Die Halloween-Reihe im Gesamtüberblick

Halloween VI – Der Fluch des Michael Myers (1995)

Darum geht es: Die von ihrem Onkel schwangere Jamie ist in die Fänge einer Sekte geraten. Nachdem Jamies Kind zur Welt kommt und sie mit der Hilfe eines Sektenmitglieds fliehen kann, heftet sich auch schon Michael an ihre Fersen. Es gelingt ihr, das kleine Kind vor Michael zu verstecken. Doch dieser lauert ihr in einer Scheune auf und bringt Jamie bestialisch um. Dr. Loomis und Tommy Doyle (Paul Rudd, Ant-Man), der kleine Junge aus dem ersten Halloween-Teil, gelingt es, das Baby mitzunehmen. Loomis hat inzwischen herausgefunden, dass Michael mit einem keltischen Druiden-Fluch belegt wurde, der ihn zwingt, an Halloween eine Familie zu opfern. Nun ist er auf dem Weg in sein altes Haus…

So endet es: Tommy injiziert Michael eine ätzende Flüssigkeit und verpasst ihm einen Schlag mit einem Bleirohr. Das verschafft Tommy Zeit, mit Kara und den Kindern zu fliehen. Nur Loomis bleibt zurück, da er noch etwas zu erledigen habe. Nun scheint er Michaels letztes Opfer zu werden…

Timeline: Halloween (1978) – Halloween II (1981) – Halloween IV (1988) – Halloween V (1989) – Halloween VI (1995)

Opfer: 21 (+ diverse Offscreen-Morde)

Hintergrund: Mit sechs Jahren Pause erschien der sechste Teil unter der Regie von Joe Chapelle (The Skulls II). Die Herausforderung bestand darin, neue Impulse in die Handlung zu bringen, ohne jedoch Altfans vor den Kopf zu stoßen. Das ging gehörig nach hinten los, denn die Druidenmagie will einfach nicht mit der Geschichte um die Sekte und Michaels fremden Helfer zusammenpassen. Ohnehin stand die Produktion unter einem schlechten Stern. Donald Pleasence, der Darsteller des Dr. Loomis, verstarb während der Dreharbeiten. Dies hatte die Konsequenz, dass Szenen nachgedreht werden mussten und der Film umgeschnitten wurde. Im Original-Ende stirbt nicht Michael am Ende, sondern ein Sektenmitglied, das seine Maske trägt. Auch Loomis wird weiter vom Schicksal gebeutelt, denn auf seiner Hand erscheint ein magisches keltisches Symbol. Der Producer’s Cut mit dem alternativen Ende war ausschließlich als Bootleg erhältlich. In den USA wurde der Film positiv aufgenommen, in Deutschland verlief der Kino-Run eher schleppend. Die FSK18-Fassung wurde schließlich indiziert und die Original-Reihe begraben. Zumindest vorerst.

Man merkt dem sechsten Teil leider von vorne bis hinten an, dass hieran herumgeschnippelt wurde, was das Zeug hält. Noch dazu kommen die diffusen Einfälle, die einfach keinen Sinn ergeben wollen. Der Versuch, der Reihe Tiefgang zu verleihen, indem der Mythos um Michael immer stärker erweitert wurde, ist gründlich in die Hose gegangen. Erstaunlich ist nur, dass es Jamie erwischt. Für Loomis ein eher unrühmliches Ende, doch die Figur hat sich über fünf Teile hinweg wacker geschlagen und sich nie vom Kurs abbringen lassen.

Der eigentliche Star der Reihe ist Doctor Loomis. Und es ist wirklich schlimm, dass Donald Pleasence verstarb, noch ehe er diesen Film fertig drehen konnte. Wobei jemand in all den Jahren vielleicht mal Loomis hätte unter die Lupe nehmen sollen, ob er wirklich ein guter Psychiater ist. Aber jegliche Psychologie ist egal, wenn sich nun zeigt, dass hinter allem okkulte Machenschaften stecken. Ich finde es nett, dass sich endlich mal jemand mehr Gedanken über das Halloween-/Samhain-Motiv gemacht hat. Das bietet sich für Horror richtig an. Doch der Film versucht jeden noch so kleinen Fitzel an Information aus vorangegangenen Filmen zu verknüpfen, dass es nicht mehr schön ist. Aber wir können Paul Rudd bis in alle Ewigkeit damit aufziehen.

Ayres

Ayres ist seit 2002 im Community Management tätig, seit einer Weile sogar beruflich. Er ist ein richtiger Horror- & Mystery-Junkie, liebt gute Point’n’Click-Adventures und ist Fighting Games nie abgeneigt. Besonders spannend findet er Psychologie, deshalb werden in seinem Wohnzimmer regelmäßig "Die Werwölfe von Düsterwald"-Abende veranstaltet. Sein teuerstes Hobby ist das Sammeln von Steelbooks. In seinem Besitz befinden sich mehr als 100 Blu-Ray Steelbooks aus aller Welt.

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Misato
Redakteur
24. Oktober 2018 16:09

Ich finde Franchises (oder was wir heute haben als Shared Universe) wahnsinnig spannend. Und irgendwie kommen mir beim Wort Filmreihe immer die Klassiker der Horrorsparte zuerst in den Sinn. Mein Favorit wird wohl ewig Nightmare on Elm Street bleiben. Aber es ist doch interessant und irre zugleich, was Halloween angestellt hat. Jetzt beklagen sich Leute, sie hätten Probleme Superhelden in die richtigen Universen zu ordnen. Hallo, bei einem Michael Myers ist das eine einzige Figur und wir kriegen so viele verschiedene Timelines und mögliche Ansehreihenfolgen! Es gibt bestimmt Leute, die 4+5+6 gern zusammen schauen. Immerhin sorgt der Bodycount für Spaß.