Ein Reiseführer durch … Hogwarts

Es gibt Geschichten, die entführen uns in andere Welten. In die Tiefen des Weltraums oder an märchenhafte Königshöfe (oder auch weniger märchenhafte, wo man zwischen all den Intrigen um sein Leben fürchten muss), an wundersame Zaubererschulen oder in verrückte Anime-Welten. Sie versprechen abwechslungsreiche Abenteuer, fantastische Orte und spannende Kulturen. Dabei laden sie zum Träumen und Verweilen ein. Unsere Reihe „Ein Reiseführer für …“ liefert eine erste Übersicht über die verschiedensten Welten. Im Fokus steht hierbei nicht einzelne Titel, sondern die Universen, in denen sie spielen.

Welche Zehnjährigen wünschen sich nicht, zum Geburtstag einen Brief zu bekommen, der ihnen mitteilt, dass sie keine gewöhnlichen Kinder, sondern Zauberer sind? Und hiermit auf einem Internat für Hexerei und Zauberei angenommen sind? Doch in was für eine komplexe und bis ins letzte Detail ausgearbeitete Welt diese Einladung den Waisenjungen Harry führt, erschließt sich erst im Laufe von sieben Bänden von Joanne Rowlings Erfolgs-Reihe um den Zauberschüler Harry Potter und seine Freunde. Von magischen Wesen und zauberhaften Süßigkeiten bis zum Aufbau eines Zauberei-Internats: Wir bieten einen umfassenden Überblick über Hogwarts und seine Bewohner.

Name

Hogwarts-Schule für Hexerei und Zauberei

Zeitalter

Hogwarts existiert seit dem Ende des 10. Jahrhundert und ist noch heute die erste Anlaufstelle für die schulische Bildung junger britischer Hexen und Zauberer.

Entwicklung

Grundsätzlich ist die Welt der Zauberer auf unserem technischen Stand, also durchaus in der Moderne angekommen. Teilweise werden aber noch auf altbewährte Mittel gesetzt, so werden Pergament und Feder anstatt Papier und Kugelschreiber verwendet. Besonderes Gimmick: Die Post (wie zum Beispiel Geschenke, Briefe oder die neueste Ausgabe des Tagespropheten) wird von zuverlässigen Eulen geliefert, die ihren Job sehr ernst nehmen. Muggel-Technik verliert in Hogwarts aber ihre Funktion.

Gründung

Gegründet wurde Hogwarts von vier der besten Hexen und Zauberer ihrer Zeit, die allesamt eine gute Bildungseinrichtung für zukünftige Hexen und Zauberer im Sinne hatten: Godric Gryffindor, Helga Hufflepuff, Rowena Ravenclaw und Salazar Slytherin. Alle vier repräsentieren jedoch unterschiedliche Persönlichkeiten, die sie bei neuen Schülern besonders schätzen. Schon kurz nach der Gründung gerieten die Gründer in Streit, denn Salazar Slytherin forderte vehement, dass nur reinblütige Kinder aufgenommen werden sollen, wer von Muggeln abstammt oder ein Halbblut ist, sei nicht würdig, in der Zauberei unterrichtet zu werden. Besonders Godric Gryffindor widersprach dieser Vorstellung, ebenso wie seine beiden Mitgründerinnen.

Wichtige Ortschaften

In Hogwarts gibt es viele wichtige Orte, doch einer der zentralen Schauplätze ist die Große Halle, in der auch die Häuserzeremonie stattfindet. In der Großen Halle gibt es fünf Tische, einen für die Lehrkräfte und dann für jedes Haus einen eigenen Tisch. Sobald die neuen Erstklässler ihren Häusern zugeorgnet wurden, setzen sie sich an den Tisch ihres Hauses und ein großes Festmahl beginnt. In der Großen Halle findet auch das Training zum Apparieren statt, wofür dann extra der Schutzzauber, der das Apparieren eigentlich verhindert, aufgehoben wird. Ein weiterer Ort, den nur wenige Menschen kennen und der insbesondere für Harry und seine Freunde im Laufe ihres Abenteuers wichtig wird, ist der Raum der Wünsche. Dieser Raum ist nur da, wenn jemand dringend etwas braucht, wie zum Beispiel ein Versteck (wie Harry für das Buch des Halbblutprinzen) und fungiert in Harrys fünftem Jahr als Treffpunkt für Dumbledores Armee. Tom Riddle, später bekannt als Du-weißt-schon-wer, dachte einst, er sei der Einzige, der diesen sonderbaren Raum kennt und versteckte deshalb Ravenclaws Diadem, das er zu einem Horkrux gemacht hatte, dort.

