Anime Spring Season 2019 / Woche #8

Lesezeit: 8 Minuten

In diesem wöchentlichen Format begleiten wir die Serien Fruits Basket, Jojo’s Bizarre Adventure: Golden Wind, One Punch Man (Staffel 2), Sarazanmai und  The Rising of the Shield Hero von der ersten bis zur letzten Episode. Neben einer kurzen Zusammenfassung der Episode lest ihr die persönliche Meinung des jeweiligen Redakteurs. Spoiler werden nicht separat gekennzeichnet!

Fruits Basket (2019): #8

Start: 06.04.2019 • Slice of Life • TMS Entertainment

Der Jahreswechsel naht. Da Tohrus Großvater mit dem Rest der Familie nach Hawaii fliegen will, beschließt sie, bei den Soma zu bleiben, obwohl sowohl Arisa also auch Saki sie zu sich einladen. Allerdings wird sie wohl allein feiern müssen, denn in der Soma-Residenz wird der Jahreswechsel immer groß gefeiert und alle Mitglieder des Tierkreises nehmen traditionell an einem internen Festessen teil. Auch Kyo und Yuki entschließen sich widerstrebend, für ein paar Tage nach Hause zurückzukehren. Auf ihrem Weg zur Residenz begegnen Shigure, Yuki und Kyo Saki. Sie schafft es mit ein paar pointierten Sätzen, dass die beiden Jungen schnellstens den Weg zu Shigures Haus einschlagen und somit das Festessen schwänzen, da sie Tohru doch nicht allein lassen möchten. Shigure trifft allein in der Soma-Residenz ein und scheint nicht unzufrieden damit zu sein, Akito die Nachricht vom Fehlen zweier Mitglieder des Tierkreises beim großen Festessen berichten zu müssen. Tohru, Kyo und Yuki begehen den Jahreswechsel gemeinsam und schauen sich vom Dach aus den ersten Sonnenaufgang des neuen Jahres an.

Die achte Episode von Fruits Basket (2019) zeigt deutlich, wie großartig sich Yuki und Kyo in den vier Monaten, die Tohru nun bei ihnen wohnt, entwickelt haben. Sie haben begonnen, sich aus ihrem Schneckenhaus herauszuwagen, und zeigen Verantwortung gegenüber anderen. Ihnen wird klar, dass es Tohru keineswegs gut gehen wird, wenn sie allein, ohne ihre Mutter, ins neue Jahr geht, denn sie haben an sich selbst erfahren, dass Einsamkeit nicht gut tut. Auch ihre geringer gewordenen Streiterein fühlen sich nicht mehr hasserfüllt an, sondern eher wie normales Gekabbel unter Geschwistern oder Freunden. Und in Punkto Tohru sind sie sich absolut einig, da gibt es keine zwei Meinungen. Ich liebe diese Episode, sie ist warm und freundlich und voller Aufbrüche.


Jojo’s Bizarre Adventure: Golden Wind: Episode #31

Start: 06.10.2018 • Action, Abenteuer, Horror • David Production

Zwar können Mista und Giorno den Helikopter aufhalten, aber das macht Cioccolata nun umso gefährlicher. Als Mista Six Bullets losschickt, finden sie ihren Gegner nicht, doch sie tappen direkt in die Falle. Giorno geht der Sache nach und findet einen zerstückelten, aber quicklebendigen Cioccolata vor, der ihn angreift. Doch das nützt nichts und Giorno kann ihm mit einer Kugel, die sich in einen Hirschkäfer verwandelt hat, eine schwere Verletzung zufügen. Giorno redet mit dem toten Cioccolata bis sich dieser bewegt und von Golden Wind in das nächste Müllauto geschlagen. Währenddessen versucht Secco sein Herrchen zu erreichen, doch es gibt nur eine Sprachnachricht. Cioccolata letzte Worte zu Secco sind: Ich liebe dich. Diese Worte beflügeln Secco regelrecht, nichtsahnend, dass Cioccolata längst tot ist.

