Anime Spring Season 2018 / Woche #2 – Pt. 1

Lesezeit: 5 Minuten

In diesem wöchentlichen Format begleiten wir die Serien Cutie Honey Universe, Doreiku The Animation, Full Metal Panic! Invisible Victory sowie Magical Girl Site von der ersten bis zur letzten Episode. Neben einer kurzen Zusammenfassung der Episode lest ihr die persönliche Meinung des jeweiligen Redakteurs. Spoiler werden nicht separat gekennzeichnet!

 

Cutie Honey Universe: Episode #2

Start: 07.04.2018Magical Girl, Yuri • Production Reed

Honey schüttet Genet ihr Herz aus: Sie erinnert sich zurück an den Tag, an dem sie erfuhr, dass sie kein Mensch, sondern ein Android ist. Dieses Geheimnis offenbarte ihr Vater ihr als er im Sterben lag. Verantwortlich für seinen Tod ist die Panther Claw, sodass Honey auf Rache sinnt. Wertvolle Informationen für Genet alias Sister Jill, die nun selbstverständlich wissen will, wo sich das Katalysator befindet…

Ayres: 

Wer hätte gedacht, dass Episode 2 bereits die Backgroundgeschichte Honeys abhandeln würde? In straffer Erzählform erfahren wir, wie sie versuchte, ihren Vater zu retten und zu spät kam. Für den Zuschauer bedeutet das nicht nur viel Dramatik, sondern vor allem auf Action. Obwohl der Action-Anteil weiterhin sehr hoch ist, ist deren Umsetzung durchwachsen: Während die Dynamik durchaus mitzureißen weiß, sind die Animationen auf einem durchschnittlichen Niveau. Die Yuri-Aspekte werden zugunsten des Charakteraufbaus wieder ein wenig hinuntergeschraubt. Die Beziehung zwischen Honey und Genet steht im Vordergrund, wobei Genets Fragen nach Honeys Katalysator immer offensiver werden. Damit die Stimmung nicht zu sehr kippt, gibt es zwei Comic Relief-Figuren, die die Handlung mit ein paar witzigen Einlagen auflockern sollen. Ob das gelingt, ist wohl eine ganz subjektive Betrachtung. Es ist aber in jedem Fall erfreulich, dass die Serie weiterhin ein hohes Erzähltempo besitzt und man Honeys weitere Verwandlungsformen bereits zu sehen bekommt.


 

Dorei-ku The Animation: Episode #1

Start: 13.04.2018Psychological  • Studio TNT & Zero-G

Die 20-jährige Eia Arakawa ist zwar eine scharfsinnige Dame, doch von ihrem Alltag ziemlich gelangweilt. Über ihre Freundin lernt sie den Mann Yuga Oota kennen, der eine sogenannte “SCM” besitzt. Er bittet sie, die Funktion des Gerätes, dessen Abkürzung für “Slave Control Method” steht, zu testen. Das teuflische Instrument gelangte über eine unbekannte Quelle auf den Schwarzmarkt und ist seitdem sehr gefragt. Denn mit diesem gefährlichen Spielzeug, das einer Zahnspange gleicht, verändern sich die Machtverhältnisse und Menschen gewinnen die Kontrolle über andere. Aus reiner Neugier willigt Eia ein, ihn zu unterstützen, doch damit verändert sich ihr Leben…

Ayres:

Es war nur eine Frage der Zeit, bis ein Dorei-ku The Animation auftauchen würde. Der Manga, der in Deutschland von Panini Manga unter dem Titel SCM – Meine 23 Sklaven zwischen 2015 und 2017 veröffentlicht wurde, zählt neun Bände und wurde im Herbst 2016 in Japan abgeschlossen. Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven erzählt. Obwohl Eia als Hauptfigur eingeführt wird, dreht sich die zweite Hälfte der Episode um Lucie Suginami, ein Mädchen, das sich leichtsinnig auf ein dubioses Online-Date einlässt und dabei eine schlimme Erfahrung machen muss. Bereits die Einführung ist ungewöhnlich, denn Eia lernt Yuga kennen, weil dieser ihre Freundin hängen ließ aufgrund eines Mannes. Und so kommt es zum Viererdate, eine ungewöhnliche Konstellation. Wohin wird sich die Serie entwickeln? Als Kenner des Mangas kann ich bereits vorweg verraten, dass das “Psychological”-Genre hier stark bedient wird und es nicht nur zu Machtspielchen, sondern vor allem Battles kommen wird. Diese Battles bestehen in der Regel aus simplen Alltagssituationen können aber auch mal ein wenig Gehirnschmalz abverlangen, sodass die Taktiken einzelner Charaktere für Spannung sorgen. Da der Figurencast alles andere als klein ist und vor allem sehr viele verrückte Personen, die dem Status “Freak” mehr als gerecht werden, wird es so schnell nicht langweilig werden.


