Anime Spring Season 2018 / Woche #3 – Pt. 1

Lesezeit: 6 Minuten

In diesem wöchentlichen Format begleiten wir die Serien Cutie Honey Universe, Doreiku The Animation, Full Metal Panic! Invisible Victory sowie Magical Girl Site von der ersten bis zur letzten Episode. Neben einer kurzen Zusammenfassung der Episode lest ihr die persönliche Meinung des jeweiligen Redakteurs. Spoiler werden nicht separat gekennzeichnet!

Cutie Honey Universe: Episode #3

Start: 07.04.2018Magical Girl, Yuri • Production Reed

Sister Jill wühlt in Gestalt der Ermittlerin Genet weiter in Honeys Leben und nähert sich dabei deren besten Freundin Natsuko an. Außerdem stellt sie Honey eine Falle… Im Gegensatz zu Honey scheint Natsuko allerdings Genets Verhalten kritisch zu hinterfragen und beginnt, die losen Enden miteinander zu verknüpfen.

Ayres: 

Nachdem die ersten beiden Episoden immerhin noch mit Speedlines auskommen, wird es in Episode 3 schon schwieriger: Cutie Honey Universe muss mit Standbild-Action auskommen und macht dabei leider keine gute Figur. Dem Kampf in der Folge fehlt es an allem, was so einen Kampf nun einmal fesselnd oder gar dynamisch macht. Minimale Entwicklungsschübe gibt es dafür gleich auf mehreren Seiten: Honey darf ihre Bike-Künste zum Besten geben, Natsuko beweist, dass sie die intelligenteste Figur der Serie ist und Sister Jill klopft sich auf die Schulter für…. ja, wofür überhaupt? Sonderlich originell ist ihre Falle nun wirklich nicht. Davon einmal abgesehen führt die Serie weitere Charaktere ein, deren augenscheinlich einzige Bestimmung es ist, für Comedy zu sorgen. Prognose für die kommenden Folgen: Weitere ‘Fallen’ und ähnliche Vorwände, um zunächst einmal Honeys Verwandlungsformen durchzudeklinieren.


 

Dorei-ku The Animation: Episode #2

Start: 13.04.2018Psychological  • Studio TNT & Zero-G

Das neue Duo Eia und Yuga trifft auf das nächste SCM-Paar: Die herrische Ayaka und ihren Sklaven Seiya. Dieser befindet sich nur widerwillig in der Sklave-Meister-Kombination, da er keinerlei Affinität zu Ayaka hegt und lediglich ihre sexuellen Wünsche erfüllen muss bzw. einen Freundesersatz abgibt. Mit einem Trick gelingt es Yuga, die beiden zu überlisten und zu seinen Sklaven zu machen. Das kommt Seiya mehr als gelegen. Sein Herz hängt nicht an Ayaka, sondern an Julia…

Ayres:

Die zweite Episode wird wohl entscheiden, welche Zuschauer dranbleiben und welche die Serie abbrechen: Sie bildet den Fortlauf der Serie sehr treffend ab. Nämlich banale (Macht-)Spielchen und Hin- und Herschubserei ganzer Parteien. Ayaka ist ein weiteres Beispiel für die kaputte Psyche nahezu aller Figuren, doch mancher Zuschauer wird die Serie genau dafür lieben. Während Eia und Yuga bereits nach zwei Episoden ein eingespieltes Team sind und der Eindruck entsteht, als seien sie die Hauptfiguren, dreht sich die zweite Hälfte der Folge nur um Seiya. Wie dieser an Ayaka geriet und welchen Herzschmerz er in sich trägt. Immerhin bedeutet das auch für die Nebenfiguren Screentime, die wiederum die Handlungsstränge anderer Figuren einleiten. Somit wird also nun das Spotlight auf Julia gerichtet.


Full Metal Panic! Invisible Victory: Episode #2

Start: 13.04.2018Action, Militär, Mecha  • Xebec

Während Sousuke mit Kaname auf einem Parkplatz von Feinden eingekesselt wird, muss die geheime Basis der Tuatha de Danaan mehrere Raketenangriffe abwehren. Da aus unerklärlichen Gründen alle Satelliten ausgefallen sind, kann Kapitän Teletha Testarossa keine Hilfe anfordern. Jedoch verzweifelt sie nicht und versucht einen Rettungsplan auszuarbeiten. Sousuke hingegen wählt mit einem Fahrzeug die Flucht. Dabei muss Kaname mitansehen, wie unschuldige Passanten in die Kriegsgeschehen involviert werden. Trotz aller Probleme schafft sie es zum vereinbarten Abholort, doch wird der Helikopter abgeschossen. Zur Überraschung von Sousuke befindet sich sein Kampfroboter Arbalest vollfunktionsfähig im Transportgerät und kann dank Stimmenerkennen aktiviert werden.