Mangakenner von JoJo’s Bizarre Adventure: Golden Wind haben wohl genau auf diese Episode gewartet, gerade weil Giornos “muda muda muda” sich im Manga auf ganze sieben Seiten erstreckt und dann bekommt man auch noch ein “WRYYYYY” hinterhergeschmissen, welches ja eher typisch für Dio ist. Giorno zeigt keinerlei Gnade mit Cioccolata und hat im Grunde nie vor, diesen am Leben zu lassen. Allerdings wird er auch als absoluter Müll dargestellt und dort landet er letztendlich auch. Die Worte an Secco sind hingegen fast schon wieder bittersüß, da man als Zuschauer bereits weiß, dass der andere längst das Zeitliche gesegnet hat. Interessant ist noch der Zuschauer des Kampfes, denn es ist ein alter Bekannter aus Stardust Crusaders: Jean Pierre Polnareff.

 


One Punch Man (Staffel 2): Episode #8

Start: 10.04.2019 • Action, Sci-Fi, Comedy • J.C. Staff

Siegerehrung in Folge 8 von One Punch Man Staffel 2. Stream verdrängt den nagenden Gedanken daran, dass Sataima nicht einmal seine volle Kraft eingesetzt hat, um ihn aus den Ring zu schubsen. Immerhin ist der Kerl disqualifiziert, Stream ist der Sieger und weibliche Fans zum Anbaggern nicht weit. Da landen drei riesige Krähen in der Arena, in den Klauen geschlagene Turnierteilnehmer. Mit ihnen kommt ein vieläugiges Monster, dass sich als der Kampsportler Goketsu herausstellt. Der wurde von einem Monster besiegt, verschleppt und von der Monsterorganisation zur Einnahme von Monsterzellen genötigt. Ein Schicksal, mit der er eigentlich ganz zufrieden ist. Und er hat jede Menge Monsterzellen dabei, die er unters Volk wirft, damit die Wettkämpfer auch zu Monstern werden. Einige probieren es aus und Bakuzan stopft sich gleich jede Menge davon in den Mund. Nicht so Stream. Spaß haben könnte er als Monster schon… aber so grottenhässlich aussehen? Da stellt er sich doch lieber zum Kampf. Andernorts legt Garou sich mit Watchdog Man an und die Intensivstation, wo die verletzten Kämpfer der vergangenen Folgen liegen, wird von Monstern überrannt. Stream kommt gegen die frischverwandelten Monster noch gut klar, auch wenn die Anforderungen höher geworden sind. Aber gegen Goketsu und den durch die Überdosis zum Supermonster verwandelten Bakuzan hat er keine Chance. Wie gut, dass noch ein wahrer Held in der Arena ist…

Eine Folge (fast) nur für Stream. Eine Stream-Demontage genau gesagt. Als strahlender Sieger mit flotten Sprüchen und überdimensionalem Selbstbewusstsein geht er in den Kampf und gefühlte 26 Minuten lang kriegt er eins in die Fresse, wie man in einem Anime nur eins in die Fresse kriegen kann. In jedem Kampf sieht er ein bisschen schlechter aus, bis er am Schluss jämmerlich um Hilfe ruft. Bester Saitama-Moment dieser Folge? Es gibt nur einen. Schluss mit Perücken und Begriffsstutzigkeit. Ein Hilferuf erklingt und Saitama ist wieder im Heldenmodus. Na endlich! Lieblingsmonster dieser Folge? Ich kann mich nicht entscheiden zwischen den Kampf-Krähen oder der Mini-Tentakelglubschi-Drohne.