Full Metal Panic! Invisible Victory: Episode #1

Start: 13.04.2018Action, Militär, Mecha  • Xebec

Zum First Look von Full Metal Panic! Invisible Victory.

 

 

 

 

 

 

 


 

Magical Girl Site: Episode #1

Start: 07.04.2018Drama, Horror, Psychologie • production doA

Magical Girls mögen alles außer… Magical Girls! Von Tsuyuno Yatsumura erfährt Aya, dass es noch mehr Mädchen gibt, die einen Pakt mit der „Magical Girl Site“ eingegangen sind. Eine verschworene Gemeinschaft scheinen sie aber nicht gerade zu sein: So tötet die skrupellose „Magical Hunter“ unerkannt andere Mädchen, um deren Waffen in ihren Besitz zu bringen. Tsuyuno glaubt, Ayas Stab, der sein Ziel an jeden gewünschten Ort teleportieren kann, sei das nächste Ziel der Killerin. Aber auch ihre eigene Fähigkeit, die Zeit anzuhalten, könnte für „Magical Hunter“ sehr begehrenswert sein. Widerwillig stimmt Aya zu, mit Tsuyuno zusammenzuarbeiten und sich gegenseitig zu beschützen. Denn eigentlich möchte sie von ihrem Stab und der Tat, die sie damit begangen hat, nichts mehr wissen. Doch schon am nächsten Tag laufen die beiden der Killerin in die Falle. Nun muss Aya muss sich erneut entscheiden, ob sie leichtfertig ein Leben nehmen soll, um ihr eigenes zu schützen.

nightfury:

Ayas Zögern ist eigentlich ja nachvollziehbar. Nachdem ihre Umwelt im Laufe der Jahre auch den letzten Funken an Selbstvertrauen aus ihr heraus geprügelt hat, ist sie mit ihren neuen Kräften und Möglichkeiten völlig überfordert. Ganz im Gegensatz zu Tsuyuno, die keine Hemmungen zu haben scheint, ihre Macht gegen ihr lästige Gestalten einzusetzen. Der Kontrast zwischen den Beiden macht die Geschichte spannend und tiefgründig. Auch das Mysterium der „Magical Girl Site“ ist gut durchdacht und sorgt für Spannung, da die Hauptfiguren selbst nicht viel darüber zu wissen scheinen. Deutlich entspannter und damit angenehmer ist hingegen die allgemeine Atmosphäre der zweiten Episode von Magical Girl Site, mit viel weniger Blutspritzern und Schockmomenten im Vergleich zur ersten Folge. Spannungsfrei ist aber leider auch das total gestellt wirkende Finale, der Kampf zwischen den Mädchen und „Magical Hunter“, vor dem die ganzen positiven Aspekte ganz und gar verpuffen: Was für ein Zufall, dass die Schurkin aus ihrem „Murder Book“ gerade Aya als ihr nächstes Ziel auswählt! Sie selbst liefert jedenfalls kein Motiv dafür. Und ihr Angriff – am helllichten Tag und mitten auf offener Straße – wirkt so wenig bedrohlich wie die angebliche Massenmörderin selbst. Hinzu kommt noch das völlig unpassende Tempo der ganzen Szene: Die Angreiferin steht scheinbar geduldig daneben, bis Tsuyuno und Aya ihre Diskussionen endlich beendet haben, muss natürlich selbst noch einige für den Bösewicht typische Sprüche von sich geben – und wählt dann unter ihren vielen, so hart erkämpften Waffen eine aus, die Aya nichts anhaben kann. Deren Hadern mit ihrer neuen Rolle als Magical Girl erscheint vor diesem Hintergrund natürlich viel zu naiv und unglaubwürdig. Und damit auch die ganze Erzählung. Nach dem Schocker der ersten Folge und dieser Fortsetzung, die für mich fast wie eine Verharmlosung von Ayas traurigem Schicksal wirkt, hoffe ich schwer, dass der Anime in den kommenden Episoden konstanter mit seiner an sich interessanten Geschichte umgeht. Alles andere wäre einfach nur schade.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Ayres
Redakteur

Magical Girl Site:
Schon witzig, dass solche besonderen Bedingungen immer erst nach der Entscheidung, ein Magical Girl zu werden, publik werden 😉 Eine angenehme zweite Folge, die ein bisschen das wett macht, was mir in der ersten noch fehlte. Aber an einen Überflieger wage ich noch nicht zu denken.