10 Vorschläge für Fans von Resident Alien

Die Sci-Fi-Serie Resident Alien hat bei ihrer Ausstrahlung für einiges an Aufsehen gesorgt. Allen voran wurde der »frische Humor in vertrautem Rahmen« gelobt sowie das komödiantische Talent Alan Tudyks, der hier als getarntes Alien versucht, den menschlichen Alltag zu wuppen und gleichzeitig die Menschheit dabei auszulöschen. Laut dem Magazin Variety erhielt die zweite Staffel von Resident Alien ihr grünes Licht noch während der Ausstrahlung der ersten Staffel. Diese ist hierzulande erst frisch im Juni 2021 geendet, heißt also, dass wir uns noch gedulden müssen bis die neuen Folgen eintrudeln. Für diejenigen unter euch, die sich bis dahin die Zeit vertreiben wollen, gibt’s hier nun zehn Vorschläge, die in einem ähnlichen Fahrwasser herumschippern wie Resident Alien.

© Pidax

Mein Onkel vom Mars (Sitcom, USA, 1963–1966)

Der Resident Alien Ha Re ist nicht der erste Außerirdische,  der auf der Erde strandet und sich mit den Eigenarten der Ureinwohner des blauen Planeten arrangieren muss. Das Vorbild war wohl Mein Onkel vom Mars, eine Sitcom, die vom unfreiwilligen Aufenthalt eines Marsbewohners auf der Erde erzählt, der bei dem Versuch, möglichst unbemerkt ein amerikanisches Testflugzeug zu fotografieren, in der Nähe von Los Angeles abstürzt. Er hat Glück, denn denn der junge Journalist, der ihn entdeckt, informiert nicht die Behörden, sondern nimmt ihn mit nach Hause. Onkel Martin heißt er fortan.  Es erweist sich jedoch als äußerst schwierig, dieses Geheimnis zu hüten, denn Onkel Martin bringt sich und seinen „Neffen“ Tim in Situationen, die für Erdenbewohner so gut wie unmöglich, ja ausweglos oder zumindest recht gefährlich wären. Es gilt also das größte Abenteuer bestehen; den amerikanischen Alltag. Die Serie wurde in Deutschland erstmals ab 15. Mai 1976 im ZDF ausgestrahlt und seither nie wiederholt, ist jedoch auf DVD erhältlich.


© Warner Bros.

Alf (Sitcom, USA 1986–1990)

Als Alf 1988 in die deutschen Wohnzimmer krachte, war aus dem Stand ein neuer Kult geboren. In keinem Land der Welt fand der Außerirdische derart viele Fans wie in Deutschland, was wohl vor allem der deutschen Synchronstimme von Tommi Piper zu verdanken ist. Dessen Reibeisenklang fehlt nämlich vollkommen im US-Original! Auch Alf muss auf der Erde notlanden, geriet an eine Familie, die sich entschloss, ihn nicht an die Behörden zu übergeben und durfte über 102 Episoden hinweg den amerikanischen Alltag (er)leben. Seine Hauptaufgabe besteht vor allem darin, den Alltag der Familie Tanner zu kommentieren und dabei Absurditäten aufzudecken, die bis dato niemand jemals hinterfragt hätte. Anders als Harry in Resident Alien ist Alf allerdings viel eher an Katzen als Milch interessiert …


© Fernsehjuwelen

Mork vom Ork (Sitcom, USA, 1978–1982)

