Funouhan

Die Polizei braucht Beweise, um einen Mörder zu überführen. Doch es gibt einen Mann, dem sie einfach keinen Mord anhängen kann, weil er tötet ohne zu töten. Er benutzt eine ganz besondere Waffe: die Suggestion. Der Manga Funouhan von Arata Miyazuki und Yuuya Kanzaki erzählt die ungewöhnliche Geschichte eines besonderen Auftragsmörders, der mit dem Polizisten Tada einen Gegenspieler gefunden hat, der nicht locker lässt. Funouhan erscheint seit 2013 im japanischen Magazin Grand Jump von Shueisha.

   

Tadashi Usobuki spricht mit dem Kredithai Kijima in einem Café, allerdings bricht der gierige Geschäftsmann während der Unterhaltung tot zusammen. Doch das kümmert Tadashi nicht, im Gegenteil er hat ihn sogar umgebracht und verlässt den Ort seelenruhig, denn ihm kann nichts nachgewiesen werden. Indem er seinem Opfer eine Vergiftung eingeredet hat, ist es auch an einer gestorben. Doch die forensischen Analysen werden kein Gift finden, da eben nie eines verwendet wurde. Allerdings gibt es eine Videoüberwachung, die die beiden Polizisten Yame und Tada auf die Spur von Tadashi führen. Der liegt hingegen schlafend auf einer Bank umringt von Katzen und selbst im Anblick mit dem Gesetz verzieht er keine Miene. Doch er gibt Frau Yame ein Geschenk mit, welches ihr den Tod bringt. Denn sie ist sein neuer Auftrag.

Keine Arbeitslosigkeit für Tadashi Usobuki

Originaltitel Funouhan
Jahr 2013
Band 1 / ?
Genre Drama, Psychologie
Autor Arata Miyazuki
Mangaka Yuuya Kanzaki
Verlag Shueisha

Das nächste Opfer ist Yui Yumehara, die sich glücklich auf ihre Hochzeit vorbereitet. Die Auftraggeberin ist ihre eigene Zwillingsschwester Yuu, die neidisch auf das Leben von Yui ist. Denn Yuu hat es nicht leicht und nachdem auf ihren Brief an die zukünftige Braut keine Reaktion gekommen war, kontaktierte sie Tadashi. Der treibt Yui in den Wahnsinn, in dem er sie glauben lässt, er hätte es auf ihr Leben abgesehen. Doch das Ziel ist ein komplett anderes, denn in ihrem Wahnsinn tötet sie ihren eigenen Verlobten. Dieser hat allerdings auch ein Geheimnis, er kennt Tadashi ebenso und hat den Mord an Yuu in Auftrag gegeben. Selbst das vollführt der Auftragsmörder ohne wirklich etwas zutun. Es reicht ein Brief der Schwester, der Yuu in den Selbstmord treibt.

Der Protagonist ist der Böse

Funouhan geht ähnliche Wege wie Death Note. Beide Werke besitzen eine sehr intelligente Hauptfigur, die alles andere als gut gesinnt ist und es wird in erster Linie aus ihrer Perspektive erzählt, aber die Gegenseite wird ebenso genauer betrachtet. Zudem werden sehr oft schlechte Menschen bestraft, allerdings nicht ausschließlich, wie es bei Yui Yumehara der Fall ist. Tadashi Usobuki ergötzt sich zudem an der Dummheit und dem Leid der Menschen, die er ins Unglück stürzt. Allerdings haben sich manche selbst auf einen Pfad begeben, der kein Zurück kennt. So ergeht es Kadokura, einem Vater, dessen Tochter Opfer eines brutalen Verbrechens wurde. Er will sich an den Tätern rächen, doch er hat noch ein Realitätsproblem, was seine Familie angeht. Funouhan zeigt viele unschöne Seiten der Menschen, vor allem Neid und Hass, aber auch Verzweiflung. Es beinhaltet auch mehrere Themen wie Mobbing, Selbstmord, Vergewaltigung und was es sonst noch für Abgründe der menschlichen Seele gibt.

Fazit

Funouhan verfolge ich schon längere Zeit, da ich generell alles von Yuuya Kanzaki lese. Allerdings hätte der Manga selbst ohne diesen Faktor meine Aufmerksamkeit erregt, da er einfach interessant ist und derartige Protagonisten eher selten sind. Dies macht den Manga sehr faszinierend, gerade da es mehrere Wendungen gibt und die Dinge am Ende oftmals doch ein wenig anders sind als sie anfangs erscheinen. Die einzelnen Geschichte sind meist eher für sich alleinstehend, doch mit dem Polizisten Tada gibt es eine wiederkehrende Figur, die für einen roten Faden sorgt. Seine Hartnäckigkeit beeindruckt auch Tadashi, der nun ein neues Spielzeug gefunden hat. Thematisch wird wirklich nichts ausgelassen, was die menschlichen Abgründe angeht. Besonders der Fall als eine junge Frau ihr Baby töten lassen will, zeigt, dass einige Personen recht weit gehen für ihr persönliches Glück. Andere wiederum sehen keinen anderen Ausweg, weil sie erpresst, gemobbt oder anderweitig genötigt werden. Funouhan zeigt alle möglichen Facetten, warum jemand einen anderen Menschen töten lassen will.

© Shueisha

Taria

Taria arbeitet seit einigen Jahren für einen großen Automobilzulieferer in der Produktion. Abseits von der Arbeit beschäftigt sie sich in ihrer Freizeit vor allem mit Manga, Animes und Videospielen, in diesen Bereichen hat sie genretechnisch einen sehr breiten Geschmack bewiesen. Weiterhin sammelt sie gerne Figuren und anderes Merchandise von den Serien Gintama und JoJo's Bizarre Adventures.

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6 Comments
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Alva Sangai
30. Mai 2020 18:41

Protagonisten die von der Norm abweichen finde ich gut. Ich mag Werke, die sich mit den Abgründen der menschlichen Seele befassen. Ob der auch Chancen für eine Anime-Adaption hätte?

Alva Sangai
Antwort an  Taria
1. Juni 2020 0:25

Ouroboros hätte ich gern gelesen, aber da ist wohl der Zug schon abgefahren. 24 Bände und nicht mal auf englisch erschienen. 🙁 Wäre aber auf jeden Fall schön, wenn einer der aktuellen Titel es nach DE schaffen würde.
 
Wäre cool wieder einen Anime zu sehen, wo der Protagonist mal nicht der gute ist.
 

Last edited 6 Monate her by Alva Sangai
Alva Sangai
Antwort an  Taria
3. Juni 2020 15:46

Verstehe eh nicht, warum manche Titel nicht kommen, nur weil sie älter sind. Dabei sind abgeschlossene Titel eine sichere Bank, weil man hier weiß, dass sie nicht endlos lang werden. Bei manchen bieten sich auch 2in1 Editionen an. Hoffen wir erstmal das einer von den neueren kommt. Moriarty the Patriot steht auch noch auf meiner Nachkaufliste.