Disney Play – Angriff auf Netflix und Co.

Lesezeit: 3 Minuten

Zuletzt verschwanden mehr und mehr Disney-Filme von Netflix. Es ist kein Geheimnis, dass der Mäusekonzern einen eigenen Film- und Serien-Streamingdienst anbieten möchte. Die Voraussetzungen stimmen. Mit zugkräftigen Marken und einem reichhaltigen Archiv an über Jahrzehnte hinweg gesammeltem Material sowie neuen Serien lässt sich ein großes Portfolio aufbauen. Das Vorhaben hat nun einen Namen und einen Termin: Disney Play startet Ende 2019 in den USA.

Schon im August 2017 wurde das Vorhaben bekannt, dass Disneys eigene Streamingplattform kommen wird. Wie Variety enthüllt, soll “Disney Play” eine kostengünstige Alternative zu Netflix darstellen. In dem Zuge gab Disney-CEO Bob Iger auch gleich bekannt, dass das Abo-Modell weniger als acht bis 14 Dollar ausfallen solle, also ganz im Sinne der Familienfreundlichkeit. Der US-Riese blickt auf seinen großen Fundus, denn neben den hauseigenen Produktionen besitzt Disney große und vor allem starke Markenproduktionen aus dem Hause Marvel sowie die Star Wars-Reihe. Auch mit dem traditionsreichen Hollywood-Studio 20th Century Fox steht der Riese in Verhandlungen.

“Höchste Priorität des Unternehmens im Kalenderjahr 2019”

Wie Todd Juenger von Bernstein Research kalkuliert, benötigt Disney 40 Millionen Abonnenten. Diese müssten sechs Dollar pro Monat zahlen, um den Break-Event-Point zu erreichen, also sämtliche Kosten zu decken. Das Vertrauen in das Projekt wird also hoch sein. Schließlich ist Netflix zu mächtig, um aufgekauft zu werden. Dies könnte selbst für Disney zu teuer werden – somit ist ein eigener Dienst also die einzig konsequente Lösung. Bob Iger holt weiter aus und bezeichnet “Disney Play” als wichtigstes Vorhaben des Konzerns für das Jahr 2019. Oberstes Ziel sei hierbei die Sicherstellung der Qualität, nicht das Erlangen einer Quantität.

Während Netflix alleine mit 80 Eigenproduktionen im Jahr 2018 glänzt, zeigt sich Disney zunächst auf ein geringeres Portfolio fokussiert. Obwohl Disney der größte Medienkonzern der Welt ist, will Netflix 2018 mehr als zwölf Millarden Dollar für Produktionen ausgegeben haben. Davon kann sich Disney unbeeindruckt zeigen. 2018 wurden bislang sechs Millarden Dollar erwirtschaftet, die Hälfte davon alleine durch Avengers: Infinity War und Black Panther.

Die Verträge laufen im März 2019 aus

Netflix-Fans mussten bereits im Frühjahr 2018 einstecken. Disney verlängerte die Lizenzverträge mit Netflix. Die ersten Star Wars-Episoden verschwanden aus dem Programm. Zwar findet Star Wars: Rogue One noch seinen Weg auf Netflix, doch es scheint offensichtlich, dass auch dieser Film nur vorübergehend verfügbar sein wird. Der Vertrag der beiden Giganten währt nur noch bis März 2019. Dann erscheint mit Ant-Man and the Wasp der letzte Marvel-Film auf Netflix, wenn gleichzeitig Captain Marvel in die Kinos kommt.

Mehr als nur eine Videothek: Exklusive Inhalte

Zum Launch sollen brandneue Exklusiv-Inhalte für Aufsehen sorgen. Eine zehnteilige Star Wars-Serie, deren Produktionskosten sich auf zehn Millionen Dollar belaufen sollen, wird das Zugpferd sein und darüber hinwegtrösten, dass die originalen Star Wars-Episoden aus Lizenzgründen noch bis 2020 geblockt sind. Auch die großen Disney-Blockbuster aus 2019 haben somit ein neues Zuhause. Captain Marvel, der Realfilm zu Der König der Löwen, Aladdin, Dumbo, Die Eiskönigin 2 und Toy Story 4 sind heiß erwartete Titel.

Ob und wann Disney Play in Deutschland starten wird, steht noch in den Sternen. Für die USA ist ein Launch Ende 2019 angepeilt. Doch um Gewinn zu erwirtschaften, dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis der Service auch hierzulande verfügbar ist.

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Ayres

Ayres ist seit 2002 im Community Management tätig, seit einer Weile sogar beruflich. Er ist ein richtiger Horror- & Mystery-Junkie, liebt gute Point’n’Click-Adventures und ist Fighting Games nie abgeneigt. Besonders spannend findet er Psychologie, deshalb werden in seinem Wohnzimmer regelmäßig "Die Werwölfe von Düsterwald"-Abende veranstaltet. Sein teuerstes Hobby ist das Sammeln von Steelbooks. In seinem Besitz befinden sich mehr als 100 Blu-Ray Steelbooks aus aller Welt.

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Aki
Redakteur

Da die Filme weiterhin im Kino laufen werden, habe ich Null Interesse mir selbst dann einen Accound zu machen, wenn das nach Deutschland kommt. Ich bin aber mal gespannt, ob sie sich als Konkurrenz durchsetzen können. Immerhin gibt es neben Netflix auch noch Amazon Prime und andere kleiner Dienste. Irgendwann ist der Geldbeutel halt mal leer und ein Tag hat auch nur 24 Stunden um etwas anschauen zu können.

Prinzessin Blaubeere
Redakteur

Für mich könnte es sogar ganz interessant sein. Müsste man wirklich erst den Preis abwarten. Wenn es wirklich sehr viel günstiger als Netflix ist, würd ich es mir wahrscheinlich noch dazu holen. Genauso viel wie für Netflix würde ich aber nicht dafür zahlen wollen. Denn letztlich ist es auch eine Zeitfrage. Mehr Zeit als jetzt hätte ich auch nicht zur Verfügung und iwo ist es dann auch Geldverschwendung, wenn man die Dienste nicht auch ausreichend nutzen kann, weil man viel zu viele hat. Außer man könnte natürlich auch hier dann einen Account teilen und den Preis entsprechend dadurch senken. Ich würde ja Prime eigentlich sofort kündigen, wenn ich nicht noch das Studentenabo hätte und man nicht die Liefervorteile hätte. Ohne Netflix kann ich hingegen nicht mehr leben. 😀