Hawkeye (Folge 1×01)

Als fünfte Serie des Marvel Cinematic Universe startet Hawkeye, womit neun Jahre (!) nach The Avengers auch das letzte Mitglied der Stammbesetzung mit einer eigenen Produktion bedacht wurde. Gleichzeitig ist die Serie einmal mehr eine Staffelstab-Übergabe: Nach einem neuen Captain America und einer neuen Black Widow folgt nun auch eine neue Hawkeye, die in den Fokus der Serie rückt. In den Comics begeistert Kate Bishop, hier von Hailee Steinfeld (Pitch Perfect) dargestellt, ihre Fans bereits seit 2005 als Mitglied der Young Avengers. Folge 1 (“Triff niemals deinen Helden”) erzählt von der Zusammenführung beider Titelfiguren im weihnachtlichen New York.

Inhaltsangabe

Im Jahr 2012 wird die junge Kate Bishop Zeugin eines Streits zwischen ihren Eltern. Der geplante Umzug rüttelt am Familiensegen. Plötzlich wird die Umgebung des Hauses Teil des Kampfschauplatzes zwischen den Avengers und den Chitauris, die Loki im Auftrag Thanos’ auf die Erde schickt. Kate sieht aus ihrem Fenster Hawkeye (Jeremy Renner) und muss auch direkt von ihm gerettet werden. Kates Vater hingegen stirbt an diesem Kate. Bei dessen Beerdingung verlangt Kate von ihrer Mutter das nötige Werkzeug, um selbst eine heldenhafte Bogenschützin zu werden.

Es ist der 18. Dezember in der Gegenwart, New York bereitet sich auf Weihnachten vor. Kate ist inzwischen selbst eine passionierte Bogenschützin und beweist ihren Freundinnen, dass sie mittels Pfeil und Bogen die Glocke eines Turms aktivieren kann, was zur Folge hat, dass der gesamte Turm einstürzt. Ihre Mutter Eleanor (Vera Farmiga, The Conjuring) ist darüber nicht begeistert, doch für die wohlhabende Familie stellt Geld keine Herausforderung dar. Zur Wiedergutmachung soll Kate Eleanor zu einer Charity-Gala begleiten.

Zur gleichen Zeit besucht Clint mit seinen Kindern ein Avengers-Musical (“Rogers: The Musical”), macht dies aber nur den Kindern zuliebe, da er selbst mit dem Kapitel abgeschlossen hat und die Erinnerung an Natasha schmerzvoll ist.

Als Kate auf der Gala auftaucht, erlebt sie eine negative Überraschung, denn sie erfährt von Armand (Simon Callow; Zimmer mit Aussicht), einem Freund der Familie, von Eleanors Verlobung mit deren neuen Partner Jack (Tony Dalton, Better Call Saul). Kate reagiert gereizt auf diese Enthüllung, wird aber kurz darauf Zeugin davon, dass ihre Mutter von Armand bedroht wird. Kate folgt Armand zu einer geheimen Auktion im Keller des Gebäudes, wo Artefakte des Avengers-Hauptquartiers versteigert werden. Armand ergattert dort das Schwert von Ronin (Clints einstige Vigilanten-Identität). Es kommt zu einer Sprengung der Wand und eine Diebesbande stürmt die Veranstaltung. Kate schlüpft kurzentschlossen in das Ronin-Kostüm und kann die Angreifer vertreiben. Ihr steht dabei ein Hund zur Seite, dem sie kurzfristig auch das Leben rettet. Jack stiehlt unterdessen das Schwert.

Clint sieht Kate im Fernsehen und erkennt seinen Ronin-Aufzug wieder. Kate findet unterdessen den toten Armand wieder und wird von den Angreifern umzingelt, doch Clint kommt ihr zu Hilfe.