Struktur

Die Ausbildung in Hogwarts dauert sieben Jahre. Es gibt vier Häuser, zusammengenommen haben wir also 28 Klassen. Allerdings findet der Unterricht nicht nur im eigenen Klassenverband statt. Zaubertränke haben Gryffindors und Slytherins beispielsweise gemeinsam. Mit den Wahlfächern ab der dritten Klasse vermischen sich die Gruppen noch mehr. Ab dem fünften Jahr können je zwei Schüler aus jeder Klasse zu Vertrauensschülern ernannt werden. Diese sorgen für Ordnung unter den Schülern und haben sogar die Befugnis, einzelnen Tunichtguten Punkte abzuziehen. Jedem Haus steht außerdem ein Hauslehrer vor (Professor McGonagall für Gryffindor, Professor Sprout für Hufflepuff, Professor Flitwick für Ravenclaw und Professor Snape für Slytherin).

Klassen

Der Alltag in Hogwarts ist geprägt von den vier Häusern. Sie sind nach den vier Gründern benannt und mit jedem wird eine bestimmte Eigenschaft verbunden. Gryffindor ist das Haus der Mutigen, Hufflepuff das der Hilfsbereiten (oder der Flaschen, wenn man Hagrid fragt), Ravenclaw das der Klugen (um in den Gemeinschaftsraum zu kommen, braucht es kein Passwort, ein Rätsel muss gelöst werden) und in Slytherin tummeln sich die Reinbl- äh die Ehrgeizigen (dieser Fehler wird oft gemacht, irgendwie finden sich in Slytherin viele Unsympathen, die viel zu viel Wert auf sogenanntes reines Blut legen). Die vier Häuser stehen in ständiger Konkurrenz zueinander. Sie konkurrieren in einem schuleigenen Turnier um den Quidditch-Pokal. Auch im Schulalltag stehen die Schüler im ständigen Wettbewerb, denn durch gute Leistungen können Punkte verdient werden, die das Haus zum nun ja Hauspokal bringen können. Natürlich können Schüler auch Punkte verlieren, etwa weil sie sich daneben benehmen oder weil gewisse Lehrer *hust* Snape *hust* sie nicht leiden können.

Spezies

Es gibt viele vernunftbegabte Wesen, wie die Zentauren, die im Verbotenen Wald leben. Wer sich entgegen aller Warnungen im Verbotenen Wald aufhält, muss aufpassen, dass er oder sie nicht von den Zentauren – die aufgrund unschöner Vorerfahrungen alles andere als Freunde von Hexen und Zauberern sind – attackiert wird. Der Zentaur Firenze sagt sich jedoch von seiner Herde ab, um in Hogwarts Wahrsagerei zu unterrichten (zum großen Ärger seiner Wahrsagerei-Kollegin Sybill Trelawney). Weitere Wesen sind zum Beispiel die Veela, die als wunderschöne Frauen auftreten und so Männern den Kopf verdrehen, doch wer sie wütend macht, wird eine böse Überraschung erleben: Die feengleichen Damen verwandeln sich dann in geierartige, angriffslustige Wesen. Nicht zu vergessen sind natürlich die Riesen, von denen auch Harrys guter Freund Hagrid abstammt (seine Mutter ist eine Riesin, sein Vater ein Zauberer). Riesen werden als recht aggressiv wahrgenommen und sprechen die Sprache der Menschen nicht, doch wie man anhand Hagrids Halbbruder Garp sehen kann, muss dem nicht so sein. Nicht zu vergessen und in Hogwarts besonders präsent sind die Hauselfen, die in der Küche das Essen vorbereiten. Prominente Hauselfen sind natürlich unser liebster freier Elf Dobby, aber auch die dem Alkohol verfallene Winky und der garstig wirkende Kreacher.

