10 Anime-Serien, die wir uns in Deutschland wünschen (Teil 2)

In den letzten Jahren ist ein starker Anstieg an Anime-Lizenzierungen zu verzeichnen, denn die Publisher erweitern ihre Portfolios in immer größer werdendem Ausmaß. Bei der Beliebtheit der japanischen Animationskunst in Deutschland kann von einem regelrechten Boom gesprochen werden. Doch trotzdem gibt es noch einige Titel, die hierzulande schmerzlich auf Disc vermisst werden und die Hoffnung, dass sich dieser Umstand in Zukunft ändert, bleibt bestehen. In der Redaktion blickten wir daher auf 10 Titel, die (noch) in unseren heimischen Regalen fehlen und die wir für eine Veröffentlichung gerne ans Herz legen.

Titel: Baccano! (2007)
Folgen: 13
Genre: Mystery, Action, Komödie
Regie: Takahiro Oomori
Studio: Brain’s Base 

Anfang der 1930er Jahre beginnt in Chicago der transkontinentale Zug “Flying Pussyfoot” eine blutige Reise. Zur gleichen Zeit sucht in New York ein Wissenschaftler nach einigen Weinflaschen, die ein Gebräu enthalten, welches Unsterblichkeit bringt. Doch gerade diese fallen in die Hände verschiedener Mafia-Familien, deren angespannte Lage sich aktuell noch mehr zuspitzt. 1711 sticht ein Schiff in See nach Amerika. Mit an Bord: einige Alchemisten, die die Unsterblichkeit suchen. In all den unterschiedlichen Ereignissen rauben ein paar Diebe, töten ein paar Killer, suchen Reporter die nächste Schlagzeile und ein junges Mädchen seinen Bruder.

Basierend auf der gleichnamigen preisgekrönten Light Novel mischte Regisseur Takahiro Oomori die Handlungen von vier Bänden zu einem bunten, spannenden und vor allem komplexen Abenteuer zusammen. Blutig, aber auch lustig geht es dabei zur Sache. Wenn nämlich zwei durchgedrehte Bankräuber inmitten einer Schießerei immer noch versuchen an Geld zu kommen, lässt sich das als irrwitzig bezeichnen. Eine Vielzahl  unterschiedlicher Figuren, die Parteien oder Familien angehören, wuseln in den verschiedenen Zeitebenen und Schauplätzen umher. Zu guter Letzt wird die Handlung dann auch noch nicht chronologisch erzählt – der Kopf sollte daher von Anfang an eingeschaltet sein. Doch gerade weil alles so auf einen einschlägt, macht Baccano! einfach Spaß. Zwar hat der Titel mittlerweile ein paar Jahre auf dem Buckel, doch die Figuren bewegen sich immer noch flüssig und die vielen verschiedenen Schauplätze sind detailliert zu Papier gebracht. Vervollständigt wird die Serie dann noch durch einen flotten Soundtrack und ein ansprechendes Charakter-Design.

Titel: Banana Fish (2018)
Folgen: 24
Genre: Action, Abenteuer, Drama
Regie: Hiroko Utsumi
Studio: MAPPA 

Aslan Jade Callenreese, der von allen nur Ash Lynx genannt wird, hat sich als Anführer einer Straßengang in New York einen Namen gemacht. Sein Bruder Griffin war neben einigen anderen Amerikanern vor zwölf Jahren im Irak stationiert. Eine Tragödie ereignete sich dort, denn Griffin tötete in einem Amoklauf mehrere seiner Kameraden. Vor seinem Zusammenbruch wiederholte er nur noch die Worte ”Banana Fish”. Ash steht in Verbindung zum Mafiaboss Dino Golzine, denn dieser entführte ihn nicht nur als Kind und zwang ihn zur Prostitution, sondern verhalf ihm auch später zur Macht. Nach einer traumatischen Kindheit ist Ash zu einem charismatischen, cleveren, aber auch gefährlichen Teenager herangewachsen. Eines Tages erhält Ash von einem fremden Mann eine Patronenhülse mit einer Droge als Inhalt. Der Mann verstirbt kurz darauf, aber Ash macht sich daran das Geheimnis um ”Banana Fish” zu lösen …

Der Titel “Banana Fish” klingt auf dem ersten Blick lustig, aber in Wirklichkeit handelt es sich um eine dramatische, spannende sowie actionreiche Anime-Serie mit erwachsenen Themen. Obwohl der Stoff aus dem Jahr 1985 stammt, kann er noch heutzutage mit der modernen Anime-Adaption von Studio MAPPA überzeugen. Mit Ash Lynx besitzt die Serie einen sehr coolen, aber einsamen Hauptcharakter, der durch ein Milieu von Verbrechern geprägt ist. Zwar wiederholen sich manche Handlungsabläufe, aber man kommt nicht drumherum Banana Fish durchzusuchten. Die Serie macht einfach Spaß und gehört auch zu den besten Produktionen, die das Jahr 2018 hervorgebracht hat.

