Anime Summer Season 2018 / Woche #1

Lesezeit: 7 Minuten

In diesem wöchentlichen Format begleiten wir die Serien My Hero Academia (Staffel 3), Phantom in the Twilight, Grand Blue Dreaming sowie Angolmois: Record of Mongol Invasion von der ersten bis zur letzten Episode. Neben einer kurzen Zusammenfassung der Episode lest ihr die persönliche Meinung des jeweiligen Redakteurs. Spoiler werden nicht separat gekennzeichnet!

 

My Hero Academia Season 3: Episode #14

Start: 07.04.2018 • Action, Comedy, Super Power • Bones

Nach kurzer Pause meldet sich die Serie mit der zweiten Hälfte zurück und wirft unsere jungen Helden gleich wieder in ihren Schulalltag. Um sich für den Test für die provisorische Lizenz vorzubereiten, sollen die Schüler gemeinsam mit den Lehrern an “Ultimativen Moves” arbeiten. Der Sinn ist, dass sie ihre Spezialität auf eine Art und Weise nutzen können, auf die sie sich 100% verlassen können. Während alle anderen Schüler sich scheinbar leicht dabei tun, hat Izuku deutlich mehr Probleme. Seine Arme erlauben keine weiteren Verletzungen und daher kämpft er mit sich selbst. Um zumindest die Belastung für seine Arme zu verringern, will er daher sein Kostüm anpassen und sucht die Werkstatt auf. In einer wortwörtlich explosiven Begegnung trifft er dabei auf Hatsume die ihn, gemeinsam mit Uraraka und Iida, als Versuchskaninchen für ihre Erfindungen missbraucht. Dabei wird den dreien klar, dass Hatsuma trotz ihrer schrillen Art auch eine Art Genie (und vor allem Arbeitstier) ist und Izuku dämmert endlich, weshalb All Might ihm sagte, er müsse aufhören, ihn zu kopieren. Das Finale der Folge zeigt die Früchte dieser Erleuchtung in Dekus neuem “Shoot Style”.

Hero Kage:

Diese Folge ist wunderbar und wenn ich ehrlich bin, habe ich schon sehnsüchtig auf sie gewartet. Wieso? Weil ab diesem Zeitpunkt Dekus eigene Reise beginnt. Wie All Might richtig gesagt hat, hat bisher Izuku nur versucht, ihn zu kopieren. Mit dieser Folge fängt er aber an, aus den Schatten von All Might zu treten und ich denke endlich die Spezialität als seine eigene anzusehen. Außerdem hatte diese Folge einige lustige Momente, vor allem durch Hatsume. Ich zumindest fühlte mich wunderbar erheitert, auch weil diese Folge keinen schweren Unterton hat. Mit diesem Wendepunkt in der Geschichte wird es richtig interessant zu sehen, wie sich die Entwicklung der Klasse 1-A auf ihre Chance beim Test für ihre Lizenz auswirkt. Wer kann sein volles Potenzial zeigen und wer wird scheitern? Mal schauen, wie sich dieser Test gestalten wird.


 

Phantom in the Twilight: Episode #1+2

Start: 10.07.2018 • Action, Supernatural • LIDENFILMS

Die Freundinnen Ton und Shinyao erfüllen sich einen Kindheitstraum: Sie reisen ans andere Ende der Welt nach London um dort zu studieren. Doch schon direkt nach ihrer Ankunft werden ihre Pläne durchkreuzt, als zuerst Goblins ihr Gepäck stehlen und später dann auch noch Shinyao entführt wird. Mit mehr Glück als Verstand findet Ton das mysteriöse Café Forbidden, das von ihrer geliebten Urgroßmutter gegründet wurde. Aber es ist mehr als nur ein Café. Es wird von übernatürlichen Wesen geführt, die mehr können als nur Tee servieren. Ton erkennt, dass es Vampire, Werwölfe und all die anderen dunklen Gestalten wirklich gibt und dass Vlad und seine Freunde diese in London mehr oder weniger im Zaum halten.

