise und hat ihr Herz seit dem Lesen des Mangas "Kenshin" an Samurais verloren.

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Iruka
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Iruka

Aki hatte mir den ersten Band geliehen, nach dem Motto “Schau mal rein, könnte was für dich sein.”
Volltreffer! Der Band war so schnell durchgelesen, dass ich gleich (ganz lieb) Nachschub angefragt habe. Hat sie mir gegeben und zack war ich damit durch. Der Manga ist richtig toll. Eine schöne Geschichte mit einer sympathischen Heldin und einem immer interessanter werdenden Grummeltypen mit verschieden Facetten. Tolly Kombi, da bleibe ich auf jeden Fall dran.

Iruka
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Iruka

Auf der LMB hatte Aki sich einmal My Hero Academia und Lonely Planet 3 geholt. Im Zug auf der Heimfahrt war Wettlesen angesagt: Sie die Liebe, ich die Helden. Natürlich war sie schneller fertig als ich 🙂 Der Band selber war ruckzuck durchgelesen und hat mir auch wieder sehr gut gefallen.