Titel: Dear Brother (1991-1992)
Folgen: 39
Genre: Psychodrama, Romanze, Tragödie
Regie: Osamu Dezaki
Studio: Tezuka Productions 

Nanako Misonoo gehört zu den Neulingen an der Seiran Academy, bei der es sich um eine reine Mädchenschule handelt. Sie kann ihr Glück kaum fassen, als sie in die Schwesternschaft aufgenommen wird, die als die Elite der Schule angesehen wird. Doch sehr schnell muss Nanako die Schattenseiten am eigenen Leib erfahren. Der Neid von Mitschülerinnen spiegelt sich in Mobbing wieder. Zumal Nanako aus einem mysteriösen Grund von Fukiko Ichinomiya, der Präsidentin der Schwesternschaft bevorzugt behandelt wird. Nanako erzählt von ihren Erlebnissen, indem sie regelmäßig Briefe an ihren Bruder Takehiko Henmi schreibt, der jedoch in Wirklichkeit ein ehemaliger Lehrer von ihr ist. Zudem lernt Nanako die androgyn aussehende Rei Asaka ”Saint Just-sama” kennen, deren Anziehungskraft sie sich nicht entziehen kann …

Die Anime-Serie Oniisama e… oder besser auch unter dem englischen Titel “Dear Brother” bekannt, schlägt in die sentimentale sowie psychodramatische Kerbe ein. Die Hauptfigur Nanako ist öfter psychischem Druck ausgesetzt und es kommen immer wieder etwas düstere und eher erwachsene Themen vor, wie unter anderem Selbstmord und Tablettensucht. Im Fokus stehen aufwühlende Beziehungen zwischen Mädchen, aber auch andere mysteriöse Beziehungen, die sich um den Bruder Nanakos drehen. Die größten Stärken von Dear Brother sind die gut ausgearbeiteten Charaktere, die spannenden Beziehungen und die Atmosphäre. Die Beziehung zwischen Nanako und Rei ist besonders interessant zu verfolgen, da Rei eine spezielle Persönlichkeit besitzt, die einerseits faszinierend ist, aber andererseits schon mehr düsterer Natur ist. Die Serie ist nicht nur für Fans von Girls Love einen Blick wert, sondern auch für diejenigen, die sich erstmalig daran versuchen möchten und sentimentale Geschichten mögen. Kenner von Die Rosen von Versailles sollten sich Dear Brother ebenfalls nicht entgehen lassen, da beide Werke von Riyoko Ikeda stammen.

Titel: Fushigi Yuugi (1995-1996)
Folgen: 52
Genre: Fantasy, Action, Drama
Regie: Hajime Kamegaki
Studio: Pierrot  

Miaka Yuuki und Yui Hongo sind beste Freundinnen, die scheinbar nichts zu trennen vermag. Doch alles ändert sich nachdem beide im Buch “Das Reich der Vier Götter” landen, sowohl Miaka als auch Yui verlieben sich beide in den Suzaku-Krieger Tamahome. Doch Yui kehrt zurück in ihre Welt, während Miaka im Reich Konan zurückbleibt und dort die Priesterin des Suzaku wird. Die neben Tamahome noch sechs weitere Krieger finden muss, währenddessen verfolgt Yui die Geschichte über das Buch bis sie erneut darin landet. Doch dieses Mal hat sie nicht so viel Glück und wird von Männern angegriffen. Sie wird zwar von Nakago, einem Seiryuu-Krieger, gerettet, glaubt aber, dass sie vergewaltigt worden ist und gibt Miaka die Schuld dafür. Es entbrennt ein Kampf zwischen den Kriegern der Götter und deren Reiche Konan und Kutou.

