Obi-Wan Kenobi (Folge 1×06)

In der finalen Folge 6 von Obi-Wan Kenobi kommt es zu den ebenso finalen Konfrontationen. Obi-Wan stellt sich Darth Vader und Reva zieht gegen Onkel Owen und Tante Beru zu Felde.

Inhaltsangabe

Reva hat sich von ihrer Niederlage gegen Darth Vader erholt und befindet sich nun auf Tatooine, um den jungen Luke Skywalker zu finden. Sie will sich an Vader rächen, indem sie seinen Sohn umbringt. 

Die Leute der Widerstandsbewegung konnten zwar mit ihrem ramponierten Transporter fliehen, werden aber nun von Darth Vader und seinem Sternzerstörer verfolgt. Um Roken und seinem Reparaturteam genug Zeit zu verschaffen (vor allem aber, um sich Vader zu stellen), setzt sich Obi-Wan in einem Shuttle ab und nötigt den Sternzerstörer damit, vom Transporter abzulassen. Obi-Wan lockt sie zu einem nahegelegenen Planeten. Dort kommt es zum dramatischen Zweikampf zwischen Obi-Wan und Vader, bei dem Obi-Wan seine wiedergefunden Macht und Überlegenheit demonstrieren kann. Geschlagen und am Ende seiner Kraft, spricht Vader seinen ehemaligen Meister von jeder Schuld frei. Nicht Obi-Wan sei Schuld für die Geburt von Vader, sondern er selbst.

Onkel Owen und Tante Beru haben mittlerweile von Reva erfahren und rüsten auf, um ihre Farm und Luke zu verteidigen. Reva trifft zur Dämmerung ein. Es kommt zum Schusswechsel, bei dem Owen und Beru unterliegen. Luke flieht in die Wüste, dicht gefolgt von Reva, die ihn letzten Endes stellen kann. Doch sie schafft es nicht, den Todesstoß auszuführen, sondern bringt ihn stattdessen zurück zu seiner Familie. Als Obi-Wan nach Tatooine zurückkehrt, lindert er Revas Schmerz und Unsicherheiten und ermutigt sie, befreit in die Zukunft zu gehen.

In den letzten Einstellungen versichert Darth Vader dem Imperator, dass Obi-Wan ihm nichts mehr bedeute. Leia ist zurück auf Alderaan, trägt den Holster von Tala und verabschiedet sich von Obi-Wan. Zurück auf Tatooine packt dieser seine Sachen, verlässt seine Einsiedlerhöhle und überlässt Luke dem alleinigen Schutz von Owen und Beru. Als sich Obi-Wan in die Wüste aufmacht, erscheint ihm sein alter Meister Qui-Gon, der sich seinem ehemaligen Schüler auf der Reise anschließt.

Tante Beru zu den Waffen

Auch wenn sie im Duell mit Reva unterliegen, so sind die Gewinner dieser Folge dennoch Onkel Owen und Tante Beru. Sie erhalten mit dieser Episode einen neuen Background, der aus ihren Figuren mehr macht als nur unfreiwillige Adoptiveltern, die in Luke lediglich eine notwendige Last sehen – so, wie es in Episode IV stellenweise den Eindruck erweckt. Nein, sie betrachten ihn als ihren Sohn und sind gewillt, sogar ihr Leben für ihn zu geben. Vor allem Beru. Die Tante macht keine Gefangene und greift, als sie von Reva erfährt, sogleich zu den Schrotflinten. Für sie ist die Kacke am Dampfen.

Verbindungen zu Episode IV

Die Serie hat ein Talent dafür, sowohl total miese als auch total tolle Szenen hervorzubringen, und das manchmal im selben Atemzug. Der Dialog zwischen Obi-Wan und Vader nach dessen Niederlage ist eine solche (tolle) Szene. Wir sehen hier Vader, wie er unter seinem zerbrochenen Helm mit hasserfüllten Augen heraus stiert, immer im Wechselspiel des Lichteinfalls und des Vocalizers; eine Szene, in der Vader seinen alten Meister von aller Schuld frei spricht. Nicht Obi-Wan sei dafür verantwortlich, was aus Anakin geworden ist. Nein, Vader selbst habe Anakin getötet. Eine Steilvorlage für Obi-Wan, die der Jedi später in Episode IV nutzen wird, um Luke eine angepasste Geschichte über dessen Vater zu erzählen. Darüber hinaus nennt hier Vader Obi-Wan immer noch »Meister«. Das und seine Niederlage lösen das Kontinuitätsproblem aus Episode IV, in der Vader sinngemäß sagt: »Das letzte Mal, als wir uns sahen, wart Ihr der Meister und ich der Schüler«. Nun, stimmt. Zu guter Letzt fällt auf, dass Obi-Wan Anakin »Darth« nennt. Damit akzeptiert er vollumfänglich, dass sein einstiger Freund tot und ein Sith geworden ist, eben ein »Darth« – ebenfalls ein Callback zu Episode IV.

Wie geht’s denn so?

Als Owen Obi-Wan dazu einlädt, Luke kennen zu lernen, beginnt dieser das Gespräch – das allererste Gespräch – mit seinem berühmtesten und längst zum Meme gewordenen One-Liner aus Episode III: »Wie geht’s denn so?« beziehungsweise »Hello there.« Ob das Meme hier genau die richtige Prise Humor mit einbringt oder aber der Geschichtsträchtigkeit des Moments eher entgegen wirkt, muss man für sich selbst entscheiden. Zumindest die deutsche Variante klingt für den Beginn eines Gesprächs leicht … strange. Aber immerhin taucht Qui-Gon endlich auf, erneut gespielt von Liam Neeson – und er ist ziemlich gut drauf für jemanden, dessen hoch gepuschter Schützling gerade die ganze Galaxis auseinander reißt. 

Fazit

Revas Charakter-Ark wird zu Ende geführt, Leia kehrt nach Alderaan zurück, Obi-Wan und Vader haben ihre letzte erlösende Aussprache und Qui-Gon taucht auch noch auf. Eine Folge voller schöner Momente. Dabei profitiert die Episode freilich auch von der Rückkehr der alten musikalischen Themen. Wurde zuvor nicht einmal ein einziges Thema angeteasert, so erklingen im Finale gleich drei davon in voller Pracht: Der imperiale Marsch, das Thema von Leia und jenes der Macht. Und doch kann das für mich die allgemeine Mittelmäßigkeit der Serie und die diversen Abrutscher in »Goofy Shit« nicht wettmachen. »Wir haben eine lange Reise vor uns«, sagt Qui-Gon in der letzten Szene zu Obi-Wan. Und ich hoffe (leider), dass diese Reise keine zweite Staffel zum Ziel hat.

© Disney

Totman Gehend

Totman ist Musiker, zockt in der Freizeit bevorzugt Indie-Games, Taktik-Shooter oder ganz was anderes und sammelt schöne Bücher. Größtes Laster: Red Bull. Lieblingsplatz im Netz: der 24/7 Music-Stream von Cryo Chamber auf YouTube.

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