Sarazanmai: Episode #7

Start: 12.04.2019 • Supernatural, Comedy, Drama • Studio MAPPA

Nach Kazukis emotionaler Katharsis scheint bei ihm alles wieder wie vor Harukas Unfall zu sein: Er ist ausgeglichener, fröhlicher und hat seinen Platz in der Familie. Die Kappabox mit der Verkleidung schleppt er nicht mehr immer mit sich rum, stattdessen darf der Fußball wieder zurück an seine Seite. Mit Enta will er auch wieder spielen und Tooi lädt er auch dazu ein. Sogar die Verwüstung des alten Fußballübungsplatzes verdirbt nicht die Laune, denn das Aufräumen macht auch Spaß. Tooi bekommt zwischendurch eine schlechte Nachricht, dass sein Bruder verraten wurde und nun auf der Flucht ist, doch Kazuki bietet bereitwillig an, ihm die Teller zu überlassen und nach kurzer Überraschung stimmt auch Enta zu. Es fehlt auch nur noch ein Teller. Keppi derweil hat ein rosiges Date mit Sara, das so pink ist wie Kazukis neues Shirt. Doch Reo ist währenddessen eher säuerlich eingestellt. Mabu entpuppt sich als wiedererweckt mit einem künstlichen Herzen, der versucht das Original nachzuahmen, doch Reo überzeugt diese Illusion nicht besonders. Gleichzeitig bedeutet nicht mehr fürs Otterimperuim zu arbeiten Reos endgültigen Tod. Da bleibt ihm nicht viel übrig, als weiter in der Menschenwelt zu bleiben, nachdem er mit Reo und D-d-d-darkness Black Keppi in die Menschenwelt transferiert wurde. Doch auch für die Jungs nimmt mit dem neustem Ball-Kappazombie und dem damit verbundenem Sarazanmai eine Wendung: Enta hat ein paar neue Geheimnisse zum Lüften.

Bei der Performance von Reos Sprecher Mamoru Miyano kommen diese Folge definitiv einige Vibes zu Steins;Gate und dessen Protagonisten Rintaro Okabe auf. (Ob Reos Haisfischzähne wohl ein Augenzwinkern zu Miyanos Rolle als Rin aus Free! ist?). Solche Rollen mit einem nuanciertem Rollercoaster zwischen absurd-exzentrischem Schauspiel, Bravado und ernsthaftem emotionalem Stress hat die Anime-Landschaft eher selten zu bieten, aber bei einem erfahrenem Veteranen wie Miyano ist so etwas sicher gut aufgehoben. Wirklich schade, dass Sarazanmai so wenig Laufzeit hat, damit alles noch mal besser zur Geltung kommt. (Der Kappazombie wird wieder sehr schnell abgefrühstückt. Da wünscht man sich glatt das tatsächliche Monster of the Week-Format zurück, bei denen auch Eintagsfliegen mehr Rampenlicht gegeben werden kann.) Zu Reos eher deprimierend gewordenem Alltag macht die Serie einen kontrastreichen Spagat zum Happy-Go-Lucky Leben, den Kazukis Seite verlebt. (Besoffener Keppi mit Spinnenfüßchen nach seinem Date!!) Für die drei Jungs sieht ja wirklich alles gut aus, aber umso klarer ist auch, dass das irgendwie natürlich nicht so bleiben kann. Überraschend war doch etwas, dass das jähe Ende der Freude nicht etwa von Reo und den Ottern ausgeht (vor allem nach der klaren Ansage Ende letzter Folge), sondern aus eigenen Reihen. Auch wenn Toois Erwähnung, dass sein Bruder von deinen Kameraden verraten wird, schon früh in der Folge einen Schatten auf Entas heimliche Aktionen voraus wirft. Aber warum sollte er also tatsächlich so bereitwillig Tooi helfen? Gemessen an seiner bisherigen Charakterisierung voller Kazuki-Obsession und sich wenig um alles andere wenig kümmern Wollens, hat er dazu keinen wirklichen Grund. Derweil beweist die Serie wieder ein Händchen für Wortspiele: Flußotter sind kawauso, “kawa” bedeutet Fluss und das Otter-“uso” ist homophon zu “Lüge”, was einerseits das Sinnbild zu Mabu und andererseits das Otter-Pendant zu Keppis “kero”-Sprachmacke. Vor allem belohnt die Serie offene Augen für Details: Dass Tooi Fußballfan ist, ist keine Neuigkeit, wenn man bemerkt hat, dass sein Zimmer in seinem Folge 4-Flashback Fußball-Fandekoration an der Wand hängen hat. Die gleiche Folge zeigt auch Enta, der locker-flockig über eine Absperrung springen kann, während Tooi einen Augenblick davor zögert. Das ist schon subtile Vorarbeit zu Entas Doppelmoral und Toois Entschlossenheit ob seines Bewusstseins der Falschheit seiner Untaten. Auch der Ottertanz hat immer kleinere Variationen, diesmal die deutlichste. Aktuell frage ich mich aber, ob dem Froschmotiv noch eine größere Bedeutung zukommt. Die Froschstatue im Viertel ist mal da (Keppi und Sara daneben) und mal nicht (als Kazuki in dieser und der ersten Folge daneben steht), Kazukis Geldbeutel ist ein Frosch, Keppis “kero” ist das japanische Quaken von Fröschen und die Froschbeleidigung Keppi gegenüber fand sich diese Folge auch wieder.


