10 Anime-Serien, die wir uns in Deutschland wünschen

In den letzten Jahren ist ein starker Anstieg an Anime-Lizenzierungen zu verzeichnen, denn die Publisher erweitern ihre Portfolios in immer größer werdendem Ausmaß. Bei der Beliebtheit der japanischen Animationskunst in Deutschland kann von einem regelrechten Boom gesprochen werden. Doch trotzdem gibt es noch einige Titel, die hierzulande schmerzlich auf Disc vermisst werden und die Hoffnung, dass sich dieser Umstand in Zukunft ändert, bleibt bestehen. In der Redaktion blickten wir daher auf 10 Titel, die (noch) in unseren heimischen Regalen fehlen und die wir für eine Veröffentlichung gerne ans Herz legen.

Titel: A Certain Scientific Railgun (2009–2020)
Folgen: 73 (3 Staffeln)
Genre: Action, Science-Fiction, Super Power
Regie: Tatsuyuki Nagai   
Studio: J. C. Staff 

In der futuristischen Stadt Academy City leben zu 80 Prozent Schülerinnen und Schüler. Einige von ihnen, die “Esper” genannt werden, besitzen bestimmte Fähigkeiten, die trainiert und in die Level 0 bis 5 unterteilt werden. Bisher haben es lediglich sieben Esper geschafft, Level 5 zu erreichen. Mikoto Misaka, bekannt als “Railgun”, gilt als drittstärkste dieser Level 5-Esper und besitzt elektromagnetische Kräfte. Zusammen mit ihren Freunden erlebt die Mittelschülerin zahlreiche Abenteuer, doch der schöne Schein der Bildungsstadt Academy City wird mehr und mehr zu einer Farce, die eine dunkle Seite verbirgt, welche das Leben von Mikoto und ihren Freunden einschneidend verändern wird. 

A Certain Scientific Railgun ist die Adaption der gleichnamigen Manga-Reihe, die als Spin-off des beliebten Titels A Certain Magical Index entstanden ist. Sie kann mit Ausnahme der dritten Staffel auch ohne Kenntnisse der Mutterserie angeschaut werden, aber den meisten Spaß hat man, wenn man sich umfassend auf das Franchise einlassen kann. Die große Stärke der Serie sind die sympathischen Charaktere, die vor allem in den zwar handlungsirrelevanten, dafür aber witzigen episodenhaften Abschnitten zur Geltung kommen. Auch die eigentliche Geschichte präsentiert sich als spannender Mix aus Urban Fantasy und Action, bei der sogar moralische Fragen (zum Beispiel, wie weit die Wissenschaft ethisch betrachtet gehen darf) aufgeworfen werden, die zum Nachdenken anregen. Besonders hervorzuheben sind auch die dynamischen Animationen, welche bereits in der ersten Staffel (die mittlerweile mehr als ein Jahrzehnt auf dem Buckel hat) herausragend sind und die actionreichen Gefechte zu einem Genuss machen.

Titel: Cardcaptor Sakura (1998–2000)
Folgen: 70 Folgen (3 Staffeln)
Genre: Abenteuer, Romanze, Fantasy 
Regie: Morio Asaka 

Studio: Madhouse  

Die zehnjährige Sakura Kinomoto findet in der Bibliothek ihres Vaters ein geheimnisvolles Buch. Als sie es aufschlägt, entdeckt sie statt Buchseiten Karten. Nachdem Sakura eine der sogenannten Clow Cards in die Hand nimmt, wird deren Kraft aktiviert. Die Karte trägt den Namen „Windy“ und entfacht einen starken Luftstoß, durch den alle Karten davonfliegen. Kerberos „Kero“, der Wächter des Buches erwacht aus seinem Schlaf. Er beauftragt Sakura, die Clow Cards zu finden und zu fangen, bevor durch ihre unkontrollierten Kräfte Schaden entsteht. Ein Cardcaptor ist geboren. Unterstützt wird Sakura von ihrer besten Freundin Tomoyo Daidouji. Kurze Zeit später taucht der Junge Shaolan Li auf, der es ebenfalls auf die Clow Cards abgesehen hat. Ist er ein Konkurrent oder kann Sakura auf seine Unterstützung hoffen? 