Stärkere Nähe zur Comic-Vorlage als üblich

Bekanntermaßen nimmt sich das Marvel Cinematic Universe viele Freiheiten für die Umsetzung seiner Comic-Vorlagen. In Hawkeye sind die Bezüge da schon deutlich besser wiederzuerkennen und Kenner:innen der Vorlage wissen auch direkt, wie einige Personen und Begebenheiten einzuordnen sind. So etwa ist es kein Wunder, dass Jack viele Schwerter ausgestellt hat, denn sein Alter Ego heißt Swordman und schon in Folge 1 fällt er mit dem Diebstahl des Ronin-Schwertes auf. In der Vorlage ist Swordman allerdings ein Mentor von Clint, weshalb umso spannender wird, welche Bezüge für die Serie gechaffen werden.

Kate Bishop, eine junge Frau zwischen Ehrgeiz und Familientragödie

Viel ist in Folge 1 nicht über Kate zu erfahren. Ihre Familiengeschichte ist tragisch, ihr verstorbener Vater stand ihr näher als Mutter Eleanor und deshalb reagiert sie umso emotionaler auf einen neuen Mann an ihrer Seite. Kate ist zielstrebig, hat mehrere Martial Arts-Turniere gewonnen, wie anhand der Pokal-Sammlung zu erkennen ist. Ansonsten spielt Geld keine Rolle in ihrer Familie, was es ihr umso einfacher macht, Wagnisse einzugehen. Auch im Knacken von Schlössen ist sie gut. Damit wäre ihre Kampf-Glaubwürdigkeit also schon einmal erklärt. Die Art und Weise, wie sie an das Ronin-Kostüm kommt, ist allerdings in einem unsäglichen Tempo dargestellt. Zu Gute halten muss man dem MCU wieder einmal, dass gute Vorarbeit geleistet wurde und Clints Ronin-Identität schon in Avengers: Endgame dargestellt wurde, sodass an der Stelle keine weiteren Erklärungen notwendig sind. 

Clint Barton, ein Kämpfer im Ruhestand

Clint wurde schon immer als Familienmensch dargestellt, was sich auch durch Hawkeye zieht. Das Musical weckt keine positiven Gefühle in ihm. Ein Easter Egg an der Stelle ist übrigens, dass Ant-Man als Teil der Avengers gezeigt wird, was nicht mit The Avengers einhergeht. Allerdings zählt Hank Pym in den Comics zu den Gründungsmitgliedern und war neben Captain America einer der ersten Superhelden.  Auch aus den Comics stammen Clints Hörprobleme. Die Folge führt ihn als einen gealterten Ex-Helden ein, der genau genommen keinen Bock mehr auf all das hat.

Die Tracksuit-Mafia

Böse Untergrund-Truppen gibt es bei Marvel zuhauf. Die Tracksuit-Mafia stammt direkt aus der Vorlage und hat ihre Ursprünge in Russland. Abgesehen haben sie es auf eine Uhr, ansonsten liefert die erste Episode noch keine weiteren Hinweise darauf, wer das Oberhaupt der Truppe ist. 

Fazit

Hawkeye ist tonal wieder einmal ganz anders als andere Vertreter des MCU-Serienkosmos. Die leichtfüßige Erzählung verleiht der Serie einen nicht ganz ernst zu nehmenden Spirit. Ansonsten ist die Idee von Weihnachten als Handlungszeitraum natürlich perfekt zum Zeitpunkt der Ausstrahlung gewählt und ist auch kein sonderlich verbrauchtes Thema (dass es in Iron Man 3 weihnachtet, hat wohl kaum jemand noch auf dem Schirm). Die erste Folge hätte etws weniger Tempo vertragen können und Kates schneller Wandel mag auch für einige Zuschauer:innen unglaubwürdig daherkommen, was wohl auch auf den Hund Lucky zutrifft. Nach der ersten Folge ist noch deutlich Luft nach oben.

© Disney

Ayres

Ayres ist seit 2002 im Community Management tätig, seit einer Weile sogar beruflich. Er ist ein richtiger Horror- & Mystery-Junkie, liebt gute Point’n’Click-Adventures und ist Fighting Games nie abgeneigt. Besonders spannend findet er Psychologie, deshalb werden in seinem Wohnzimmer regelmäßig "Die Werwölfe von Düsterwald"-Abende veranstaltet. Sein teuerstes Hobby ist das Sammeln von Steelbooks. In seinem Besitz befinden sich mehr als 100 Blu-Ray Steelbooks aus aller Welt.

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