Anime Fall Season 2025 / Woche #12
In diesem wöchentlichen Format begleiten wir My Status as an Assassin Obviously Exceeds the Hero’s und SI-VIS: The Sound of Heroes von der ersten bis zur letzten Episode. Neben einer kurzen Zusammenfassung der Episode lest ihr die persönliche Meinung des jeweiligen Redaktionsmitglieds. Weitere Besprechungen diverser Anime-Serien befinden sich in unserem Episodenguide.

Titel: My Status as an Assassin Obviously Exceeds the Hero’s
Start: 6. Oktober 2025
Genre: Abenteuer, Fantasy
Animationsstudio: Sunrise
Folge 12
Akiras und Garams erstes Aufeinandertreffen verläuft alles andere als gut. Garam ist deutlich besser vorbereitet und seine verstärkten Söldner bereiten selbst Akira ernsthafte Probleme. Deshalb bleibt Akira und Amelia zunächst keine andere Wahl, als zu fliehen und sich neu zu formieren. Auch Latticenail hilft ihnen bei der Flucht. Garam zeigt sich weiterhin siegessicher: Selbst der „Silent Assassin“, wie Akiras inzwischen bekannter Spitzname lautet, musste vor seinen Männern zurückweichen. Da er mithilfe seiner Medizin immer neue Söldner erschaffen kann, betrachtet er sie lediglich als Verbrauchsmaterial und hält sich selbst für unbesiegbar. Zurück im Hotel hadert Akira erneut mit sich. Garam hat offen zugegeben, für Sarans Tod verantwortlich zu sein und eine vor Sarans Tod aufgenommene Nachricht bringt Akira weiter ins Wanken. Schließlich trifft er eine Entscheidung und akzeptiert sein Schicksal als Meuchelmörder. Akira dringt in Garams Anwesen ein und tötet ihn. Danach fürchtet er Amelias Reaktion, doch sie versichert ihm, dass seine Entscheidung kein Grund ist, sich von ihm abzuwenden. Damit ist diese Aufgabe abgeschlossen, und gemeinsam mit Crow als Führer macht sich die Gruppe auf den Weg in die Dämonenlande.
Mit dem Staffelfinale gerät die Serie jedoch spürbar ins Wanken. Die erste Hälfte der Episode funktioniert noch sehr gut: Garam und seine Söldner sind glaubwürdige Gegner, die selbst Akira an seine Grenzen bringen. Garams Durchtriebenheit und Skrupellosigkeit werden klar herausgestellt und die Spannung wird effektiv aufgebaut. In der zweiten Hälfte leidet jedoch das Pacing erheblich. Akiras innere Zweifel und Sarans Nachricht tragen die Handlung zunächst noch, doch der eigentliche Mord an Garam und das anschließende Ende kommen zu abrupt. Garam ist tot, der König von Uruk erfährt davon und weiß sofort, wer dafür verantwortlich ist. Crow löst sein Versprechen ein, nachdem Akira seinen Teil der Abmachung erfüllt hat, und begleitet die Gruppe ins Land der Dämonen. Akira bleibt unsicher, ob seine Entscheidung richtig war, findet aber Halt bei Amelia und Yoru. Und dann endet die Serie vorerst. Dieser Abschluss fühlt sich leider sehr überhastet an, auch wenn die Serie insgesamt solide umgesetzt ist.