Fushigi Yuugi hat als 1995er-Serie schon ein paar Jahre auf den Buckel, dennoch unterhält die Serie. Sie ist spannend und die Story ist doch recht zeitlos angelegt. Es handelt sich hierbei um eines der älteren Isekai-Werke, die noch aus einer Zeit stammen bevor der halbe Inhalt im Titel steht. Fushigi Yuugi fehlt einfach auf dem deutschen Markt. Es sind lediglich zwei der drei OVAs bei OVA Films bzw. bei Nipponart erschienen, was inhaltlich natürlich eher wenig Sinn macht, wenn die Hauptserie nie herausgekommen ist. Zudem wäre eine neue Synchronisation ratsam, denn die OVAs sind da eher bescheiden vertont und die meisten Charaktere eher unpassend besetzt. 

Titel: Hell Girl (2005-2006)
Folgen: 26
Genre: Horror, Mystery
Regie: Takahiro Omori
Studio: Studio Deen 

Es verbreitet sich das Gerücht, dass eine ominöse Website um Punkt Mitternacht auftauchen soll und mit der jeder seine Rache vollstrecken kann. Einmal einen Namen eingegeben, taucht das Höllenmädchen Enma Ai auf und gibt dem Schreiber eine Strohpuppe, die ein rotes Bändchen umgebunden hat. Erst das Lösen von diesem, setzt die Rache in Gang. Doch alles hat seinen Preis, weshalb die Seele des Vergeltungssuchenden nach dessen Ableben ebenso in der Hölle landet. Aber viele Menschen machen sich keine großen Gedanken, was nach ihrem Tod geschieht, wenn das Leben von einer anderen Person bereits zur Hölle gemacht wird.

Hell Girl (jap. “Jigoku Shoujo”) besteht aus losen Geschichten, die verschiedene Situationen darstellen, in denen die Menschen, vor allem Jugendliche, nicht mehr weiter wissen als auf diese mysteriöse Webseite zu gehen und ihre Probleme damit zu lösen. Enma Ai und ihre drei Assistenten Ren, Hone Onna und Wanyuudou wirken dabei stets sehr geheimnisvoll. Die episodische Serie richtet sich dabei an ein älteres Publikum. Anders als die Manga-Serie, welche erst von Tokyopop veröffentlicht und später von Egmont Manga fortgesetzt wurde. Hell Girl bekam zudem noch drei weitere Staffeln, die immer mehr Geheimnisse rund um Enma Ai lüften. Es ist insgesamt betrachtet eine gute Serie, die es bislang in keiner Form nach Deutschland geschafft hat.

Titel: Hunter x Hunter (1999-2001)
Folgen: 62
Genre: Abenteuer, Fantasy, Action
Regie: Kazuhiro Furuhashi
Studio: Nippon Animation  

Gon Freecss, ein zwölfjähriger Junge von der Wal-Insel, möchte in die Fußstapfen seines Vaters Ging treten und Hunter werden. Er wohnt bei seiner Tante Mito, die ihn aber nur schweren Herzens gehen lässt, denn der Beruf des Hunters ist gefährlich und dann will der Junge zudem noch nach seinem Vater suchen, der ihn einfach verlassen hat. Doch Menschen, die sich etwas in den Kopf gesetzt haben und einen Traum besitzen, lassen sich eben nicht aufhalten. Gon startet sein Abenteuer auf einem Schiff, aber bevor er sich überhaupt Hunter nennen kann, muss er einige Prüfungen ablegen, um die Hunter-Lizenz zu erhalten. Allerdings werden nur die besten Teilnehmer mit der Lizenz belohnt und die Prüfungen können zu schweren Verletzungen oder sogar dem Tod führen. Gon muss aber nicht allein bleiben, denn er lernt die Jungen Kurapika, Killua und Leorio kennen, die er dann nicht mehr missen möchte. Jeder von ihnen hat seine Gründe, um den Beruf des Hunters zu ergreifen. Mit seinen Freunden kann Gon so einige Hindernisse bewältigen, denn nicht nur Prüfer, sondern auch andere Teilnehmer legen ihnen Steine in den Weg. Die schwierigen Prüfungen sind jedoch nichts, im Vergleich zu manchem Schrecken, der ihnen später als Hunter bevorsteht …