Aki:

Während die erste Folge die Spannungsschraube anzieht, es jedoch zu keime Gefecht kommt, setzt die zweite Episode genau dort an. Sie ist von der ersten Minute an spannend und das, obwohl zwischen zwei Schauplätzen hin und her gesprungen wird. Neben all der Action vergisst die Serie es jedoch nicht, den psychologischen Aspekt zu betrachten: Kaname war zwar schon einmal in direkte Kriegshandlungen involviert, doch waren diese außerhalb von zivilen Schauplätzen. Sie erlebt daher zum ersten Mal so richtig mit, was und wer wegen ihr zu Schaden kommt. In meinen Augen ist es vollkommen richtig, auch diesen Teil eines Kriegs zu behandeln. Wenn ich überlege, wie viele Menschen oft in reinen Zerstörungsorgien von Superhelden sterben müssten, zeigt die Serie unverblümt, was passiert, wenn zwischen Wohnhäusern scharf geschossen wird. Ich bin daher sehr gespannt, welche Auswirkungen dies auf Kanames Einstellung haben wird. Positiv überrascht hat mich Tessa, die ihren Leuten in so schweren Zeiten zeigen muss, dass sie kein weinerliches Mädchen ist. Wie sie mit der scharfen Waffe vor einem zur Revolte anzettelnden Soldaten steht und ihm erklärt, dass ihr Befehl nicht sterben sondern Leben heißt, ist richtig cool. Einziges großes Manko ist die fast nur aus CGI bestehende Verfolgungsjagd von Sousuke im Auto. Die Szenen an sich sind spannend, doch fällt der optische Unterschied extrem auf. Ich war ja sehr skeptisch, was das Opening angeht, doch mit Bildern dazu, macht das ordentlich etwas her. Das Ending ist zwar nicht ganz so gut, aber ich finde die Kirchenszenen schön gezeichnet. Nach dem fiesen Ende der Episode, ist es wirklich Folter, eine Woche warten zu müssen.


 

Magical Girl Site: Episode #3

Start: 07.04.2018Drama, Horror, Psychologie • production doA

Keisuke Naoto ist einer jener eisernen Fans, in deren Leben für nichts anderes Platz ist als ihre große Fan-Liebe. In seinem Fall ist das Nijimi Anazawa oder „Nijimin“, die als Mitglied der Idol Group „Dog Play“ mit Hundeohren und „Wuff-Wuff“ über die Bühne hüpft, und zum echten Publikumsmagnet geworden ist. Doch der Grund für Nijimis geradezu zauberhaften Erfolg ist schnell erklärt: Auch sie ist ein Magical Girl, deren Fähigkeit es ist, andere um sie herum gefügig zu machen. Und deshalb wird sie bei einer ihrer Live-Shows kurzerhand von zwei gewissen Magical Girls aufgesucht. Aya und Tsuyuno sind auf der Suche nach einer Gleichgesinnten, die helfen kann, die total erschöpfte Rina Shioi wiederzubeleben. Die als „Magical Hunter“ mordend durch die Gegend Ziehende hat ihre Lebensenergie durch das Benutzen der Stäbe ihrer Opfer beinahe aufgebraucht. Aber sie scheint auch als einzige mehr über die Ankunft des „Tempest“ zu wissen, des möglicherweise die ganze Welt bedrohenden Betreibers der „Magical Girl Site“. Zufällig erfährt auch Sarina, die nach Tsuyunos Messerattacke im selben Krankenhaus liegt wie Rina, vom Geheimnis ihrer Rivalin Aya, und gerät dadurch ebenfalls ins Visier der dunklen Mächte.

nightfury:

Nach dem schwachen Finale beim letzten Mal hat mir die dritte Episode von Magical Girl Site schon viel besser gefallen. Was die Action betrifft, gibt die Folge zwar nicht viel her. Die Einführung und Charakterisierung von „Nijimin“ finde ich aber gelungen: Als Aya und Tsuyuno sie auf den „Magical Hunter“ ansprechen, zeigt sie unfreiwillig ihr hasserfülltes Inneres hinter der niedlichen Idol-Fassade. Nicht weniger fragwürdig ist außerdem ihr Apartment voller hirntoter Fans, die sie mit ihrer Macht zu Zombie-Dienern degradiert hat. Ob wohl auch der arme kranke Keisuke einmal zu denen gehören wird? Jedenfalls passt auch er mit seiner selbstzerstörerischen Zuneigung für Nijimi gut in das Ensemble der durch und durch freakigen Charaktere dieser Geschichte. Aya und Tsuyuno erscheinen da fast noch als Normalos. Langsam finden die beiden zueinander und bilden ein Team. Aya scheint endlich ihre ängstliche Art zu überwinden. Und das darzustellen, gelingt den Serienmachern dieses mal wirklich überzeugend. Etwas störend empfinde ich dagegen nach wie vor die meiner Ansicht nach unpassend gesetzten Comedy-Einlagen. Vor allem Ayas Bruder verkommt zur Witzfigur; dadurch verblasst aber auch die Härte von Ayas Schicksal als lebender Boxsack von Kaname nicht gerade wenig. Und das kratzt für mich wiederum an der Prämisse der Geschichte, die – an sich ja genial – doch darauf abzielt, dass eine Gruppe gepeinigter Mädchen von dunklen Kräften missbraucht wird, indem diese ihnen fälschlich Rettung verspricht. Wenn es dabei bleibt, entwickelt sich Magical Girl Site eher in Richtung durchgeknalltem Freak-Anime. Das hat auch seinen Reiz. Doch müssen seine Macher für meinen Geschmack noch mehr daran arbeiten, den Ton, den die Erzählung anschlägt, konstanter zu machen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Ayres
Redakteur

“Wenn es dabei bleibt, entwickelt sich Magical Girl Site eher in Richtung durchgeknalltem Freak-Anime.”

Leider. Die Serie hat innerhalb kürzester Zeit radikal abgebaut und es geht nur noch darum, möglichst viele Originale auf die Handlung loszulassen. Mir ist es zuviel Idol-Kram in Episode 3 und ohnehin fehlt es an Sympathieträgern. Schade. Aktuell die schlechteste Serie, die ich verfolge.