Titel: SI-VIS: The Sound of Heroes
Start: 4. Oktober 2025
Genre: Musik
Animationsstudio: Studio VOLN
Folge 12
Die Xenos um Lykos haben es längst nicht mehr nur auf die Menschheit im Allgemeinen abgesehen – inzwischen greifen sie gezielt einzelne Personen an, um sie in die Enge zu treiben. Der Erscheinungsort der nächsten Mirage steht bereits fest: Kyoyas Heimat. Für die Band wird es schwierig, an einem so dünn besiedelten Ort genügend Kraft zu sammeln, um eingreifen zu können. Ein Versuch, den Idea-Wert zu steigern, ist die Übertragung des Konzerts ins Stadtzentrum. Kyoya will für alle Menschen kämpfen – und ganz besonders für seine Oma. Siren rät ihm, den Auftritt zu genießen, so wie er es sonst auch tut. Kyoya stürmt zunächst entschlossen vor, doch als Siren zu singen beginnt, versteht er die Bedeutung der Worte. Er erkennt, dass blindlingses Handeln nichts bringt. Stattdessen will er die beste Performance seines Lebens auf die Bühne bringen. Trotzdem reicht seine Stärke nicht aus, um Lykos standzuhalten. In diesem Moment tritt Nagi als Energiequelle auf und gibt allen neue Kraft. Lykos setzt zu einem letzten Schlag an – und im allerletzten Moment rettet Siren Kyoya, wird dabei jedoch schwer verletzt.
Wenn vor einem Kampf Sätze fallen wie „Das ist unsere letzte Chance“, „Hoffentlich kommen alle lebend zurück“ oder „Genieß deinen Auftritt“, dann macht sich unweigerlich ein mulmiges Gefühl breit. Man spürt, dass es nicht auf Friede, Freude, Eierkuchen hinauslaufen wird. Genauso verhält es sich in SI-VIS: The Sound of Heroes. Siren wählt ihre Worte mit Bedacht, als wolle sie Kyoya so viel Kraft wie möglich mitgeben – doch man hofft inständig, dass es nicht ihre letzten Worte waren. In der aktuellen Besetzung von SI-VIS ist Siren das erfahrenste Mitglied, und mit Nagi stünde theoretisch bereits eine Nachfolgerin bereit. So traurig es klingt: Die Folge wirkt, als arbeite sie bewusst auf einen solchen Personalwechsel hin. Bilder, Dialoge und die Atmosphäre im Hintergrund deuten allesamt darauf hin. Ein Verlust von Siren an der Front würde eine enorme Lücke reißen. Sofort stellt sich die Frage, ob die Gruppe ohne ihren ruhigen Pol, der stets die richtige Taktik findet, überhaupt funktionieren kann. Nagi besitzt zwar beeindruckende Kraft, doch meiner Meinung nach fehlt ihr das nötige Profil, um das Zentrum der Band zu bilden.

Titel: Wandance
Start: 8. Oktober 2025
Genre: Romanze, Sport
Animationsstudio: Madhouse, Cyclone Graphics
Folge 11
Mit Usen hat On einen Gegner vor sich, der über weitreichende Erfahrungen in Dance Battles verfügt und sogar von Assay als Tänzer auf Profilevel anerkannt wird. On und Usen geben alles, doch am Ende stimmt nur Assay für On, die somit die erste Auswahlrunde nicht bewältigen kann. Iori, Hikari und Kabo schaffen es in die zweite Runde. Für Hikari beginnt es gleich mit dem ultimativen Gegner. Sie steht Usen gegenüber, doch obwohl sie alles gibt und das Publikum begeistert, geht Usen auch aus diesem Battle siegreich hervor. Hikari scheidet aus, was sie sehr mitnimmt. Kabo und Iori dagegen schaffen es ins Halbfinale. Wieder ist es Usen, gegen den ein Mitlied vom Team Ichirin High antreten muss. Dieses Mal ist es Iori, der sich von Usens Ruf und Können beeindruckt zeigt und meint, nicht gewinnen zu können. Zunächst sieht es so aus, als hätte Usen die Oberhand. Iori schafft es erst in der dritten und letzten Runde, zu seinem Tanzstil zu finden und zwei der drei Juroren so zu beeindrucken, dass sie ihm ihre Stimme geben.
Usen ist ein spannender Charakter und der Aufdruck auf seinem T-Shirt, „Don`t Make No Sense“ passt wie angegossen zu ihm. Er tanzt scheinbar immer angepasst an die Anforderungen der jeweiligen Runde. Hat er leichte Gegner, wirkt es, als würde er herumalbern, doch wenn er mal ernsthaft herausgefordert wird, zeigt er, was er kann. Und das ist eine ganze Menge. Usen ist längst in der Profiliga angekommen, was ihn zu einem schier unüberwindbaren Hindernis auf dem Weg zum Sieg macht. Selbst Iori, der eine ganze Reihe von Erfolgen aufzuweisen hat, lässt sich mental von seinem Gegner einschüchtern, was ihn fast den Sieg kostet. Denn letztendlich entscheidet, wer die Musik am besten zum Ausdruck bringt, was natürlich auch vom Empfinden des jeweiligen Jurors abhängt, plus der Siegeswillen des jeweiligen Tänzers, also der mentale Status. Wie Kabe zu Kabo sagt, gewinnt niemand, der den Gegner nicht in Grund und Boden tanzen will. Diese defensive Haltung hat On und Hikari den Sieg gekostet. Kabo nimmt Kabes Worte an, ob er es aber auch umsetzen kann, ist eine andere Frage.







