Star Trek: Discovery (Folge 2×07)

Lesezeit: 4 Minuten

Halbzeit in Staffel 2: Nach eher durchwachsenen Folgen ist Star Trek: Discovery wieder auf Kurs, was auch damit zu tun hat, dass man sich in Folge 2×07 „Light and Shadow“ wieder dem Haupthandlungsbogen um Spock und den Roten Engel widmet. Während die Discovery eine gute alte Zeitanomalie untersucht (na ja, „alt“ ist bei sowas immer relativ…), macht sich Burnham auf eigene Faust auf die Suche nach ihrem Bruder.

Nachdem sich der Rote Engel dank Sarus besonderer Sehkraft nicht als göttliches Wesen, sondern als technologisch fortgeschrittener Zeitreisender aus der Zukunft erwiesen hat, untersucht die Discovery eine Zeitanomalie, die der Engel bei seinem letzten Erscheinen hinterlassen hat. Burnham macht sich indes auf den Weg nach Vulkan, dem Verdacht folgend, dass ihre Mutter Amanda mehr über Spocks Verbleib wissen könnte, wohingegen ihr Vater Sarek bisher mit seinen Versuchen telepathisch Kontakt zu Spock aufzunehmen, gescheitert ist. Ihr Verdacht bestätigt sich, doch der von Amanda auch vor Sarek versteckt gehaltene Spock ist in keinem guten Zustand. Auf der Discovery macht man sich derweil daran, eine Sonde in die Zeitanomalie zu entsenden. Da es jedoch zu gefährlich für das gesamte Schiff ist, der Anomalie zu nahe zu kommen, wird entschieden, mit einem Shuttle dafür näher heranzufliegen. Captain Pike erteilt kurzerhand sich selbst den Befehl dazu, da er als ehemaliger Testpilot am geeignetsten ist. Doch drängt sich ihm unliebsamerweise Tyler mit auf, der die Mission für Sektion 31 überwachen will.

Alle Zeiten der Welt, sich zu streiten

Wie es so mit Zeitanomalien ist, verläuft Pikes und Tylers Mission nicht gerade glatt und sie sind schnell innerhalb des temporalen Phänomens gefangen. Schlimm genug, aber zwischen dem Captain und dem Geheimdienstoffizier stehen die Zeichen auch in der Notsituation auf Streit. Während Pike dem inneren Klingonen von Tyler nicht vertraut, ist der davon überzeugt, dass Pike sich absichtlich in Gefahr begibt und riskante Missionen sucht, um sich selbst etwas zu beweisen, nachdem er und die Enterprise den Krieg mit den Klingonen verpasst haben. Die Lage wird weiterverschlimmert, als die eigentlich ausgesandte Sonde wieder zurückkehrt und – mit einigen Upgrades aus der Zukunft – anfängt das Shuttle anzugreifen. Dabei werden zugleich die Intentionen des Roten Engels in Frage stellt. Ist dieser wirklich ein Wohltäter, wie es seine bisherigen Taten andeuten, oder hat er doch feindliche Absichten?

Logik sagt, geheime Schattenorganisationen sind vertrauenswürdig

Auf Vulkan bekommt man derweil mehr Einblicke in die nicht immer unproblematische Dynamik eines gemischt menschlichen und vulkanischen Familienhaushalts und erfährt, dass Spock als Kind unter einer Lernstörung litt, über die ihm seine Mutter insgeheim hinweggeholfen hat. In seinem jetzigen Zustand scheint ihm das jedoch wenig zu helfen. Geistig verwirrt und nicht ansprechbar rezitiert Spock immer wieder die Basislehren vulkanischer Logik, Passagen aus „Alice im Wunderland“ und eine Zahlenfolge, deren Bedeutung jedoch ein Rätsel ist. Während Amanda Spock weiter versteckt halten will und Burnham ihn unbedingt in ein Krankenhaus bringen will, bricht Sarek letztlich das Patt und entscheidet sich für den logischsten Weg: Spock an Sektion 31 auszuliefern, da diese die besten Mittel und das stärkste Interesse daran hat, Spock zu heilen. Dort angekommen traut Burnham den guten Intentionen des Geheimdienstoffiziers Leland nicht wirklich, schafft es aber in letzter Sekunde mit dem zusätzlichen Kontext von Spocks Lernschwäche, die Zahlenfolge als Koordinaten zu erkennen. Deren Ziel: das Planetensystem Talos IV.

Talos IV? Was ist das? Muss mir das was sagen?

Irgendein Systemname mit irgendeiner Nummer? Weit gefehlt. Talos IV hat eine Geschichte im Star Trek-Universum und ist zweimal Handlungsort in der Originalserie. Einmal in der ursprünglichen Pilotfolge von Raumschiff Enterprise namens „Der Käfig“ (The Cage), in der es die Crew der Enterprise, noch unter dem Kommando von Captain Pike und mit Spock in der Crew, einem Notruf folgend nach Talos IV verschlägt. Dort gerät Captain Pike in die Gefangenschaft der Talosianer, einer telepathisch hochentwickelten Spezies, welche die Wahrnehmung anderer mit Illusionen beeinflussen kann. Die Planetenoberfläche von Talos IV wurde jedoch vor langer Zeit verwüstet, sodass sich die Talosianer deswegen unter die Oberfläche zurückgezogen haben. Ihr Plan: Menschen als Sklavenrasse heranzuzüchten, damit diese die Oberfläche wieder bewohnbar machen. Das passierte im Jahr 2254.
In der Doppelfolge „Talos IV – Tabu“ (The Menagerie) nehmen die Talosianer im Jahr 2267 Kontakt zu Spock auf und veranlassen diesen die Enterprise – nun unter dem Kommando von James T. Kirk – zu entführen, damit Spock den inzwischen gelähmten Pike zurück nach Talos IV bringen kann. Die Handlung von Discovery (10 bzw. 9 Jahre vor den Abenteuern der Enterprise, ca. 2258) spielt also zwischen diesen beiden Besuchen. Für besonders Neugierige wären alle drei Folgen auf Netflix enthalten.

Meinung

Ein paar Wendungen haben etwas zu vorhersehbar in Schwierigkeiten geführt: Natürlich gerät das Heranfliegen von Tyler und Pike an die Anomalie ganz schnell schief und natürlich ist es keine zu tolle Idee, Spock an Sektion 31 zu übergeben, sodass beides natürlich ganz schnell zu einer Rettung bzw. Flucht gerät (und der krakenhafte Matrix-Sentinel aus der Zukunft war auch etwas komisch). Trotzdem eine insgesamt gute Folge, die durch die Rückbesinnung auf die Haupthandlung auch nicht so abenteuerlich überstürzt wirkt wie noch die vergangenen Folgen. Zudem werden zum Ende hin diverse Spannungspunkte für die nächsten Folgen gesetzt, wie dass Airiam wohl von einem Computerprogramm aus der Zukunft gehackt worden ist oder Leland für den Tod von Michaels leiblichen Eltern verantwortlich ist. Was Talos IV angeht, überleg ich mir ehrlich gesagt noch, ob ich zu den besonders Neugierigen gehöre und die Folgen nach Ewigkeiten nochmal gucke, obwohl der Bezug natürlich cool ist.

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Lyxa

Lyxa studiert aktuell das Fach Und-was-macht-man-damit in Mainz, liest viel, schreibt gerne und schaut sich viel und gerne allerlei Serien und Filme an, am liebsten Science-Fiction. Lyxa ist dabei besonders der Dunklen Seite der Macht verfallen, weil es dort die cooleren Outfits gibt.

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