Die Halloween-Reihe im Gesamtüberblick

Halloween IV – Michael Myers kehrt zurück (1988)

Darum geht es: Sowohl Michael als auch Loomis haben die Explosion des zweiten Teils überlebt. Seitdem ist Michael ein Invalide, der vor sich hinvegetiert. Während eines Krankentransports unterhalten sich zwei Pfleger darüber, dass Michael noch eine junge Nichte namens Jamie (Daniella Harris, Hatchet) hat. Daraufhin erwacht Michael aus seiner Starre, killt das Pflegepersonal und entkommt, um sich erneut seinen Weg nach Haddonfield zu bahnen. Dort will er Jamie töten, die seit Lauries Tod bei Stiefeltern lebt. Dr. Loomis ist ihm wieder auf den Fersen.

So endet es: Die Polizei erschießt Michael, woraufhin dieser in einen Minenschacht stürzt. Doch damit ist das Böse noch nicht besiegt: Wie einst Michael als Kind trägt Jamie nun dessen Kostüm und ersticht ihre Stiefmutter mit einer Schere.

Timeline: Halloween (1978) – Halloween II (1981) – Halloween IV (1988)

Opfer: 20

Hintergrund: Nach sechs Jahren Erholungsphase sollte mit Dwight H. Little (Das Phantom der Oper) der vierte Regisseur den Ruhm zurückholen. Nach dem finanziell gefloppten dritten Teil sollte sich die Reihe wieder auf ihre Wurzeln konzentrieren. Deshalb ging man auf Nummer sicher und lieferte mit diesem Film alles ab, was die Fans bislang an den ersten beiden Teilen zu schätzen wussten. Ohnehin blieb nicht viel Zeit für Experimente, denn aufgrund eines Autorenstreiks wurde das Drehbuch in nur elf Tagen fertig gestellt. Dadurch fällt der Film unterhaltsam aus, ist aber eine reine Fanservice-Partie und selten originell. Für Danielle Harris, deren Horror-Karriere noch lange anhielt, wurde hier der Grundstein gelegt. John Carpenter distanzierte sich ab dem vierten Teil von der Reihe, musste jedoch aufgrund des Urheberrechts an der Titelmelodie in den Credits mitaufgeführt werden. Seit 1994 stand der Film auf dem deutschen Index, was erst 2013 aufgehoben wurde.

In Halloween IV passiert jede Menge, aber selten wird die Atmosphäre so intensiv wie in den ersten beiden Teilen. Auch Dr. Loomis büßt an Charme ein und wird als kauziger alter Mann dargestellt, der kaum noch ernst zu nehmen ist. Dafür zieht die damals 11-jährige Danielle Harris als Jamie die Kamera geradezu an sich. Michael wirkt mit seiner modifizierten Maske nun trauriger und sein physisches Erscheinungsbild ist durch das Engagement des stämmigen Stuntmans George P. Wilbur noch beeindruckender als zuvor. Schade nur, dass die Figur des Michael keinerlei Weiterentwicklung erfährt.

Das Interessanteste für mich an Teil 4 und 5 ist, wie Schauspielerin Danielle Harris in so jungen Jahren schon zu einer Horrorikone wurde und ihren Status über die Jahre angenommen hat (bis sie sogar in der Rob Zombie-Version zur Reihe zurückkehrt). Mein größtes Problem mit dieser neuen Zeitlinie ist tatsächlich das übernatürliche Element bzw. die absolute Unmöglichkeit, Michael umzubringen. Nightmare on Elm Street war nie in der Realität verankert und Freitag der 13. hat sich ebenfalls schnell losgesagt, aber Michael war dieses Kind, das einfach böse war. Und hier beginnt nun eine lange Reise in eine verkomplizierte Hintergrundgeschichte. Dass Laurie eine Tochter hat, ist noch das sympathischste.

Ayres

Ayres ist seit 2002 im Community Management tätig, seit einer Weile sogar beruflich. Er ist ein richtiger Horror- & Mystery-Junkie, liebt gute Point’n’Click-Adventures und ist Fighting Games nie abgeneigt. Besonders spannend findet er Psychologie, deshalb werden in seinem Wohnzimmer regelmäßig "Die Werwölfe von Düsterwald"-Abende veranstaltet. Sein teuerstes Hobby ist das Sammeln von Steelbooks. In seinem Besitz befinden sich mehr als 100 Blu-Ray Steelbooks aus aller Welt.

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Misato
Redakteur
24. Oktober 2018 16:09

Ich finde Franchises (oder was wir heute haben als Shared Universe) wahnsinnig spannend. Und irgendwie kommen mir beim Wort Filmreihe immer die Klassiker der Horrorsparte zuerst in den Sinn. Mein Favorit wird wohl ewig Nightmare on Elm Street bleiben. Aber es ist doch interessant und irre zugleich, was Halloween angestellt hat. Jetzt beklagen sich Leute, sie hätten Probleme Superhelden in die richtigen Universen zu ordnen. Hallo, bei einem Michael Myers ist das eine einzige Figur und wir kriegen so viele verschiedene Timelines und mögliche Ansehreihenfolgen! Es gibt bestimmt Leute, die 4+5+6 gern zusammen schauen. Immerhin sorgt der Bodycount für Spaß.