Five Ghosts: The Haunting of Fabian Gray

Man nehme eine Prise Indiana Jones, einen Hauch von Medium und dazu ein klein bisschen aus verschiedenen literarischen Vorlagen. Was jetzt nach einem Overkill an Einflüssen aussieht, ist aber eine gelungene Mischung im Comic Five Ghosts. Der zuerst als Kurzserie angelegte Comic von Autor Frank J. Barbiere und Zeichner Chris Mooneyham bedient sich vieler Klischees und die titelgebenden Geister entspringen alle bekannten Werken. Ob dieser Haufen aus Bekanntem auch ein eigenständiges Werk ergibt, ist daher etwas, das wir in diesem Artikel erläutern.

   

Fabian Gray ist ein Abenteurer, wie er im Buche steht. Immer auf der Suche nach Schätzen, ist er nach einem schicksalhaften Ereignis in der Lage, fünf Geister und deren Fähigkeiten zu nutzen. Im Comic zuerst nur der „Der Zauberer“, „Der Bogenschütze“, „Der Detektiv“, „Der Samurai“ und „Der Vampir“ genannt, wird es dem Leser keineswegs schwer gemacht, zu erkennen, wen die Geister darstellen sollen. Die Anfangssequenz wird dabei geschickt genutzt, um den Lesern alle fünf Geister und Fähigkeiten zu präsentieren. Diese braucht Fabian auch, um in eine von Nazis besetzte Burg in Österreich einzudringen. Fabian Gray wirkt kurze Zeit später dann eher wie der typische Held aus Pulp-Magazinen, als er mit einer schönen Frau im Bett in Barcelona ist. Allerdings soll schnell klar werden, unter welchen Dämonen Fabian leidet.

Das Schicksal der Geschwister Gray

Originaltitel Five Ghosts Volume 1: The Haunting of Fabian Gray
Jahr 2013
Land USA
Genre Action, Abenteuer, Fantasy
Autor Frank J. Barbiere
Zeichner Chris Mooneyham
Verlag Image Comics (USA)

Wieder zurück in London wird Fabian von seinem Schwager Sebastian abgeholt, und während die beiden den Abend genießen, verliert Fabian kurz die Kontrolle über seine Kräfte und die Geister übernehmen, um mittzuteilen, dass Fabians Zeit als ihr Gefäß abläuft. Was zuerst erschreckend wirkt, ist sowohl Fabian als auch seinem Schwager bekannt. Fabian ist dabei nicht der einzige, der Hilfe braucht, sondern auch seine Schwester, Sebastians Frau Silvia. Diese liegt im Koma und der Ursprung von Fabians Kräften ist auch der Grund für ihren Zustand. Dabei haben sich Barbiere und Mooneyham einen interessanten Weg einfallen lassen, um die Geschichte der Grays zu erzählen. Über einige Seiten, ohne eine einzige Sprechblase, sieht man das gesamte Leben der beiden und ihre gemeinsamen Schatzjagden und auch, wie die letzte davon im Chaos endet. Der sogenannte Dreamstone brennt sich bei einer Explosion in Fabian Brust ein und gibt ihm seine Fähigkeiten, gleichzeitig wird Silvias Seele gestohlen. So beginnt schließlich ein großes Abenteuer auf der Suche nach einer Heilung für die beiden Geschwister.

Reise um die Welt und in den eigenen Kopf

Fabian und Sebastian beginnen eine Reise von Afrika bis nach Shangri-La. Sie kämpfen dabei gegen mörderische Stämme, Drachen, Magier und sogar die eigenen Schuldgefühle. Fabian muss dabei nicht nur mehr über den Dreamstone und der damit verbundenen Sphäre namens Dreaming lernen, sondern auch über sich selbst. Selbst die fünf Geister haben eine Prüfung für ihn, und er muss sie bestehen, um am Leben zu bleiben. All das, während Leute hinter seinem Dreamstone her sind und ebenfalls versuchen, ihn umzubringen. Was als Geschichte zweier Geschwister begann, entwickelt sich dabei in viel mehr, wenn sogar ein weltumfassender Geheimbund seine Finger im Spiel hat. Mooneyhams spezieller Zeichenstil passt dabei perfekt zur actionreichen und schnellen Entwicklung der Geschichte, und dass sie an die Cover der Pulp-Magazine erinnern, ist dabei gewollt. Barbiere versteht es auch, die Geschwindigkeit der Geschichte immer so zu steuern, dass nie Langeweile aufkommt. Der erste Band endet dabei mit einem hoffnungsvollen Ausblick und vielen, vielen Anspielungen auf das, was noch kommen wird.

Erster Eindruck

Würde man Frank J. Barbiere sagen, er hätte mit Five Ghosts ein literarischen Meisterwerk geschaffen, wäre das eine glatte Lüge. Allerdings hat er im Duo mit Chris Mooneyham einen der besten Abenteurer-Comics aller Zeiten kreiert. Mit den fünf Geistern nutzt er einen guten Aufhänger und Mooneyhams Stil, der an die Pulp-Magazine angelehnt ist, macht etwas Einzigartiges aus der Serie. Fabian Gray ist dabei ein typischer Abenteuer-Held und Parallelen zu Indiana Jones sind nicht abzustreiten. Das will der Comic aber auch nicht. Die beiden Künstler wissen ganz genau, was die Serie ist, und holen dabei das Beste aus Klischees und bekannten Werken heraus, um ihre ganz eigene Welt zu kreieren. Das war damals sicher auch der Grund, wieso der als Kurzserie geplante Comic so erfolgreich war, um weitere Ausgaben zu rechtfertigen. Leider liegt die Serie seit einigen Jahren und mit derzeit drei Sammelbänden auf Eis, doch gerade der hier vorgestellte erste Band ist unglaublich kurzweilig und für alle Fans von Abenteuern zu empfehlen. Die Hoffnung auf weitere Ausgaben habe ich noch nicht aufgegeben, bis dahin bleibt die Serie für mich aber immer wieder ein Tipp für Comic-Neulinge.

© Image Comics

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Hero Kage

Hero Kage ist Test Engineer für einen der weltweit größten Chiphersteller und sorgt unter anderem dafür, dass die Elektronik in Autos richtig funktioniert. In seiner Freizeit erholt er sich mit jedem Medium, das eine Geschichte bieten kann, die ihm gefällt. Dabei unterscheidet er nicht zwischen einzelnen Medien. Es geht ihm nur darum, besonders gut unterhalten zu werden. Zudem ist er auch noch passionierter Brett- & Kartenspieler und immer für ein neues Spiel zu begeistern.

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