Die Serie Hunter x Hunter fristete eine lange Zeit ein Schattendasein in Deutschland. Dies änderte sich jedoch schlagartig durch die Lizenzierung der Anime-Adaption von Studio Madhouse aus dem Jahr 2011. Inzwischen gehört der Titel hierzulande als Manga und Anime zu den beliebtesten Shonen und erfährt daher viel Aufmerksamkeit seitens Fans. Doch Hunter x Hunter besitzt noch eine weitere Anime-Adaption von Studio Nippon Animation aus dem Jahr 1999. Dabei hat die Serie aus den 90ern ihre eigenen Stärken und muss sich nicht hinter der modernen Adaption verstecken. Zwar ist sie ein Produkt ihrer Zeit, aber das macht sie keineswegs schlechter und atmosphärisch sogar besser. Die Geschichte rund um den Jungen Gon und seine treuen Weggefährten bleibt immerhin die gleiche, wodurch es doch interessant zu sehen ist, wie diese damals umgesetzt wurde. Neben den 62 Folgen wurden noch einige OVAs veröffentlicht. Die Handlung endet jedoch vor dem “Chimera Ant”-Arc. Letztendlich wäre es schön, den Klassiker in Deutschland begrüßen zu dürfen, denn auch dieser hat seinen eigenen Charme und als echter Hunter x Hunter-Fan stellt man sich gerne beide Versionen der Geschichte ins Regal.

Titel:  Prince of Stride: Alternative (2016)
Folgen: 12
Genre: Sport, Drama
Regie: Atsuko Ishizuka
Studio: Madhouse 

Stride. Dieser Name beschreibt eine Sportart, die Parkour-Lauf, Freerunning, Sprint und Staffel vereint. Der berühmte Stride-Club ist der Grund, weshalb Nana Sakurai an die Honan Akademie möchte. Takeru Fujiwara will ebenfalls dem Team beitreten. Schlecht nur, dass der Stride-Club aufgrund Mitgliedermangels nicht mehr aktiv ist. Nana und Takeru möchten das Team wiederbeleben und suchen weitere Klubmitglieder. Eine Mannschaft besteht aus sechs Personen: Fünf Laufenden und einem Koordinator. Dieser ist wichtig, denn bei der Übergabe muss das Treffen der beiden Läufer so getaktet sein, dass möglichst wenig Geschwindigkeit und Zeit verloren gehen. Nach anfänglichen Zweifeln schaffen es Nana und Takeru, Riku Yagami zu überzeugen, der ein schneller Läufer ist. So entsteht nach und nach eine neue Mannschaft, die zusammenwächst und ein Ziel vor Augen hat.

Viele Menschen kennen Ninja Warrior. Zu den Teilnehmenden gehören größtenteils Parkoursportler und Freerunner. Prince of Stride: Alternative vereint diese Sportarten in Kombination mit Staffellauf und bietet Elemente, die bei Ninja Warrior zu sehen sind. Spannend ist besonders der Ablauf eines Wettkampfes: Zwei Teams treten gegeneinander an. Die Rennstrecke enthält Hindernisse und es besteht die Möglichkeit, durch körperliche und geistige Fertigkeiten Abkürzungen zu finden. Alle sind über Headsets miteinander verbunden. Prince of Stride: Alternative erfindet eine neue Sportart. Der Schwerpunkt ist dabei der Staffellauf mit spannenden Rennen, die sich ständig unterscheiden und nie dieselben Abläufe beinhalten. Die persönlichen Momente der Charaktere werden passend in die Handlungen eingebunden und sind wichtig für den Ausgang der Episoden. Eine Serie, die es schafft, mit Sport und den Persönlichkeiten der Teammitglieder zu überzeugen.

Titel: Robotics;Notes (2012-2013)
Folgen: 22
Genre: Science-Fiction, Mystery, Drama
Regie: Kazuya Nomura
Studio: Production I.G 

Durch einen seltsamen Unfall in ihrer Kindheit leiden Kai und Aki an seltsamen Krankheiten. Doch die ehrgeizige Aki lässt sich davon nicht stören und versucht neue Mitglieder für ihren Roboter-Club zu finden. Sie möchte unbedingt das Ziel ihrer Senpai erfüllen, mit einem Roboter an einem Wettbewerb teilzunehmen. Dazu spannt sie auch ihren Freund Kai ein, der jedoch viel lieber einen ruhigen Tag damit verbringt, auf seinem PokeCom Mecha-Kämpfe auszutragen. Überreden lässt er sich trotzdem, doch findet er plötzlich auf der kleinen Insel, auf der sie leben, eine seltsame K.I. und Nachrichten, die von tragischen, zukünftigen Ereignissen berichten. Ohne es zu wollen, wird Kai in ein großes gefährliches Mysterium gezogen.

