Star Wars: Andor (Folge 1×02)

Deputy Inspektor Syril Carn lässt das Netz um Cassian Andor immer engmaschiger werden und bringt letzteren in Zugzwang. Der Planet Ferrix wird für ihn immer gefährlicher und es wäre allerhöchste Zeit zu verschwinden.

Inhaltsangabe

Flashback auf dem Planeten Kenari, auf dem ein junger Cassian Andor sich einer Gruppe Jugendlicher anschließt, um die Absturzstelle eines imperialen Schiffes zu untersuchen. Während die Teenager sich auf den Weg machen, passieren sie eine Miene, die im scharfen Kontrast zu der üppig gedeihenden Landschaft steht. An der Absturzstelle angekommen, untersucht die Anführerin der Gruppe das Raumschiff und wird von einem der Überlebenden getötet, bevor dieser ebenfalls stirbt.

In der Gegenwart schlängelt sich der erwachsene Cassian Andor durch die Massen auf Ferrix, um seine Adoptivmutter Maarva Andor (Fiona Shaw, Harry Potter) zu besuchen. Diese empfängt ihn gemeinsam mit dem schnippischen Droiden B2EMO und konfrontiert ihn damit, dass der Pre-Mor Sicherheitskonzern nach einem Kenari sucht. Sie redet ihrem Sohn ordentlich ins Gewissen nicht leichtfertig mit dem Wissen um seine Herkunft hausieren zu gehen und unterstreicht dadurch wie wichtig dies für ihr aller Überleben ist. Auch trifft sich Cassian wieder mit Bix, was besonders von ihrem Lebenspartner Timm (James McArdle, Star Wars: Das Erwachen der Macht), der die beiden heimlich beobachtet, nicht gut aufgenommen wird.

Deputy Inspektor Carn will derweil beweisen, dass er ein guter und loyaler Offizier ist, woraufhin er sich bei seinem Stellvertreter Linus Mosk (Alex Ferns, The Batman) Tipps holt, wie er beim Fangen von Cassian am besten vorgehen soll. Gemeinsam hecken sie einen Plan aus, wobei Linus Mosk das Gespräch eher dominierte. Mit vier Trupps und einem Haftbefehl, der auf den Namen Cassian Andor ausgestellt ist, machen sich die Pre-Mor Sicherheitsleute unter der Schein-Führung von Carn auf den Weg nach Ferrix. Damit sind sie jedoch nicht alleine, denn ein noch unbekannter Mann ist ebenfalls auf den Weg zu eben diesen Planeten.

Kenari – was oder wer ist das?

Kenari – spätestens nach der zweiten Folge wirft dieser Name Fragen auf. Immerhin ist dieser Planet, der auch gleichzeitig Name eines kleinen Mid-Rim-Systems ist, der erste Schlüssel zur Hintergrundgeschichte um den mysteriösen Cassian. Wirklich viel ist über Kenari bis jetzt noch nicht bekannt. Doch eines ist sicher: Der Planet ist ein blühender und vor allem sehr, sehr grüner Planet und wirkt auf dem ersten Blick idyllisch. Der junge Cassian – damals noch Kassa geheißen – lebte gemeinsam mit seiner Schwester in einem Menschenstamm im Dschungel in einfachen Hütten. Was sofort verwirrend ist, dass es wohl keine Erwachsenen zu geben scheint. Was mit den Erwachsenen passiert ist, wird noch nicht klar. Sind sie ermordet? Von einer Seuche dahingerafft? Oder gar entführt und vom Imperium zur Zwangsarbeit gezwungen? Fragen über Fragen. Eines wird im Laufe der zweiten Folge aber durchaus deutlich: Der Planet wird ausgebeutet. Tatsächlich ist Kenari auch den Bewohnern von Ferrix ein Begriff. Anscheinend habe sich dort innerhalb einer imperialen Mine eine Bergbaukatastrophe ereignet und der gesamte Planet sei nun kontaminiert sowie als verbotene Zone bezeichnet. Doch wieso oder weshalb, das bleibt nach wie vor ein Rätsel.