Die amerikanische Sitcom Mork vom Ork legte damals den Grundstein für Robin Williams’ Karriere. In seiner Rolle als Mork, einem Außerirdischen, der via Raum-Ei zur Erde reist, um die Menschen zu beobachten, räumte er 1978 den Golden Globe Award für den besten Hauptdarsteller einer Comedy-Serie ab. Die Episoden (der ersten Staffel) drehen sich überwiegend um Morks Versuche, sich in die menschliche Alltagskultur zu integrieren. Mork hat zwar vorab einige soziokulturelle Verhaltensweisen studiert, vornehmlich durch das Schauen irgendwelcher TV-Serien, doch das Gelernte nun passend anzuwenden erweist sich als schwieriger als gedacht. Hilfe erfährt Mork durch die 21-jährige Mindy, die ihn bei sich in der Wohnung aufgenommen hat. Die Serie baut vor allem auf Williams’ Improvisationstalent und Wortwitz auf; etwas, das die deutsche Lokalisierung nur schwerlich adaptieren konnte, so dass ihr vieles an Witz abhandenkommt. Nach der begeistert aufgenommenen ersten Staffel wurden noch drei weitere Staffeln produziert, die allerdings nie an den Erfolg der ersten anknüpfen konnten.


© Tiberius Film

Hinterm Mond gleich links (Sitcom, USA, 1996–2001)

Wer ist besser geeignet, all die Absurditäten des Alltags zu entlarven als jemand, der gar nicht von diesem Planeten stammt? Für Außerirdische gibt es keine Regeln: Sie dürfen dumm, wissbegierig oder gar infantil sein. Alle Türen stehen ihnen offen. In Hinterm Mond gleich links gibt es nicht einen, nicht zwei, nicht drei, sondern vier Außerirdische zum Preis von einem!  Dabei handelt es sich um außerirdische Wissenschaftler, die auf die Erde kommen, um dort ebenfalls als Wissenschaftler getarnt, an einer Uni den Umgang mit Menschen zu erforschen. Was gibt es auch Spannenderes als das Forschungsobjekt Mensch in seiner natürlichen Umgebung?  Dass dieses nicht ohne turbulente Verwechslungen und verrückte Ereignisse ablaufen wird, ist doch klar. Denn die intergalaktische Crew hat so ihre liebe Mühe, die menschlichen Finessen und Tücken zu erlernen, um ihre Mission zu einem Erfolg zu bringen … In den USA gehört die Serie zu den großen Sitcom-Hits der 90er, hierzulande ging sie bedauerlicherweise im ZDF-Nachmittagsprogramm unter, ist aber immerhin vollständig auf Disc erhältlich.


© Universal Pictures

Paul – Ein Alien auf der Flucht (Film, Großbritannien/USA, 2011)

Zwei britische Sci-Fi-Nerds treffen während ihres Urlaubs in den USA auf ein Alien namens Paul. Frisch aus einem Militärstützpunkt in Area 51 ausgebrochen, bittet Paul um Hilfe bei seiner Flucht. Was folgt ist ein verrückter Roadtrip; das FBI und eine Sekte fundamentaler Christen ständig im Nacken. Der Fokus liegt klar auf der Comedy. Es gibt eine breite Gag-Palette, die zwar nicht immer zündet, aber für eine generelle Grundheiterkeit sorgt. Stellenweise fühlt sich der Humor schlicht wie Hangover an. Das liegt auch daran, dass Paul als das Alien wesentlich lebenserfahrener und abgeklärter ist als man vermuten würde. Paul lebt sei 1947 auf der Erde, stand sowohl der amerikanischen Regierung als auch Steven Spielberg bei E.T. – Der Außerirdische beratend zur Seite und hat überdies die Figur des Agent Mulder erfunden. Paul raucht, kann Klötenhumor, liebt Reggae und spricht so salopp wie ihm die Schnauze gewachsen ist. Er ist damit ganz anders als der verschrobene und sozial unbeholfene Harry aus Resident Alien, aber dennoch eine Erfahrung wert.