Konflikte

Die Häuser verbindet untereinander eine große Rivalität, insbesondere die Hexen und Zauberer der Häuser Gryffindor und Slytherin teilen eine gegenseitige Antipathie. Im Hause Slytherin gibt es auch viele Schülerinnen und Schüler, die nur reinblütige Hexen und Zauberer anerkennen und alle, die von Muggel abstammen, diskriminieren. Ein ungewollter interner Konflikt ist die Position als Lehrer für die Verteidigung der Dunklen Künste, denn dieser Job scheint unter keinem guten Stern zu stehen: Jedes Jahr haben Harry und seine Freunde einen neuen Lehrer, sei es weil der Vorgänger das Zeitliche gesegnet hat (wie Professor Quirrell) oder äußere Umstände zur gewollten oder ungewollten Kündigung führten (aber wer vermisst schon die Schmalzlocke Gilderoy Lockhart oder die garstige Dolores Umbridge?).

Wichtige Persönlich-keiten

Viele mächtige Zauberer und Hexen sind einst Schüler von Hogwarts gewesen, so auch Albus Percival Wulfric Brian Dumbledore, der bis 1997 der Schulleiter von Hogwarts ist und einer der mächtigsten Zauberer des 20. Jahrhunderts darstellt. Er bezwang den dunklen Zauberer Gellert Grindelwald und ist deshalb bis zu seinem Tod der Meister des Elderstabes, einem der drei Heiligtümer des Todes. Dumbledore ist einer der wichtigsten Menschen in Harrys Leben und weiß von Anfang an, dass Harry der Auserwählte ist und versucht ihn deshalb so zu führen, dass er sein Schicksal erfüllen kann. Eine weitere wichtige Figur ist Severus Snape, der als Hogwarts-Schüler unter dem Mobbing seiner Klassenkameraden leidet, als Erwachsener aber Lehrer für Zaubertränke und später Verteidigung gegen die dunklen Künste wird. Er macht unserem Helden Harry Potter zunächst nur das Leben schwer, weshalb Harry ihn von allen Lehrern am meisten hasst *hust* zumindest bis Dolores Umbridge auftaucht *hust* bis er erfährt, was Snape alles aus Liebe zu Harrys Mutter Lily auf sich genommen hat. Snape war einst ein Todesser und fungiert deshalb nach Voldemorts Wiederauferstehung als Doppelagent für Dumbledore, um Harry besser beschützen zu können. Auch ist Snape derjenige, der Albus Dumbledore nach dessen Plan auf dem Astrologieturm tötet.

Bestes Transportmittel

„Das Beste“ ist natürlich immer eine Frage des Blickwinkels. Das effektivste Transportmittel dürfte aber das Apparieren sein. Von einer Sekunde zur nächsten am Ziel sein? Wunderbar, was will man mehr? Doch wie Hermine uns gleich erklären wird, ist das in Hogwarts nicht möglich. Die Schule ist durch Zauber davor geschützt. Außerdem muss man wie beim Führerschein erst eine Prüfung bestehen und es besteht auch noch das Risiko zu zersplintern. Was bleibt uns noch? Flohpulver! Man nehme einfach eine Handvoll Pulver und steige in den Kamin. Das ist fast genauso schnell wie Apparieren und auch ungefährlicher. Mehr oder weniger. Harry kann uns da andere Geschichten erzählen. Umso schöner (und ungefährlicher) ist es da, mit dem Besen zu fliegen oder gleich stilecht den Hogwarts-Express zu nehmen.