Eine liebenswerte K.I. namens Airi, mysteriöse Nachrichten über die Zukunft, der Unfall aus Kais und Akis Kindheit und das Verschwinden einer geliebten Person sind nur ein Teil der Handlung von Robotics;Notes. Zusätzlich geht es auch noch um Freundschaft, Liebe und den Zusammenhalt der Familie, denn neben den beiden Mitgliedern des Roboter-Clubs gesellen sich noch weitere sympathische Figuren dazu. Außerdem soll ja auch noch ein Roboter gebaut werden! Ein ziemlich bunter Mix, der stark unterhält, da die Spannungskurve mit jeder Folge steigt. Mit dem Bau des Roboters folgen sogar noch ein paar actionreiche, toll animierte Kämpfe. Dabei basiert der Titel auf der gleichnamigen Visual Novel und gehört noch dazu in die gleiche Welt wie Steins;Gate (Achtung, Gastauftritt!). Production I.G setzte die Anime-Serie visuell abwechslungsreich, mit einem ansprechenden Charakter-Design und flüssigen Animationen um. Da setzte sich noch kein Rost an!

Titel: Run with the Wind (2018‒2019)
Folgen: 23
Genre: Sport, Drama, Komödie
Regie: Kazuya Nomura
Studio: Production I.G  

Der ehemalige Spitzen-Highschool-Läufer Kakeru Kurahara wird wegen Ladendiebstahls aus einem Supermarkt verjagt. Dabei trifft er auf den Studenten Haiji Kiyose, der ihn einlädt bei ihm im Wohnheim zu wohnen. Da Kakeru kein Geld hat, willigt er sofort ein. Allerdings folgt schon bei der Willkommensfeier die große Überraschung: Wer hier wohnt, muss dem Uni-Treck-Team beitreten und noch dazu am Hakone Ekiden-Lauf teilnehmen – einem der bekanntesten Universitäts-Marathon-Staffelläufe in Japan. Leider sind alle anderen Bewohner, außer Haiji und Kakeru, absolute Laufanfänger und noch dazu null daran interessiert, diesem Sport nachzugehen. Haiji lässt sich davon jedoch nicht entmutigen, denn es ist sein Traum, an diesem Lauf teilzunehmen. Komme was wolle!

Run with the Wind erzählt keine Geschichte, bei der sich alles um den Sport dreht. Viel eher dient dieses eine Ziel dazu, das Leben anzupacken, es zu ändern oder überhaupt den nächsten Schritt zu wagen. Neben Haiji sind alle anderen liebeswerten Bewohner des Wohnheims Studenten. Dabei fängt der eine gerade erst an und ein andere muss sich schon mit dem nächsten Schritt, der Arbeitswelt, befassen. Ein sympathischer Haufen, der sich langsam an das Laufthema heranwagt. Für uns heißt das viel zu lachen aber auch das Sofa-Kissen zu knautschen, denn der eine oder andere Wettkampf muss absolviert werden, um am Hakonoe-Lauf teilnehmen zu dürfen. Von der ersten Folge an zieht die Serie einen in ihren Bann, denn das Laufthema ist nicht kompliziert, die verschiedene Motive locken, die Figuren sind lebensnahe gestaltet und die visuellen Eindrücke wunderschön. Da kann es schon einmal passieren, plötzlich selbst loslaufen zu wollen. Run with the Wind ist ein Titel fürs Herz.

Titel: Moriarty the Patriot (2020–2021)
Folgen: 24
Genre: Drama
Regie: Kazuya Nomura
Studio: Production I.G. 

Großbritannien, Ende des 19. Jahrhunderts. Das Land wird von den Adligen regiert. Die Bürger der Arbeiterklassen kämpfen um ihren täglichen Lebensunterhalt. Denn die Aristokratie an der Spitze sorgt dafür, dass alle an die entsprechende Klasse gebunden sind, in die sie hinein geboren wurden. William James Moriarty, Professor für Mathematik, macht sich daran, dieses Klassensystem zu zerstören, um ein neues Land nach seinen Idealen aufzubauen. Gemeinsam mit seinen Brüdern Albert und Louis wird er zum Berater für das einfache Volk. Hinter ihm verbirgt sich ein großes Genie der Kriminalität, denn er handelt aus purem Eigennutz, um zu jeder Zeit das perfekte Verbrechen zu inszenieren, auch wenn dafür Blut vergossen werden muss. Der Napoleon des Verbrechens trifft auf den Meisterdetektiv Sherlock Holmes.