Magische Karten, ein süßes Plüschtier und ein liebenswertes Mädchen. Diese Dinge treffen auf Cardcaptor Sakura zu. Aufgrund des Alters der Hauptfigur könnte man zunächst denken, dass sich die Serie besonders an ein jüngeres Publikum richtet. Das täuscht, denn die Folgen bieten Elemente für jedes Alter. Dazu gehören gefährliche Kämpfe mit dem Versuch, Clow Cards zu fangen, ohne ihre wahre Macht zu kennen. Schließlich wurden die Karten nicht ohne Grund versiegelt. Zunächst ist die Handlung episodenhaft, der rote Faden wird aber schnell aufgegriffen und zieht sich bis zum Ende der Serie (und noch weiter in die Fortsetzung Cardcaptor Sakura: Clear Card Arc). Die ersten 24 Episoden des farbenprächtigen Titels wurden bereits 2005 von Universum Anime in Deutschland veröffentlicht. Für alle Fans wäre es ein schönes Erlebnis, die komplette Serie neben die Discs der von Peppermint Anime lizenzierten Fortsetzung zu stellen.

Titel: Gargantia on the Verdurous Planet (2013)
Folgen: 15 (1 Staffel)

Genre: Action, Science-Fiction, Abenteuer
Regie: Kazuya Murata 
Studio: Production I.G  

In der Zukunft verließ die Menschheit die Erde, um einen neuen Planeten zu finden. Doch ihr steht eine Alienarmee im Weltall im Weg, gegen die sie seit vielen Jahren kämpft, doch ein Sieg liegt dabei noch in weiter Ferne. Der Junge Ledo kämpft als ein Soldat an der vorderster Front. Bei einem Einsatz gerät er in seinem K.I.-gesteuerten Kampfroboter in einen seltsamen Strudel, der in auf einen Planten bringt, der nur von Wasser bedeckt ist. Dort landet er auf eine Schiffskolonie, deren Bewohner zum Glück Menschen sind. Nach anfänglichen Schwierigkeiten lernt er sie und ihre Lebensweise besser kennen, allerdings versucht er einen Weg zurück zur Front zu finden. Der Kommunikationsweg ist jedoch abgeschnitten. Ruhige Tage verbringt er nicht auf dem blauen Planeten … 

Gargantia on the Verdurous Planet entspringt der Idee von Fate/Zero-Schöpfer Gen Urobuchi, weswegen Zuschauende sich auf einige unerwartete Entdeckungen freuen dürfen. Vor allem aber lockt hier auch ein Aufeinanderprallen der Kulturen. Ledo, der auf einem Raumschiff lebte, dessen Bewohner allesamt einen Zweck erfüllen müssen, sonst werden sie ausgesondert, trifft hier auf das Mädchen Amy, das ihm beibringt, wie wichtig jedes Leben ist. Dabei wechseln sich in den Folgen spannende sowie ruhigere Momente perfekt ab. Schließlich gibt es auf einem Planeten voller Wasser Ressourcenknappheit, weswegen Piratenangriffe, Tauchgänge in die Meere, und Botengänge auf den unterschiedlichen Schiffen auf der Tagesordnung stehen. Studio Production I.G setzt die Story dabei in flüssig animierten Bildern um, spickte sie mit einem tollen Soundtrack und einem ansprechenden Charakter-Design.

Titel: Great Pretender (2020)
Folgen: 23 (1 Staffel)
Genre: Action, Komödie, Abenteuer
Regie: Hiro Kaburagi 
Studio: Wit Studio   

Makoto Edamura ist einer der größten Hochstapler Japans. Gemeinsam mit seinem Partner Kudou versucht er in Asakusa einen Franzosen zu bestehlen. Doch dann muss er feststellen, dass er selbst bestohlen wurde. Er folgt dem Fremden Franzosen bis nach Los Angeles und erfährt, dass dieser in Wirklichkeit ein Betrüger namens Laurent Thierry ist. Zudem besitzt dieser Kontakte zu international agierenden kriminellen Organisationen. Schnell findet sich Makoto in Schwierigkeiten wieder und so verstrickt er sich in die nicht ganz ungefährlichen Geschäfte von Laurent und weiteren Mitgliedern der Bande. 