© Disney

Lilo & Stitch (Zeichentrick-Serie, USA, 2003–2005)

Die Zeichentrick-Serie Lilo & Stitch basiert auf den gleichnamigen Filmen und führt die Handlung nach dem 2003er-Film Stitch & Co. fort. Es geht primär um die kleine Lilo, die in Hawaii lebt und nach dem Tod ihrer Eltern von ihrer älteren Schwester Nani aufgezogen wird. Eines Tages adoptiert sie im Tierheim den “blauen Hund” Stitch, der in Wirklichkeit ein gefährliches Alien-Experiment des außerirdischen, bösen Genies Jamba ist. Nach einigen Turbulenzen darf Stitch bei Lilo und ihrer Familie bleiben, die Alien Jamba und Pliiklii ziehen dann ebenfalls zu ihnen. In der Serie werden neben Stitch mehrere hundert andere Alien-Experimente auf die Erde losgelassen, welche Lilo, Stitch und ihre Freunde einsammeln. Steine in den Weg gelegt bekommen sie dabei von Gantu, der die außerirdischen Experimente für seinen Boss, Hans van Hamsterdam, einfangen möchte, sich dabei jedoch eher ungeschickt anstellt. Lilo, Stitch und ihre Familie schließen im Laufe der Handlung sowohl mit den Experimenten als auch mit anderen Menschen Freundschaft. In großer Parallele zu Resident Alien müssen vor allem Jamba und Pliiklii sich als Menschen tarnen, sie stellen sich stets als “Onkel Jamba” und “Tante Pliiklii” vor. Dies unterstreicht auch die Botschaft der Serie, wie wichtig Familie ist, egal wie verrückt diese aussehen mag.


© Kazé Anime

Parasyte – the maxim (Anime-Serie, Japan, 2014–2015)

Alien-Invasionen auf der Erde müssen nicht immer mit Tripods, Strahlenkanonen und martialischen Schiffshornklängen einhergehen. Manchmal kommen die Außerirdischen ganz unaufgeregt in Form kleiner grüner Pollen, befallen die Menschen heimlich durchs Ohr und übernehmen deren Körper – und keiner merkt etwas. Außer Shinichi, der Protagonist aus Parasyte – the maxim. Durch pures Glück kann er die 100%ige Übernahme seines Körpers verhindern und verbannt die außerirdische Entität auf seine rechte Hand. Shinichi bleibt also zunächst einmal er selbst, muss aber fortan damit leben lernen, eine Alien-Hand mit einer eigenen Agenda zu haben. Dazu kommt, dass sich Shinich und Migi (so der Name der Hand) als das außerplanmäßige Hybridwesen sowohl vor den Menschen als auch vor den Aliens verstecken müssen, denn sie sind Grenzgänger und gehören zu keiner Seite. Parasyte – the maxim verzichtet auf die komödiantische Fluffigkeit von Resident Alien und präsentiert den Aspekt »Alien versucht unentdeckt in einer menschlichen Zivilisation zu überleben« ernster, actionreicher und mit fancy Electro-Mucke von Ken Arai.


© Peppermint Anime

Assassination Classroom (Anime-Serie, Japan, 2015–2016)

Das gelbe, tentakelartige Alien-Monster Koro-sensei zerstört eines Tages einen Großteil des Mondes und kündigt an: das blüht der Erde auch! Aber nicht alle Hoffnung ist verloren, denn der schleimige Geselle unterbreitet den Vorschlag, dass er ein Jahr damit warten werde, wenn er im Gegenzug die Mittelschul-Klasse 9-E unterrichten darf. Diese gilt als schlechteste Klasse der Schule und ihre Schülerinnen und Schüler als hoffnungslose Fälle. Fortan fungiert Koro-sensei als Lehrer für die Jugendlichen und schafft es dabei, in ihnen verborgenes Potenzial zu wecken – während seine Schützlinge versuchen, ihn zu töten! Denn als direkte Kontaktpersonen zu dem gefährlichen Wesen werden die Jugendlichen im Töten ausgebildet und starten tagtäglich Attentate, denn wenn Koro-sensei bis zu ihrem Abschluss nicht getötet wurde, wird die Erde zerstört. Assassination Classroom ist eine sehr humorvolle Serie, die jedoch auch emotionale Komponenten aufweist und mit actionreichen Szenen überzeugen kann. Die Charaktere sind teilweise sehr ulkig. So bleibt Koro-sensei nicht der einzige ungewöhnliche Lehrer der 9-E, aber letzten Endes ist es vor allem schön zu sehen, wie sich die unterschiedlichen Persönlichkeiten weiterentwickeln und einander wachsen.