Sir Arthur Conan Doyles Werk Die Abenteuer des Sherlock Holmes und die nachfolgenden Geschichten gehören zu den Meisterwerken der Weltliteratur. Wer den Namen des Meisterdetektivs kennt, dem ist auch der Gegenspieler Moriarty ein Begriff. Moriarty the Patriot rückt den Napoleon des Verbrechens in den Mittelpunkt. Die Handlung basiert auf der gleichnamigen Manga-Vorlage von Autor Ryosuke Takeuchi und Zeichner Hikaru Miyoshi, die in Deutschland bei Carlsen Manga veröffentlicht wird. Wer den Menschen hinter der Fassade von Professor Moriarty kennenlernen, seine Beweggründe verstehen und beim Aufeinandertreffen mit Sherlock Holmes dabei sein möchte, der kommt bei Moriarty the Patriot definitiv auf seine kosten. Passend zur Geschichte übernehmen die Bilder den Rest. Spätestens ein kühler Blick aus den roten Augen des Professors sorgt für Gänsehaut.

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Alva Sangai
Redakteur
8. Februar 2022 11:23


Ich hatte mir vor paar Jahren die OVAs von Fushigi Yuugi gebraucht gekauft. Und die Synchronisation ist wirklich extrem grottig. Machte überhaupt kein Spaß das auf deutsch zu schauen. Aber wie du sagst, ohne die Serie machen die OVAs wenig Sinn.

Taria
Redakteur
Antwort an  Alva Sangai
9. Februar 2022 11:08

Ich weiß gar nicht, was man sich damals bei den Synchronsprechern gedacht hat. Miaka war so fehlbesetzt und die anderen auch nicht wahnsinnig viel besser. Passten schlichtweg nicht vom Charaktertypus. Aber die AnimaniA hat damals die Synchro in den Himmel gelobt, danach war für mich die Zeitschrift quasi gestorben. Denn da konnte ich Kritiken nicht mehr Ernst nehmen.

Ayres
Redakteur
Antwort an  Alva Sangai
9. Februar 2022 23:34

Ich habe mich damals schon gefragt, wieso die Fushigi Yuugi OVA veröffentlicht wurde. Wobei: mir ist klar, weshalb. Nur ohne die Hauptserie ist halt auch massiv an den Fans vorbeilizenziert. So war es eben maximal ein Goodie für die Manga-Käufer:innen. Die Synchro habe ich erfolgreich verdrängt. Gerade mal nachgesehen, wer da mitspricht und gesehen, dass meine Lieblingssprecherin aus Deutschland, Marieke Oeffinger, die Miaka spricht, haha.

Taria
Redakteur
Antwort an  Ayres
10. Februar 2022 11:54

Marieke Oeffinger war leider eine komplette Fehlbesetzung, da sie den Charakter von Miaka nicht gut rübergebracht hat. Die ist ja eher lebhaft, aufgeweckt und laut, alles was die deutsche Stimme halt nicht ist. Das Lizenzieren der OVA war wirklich nicht klug. In a distant Time hatte dasselbe Schicksal, da kamen die OVAs und der Film, die Serie allerdings nicht und dann ist auch noch der Manga abgebrochen worden.

Alva Sangai
Redakteur
Antwort an  Taria
10. Februar 2022 23:00

Bei Yu Yu Hakusho haben die auch einen der Filme hier herausgebracht. Was ohne die Serie auch nicht wirklich sinnvoll ist. Wurde wohl damals öfter so gemacht.

Aki
Aki
Redakteur
Antwort an  Alva Sangai
14. Februar 2022 13:45

Das gleich passierte Bei Saint Seiya! Die haben den ersten Film in Deutschland veröffentlich, wo es sonst nichts anders gibt und vor allem niemand das Franchise kennt. Natürlich kappiert man den nicht, denn der ist ein reiner Fillerfilm, der halt die bekannten Figuren in Action setzt.

Da fragt man sich nicht ohne Grund, ob solche Titel bei Lizenzpaketen dabei waren, denn anders macht es einfach keinen Sinn.