Great Pretender ist ein Netflix-Original Anime aus dem Jahr 2020 und erzählt abwechslungsreiche Geschichten, die sich um Hochstapler drehen. Die ganze Bande rund um Makoto und Laurent ist international tätig, wodurch sie öfter durch diverse Länder reist und dabei ab und zu andere Sprachen gesprochen werden. Es kommen Charaktere verschiedener Nationalitäten vor und generell wirkt das Setting nicht japanisch, schon eher amerikanisch. Ein wenig zu vergleichen mit dem Film Catch Me If You Can, wo es ebenfalls um einen Hochstapler geht. Trotz der etwas unrealistischen und zu perfekt geplanten Betrügereien, macht das Schauen der Serie eine Menge Spaß. Mit der Zeit lernt man die Charaktere besser kennen, da Hintergrundgeschichten vorhanden sind. Die Animationen sind dank Wit Studio auf einem hohen Niveau und der Soundtrack kann mit einigen tollen Insert Songs überzeugen. Zumal die Produktion mit ”The Great Pretender” ein Abspannlied von Freddie Mercury besitzt. Dem Studio ist ein erfrischender Original Anime gelungen, der mit der Hochstapler-Thematik sicher eher die erwachsene Zuschauerschaft anspricht. Das Charakterdesign erinnert an Neon Genesis Evangelion, denn für beide Serien ist Yoshiyuki Sadamoto verantwortlich.

Titel: Himouto! Umaru-chan (2015)
Folgen: 24 (2 Staffeln)
Genre: Komödie, Slice of Life
Regie: Masahiko Ohta  
Studio: Doga Kobo   

Umaru Doma wirkt wie die perfekte Oberschülerin: wunderschön, sportlich und sehr intelligent. Es scheint, als könne sie alles, sodass sie von ihrem Umfeld bewundert wird. Doch ihr großer Bruder Tahei weiß es besser, denn Umaru ist hinter geschlossenen Türen ganz anders. Kaum kommt sie nach Hause, ist sie ein faules, Snacks verputzendes Mädchen, das sich in ihren Hamster-Hoodie einlümmelt und nur noch Games, Anime und Manga im Kopf hat! Natürlich darf niemand von Umarus Otaku-Dasein erfahren, sodass Tahei damit gestraft ist, seiner angeblichen Musterschülerin von Schwester jeden nerdigen Wunsch von den Augen abzulesen. Denn was gibt es Schlimmeres, als wenn Umaru das Anime-Nachtprogramm oder das neueste Game verpasst?! 

Die zwei Staffeln umfassende Anime-Serie Himouto! Umaru-chan ist die Adaption des gleichnamigen Mangas. Die Handlung ist im typischen Slice of Life-Stil gehalten, sodass diese episodenweise voranschreitet. Besonders witzig sind die Momente, in denen Umarus Doppel-Identität als Musterschülerin und Otaku droht aufzufliegen, aber auch die Erwähnung populärer Marken der Anime-, Manga- und Game-Welt wissen zu begeistern. Natürlich wird Umarus Verhalten sehr übertrieben dargestellt, dennoch erkennt man sich selbst in einigen Situationen (z.B. wenn Umaru das neueste Monster Hunter-Game unbedingt am Erscheinungstag haben möchte) und kann somit umso mehr mitlachen. Dazu ist der Stil der Anime-Serie sehr niedlich, was besonders auf Umarus Otaku-Aussehen zutrifft, wenn sie als vollkommen überzeichnete Version im Hamster-Hoodie auftritt, die mehr an eine Chibi-Figur erinnert. Der Titel ist zwar nicht besonders tiefgründig, überzeugt aber mit einem tollen Humor und charmanten Charakteren, denn es geht auch darum, ob Umaru ihre Hobbys nicht auch anderen Menschen als ihrem Bruder anvertrauen kann.