Drottning Katt:

Wo fange ich hier nur an? Ton ist mal wieder ein klarer Fall von einem Hauptcharakter, der nicht nachdenkt und sich mit mehr Glück als Verstand durch die Geschichte bewegt. Sie wirkt naiv und gutgläubig. Ohne über die Konsequenzen nachzudenken oder sich mit ihren neuen Freunden abzusprechen, wirft sie sich in die Gefahr, um Shinyao zu retten. Natürlich geht es hier um ihre beste Freundin, aber als sie sich in der ersten Folge verlieren, nachdem ihre Koffer gestohlen werden, denkt sie nicht eine Sekunde daran, sie doch mal anzurufen, damit sie sich wiederfinden können. Shinyao ist offenbar nur ein Thema, wenn sie wichtig für die Dramatik wird. Dass Vlad ein Vampir ist, ist auch von der ersten Sekunde an eindeutig, doch Ton checkt das erst, als er es ihr sagt. Aber es ist nicht alles schlecht an diesem Anime. London als Setting macht Spaß (vor allem da ich selbst erst vor Kurzem dort war und einiges wiedererkennen konnte). Die Umsetzung der verschiedenen Wesen der Nacht (oder Shadows, wie sie sich nennen) scheint bisher sinnig und durchdacht. Gerade Vlad bringt als Vampir viele Schwächen mit, die seine übermächtige Kraft ausgleichen. Mein Highlight ist Wayne, der körperlos wie er ist, andere Wege finden muss, um auf sich aufmerksam zu machen. Da werden dann mal eben Telefone, Radios oder Plattenspieler zweckentfremdet.


Angolmois: Record of Mongol Invasion: Episode #1+2

Start: 11.07.2018 • Action, History, Samurai • NAZ

1274: Eine Gruppe von Sträflingen wird zur Insel Tsushima übergesetzt. Unter ihnen ist der ehemalige Gefolgsmann des Kamakura Shogunates Kuchii Jinzaburou, der seines Amtes enthoben worden ist. Als das Schiff die Insel erreicht, erfahren die Gefangen, dass eine Invasion der Mongolen bevorsteht. Sie alle sollen daher mitkämpfen, um Tsushima zu beschützen und damit auch das Festland. Schon am gleichen Abend greift ein Spähtrupp des Feindes an und Jinsaburou bleibt keine andere Wahl, als zum Schwert zu greifen. Sein berühmter Kampfstil hilft ihm dabei, die Reihen der Feinde zu lichten. Am nächsten Tag geht die Kunde ein, dass die komplette mongolische Flotte auf dem Weg sei. Daher hält der Lord der Insel Sou Sukekuni einen Kriegsrat ab, bei dem sich Jinzaburou nicht zurückhalten kann und daher rausgeworfen wird. Jedoch erkennt der Herr der Insel dessen Fähigkeiten an. Bevor die Schlacht in der Sasu Bucht beginnt, übergibt er Inzaburou eine Rüstung. Im darauf folgenden Gefecht stirbt der Lord und übergibt dem ehemaligen Samurai damit alles weitere.

Aki:

Ich bin immer wieder begeistert, wenn sich ein Anime eine geschichtliche Sparte aussucht, die es so noch nicht gibt. Da ich mich selbst in der Zeit nicht auskenne, ist es erfrischend, so etwas Neues über Japan zu lernen. Wenn Samurais im Spiel sind, bin ich sowieso schnell begeistert. Die ersten beiden Folgen sind ein solider Start, bei dem es gleich zwei interessante Themen gibt: Zum einen den Krieg gegen die Mongolen und zum anderen die Hintergrundgeschichte von Kuchii Jinzaburou. Letzterer wurde ja nicht ohne Grund zum Sträfling, doch haben wir bis jetzt noch nichts Genaues erfahren. Angenehm ist, dass Jinzaburou schon ein paar Jahre hinter sich hat. Daher hat er Erfahrung, eine erlernte Schwertkampftechnik und einen ausgereiften Charakter. Als eine Art Gegenpart fungiert die Prinzessin Teruhi. Sie ist jung, unerfahren aber mit einem Willen ausgestattet, das durchzusetzen, was sie will. Da wird es schon einmal humorvoll, wenn sie mit ihrem weiblichen Charme versucht, Jinzaburou für ihre Sache zu gewinnen. Zu bemängeln ist leider das Pacing der zweiten Folge. Die erste Konfrontation gegen die Mongolen wird recht schnell erzählt. Die Vermutung liegt nahe, dass sich der Skriptschreiber mehr auf die Gefechte mit unserem Ex-Samurai befassen möchte. Schließlich muss Jinzaburou sieben volle Tage durchhalten, bis Verstärkung vom Festland eintrifft. Die Animationen sind in beiden Folgen nicht schlecht, was hoffen lässt, dass es keine Schwankungen gibt. Eher unglücklich ist nur der Filter geraten, der über dem Bild liegt und diesem einen „alten Papier“-Effekt geben soll. Dieser wirkt leider recht billig und zerstört die stimmungsvollen Bilder. Hingegen kann der Anime mit einem wirklich gelungen Ohrwurm-Opening punkten. Der Ending Song kommt an diesen zwar nicht heran, ist aber auch eingängig.