© Young Horses

Octodad: Dadliest Catch (Game, 2014)

Octodad startete als Freeware Game in 2010, aber wir nehmen uns hier einmal das Sequel zur Fischbrust. Die Prämisse ist quasi schon im Namen zusammengefasst. Ihr spielt Octodad, einen Oktopus, der sich dank unvergleichlicher Verkleidungsfähigkeiten und enormen schauspielerischen Talent (und absoluter Breiköpfigkeit jedweder Person in seinem Umfeld) als Mensch ausgibt und unter ihnen lebt. Mit ziemlichen Erfolg: Er hat Heim, Haus und sogar eine Angetraute, bei der es sich untypischerweise nicht um ein japanisches High-School-Anime-Girl handelt. Verpasste Gelegenheit. Wie dem auch sei: Im Zentrum des Gameplays steht die Herausforderung, die sich jeder von uns stellen muss: der Alltag. Müll rausbringen, Kaffee kochen, Einkaufen gehen; alles mitunter nerviger Kleinkram, außer, und das ist der Punkt, man ist ein Oktopus. Denn, und jetzt bitte aufpassen, ganz wichtig: Oktopusse sind keine Menschen. Jep. Schocker. Sie haben nicht das gleiche ‘Handling’, weil sie, nun, keine Hände haben. Im Kern ist Octodad: Dadliest Catch ein Geschicklichkeitsspiel, indem die größte Hürde das Steuern des Protagonisten selbst ist, was dazu führt, dass selbst das Kochen und korrektes Ausschütten von Kaffee zum wohnungszerstörenden Kampf wird. Offensichtlich ist hier die Idee rundum den sich verkleideten Oktopus mehr Story-Gimmick und erzählt indem Sinne keine Handlung und der werte orange Krake auf keine außerirdischen Vorfahren zurückblicken, aber es ist ein nett-witziger Zwischendurch-Spaß mit Freunden.


© DONTNOD Entertainment

Vampyr (Game, 2018)

Seit einer Begegnung der untoten Art ist der Arzt Jonathan Reid ein recht bissiger Zeitgenosse geworden. Zum Vampir umgewandelt huscht er verstohlen durch die von einer Krankheit heimgesuchten Londoner Nachbarschaft und versucht seinen Ärztetrieb mit seiner nachtwandlerischen Pflicht zu vereinbaren. Oder andersrum. Auf jeden Fall eins von beiden. Fakt ist, dass das Action-RPG von Dontnod Entertainment (Life Is Strange) euch in seinen schicken schwarzen Mantel steckt und euch die Wahl lässt, wie blutleer ihr eure Nachbarn zurücklasst. Dabei steht nicht alleine der moralische Zwiespalt im Vordergrund, der noch damit verstärkt wird, dass jeder Zusatztote die Überlebenschancen der Stadt drastisch verringert, es gibt auch ein spielerisches Hin- und Her das am Vampirdoktor zehrt. Wer sich des blubbrig roten Lebenssaftes enthält, kann sich zwar auf die menschliche Schulter klopfen, muss aber im Kampf mit allerlei Ghulen, anderen Vampiren und sonstigen Nachtgestalten zurückstecken, denn nur wer ordentlich trinkt, stärkt seinen kleinen inneren Vampir und damit auch die eigene Kampfkraft. Zwar hat Vampyr seine Schwächen mit Blick auf Balancing und einem etwas hakeligen Kampfsystem und unbestritten kann Jonathan nicht von sich behaupten, ein Alien zu sein, dennoch ist der Balance-Akt mit Hinblick auf Gameplay und Story, den Herr Reid durchmacht, eine interessante Perspektive auf die flattrigen Nachtwandler-Protagonisten.

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