Titel: Kuromukuro (2016)
Folgen: 26 (1 Staffel)
Genre: Action, Science-Fiction, Drama
Regie: Tensai Okamura 
Studio: P.A. Works   

Einst kämpfte Kennosuke Tokisada Ouma als Samurai gegen Dämonen. Doch durch einen seltsamen Unfall landete er in einem Würfel, überdauerte die Zeit und wird in der Neuzeit erweckt. Gerade rechtzeitig, denn die Feinde von damals greifen erneut an. Wie sich herausstellt, kommen diese aus dem All und der seltsame Würfel ist das Cockpit eines gigantischen Kampfroboters. Um die Menschen vor der Invasion zu retten, hilft ihm das Mädchen Yukina bei der Steuerung des Mechas, denn nur zu zweit lässt sich dieser bewegen. Gemeinsam geht das ungleiche Duo so einigen Mysterien auf den Grund: Woher stammt der Roboter, warum greifen die Aliens an und was hat es mit dem Verschwinden von Yukinas Vater auf sich? Viele Fragen und dann sind da ja auch noch diese wachsenden Gefühle! 

Gargantia on the Verdurous Planet Kuromukuro gestaltet sich als bunter Genre-Mix, der neben flotten Mecha-Kämpfen, vielen Rätseln auch einiges zum Lachen bieten hat. Schließlich muss sich der Samurai in der heutigen Zeit zurechtfinden und läuft deswegen auch schon einmal fasziniert einem Saugroboter hinterher. Als passendes Gegenstück darf Yukina als Lehrerin und Co-Pilotin wider Willen herhalten. Gemeinsam schlägt sich das ungleiche, aber sympathische Duo durch die Geschichte, bleibt dabei aber nicht alleine. Eine Vielzahl ausgearbeiteter Nebenfiguren ergänzt die Handlung, sodass sich das Setting sehr lebendig anfühlt. Die Animationen sind von Anfang an flüssig, ein passender Soundtrack rundet den Titel ab. Aktuell befindet sich die Anime-Serie im Portfolio von Netflix mit einer sehr guten deutschen Sprachfassung. Fehlt also nur noch die heimische Scheibenversion, die sich nicht nur für Mecha-Fans eignet, da die Serie wie ein Überraschungsei immer wieder etwas Neues präsentiert.

Titel: Kuragehime
Folgen: 11
Genre: Slice of Life, Komödie, Romanze
Regie: Takahiro Omori
Studio: Brain’s Base 

Nachdem die inzwischen verstorbene Mutter der jungen Tsukimi Kurashita mit ihr im Aquarium war, ist das Mädchen seither von Quallen fasziniert. Ihre grazilen Bewegungen und die Tentakeln mancher Arten erinnern an das weiße Kleid einer Prinzessin, zumindest sieht die inzwischen 19-jährige Tsukimi es so. Eben das genaue Gegenteil ihrer Selbst, sie ist eher die graue, unscheinbare Maus, die obendrein noch arbeitslos ist und zusammen mit fünf anderen Otaku-Frauen unter einem Dach lebt, die ein eher mageres soziales Leben außerhalb ihres kleinen Reiches führen. Da trifft sie eines Tages auf eine attraktive Frau, doch es stellt sich heraus, dass es sich bei dieser Schönheit um den Jungen Kuranosuke Koibuchi handelt. Als Tsukimis sichere Heimat durch eine Maklerin, die das Anwesen kaufen will und nicht locker lässt, gestört wird, helfen alle Bewohnerinnen und Kuranosuke mit, um dies zu verhindern. 