The Rising of the Shield Hero: Episode #21

Start: 09.01.2019 • Action, Fantasy • Kinema Citrus

Nachdem er tagelang geschlafen hat, erwacht Naofumi. Raphtalia, Filo und Melty sind schwer erleichtert und weinen Tränen der Freude. Naofumi ist noch etwas überwältigt, da wünscht sich auch die Königin ein Gespräch mit ihm. Dem Zuschauer werden die genauen Worte zwar vorgehalten, doch es wird klar, dass es um das Schicksal von Myne und dem König geht. Einige Zeit später hält die Königin deshalb eine Art Verhandlung ab und wendet sogar ein Sklavensiegel an, um sicher zu gehen, dass ihre Tochter die Wahrheit spricht. Während sie die Sturheit ihrer Tochter vielleicht unterschätzt hat, sorgt jeder Stromschlag bei jeder ihrer Lügen dafür, dass Naofumi nach und nach von allen Anschuldigungen frei gesprochen wird. Dafür müssen sowohl der König als auch Myne die Todesstrafe erdulden. Auf der Guillotine und kurz vor dem vollstreckten Urteil, stoppt Naofumi das Urteil und findet ein für ihn besseres. Die beiden von ihm meistgehassten Menschen in dieser Welt wird alles aberkannt, sogar ihre Namen, und sie müssen von nun an auf “Abschaum” (König) und “Schlampe” (Myne) hören. Nach diesem Auftritt verlässt Naofumi das Schloss und wird von einer Menschenmenge begrüßt und gefeiert. Endlich wird die Serie ihren Namen, The Rising of the Shield Hero, gerecht, denn Naofumi bekommt endlich die Anerkennung, die ihm zusteht.

Was für eine Folge! Wüsste ich nicht, dass noch weitere folgen, hätte man hier einen tollen Schlussstrich für die Staffel ziehen können. Mit dem Verzicht auf Opening und Ending hat man noch etwas mehr Zeit genutzt um ganz genau zu zeigen wie Naofumi endlich auch in den Augen des gesamten Königreichs Melromarc als der Held erkannt wird, der er ist. Dabei gefällt mir besonders, wie Mynes Versuche sich trotz des Sklavensiegels herauszureden, dazu führten dass die Menschen die Wahrheit erkennen. Naofumi zeigt auch ein weiteres Mal, dass er Myne und dem König für ihre Taten nicht vergeben kann, doch seine Art der Bestrafung ist für die beiden wahrscheinlich wirklich schlimmer als der Tod. Außerdem passt es perfekt zu seiner persönlichen Entwicklung. Naofumi ist sicher nicht der netteste Mensch, aber er konnte seinen Hass ablegen. Der Ausgang aus dem Schloss wäre die perfekte Abschlussszene für die Staffel gewesen. Bejubelt und anerkannt von den Massen schreitet er wieder hinaus um weiterhin ein Held zu sein. Ich befürchte leider, die eigentlich letzte Folge wird für mich nicht einen ganz so starken Eindruck hinterlassen können.

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