Tierische Bewohner

Hagrid, der ab dem dritten Jahr der Lehrer für das Fach “Pflege magischer Geschöpfe” ist, kennt allerhand kuriose (und gefährliche!) magische Tierwesen, wie die Acromantula Aragog, der zwar seinem Ziehvater Hagrid so positiv gestimmt ist, dass er weder ihn noch andere Menschen angreift, aber Aragogs zahlreiche achtbeinige Nachkommen sind nicht so freundlich (sodass Harry und Ron schon fast als Spinnenfutter endeten!) gesinnt. Ungefährlicher sind da hingegen Hippogreife, Mischwesen aus Adler und Pferd, die zwar auch eine gewisse Vorsicht und Expertise benötigen, um sich nicht zu verletzen, aber zu guten Freunden werden können, wenn man alle Regeln beachtet. Der bekannteste Hippogreif ist Seidenschnabel, den Harry und Hermine durch den Zeitumkehrer einst vor der unberechtigten Hinrichtung bewahrten. Für Hogwarts besonders wichtig sind jedoch die Thestrale, die die Kutschen zum Schuljahresbeginn ziehen, von den meisten Personen aber unbemerkt bleiben. Nur wer den Tod gesehen hat, kann diese pferdeähnlichen Wesen sehen, weswegen Harry erst in seinem fünften Jahr bemerkt, dass diese Wesen überhaupt existieren (die gute Nachricht ist, dass man die Thestrahle nicht sehen muss, um sie im Falle des Falls reiten zu können, auch wenn das laut einem gewissen Ron Weasley nicht zu empfehlen ist). Ein besonderer Tipp für alle, die wie unser Freund Hagrid den fantastischen Tierwesen aus aller Welt verfallen sind, ist Newt Scamanders Lehrbuch “Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind”.

Besondere Mitbringsel

Natürlich wollt ihr gleich das ganze Schloss mitnehmen, wenn ihr erst in Hogwarts seid. Das geht freilich nicht. Aber es gibt viele kleine Dinge, die ihr dort relativ einfach bekommt. Da sind die Süßigkeiten der Zaubererwelt. Bertie Botts Bohnen in allen Geschmacksrichtungen (wirklich allen! Sogar Popel laut George!) wären da eine Empfehlung. Oder die Schokofrösche, die mit Sammelkarten aller berühmten Hexen und Zauberer daherkommen. Dumbledore ist es sogar wichtiger, Teil dieser Sammlung zu bleiben, als seine Merlin-Orden zu behalten. Das sagt einiges aus – sowohl über die Karten als auch Dumbledore selbst. Falls ihr keine Naschkatzen seid, gibt es natürlich noch andere Andenken. Wie wäre es mit einem Zaubererschachspiel? Die Figuren leben und haben ihre ganz eigene Meinung zu den Spielzügen, die ihr mit ihnen macht. Das kann gut funktionieren (siehe Ron) oder auch überhaupt nicht (siehe Harry).

Sprache

Die Unterrichtssprache ist – ziemlich unspektakulär – Englisch. Doch ab der dritten Klasse lässt sich Alte Runen als zusätzliches Unterrichtsfach dazu wählen. Hermine ist sehr angetan davon. Zwar werden hier eher Schriftzeichen und alte Texte studiert, aber es klingt auf jeden Fall interessant. In der Zaubererwelt kommt man auch um Latein nicht herum. Warum? Nahezu alle Zaubersprüche sind aus lateinischen Worten oder Phrasen zusammengesetzt. Komischerweise wird das nie von irgendjemanden angesprochen, sodass Latein fast schon wie eine geheime Zaubersprache wirkt. Falls du zu den wenigen gehörst, die Parsel, die Gabe mit Schlangen zu sprechen, beherrschen, häng das lieber nicht an die große Glocke. Man verbindet diese Eigenschaft mit dunkler Magie, wie Harry aus eigener Erfahrung weiß. Außer ihm besitzt schließlich noch ausgerechnet Lord Voldemort – Pardon, ich meine natürlich Du-weißt-schon-wer – diese Fähigkeit.

Sollte man hin oder wieder mal machen

Man sollte auf jeden Fall ein Quidditch-Spiel besuchen. Spektakuläre Duelle auf Besen, gefährliche Klatscher, die es wahllos auf Spieler abgesehen haben und die Suche nach dem Goldenen Schnatz – da weiß man gar nicht, wo man zuerst hinsehen soll. Ein anderes lohnendes Ziel ist das Dorf Hogsmeade. Hier leben nur Hexen und Zauberer, keine Muggel. Die Schüler steuern natürlich am allerliebsten den Honigtopf (hier gibt es Süßigkeiten in allen Formen und Farben) sowie Zonkos Scherzartikelladen (die erste Station für alle, die Fred und George nacheifern wollen) an. Wer mehr auf Grusel steht, für den lohnt sich die Heulende Hütte.

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