Kuragehime (oder auch “Princess Jellyfish) erzählt eine unterhaltsame Geschichte, die gerade zur heutigen Zeit wohl nicht aktueller sein könnte. Kuranosuke läuft meist in sehr süßer Frauenkleidung herum, währenddessen müssen die sechs weiblichen Otakus lernen, aus sich herauszukommen. Allerdings haben aber alle etwas gemeinsam: Andersartigkeit. Es geht um Akzeptanz, aber auch um ein gewisses Maß an Anpassung an die Gesellschaft, damit man im Leben weiterkommen kann anstatt in jeden Tag hineinzuleben. So gründen alle zusammen ein Mode-Label, Tsukimi verliebt sich in Kuranosukes großen Bruder und diese Maklerin macht allen das Leben schwer. Die Serie ist sehr lustig, aber bietet auch ein gewisses Maß an Tiefgründigkeit, die man eher selten findet.

Titel: Saiunkoku Monogatari (2006–2007)
Folgen: 78 (2 Staffeln)
Genre: Abenteuer, Historie, Drama

Regie: Jun Shishido  
Studio: Madhouse  

Shuurei Kou stammt aus einer Adelsfamilie, die allerdings verarmt ist, und ist eine kluge junge Frau, die davon träumt eine Regierungsbeamtin zu werden und das Land zu verbessern. Doch dies ist unmöglich, denn Frauen ist es nicht gestattet diesen Posten zu begleiten. Während ihr Vater für ein niedriges Gehalt im Palast als Archivist arbeitet, nimmt sie unterschiedliche Jobs an, um über die Runden zu kommen. Doch dann soll sie plötzlich dem neuen Kaiser Ryuuki Shi zur Seite stehen, der seinen Aufgaben nicht nachkommt und scheinbar kein Interesse am weiblichen Geschlecht hat. Dafür bekommt sie eine großzügige Entlohnung, aber an so einem Kaiserhof gibt es viele Intrigen und sogar Mordanschläge. Zum Glück dient Seiran, ihr treuer Freund, Ryuuki als Leibwächter und kann so auch ein Auge auf Shuurei werfen.  

Saiunkoku Monogatari ist zwar schon etwas älter (2006 bis 2008), doch das ändert nichts an der spannenden Geschichte und den interessanten Charakteren. Das Setting ist ein fiktives altes China mit ein Hauch Fantasy, welches aber nur dezent genutzt wird. Die Anime-Serie basiert auf die 18-bändige Light Novel-Reihe, umgesetzt wurde in etwa zweidrittel der Geschichte. Die Stärke der Serie liegt eindeutig auf ihre Charaktere, gerade Shuurei ist eine starke Person, sie geht zielstrebig ihren Weg, egal welche Widrigkeiten sie erwarten und beeindruckt so ihre Umgebung. Dadurch gewinnt sie immer mehr Verbündete. Selbst jene, die sie skeptisch beäugen, sehen ihre Fähigkeiten und lernen sie zu schätzen. Gerade Fans von Akatsuki no Yona – Prinzessin der Morgendämmerung sollten hier auf ihre Kosten kommen, denn beide Titel haben einige Gemeinsamkeiten. 

Titel: Sound! Euphonium (2015)
Folgen: 26 Folgen (2 Staffeln)
Genre: Musik, Slice of Life
Regie: Tatsuya Ishihara 
Studio: Kyoto Anime  

Früher war das Orchester der Kitauji-Oberschule bei nationalen Wettbewerben erfolgreich. Nachdem der Betreuer den Club verlassen hat, konnte es das Niveau leider nicht mehr halten. Kumiko Omae war bereits in der Mittelschule im Musik-Club und möchte in ihrem ersten Jahr an der Oberschule gerne wieder Teil davon werden. Zusammen mit ihren Klassenkameradinnen Hazuki und Sapphire stattet sie dem Schulorchester einen Besuch ab. Kumiko entscheidet sich, Mitglied zu werden und Euphonium zu spielen. Die Anwesenheit der ehemaligen Mitschülerin Reina lässt sie zögern und erinnert Kumiko an einen Vorfall beim Orchester, durch den ihre Freundschaft zerbrach. Dank des strengen Leiters Noboru Taki gelingt es den Schüler*innen immer mehr, ihre musikalischen Fähigkeiten zu verbessern und als Orchester zu wachsen. Allerdings entsteht auch ein Konkurrenzkampf um die begehrten Soli-Parts. 