Star Wars für Erwachsene oder fehl am Platz?

Neben dem düsteren Look, der deutlich an Rogue One erinnert, dem Fehlen von Witzen und der Konfrontation mit harten Themen wie Mord und Totschlag, spricht Andor eindeutig ein älteres Publikum an. Das soll nicht heißen, dass der Tod in Star Wars nie thematisiert wurde, allerdings wurde er noch nie so dreckig und unheldenhaft gezeigt. Doch auch gerade was Liebesbeziehungen angeht, so werden mit Bix und Timm ein Pärchen eingeführt, an dem die Thematik Liebe und Intimität für Star Wars-Verhältnisse ebenfalls erwachsener und vor allem deutlicher dargestellt wird. Alleine die Szene, in der Bix sich nur mit Oberteil und Höschen von Timms Bett erhebt und nach Kaff verlangt, zeigt das glasklar. Inwiefern das gut oder schlecht ist, bleibt abzuwarten.

Kurze Folge heißt nicht kurzweilige Folge

Obwohl die zweite Folge von Andor eine Länge von 38 Minuten (abzüglich der ca. 5 Minuten Abspann) vorweist, hat sie durchaus ihre Längen. Die Geschichte entfaltet sich, aber sie lässt sich nach wie vor Zeit. Deputy Inspektor Carn bricht nach einer gefühlten Ewigkeit erst nach Ferrix auf, obwohl im Dialog mit seinem Handlanger deutlich wird, dass Zeit der Schlüssel ist, um Cassian Andor zu schnappen. Auch passiert außer dem sich zuspitzenden Liebesdrama zwischen Bix und Timm, Cassians wachsender gefährlicher Situation und einem spannenden Flashback nicht wirklich viel. Von Kurzweiligkeit kann daher eher nicht die Rede sein. Natürlich könnte diese Ruhe und das sich-Zeit-lassen auch als Stilmittel gedacht sein. Es symbolisiert in gewisser Weise den alltäglichen Trott, dem sich kein Bewohner der Galaxie entziehen kann oder die Ohnmacht, in eine Situation Dank äußerer Umstände zu geraten für die man persönlich gar nichts kann. All das ist – oder wird sehr wahrscheinlich – Cassian Andor widerfahren.

Fazit

Auch die zweite Folge glänzt mit Atmosphäre. Eines lässt sich daher legitim sagen: So schmutzig und düster war Star Wars noch nie. Wie schon in Folge 1 passiert auch in Folge 2 nicht viel. Doch für die wenigen wichtigen Ereignisse wird sich Zeit gelassen, damit sich die Charakter in Ruhe entfalten können. Besonders schön hat man das meiner Meinung nach an der Beziehung zwischen Deputy Inspektor Carn und seinem Stellvertreter Linus Mosk gesehen. Es war sehr deutlich zu erkennen, dass der jüngere und noch unerfahrenere Inspektor von dem älteren Linus sich Unterstützung erhofft und lernen will. Seine Unsicherheit kam gerade bei seiner Rede vor seinen Trupps zur Geltung. Auch das Rätsel um Cassians Schwester ist noch nicht gelöst. Doch jetzt sollte er erst einmal tunlichst zusehen, dass er nicht in das Netz der Pre-Mor Sicherheitsleute gerät.

© Disney

Lady Narmora

Als Sinologin liebt Lady Narmora die asiatische und allen voran die chinesische Kultur sowie Literatur. Sie liebt Fantasy, Sci-Fi und spannende Historienromane, in denen fremde Orte und Philosophie hochgeschrieben werden. Daher ist Literatur mit einem interessanten und spannenden Worldbuilding für sie sehr wichtig; gerade, dann wenn es um Speisen, Feste, Geschichte und Politik geht.

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