Barakamon

Lesezeit: 5 Minuten

Freiwillig ist der junge, aufstrebende Kalligraf nicht in die Pampa gegangen, doch nach einem unverzeihlichen Fehler bleibt ihm nichts anders übrig. Ruhe und Abgeschiedenheit erwarten ihn dort jedoch nicht, wie anfänglich gedacht. Seishu Handa erlebt im Manga Barakamon aus der Feder von Satsuki Yoshino (Mishikaka!) einiges. Die Geschichte, die 2014 von Studio Kinema Citrus (Made in Abyss) in einen zwölfteiligen Anime umgesetzt wurde, schafft es auf stolze 18 Bände. Es stellt sich daher die Frage, was der junge Kalligraf auf der abgeschiedenen Insel Japans erlebt und ob er aus seinen Fehlern lernt. Dank Altraverse können wir uns seit dem 17. Januar 2019 einen ersten Eindruck in die Probleme des Pinselschwingers werfen.

    

Seishu Handa ist ein aufstrebender junger Kalligraf. Bei einer Gala wird jedoch eines seiner Werke vom Kurator schlecht bewertet. Seishu sieht rot und schlägt auf den alten Mann ein, was alle Anwesenden überrascht. Ein Fehler, den er nicht hätte begehen sollen. Als Strafe schickt ihn sein Vater auf die abgelegenen Goto-Inseln, eine Inselkette, die sich am südlichen Ende Japans erstrecken. Seishu soll dort zu sich selbst finden, doch ist das leichter gesagt als getan! Denn anstatt Ruhe findet der junge Mann nervige Kinder, seltsame Bräuche und andere Dinge, die ihn von der Arbeit abhalten. Doch trotz der unerwarteten Gegebenheiten fängt Seishu an, die Welt ein wenig anders zu sehen.

Die Leiden des jungen Seishu Handa

Originaltitel Barakamon
Jahr 2009
Bände 1 / 18
Genre Comedy, Slice of Life
Autor Satsuki Yoshino
Verlag Altraverse (2019)

Barakamon erzählt die Geschichte eines nicht ganz einfachen Menschen. Seishu Handa schwankt stark zwischen Selbstbewusstsein und Selbstzweifel, daher reicht ein einziges Wort und er schwebt auf Wolke Sieben. Genauso verhält es sich, wenn jemand etwas Negatives zu seinen Werken sagt. Die Worte des Kurators sind zum Beispiel nicht sehr harsch und trotzdem rastet der Kalligraf völlig aus. Für einen angehenden Stern am Kalligrafiehimmel keine guten Eigenschaften. Die Strafe, die er daher von seinem Vater bekommt, ist gut gewählt, denn sie dient nicht nur dazu, den jungen Mann seinen Fehler einsehen zu lassen, sondern ihn auch für die Zukunft voranzubringen. Ob Seishus Vater wusste, was sein Sohnemann auf der abgeschiedenen Insel erlebt, erfahren wir im ersten Band von Barakamon noch nicht, aber wir können gespannt sein. Trotz seiner Fehler ist Seishu ein sympathischer, greifbarer Charakter, der neben Macken auch gute Eigenschaften besitzt.

Einfach mal den Blickwinkel ändern

Schon bei seiner Ankunft auf der Insel Goto darf Seishu sich damit anfreunden, dass öffentliche Verkehrsmittel eine Seltenheit sind. Zum Glück nimmt ihn ein Traktorfahren mit und so lernt der Pinselschwinger seinen ersten Einheimischen kennen. Es folgen im Laufe des ersten Bandes von Barakamon noch eine Hand voll mehr und wir können uns denken, dass noch viele mehr auftauchen werden. Besonders die junge Naru nimmt einen besonderen Platz ein. Das aufgeweckte, liebenswerte Kind hat von Anfang an einen Narren an Seishu gefressen. Sie nennt ihn respektvoll Sensei („Meister“) und besucht ihn, wo sie nur Zeit findet. Es kommt zu vielen lustigen Situationen, da zum Beispiel Wörter falsch gelesen werden und Missverständnisse entstehen. Auch wenn sich Seishu immer wieder aufregt, lernt er so doch andere Seiten des Lebens kennen. Er begreift unter anderem, dass es ein Fluch und Segen zugleich ist, dass auf einem Dorf alles weitererzählt wird. Die humorvollen Szenen sind nicht übertrieben und punkten vor allem durch bodenständige, glaubhafte Situationen. Die kleinen Eigenheiten der Figuren sind vorstellbar und harmonieren untereinander gut. Der erste Band von Barakamon baut ein chilliges Setting auf, von dem der Leser gerne sofort mehr hätte.

Die Pinselschwingerin

Yoshino-senseis Design der Figuren ist zwar einfach gehalten, trotzdem fällt es sehr leicht, die Figuren auseinanderzuhalten. Sehr schön ist, dass die Charaktere immer wieder andere Kleidung anhaben. Das sorgt dafür, dass wir das Gefühl bekommen, wirklich an einem realistischen Leben teilhaben zu dürfen. Da Seishu Kalligraf ist, enthält der erste Band auch schon einige seiner Werke und auch die der anderen, da sie sich an seinem Gewerbe probieren. Da möchte der Leser selbst den Pinsel schwingen, um einmal zu sehen, was dabei herauskommt. Sehr süß ist, dass sich auf der Innenseite des Umschlags auch ein Motiv versteckt. Auf den leeren Seiten zwischen den Kapiteln erwarten uns niedliche Chibis. Den Abschluss des ersten Bandes macht eine Doppelseite mit Informationen zu den Goto-Inseln. Danke dafür, denn so lernen wir sogar noch etwas dazu.

Erster Eindruck

Der Anime von Barakamon gefällt mir schon sehr gut und ich bin gespannt, welche weiteren Abenteuer Seishu im Manga erleben wird. Der erste Band von Barakamon trifft genau meinen Geschmack. Die chillige Atmosphäre entführt einen sofort und ich wollte nach der letzten Geschichte gleich den nächsten Band. Seishu ist genau die Sorte Charakter, wie ich sie liebe: Einige Macken, aber das Herz am rechten Fleck. Sein Verhalten ist im ersten Band sehr nachvollziehbar und es macht mich neugierig, wie er sich nach und nach verändern wird. Normalerweise habe ich Probleme mit Kindern, weil sie schnell sehr nervig werden. Jedoch ist Naru wirklich herzallerliebst und das selbst, wenn sie Seishu an den Rand der Verzweiflung bringt. Ich habe viel lachen können und hoffe, dass dieses Niveau sich durch die nächsten Bände zieht. Klar Leseempfehlung von mir an alle, die auf humorvolle Alltagsgeschichten stehen.

 

©Altraverse

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Aki

Aki verdient ihre Brötchen mit dem Buchverleihen und Wiedereintreiben und geht nie aus dem Haus ohne eine Kopfbedeckung. Wurde von ihren Eltern von klein auf zu einem Filmjunkie erzogen, liebt mittlerweile aber viele Formen des Geschichtenerzählens. Zu ihren anderen Hobbies gehören die Fotografie und das Zeichnen, egal ob auf Papier oder Leinwand. Sie besitzt eine ansehnliche Sammlung an Fuchsmerchandise und hat ihr Herz seit dem Lesen des Mangas "Kenshin" an Samurais verloren.

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