Grand Blue Dreaming: Episode #1 

Start: 14.07.2018 • Slice of Life, Comedy • Zero-G

Der angehende Student Iori Kitahari zieht für sein Studium in die Küstenstadt Izu. Dort ist er günstig untergebracht, nämlich bei seinem Onkel, der den Surferladen “Grand Blue” betreibt. Iori hat bereits im Vorfeld ganz konkrete Vorstellungen, wie sein neues Leben aussehen wird: viele neue Freunde, hübsche Mädchen und eine entspannte Zeit. Kaum im “Grand Blue” angekommen, beginnen seine Vorstellungen zu bröckeln. Anstatt schöner Mädchen erwarten ihn betrunkene und nackte Jungs – ein chaotischer Haufen. Direkt wird Iori als Neuzugang genötigt, sich den Trinkspielen anzuschließen. Es dauert nicht lange, bis auch er halbnackt und völlig betrunken im Mittelpunkt der Gruppe steht. Wetttrinken ist einfach nicht seine Stärke. Just in dem Moment trifft Ioris Cousine Chisa Kotegawa ein, die alles andere als angetan von ihrem betrunkenen Cousin ist und ihn direkt mit Missachtung straft. Kein guter Start…

Ayres:

Grand Blue Dreaming hat gleich zwei Asse im Ärmel: Zum einen haben wir es hier mit Studenten zu tun, also (angehenden) Erwachsenen. Diese mögen sich zwar alles andere als erwachsen verhalten, doch ist damit gleich mal Abwechslung zum sonstigen Anime-Dunst mit Schulsettings geschaffen. Da der zugehörige Manga in dem Seinen-Magazin good! Afternoon erscheint, ist das nicht ganz so überraschend, da dessen Zielgruppe männliche Erwachsene sind. Und dann ist da noch der herrlich sommerliche Schauplatz, der wunderbar in eine Anime Summer Season passt! Obwohl die Key Visuals bereits Abenteuer auf und vor allem unter dem Meer andeuten, ist davon in Episode 1 noch nicht viel zu spüren. Die Folge konzentriert sich auf das feucht-fröhliche Studententreiben und setzt vor allem auf Comedy.  Der Mangaka Kenji Inoue zeichnet auch für den Manga Baka to Test to Shoukanjuu verantwortlich, welches ebenfalls ein Comedy-Titel ist. Besonders markant sind hier die Fratzen der Figuren, welche in den vielen witzigen Szenen gerne mal in alle Richtungen driften. Der Start fällt sehr leicht verdaulich aus, bringt eine angenehm-fröhliche Stimmung mit und sorgt für ein wenig männliche Erotik.

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Iruka
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Iruka

Aki hat mir den Tipp mit Grand Blue Dreaming gegeben. Da ich früher mal getaucht bin, war ich natürlich neugierig, welchen Eindruck die Serie machen würde. Also, rein in die Flossen, Brille auf und los. Ich muss sagen: Unterhaltsam, aber teilweise ganz schön schräg. Da landet unser Hauptchara völlig unvorbereitet mitten in einem Saufgelager mit sehr vielen nackten Tatsachen. Diese werden aber durch schwarze Kreise wieder großzügig verdeckt. XD Nach der Folge stand fest: Die will ich weiterschauen. Weiterere Pluspunkte sind das Opening und Ending.

Ayres
Redakteur

Grand Blue hat das beste Opening seit langem 🙂