Was ist ein Euphonium und wie funktioniert ein Schulorchester? All das wird in Sound! Euphonium eindrucksvoll erklärt. Was auf den ersten Blick wie ein lustiger Titel an einer Schule mit Musik-AG wirkt, erweist sich als ernsthafte Geschichte. Das ist besonders dem Dirigenten Taki geschuldet. Er nimmt eine wichtige Rolle für die Schüler*innen ein, indem er sie fordert. Vor der ersten Probe an lässt er ihnen die Wahl, ob sie einfach locker ohne Ziel musizieren möchten oder ob sie ernsthaft auf einen Wettbewerb hinarbeiten und diesen auch gewinnen wollen. Mit einzelnen Comedy-Einlagen und angedeuteten Romanzen zeigt das Studio Kyoto Animation mit bezaubernden Animationen auch die Probleme des Musikerlebens. Einige scheitern oder können mit dem Druck nicht umgehen, andere hingegen wachsen über sich hinaus. Selbst wer sich nicht mit Instrumenten auskennt, kann die Unterschiede und Entwicklung des Orchesters heraushören. 

Titel: Yu Yu Hakusho (1992–1994)
Folgen: 112
Genre: Action, Drama, Supernatural
Regie: Noriyuki Abe
Studio: Pierrot

Der 14-jährige Yusuke Urameshi gehört nicht gerade zu den vorbildlichen Schülern. Er prügelt sich mit Gangs, schwänzt gerne die Schule und zeigt sogar vor Autoritäten keinerlei Respekt. Der Ruf des Raufbolds eilt ihm voraus. Ständig suchen andere Schüler und ganze Gangs mit ihm den Kampf. Insbesondere der leicht zu provozierende Kazuma Kuwabara, dessen Anzahl an Niederlagen sich immer weiter häuft. Während viele Angst vor Yusuke haben, sieht es bei seiner Mitschülerin Keiko anders aus. Sie weiß, dass sich hinter der Fassade ein netter Junge verbirgt. Wie Recht sie damit hat, zeigt seine Rettungsaktion: Als ein Junge einem Ball auf die Straße folgt und in Gefahr gerät, von einem Auto überfahren zu werden, zögert er keine Sekunde, um das Kind zu retten. Während der Junge unversehrt bleibt, muss Yusuke feststellen, dass er selbst tot ist. Sein zu frühes Ableben war jedoch nicht vorgesehen und die Handlung passte nicht zu seinem schlechten Ruf, weswegen sogar die Geisterwelt von seiner guten Tat überrascht ist. Ihm wird daher vom Prinzen der Geisterwelt die Möglichkeit eingeräumt, ins Leben zurückzukehren. Im Gegenzug muss er als Geisterdetektiv agieren und sich damit in gefährliche Abenteuer stürzen. 

Yu Yu Hakusho mag zwar in den 90er Jahren entstanden sein, aber von ihrem Charme hat die Anime-Serie kaum etwas eingebüßt. Als Klassiker aus dem Weekly Shonen Jump-Magazine empfinde ich den Titel als zeitlos. Immerhin sind Fighting Shonen-Werke weiterhin enorm beliebt und mit Yusuke, Hiei, Kurama und Kuwabara hat man vier coole Hauptcharaktere mit verschiedenen Persönlichkeiten drin, von denen manche Dämonen sind. Zudem besitzt das Werk ähnliche Zutaten wie Hunter x Hunter, was kaum überraschen wird, da der gleiche Schöpfer Yoshihiro Togashi für beide Serien verantwortlich ist. Wer also Hunter x Hunter mag, wird sicher auch gefallen an Yu Yu Hakusho finden. In den 112 Folgen teilt sich die Produktion in vier unterschiedliche Handlungsbögen auf, in denen Yusuke und seine Freunde so einige Gegner verdreschen und Unheil abwenden. Dabei spielt sich der Titel nicht nur in der Welt der Menschen ab, sondern auch in den Welten der Dämonen und Geister. Zum aktuellen Stand ist die Serie auf Netflix zu sehen.

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